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#1147652 - 04.08.15 22:03 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte - Links auf Berichte [Re: 2blattfahrer]
yoda
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3
Hallo zusammen,

ich habe diese Jahr meine erste lange Radreise unternommen.
Es ging von Kleinwallstadt (bei Aschaffenburg) quer durch Bayern an den Chiemsee.

Damit es mir auf der Reise nicht zu langweilig wird, hat mich mein 4-Jähriger Sohn begleitet.
Wir waren insgesamt 2 Wochen unterwegs.

Tagesberichte und Infos rund um unsere Reise gibt es auf unserer Homepage www.kleinwallstadt-chiemsee.de

Ich denke es wird nicht unsere letzte Radreise gewesen sein.

Viele Grüße
Patrick
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#1147719 - 05.08.15 09:46 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte - Links auf Berichte [Re: yoda]
Onni
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12
Unterwegs in Deutschland

Richtig schön. Genieß` es, sie werden schneller groß, als man(n) glaubt...
Viele Grüße Joachim
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#1147742 - 05.08.15 11:08 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte - Links auf Berichte [Re: yoda]
cyclerps
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1961
Finde ich toll das Du mit dem Kleinen diese Tour gemacht hast. Für die nächsten Touren wünsche ich euch viel Spaß!
Gruss
Markus
Forza Victoria !
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#1148269 - 06.08.15 22:57 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte - Links auf Berichte [Re: cyclerps]
mooselem
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 846
Hallo Markus,

entschuldige dass es die Tage nichts zu Lesen gab. Es war der erste Versuch Reisen und Schreiben zu verbinden. Das hat nur sehr bedingt funktioniert. Wir sind jetzt fertig mit der Tour und ich habe noch ein bisschen Urlaub und auch wieder eine sichere Stromverbindung, so dass ich jetzt regelmäßiger schreiben kann.

Viel Spaß noch auf eurer Tour. Uns hat es super viel Spaß gemacht.

Frische Grüße

Wolfgang
Mit frischen Grüßen aus der "Schweiz" (der Holzbeinigen :-) ) - Wolfgang
http://www.entdeckergen.de

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#1148314 - 07.08.15 10:07 Rennsteig-/Saale-Tour Eschwege/Eisenach => Saalfeld [Re: 2blattfahrer]
joeyyy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 888
Einfach nur Bilder...



---

...gibt's hier (klick)

---

Kurze Anmerkung für potentielle Nachahmer: Wunderschöne Landschaft, Streckenprofil extrem anspruchsvoll. Vor allem die Saale von der Quelle bis Saalfeld hat's in sich. Eigentlich wollte ich in den vier Tagen meiner Tour mindestens bis Halle, vielleicht sogar bis Magdeburg kommen. Aber ich habe das Profil und das Wetter unterschätzt. Außerdem hatte ich meinen Brooks gerade neu bespannen lassen und der war noch nicht eingeritten... Also hab ich mit leeren Beinen und wundem Hintern den Zug in Saalfeld bestiegen, nachdem ich den vierten Tag fast nur im Stehen geradelt bin...

Insgesamt waren es aber gut 400 km in dreieinhalb Tagen mit knapp 6.000 Höhenmetern. Und das in den Mittelgebirgen. War ein schönes Training für den Tuscany Trail im nächsten Jahr und die Great Divide Tour in 2017. Dann mit eingerittenem Brooks.

Gruß

Jörg.

Geändert von joeyyy (07.08.15 10:07)
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#1148318 - 07.08.15 10:25 Re: Rennsteig-/Saale-Tour Eschwege/Eisenach => Saalfeld [Re: joeyyy]
Radex
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 269
Hallo Jörg,

sehr schöne Bilder schmunzel

Wir sind vor zwei Jahren auch den Saaleradweg gefahren - sozusagen als Vorbereitung für die Via Claudia Augusta.
Jetzt habe ich auf Deiner Webseite gesehen, dass Du die VCA ja auch schon gefahren bist. Wie sieht Dein Vergleich der beiden Strecken aus bzgl. der Steigungen?

Beste Grüße

Alex
Nach fest kommt ab
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#1148336 - 07.08.15 12:02 Re: Rennsteig-/Saale-Tour Eschwege/Eisenach => Saalfeld [Re: joeyyy]
Uli
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 12285
Hallo Jörg,
irgendwie bekomme ich deine Route nicht nachvollzogen. Wenn du den Rennsteig von Westen her bis zur Saale gefahren bist, an der Saale-Quelle im Fichtelgebirge warst und dann wieder Saale abwärts nach Saalfeld bist, dann musst du Blankenstein - Zell zweimal gefahren sein - ??? verwirrt
Gruß
Uli

Geändert von Uli (07.08.15 12:03)
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#1148340 - 07.08.15 12:10 Re: Rennsteig-/Saale-Tour Eschwege/Eisenach => Saalfeld [Re: Uli]
Keine Ahnung
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 6799
In Antwort auf: Uli
dann musst du Blankenstein - Zell zweimal gefahren sein


Zumindest wäre es dann zweimal eine schöne Strecke gewesen - Heimweh verliebt

Die Kombination aus Rennsteig- und Saaleradweg bin ich auch schon gefahren. Es war die letzte Tour ohne Federgabel zwinker . Wer Mittelgebirge mag, für den ist diese Kombination eine echte Empfehlung!
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1148348 - 07.08.15 12:38 Re: Rennsteig-/Saale-Tour Eschwege/Eisenach => Saalfeld [Re: joeyyy]
joeyyy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 888
@Radex: Danke. Die Via Claudia bin ich mit Claudia auf dem Tandem gefahren. Insofern nicht ganz vergleichbar. Aber ich fahre lieber lang hoch und lang runter als dieses ständige kurze Rhythmusgewechsel in den Mittelgebirgen. Das macht mich "fertig" (na ja, auf hohem Niveau). Ein einfacher Vergleich der Höhenmeter ist insofern nur eine Seite der Radler-Medaille. Ich war mit Claudia in 2013 in Cornwall, weniger Höhenmeter als in den Alpen, aber wesentlich knackiger hoch und runter. Ich fand Cornwall wesentlich härter als die Alpen.

@Uli: Ja, ich bin den Rennsteig nicht komplett gefahren, sondern bei Sonneberg dann runter: Strecke bei GPSies - aus "gegebenem Anlass" nur bis Saalfeld. Der Rest folgt später.

@Keine Ahnung: Ja! Mittelgebirge at it's best. Könnte man noch mit Vogelsberg und Rhön kombinieren ;-)


Geändert von joeyyy (07.08.15 12:40)
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#1149379 - 11.08.15 21:21 Re: Tochter und Vater am Main, bis Gemünden [Re: mooselem]
mooselem
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 846
Hallo in die Runde,

Radfahren mit Kind und Zelt und dazu noch Fotografieren und Schreiben, das war dann doch ein bisschen viel. Direkt von unterwegs aus die Berichte einzustellen hat leider noch nicht funktioniert. Jetzt bin ich wieder Zuhause und habe mehr Zeit und immer eine Steckdose in der Nähe. Bis jetzt sind die Etappen bis Gemünden fertig. Hier geht´s zu den Berichten








Die weiteren Etappen folgen in den nächsten Tagen.

Frische Grüße aus der Sonnenbucht

Wolfgang
Mit frischen Grüßen aus der "Schweiz" (der Holzbeinigen :-) ) - Wolfgang
http://www.entdeckergen.de

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#1150917 - 17.08.15 17:49 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte [Re: 2blattfahrer]
max saikels
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 429
Meine Glan-Saarland-Hunsrück - Tour letzte Woche:
http://hutmachergass.de/steffsblog/?p=1213
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1151142 - 18.08.15 13:45 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte [Re: max saikels]
BvH
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 281
Schöne Tour, Du bist fast an meiner Haustür vorbeigefahren.
Fahrradsaison 2017 am 17.07. nach 2297 km beendet :-( Update: Vielleicht geht doch noch was
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#1151337 - 18.08.15 21:34 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte [Re: BvH]
max saikels
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 429
In Antwort auf: BvH
Schöne Tour, Du bist fast an meiner Haustür vorbeigefahren.


Naja, ich bin an einigen Haustüren vorbei gefahren schmunzel
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1151780 - 20.08.15 15:11 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte [Re: BvH]
max saikels
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 429
Ach so, dem hier
Re: Eine Neue vom Hunsrück (Treffpunkt)
nach kann ich mir jetzt ungefähr vorstellen, wo ich an deiner Haustür vorbei gefahren sein könnte. Ich hab allerdings außer in Kastellaun zum Getränkeladen am ehemaligen Bahnhof keine Abstecher vom Schinderhannesradweg gemacht. In Emmelshauen noch ein kurzen Moment überlegt, mit dem Zug runter zu fahren, aber das wäre mir dann zu spät geworden. Die Bahnstrecke kenne ich u.a. von der letztjährigen adfc-Eifeltour, die in Emmelshausen startete.
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1154101 - 31.08.15 23:26 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte - Links auf Berichte [Re: 2blattfahrer]
joeyyy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 888


In der letzten Augustwoche will ich nach Wien. Eigentlich mit dem Motorrad nach Norwegen. Aber da regnet es. In Wien nicht. Und irgendwie fahre ich lieber Fahrrad als Motorrad.

Ich nehme den Nachtzug nach Basel, um von dort über den Bodensee zum Königssee, dann nach Salzburg und über Passau nach Wien zu fahren. Die Donau irgendwann “gemacht” haben. Aber dieses Mal habe ich auch Lust auf Berge und fahre daher nicht von Donaueschingen aus los.

Am ersten Tag am Bodensee entlang ist es noch schön. Dann regnet es. Das Allgäu erlebe ich so in Regen und Schwaden. Zum Glück ist es warm und mir das Wetter egal. Also fahre ich gute hundert Regenkilometer Richtung Osten. Überhaupt: Die Etappen. Ich will mal probieren, ob ich tausend Kilometer am Stück schaffe, also ohne Ruhetag. Meine Strecke ist mit 1.100 Kilometern und knapp über 10.000 Höhenmetern geplant. Ich habe genau neun Tage Zeit und will am letzten Tag noch in Wien eine Rundtour machen und in der Donau baden, bevor abends der Nachtzug zurück nach Hannover fährt.

Also muss mir das Wetter sogar egal sein. Ist es auch.

Ich bin dienstags losgefahren und Freitag schon am Königssee. Man könnte nun meinen, ich radel das einfach nur so ab, ohne zu genießen. Für mich ist es aber ein Genuss, jeden Tag das Kurbeln der Pedalen für meine Gedanken zu vereinnahmen. Und einfach mal gar nicht darüber nachzudenken, ob ich jetzt diesen oder jenen Impuls zum Anlass nehme, anzuhalten oder weiterzufahren. Nein. Ich nehme mir vor, jeden Tag mindestens hundert Kilometer mit mindestens eintausend Höhenmetern zu fahren. Punkt. Keine Diskussion.

So kurbel ich an den Protesten der Milchbauern des Allgäu und des Ammergau vorbei, die bessere Preise wollen, um sich selbst über Wasser halten zu können. Ich verstehe sie. Die Tradition würde sie hochhalten, sagen sie. Und beten. Aber für was? Und gegen wen? Ich nehme mir vor, nur noch Milch von Bergbauern zu kaufen. Aber dann fördere ich den LKW-Verkehr auf den Straßen. Und bei uns im Norden, wo die Wege zu mir kurz sind, gibt es nur die großen Milchfabriken. Hmm, Dilemma. Ich kurbel erstmal weiter.

Der Königssee ist schön, aber voll. Berchtesgaden ist hässlich und voll. Vielleicht hässlich, weil voll. Drumherum ist es schon gewaltig. Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg – Du bist so groß und ich bin nur ein Zwerg. Einverstanden. Er vertreibt die Wolken. Fortan ist das Wetter schön.

In Braunau schaue ich nach Hinweisen zur deutschen Geschichte und finde keine. Jedenfalls nicht auf der Durchfahrt als Standard-Tourist. Wir sind noch nicht so weit. Vielleicht auch gut so, ich bin mir nicht sicher.

Dafür höre ich in Linz im Wienerwald am Nachbartisch einer Unterhaltung zwischen vier jungen Männern unbestimmter gesellschaftlicher Zugehörigkeit zu. Sie diskutieren über das Thema Flüchtlinge. Einer bezweifelt eine These, deren Inhalt ich nicht richtig verstanden habe. Die Antwort dafür umso deutlicher: “No wanns der Haida gsockt hot, dann stimmtsach!” Ach so. Evidenzbasierte Wissensvermittlung auf freiheitlich-österreichische Art.

Ab Linz will mich Wien nicht. Es bläst mit Leibeskräften in Richtung Westen, wo ich herkomme. Mein Stundenschnitt fällt auf knapp über zwanzig Stundenkilometer. Ich bin heilfroh, dass ich mir noch den Zeitauflieger auf den Rennlenker gebaut habe. Darauf kann ich mich stützen und mich schmal machen. Dann geht’s einfacher gegen den Wind.

Auf der Donauinsel halte ich am vorletzten Abend meiner Reise an und schlage mein Zelt auf. Genieße den Sonnenuntergang an der Donau und registriere den tausendsten Kilometer meiner Reise. In acht Tagen. Und morgen, am neunten Tag habe ich noch Kraft und Zeit für die Wien-Radrundfahrt und das Schwimmen in der Donau.

Ich freue mich über meine Leistung und über die Begegnungen, die ich mal wieder hatte. Die Debatte über die Flüchtlinge hat meine Gespräche dominiert. Indifferent sind die Meinungen. So ist auch meine. Ich frage mich, was Landesgrenzen eigentlich bedeuten und warum wir nicht frei entscheiden dürfen, ob wir sie überqueren oder nicht. Ich frage mich, was Solidarität ist und ob sie Schranken hat. Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Dürfen wir es uns erlauben, sie zu beschränken? Mit dem gleichen Recht, mit dem wir unsere Landesgrenzen definieren?

In Wien fahre ich am Zentralfriedhof vorbei und bekenne mich dazu, den makabren wiener Humor zu mögen. Also habe ich keine Skrupel, den Friedhof zu besuchen. Rund um die österreichischen Präsidenten gibt es die Ehrenlogen mit Menschen, die – warum auch immer – mal berühmt waren. Theo Lingen begegnet mir wieder. Der Held meiner Kindheit. Er hat mir Stan und Ollie erklärt und präsentiert. Und mich so bis heute zum Lachen gebracht. Sein Grab ist schlicht, einfach eine Platte, was mir gut gefällt. Das Klavier von Udo Jürgens finde ich etwas übertrieben. Zumal es gar keins ist. O tempora, o mores!

Auf dem Rückweg von Wien nach Hamburg ist der Zug voll. Sehr voll. Viele Menschen vom Balkan und aus den Bürgerkriegsregionen sind mit an Bord. Der Schaffner erzählt, dass das noch harmlos sei und nur ungefähr fünf Polizisten mit führen. Die Züge aus Italien in Richtung Norden würden von dreißig bis fünfzig Polizisten begleitet. Es würde nicht mehr lange dauern, bis man kapitulieren würde. Vor was? frage ich mich.

Mehr Bilder gibt's hier (klick).
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#1157584 - 15.09.15 01:49 Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: 2blattfahrer]
mstuedel
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 1838
Zeitraum: 28.-30.08.2015
Entfernung: ?
Bereiste Länder: Italien - Schweiz

Kommentare von panta-rhei in grün

Säumerpasstour "Passo del Monscera"

oder: Wie kommt man möglichst umständlich an die Südrampe des Simplons? zwinker

Domodossola - Valle di Bognanco - Passo del Monscera - Zwischbergen - Gondo - Simplon - Brig - Visp

Eigentlich ist es unklug, eine strenge Bergtour auf der Piazza del Mercato in Domodossola zu beginnen: Der mediterran milde Abend, die kulinarischen Genüsse (darunter die vielleicht besten Gelati Norditaliens), die sommerlich gekleidete holde Weiblichkeit auf der Piazza verleiten einen, noch eine halbe Stunde länger sitzen zu bleiben als eigentlich nötig, und dann noch ein Viertelstündchen...

Ohja, da hätten wir uns den ganzen Abend satt - aehem - essen können...







Auf uns wartet aber noch der Aufstieg das Val Bognanco hoch bis zu einem geeigneten Rastplatz. Nur mühsam können wir uns von der Piazza del Mercato verabschieden, und so ist es dann schon fast 8h und die Dämmerung schon angebrochen, als wir uns auf unsere Tourenräder schwingen und den Weg durch die Aussenquartiere von Domodossola zum Taleingang suchen.

Der späte Aufbruchtermin hat allerdings auch seine Vorteile: Der Feierabendverkehr ist bereits abgeflaut und kaum ein Auto überholt uns auf der kurvigen Strecke ins Tal hinein. Wir haben das Strässchen für uns. Die Ortschaften im unteren Bognancotal machen auch einen ziemlich verlassenen Eindruck. Allerdings ist die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz nicht gerade leicht, denn an den steilen Talflanken gibt es kaum einen flachen Quadratmeter Land. Ausserdem ist Panta-Rhei ziemlich wählerisch. Meinen ersten Vorschlag, auf einem alten Wegstück gleich neben einem Wasserfall zu nächtigen, verwirft er, und so fahren wir weiter in die Nacht hinein.

Also, ich hatte ja vorgeschlagen, dass wir auf das Gelände der Therme eindringen und dann noch ein Mitternachtsbad .... oder so ...





Panta-Rheis Seitenläufer-Dynamo gibt dabei etwa so viel Licht ab wie ein Glühwürmchen, und so liegt es an mir, die Strecke auszuleuchten.

Halt, halt - habe das gefixt: Der Massestecker war rausgerutscht. Jetzt leuchtet es wenigstens 1/4 so hell wie Deine Photonenschleuder schmunzel !


Etwa einen Kilometer nach der Therme von Bognanco, gleich bei der ersten Haarnadelkurve, werden wir dann fündig: neben einem abgezäunten Fischzuchtbecken finden wir ein ebenes Stück Erde und gleich unterhalb einen kleinen Brunnen mit Steintisch danaben - welch ein Luxus! Ich bau' meinen Kocher auf und beim Licht des Vollmondes, welcher mittlerweile über dem Tal aufgegangen ist, geniessen wir unseren Gutenacht-Tee.

Ein wunderschöner Abend - Tee mit "schottischen Shortbread" in den italienischen Alpen - hmmmmmmmmm. Der wurde noch nicht mal getrübt, als ein Auto (versehentlich?) ranfuhr ...




Wir verzichten darauf, das Zelt aufzustellen und legen unsere Schlafsäcke unter freiem Himmel aus. Der Morgentau fällt zum Glück eher gering aus, einzig ein paar Nacktschnecken, welche versuchen, in die warmen Schlafsäcke hineinzugelangen, trüben das Naturerlebnis. Nach einem spartanischen Frühstück aus Tee und hartem Brot nehmen wir den Aufstieg an der nördlichen Talflanke in Angriff. Am Vorabend sind wir bis auf knapp 700 m.ü.M. hochgefahren, vor uns liegen 1'400 Höhenmeter Aufstieg bis zum Passo del Monscera, einem kleinen Säumerpass rüber in die Schweiz.

Gleich zu Beginn warten auf uns ca. 10 Serpentinen bis hinauf in das kleine Dörfchen Graniga, welches weit oberhalb des Talgrundes auf einer Geländeterrasse thront. Unterwegs fahren wir vorbei an verschlafenen Weilern mit kleinen Gärtchen. Hier wird Polentamais angebaut, neben Sonnenblumen und Dahlien.





In Graniga nehmen wir ein zweites kleines Frühstück zu uns, wobei Panta-Rhei den Fehler begeht, zum Capuccino eines dieser unsäglich süssen italienischen Cornettos zu bestellen.

Brrrrrr, kann ich wirklich nur vor warnen, hat nix, aber auch garnix mit franz. Croissants zu tun ... aber die dicke Ciocolatta war super!
Ausserdem haben wir den Stop für einen kleinen "Wer kriegt schneller einen GPS-Fix"-Wettkampf genutzt - den ich sang und klanglos verloren habe traurig - daher auch mein Thread in "Ausrüstung unterwegs" - DA wurde mir geholfen!




Weiter geht's, es warten noch viele Höhenmeter auf uns. Die Strasse steigt beständig an, überwindet mal auf einer hohen Brücke ein Seitental und windet sich in weiteren Serpentinen den Berg hoch. Ich fühle mich beschwingt und fahre meinen Rythmus, während Panta-Rhei wohl das Cornetto schwer im Magen liegt. Jedenfalls habe ich jede Menge Zeit für Fotopausen.





Die Sonne steht nun schon höher am Himmel, weil wir aber auch beständig an Höhe gewonnen haben, bleibt die Hitze im erträglichen Rahmen. In San Bernardo ist erst mal das Ende der befestigten Strasse angesagt. Ich setz' mich auf die Bank vor der Kapelle und warte ein halbes Stündchen, bis Panta-Rhei ankeucht.

Hahaha! Es war echt steil! entsetzt ... aber es sollte noch besser kommen ...

Es ist Mittagszeit und wir beschliessen, unsere Vorräte zu schonen und uns in der Berghütte zu verpflegen. Die Preise sind hier schon fast auf Schweizer Niveau,

... die Qualität aber auch - ich fand mein Riesensandwich mit dem hiesigen Bergkäse echt lecker - und dann ein Chinotto!






Wir nutzen die Mittagspause auch zum Austrocknen unserer Schlafsäcke


Die Toiletten hingegen waren echt italienisch!


Der gut belegte Parkplatz zeugt davon, dass auch viele Italiener aus der Region das Prachtwetter zu einer Wanderung ausnutzen. Uns fällt dabei der Anteil an jungen Wanderern auf, der weit höher scheint als in der Schweiz. Ein neuer Trend? Wie dem auch sei - als Tourenradler sind wir hier jedenfalls echte Exoten. Bisher ist uns noch kein anderer begegnet, nicht einmal ein Rennradler hat uns überholt, und die sind in Italien sonst eigentlich fast überall anzutreffen.

Nun wird die Strecke ruppig, weite Teile sind Naturstrasse, und es warten einige sehr steile Abschnitte mit mehr als 20% Steigung auf uns.


Wandern ist hier ziemlich "sexy".









ca 300 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe lichtet sich der Bergwald und wir treffen auf die Alpe del Monscera, wo sich Kühe und Ziegen rumtummeln.

Eine Erlösung - die steilste Stufe liegt hinter uns...


Eine junge Pächterfamilie verkauft uns ein aromatisches Stück Berggkäse. Das letzte Stück zur Passhöhe ist nun "Single Trail", aber eigentlich ganz gut fahrbar, von einigen kurzen Abschnitten abgesehen. Gleich vor der Passhöhe lächelt ein Bergsee und ladet zum Bade.
Panta-Rhei besteht aus psychologischen Gründen darauf, zuerst die Räder auf der Passhöhe zu deponieren und erst danach den Verlockungen des Bergsees nachzugeben.

Ja etwas komisch, aber ich wollte das nicht mehr vor mir haben - das Bad konnte ich dann umsomehr geniessen!













Die Passhöhe ist nun also erreicht und es ist Zeit für ein "Passfoto".



Auf der Wegweisertafel erfahren wir auch, dass der Pass schon seit der Antike als Ausweichroute über den Simplon verwendet worden ist. Der Pass ist auch gleichzeitig die Grenze zwischen Schweiz und Italien. Was uns nun aber weit mehr interessiert ist das Bad im Bergsee und der Alpkäse zum "Zvieri" (Vesper).








Am See verbringen wir natürlich wieder mehr Zeit als ursprünglich eingeplant, und die Zeit drängt nun, denn der Abstieg und der Weg Richtung Simplonpass ist noch lang und der Tag nunmehr kurz.
Der Abstieg (von Abfahrt kann hier nicht die Rede sein) hat es denn auch in sich, speziell der obere Teil: Mühsam bremsen wir die Räder auf dem engen Bergpfad den Weg runter, ein Stück müssen wir sie auch mal über Stufen runtertragen. Die Plakerei hat nach ca. 3/4h ein Ende, endlich führt der Bergpfad auf einen Fahrweg. Von da an rauschen wir zu Tal, Zwischbergen und Gondo entgegen, denn die Sonne hat sich bereits hinter den Bergen verabschiedet.

Diese Abfahrt hat es übrigens auch bremstechnisch "in sich": Sehr schmales, holpriges Bergsträsschen, steil, viele Kurven und viele Höhenmeter - nix mit "laufenlassen". "Gut, dass ich keine Scheiben kühlen muss ..." denke ich so manches Mal. Zwischbergen macht übrigens seinem Namen alle Ehre: so sehr zwischen steilen Bergen eingeklemmt, fragt man sich, wie überhaupt eine Strasse DA runterkommt!








In Gondo ist es vorbei mit der einsamen Naturidylle: Hier wälzt sich der Verkehr durch den engen Ort in Richtung Simplonpass. An einem Samstagabend fehlen zum Glück die Lastwagen. Wohl oder übel reihen wir uns in den Verkehr ein und durchfahren die Gallerien der Gondoschlucht. Der Lärm der Motorräder ist nervtötend. Bei einer Baustellenampel lese ich mit Entsetzen: "Radfahrer bei Gegenverkehr absteigen und auf Trottoir anhalten". In der Tat reicht die Zeit nicht aus bis zur Ampel auf der anderen Seite und ich flüchte mich mit meinem Rad auf das sehr schmale Trottoir in der Gallerie, wo ich den Gegenverkehr an mir durchziehen lasse. Wir schaffen es noch bis Gabi, einer kleinen Ortschaft gleich oberhalb der Gondoschlucht, dann hab' ich genug. Ich kündige auch gleich an, dass ich morgen bis zur Passhöhe das Postauto nehmen würde...

Typisch Markus - bei den einfachen Pässen schwächelt er grins!






In Gabi verlassen wir die Simplon Passstrasse und suchen auf einem Weg in ein Seitental nach einem geeigneten Schlafplatz. Der Ort macht einen ziemlich verlassenen Eindruck, und so entscheiden wir uns, gleich unterhalb eines leerstehenden Wohnhauses eine Geländeterrasse in Beschlag zu nehmen. Auf einer Steinmauer baue ich den Kocher auf und bereite Hörnchen mit Pesto zu, derweilen sich Panta-Rhei an einer Kuhtränke frisch macht.







Wie schon die Nacht vorher verzichten wir auf ein Zelt und legen uns unter den freien Himmel. Mit der erhofften Ruhe wird es diese Nacht allerdings nichts: in irgendeinem Häuschen ist ein irres Gesellschaftsspiel im Gang und alle paar Minuten tritt ein Idiot ans Fenster und bläst ebenso laut wie falsch mit einer Trompete ein paar Töne in den Nachthimmel. Wir hätten den Jungen defenestrieren sollen...

.. oder in dem direkt vor uns rauschenden Bergbach ertränken oder ... ansonsten aber eine sehr schöne, "frische" Nacht - lasse das Zelt jetzt gleich immer zu Hause schmunzel ...


Kurz vor Mitternacht ist endlich Ruhe, bis ich so gegen 5 davon geweckt werde, dass ein ziemlich heftiger Morgentau einsetzt. Nun rächt es sich, dass wir das Zelt nicht aufgestellt haben. Immerhin sind die Temperaturen noch erträglich.
Am Morgen kurz nach 8 nehme ich wie angedroht den Bus, wobei sich Panta-Rhei freundlicherweise anschliesst, obwohl es ihm der Radfahrerstolz fast nicht zulässt.

Kurz vor der Passhöhe schwingen wir uns wieder in den Sattel. Die Abfahrt Richtung Brig runter ist rasant; auf manchen Abschnitten sind wir genauso schnell unterwegs wie die Autos und Motorräder. Gallerien, Brücken, die Landschaft rasen an uns vorbei, ohne dass wir von all dem in unserem Geschwindigkeitsrausch überhaupt Notiz nehmen.







Bei der Einfahrt Brig stossen wir auf eine Bäckerei, welche sonntags geöffnet ist, und decken uns mit Leckereien ein, anschliessend ist ein kurzer Besuch des Stockalperpalasts in Brig angesagt, haben wir doch auf dem Passo del Monscera bereits von der Bedeutung des Kaspar Jodok von Stockalper und seines Säumerimperiums im 17. Jh. gelesen.
Der Stockalperpalast ist der grösste Barockbau der Schweiz und zeugt heute noch vom sagenhaften Reichtum dieses Säumerfürsten.

Sozusagen eine schweizer Karawanserei ...














Die letzte Wegstrecke führt uns von Brig nach Visp, alles schön gemütlich der Rhone entlang und mit längerem Zwischenhalt bei den Thermalquellen von Brigerbad, wo wir unsere müden Glieder entspannen konnten. Als Abschluss winkt uns, wie schon zu Beginn, ein kulinarischer Genuss in Form eines Fondues in Visp, wo wir mit unserem Wunsch nach einer herzhaften Käsespeise eher auf Verwunderung stossen. Egal, wir haben's verdient!

Hmmmm, vielen Dank für die tolle Tour und die schönen Pigs!








volvo, ergo sum!

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#1157768 - 15.09.15 14:27 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: mstuedel]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 13096
Herrliche Idee, mit der Gegenkommentierung - sehr gelungen und amüsant! bravo Auch die passenden Bilder dazu. Trotzdem werde ich den Monscera-Pass nicht in mein Pässe-Plan-Portfolio aufnehmen, das ist mir doch zu haarig.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1157803 - 15.09.15 16:45 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: veloträumer]
mstuedel
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1838
Hallo Matthias;
ja, der Monscera mit seinem beschwerlichen Abstieg zu Fuss (der Aufstieg von der Schweiz her wäre noch mühsamer) ist ausserhalb deines bekannten Pässe- "Beuteschemas" zwinker

Für uns war er eigentlich auch nur eine Ausweichlösung. Geplant gewesen wäre der Theodul, allerdings hat die Zeit dafür (inkl. komplizierte An- und Rückreise) nicht gereicht, resp. ich hab' da eine Woche vorher mein Veto eingereicht, weil nicht klar war, ob wir es am Sonntagabend noch nachhause schaffen würden. Panta-Rhei hätte es wahrscheinlich "durchgestiert", wenn es nur nach ihm gegangen wäre.

Die Tour war natürlich trotzdem ein tolles Erlebnis, wobei für mich die grösste Spassbremse daran schon die Simplonstrecke war (wie unschwer herauszulesen ist). Nächstes Mal gleich schon in Gondo ins Postauto! grins

Gruss
Markus
volvo, ergo sum!


Geändert von mstuedel (15.09.15 16:46)
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#1158244 - 16.09.15 20:12 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: mstuedel]
natash
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 5218
schöne Tour und nett präsentiert. Das hättet Ihr aber auch gerne bei den reiseberichten bringen können!

Gruß

Nat
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Off-topic #1158251 - 16.09.15 20:47 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: natash]
mstuedel
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1838
In Antwort auf: natash
Das hättet Ihr aber auch gerne bei den reiseberichten bringen können!


Hallo Nat,
hat mich schon in Fingern gejuckt, ist ja aber bloss eine Wochenendtour.
Danke für die Blumen!
volvo, ergo sum!


Geändert von mstuedel (16.09.15 20:47)
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Off-topic #1158252 - 16.09.15 20:52 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: mstuedel]
natash
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awa, 3 Tage sind schon mehr als ein Wochende zwinker

Gruß

Nat

PS: ich möchte da jetzt natürlich auch hin - aber leider sind meine Wochenden tatsächlich nur 2 Tage lang traurig
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#1158481 - 17.09.15 13:34 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: mstuedel]
panta-rhei
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In Antwort auf: mstuedel
nur eine Ausweichlösung. Geplant gewesen wäre der Theodul, allerdings hat die Zeit dafür (inkl. komplizierte An- und Rückreise) nicht gereicht,

Interessant in dem Zusammenhang wäre mal eine Übersicht der (nicht asphaltierten) Alpenübergänge, die man mit beladenem Reiserad gerade noch machen kann (also zumindest in eine Richtung grösstenteils fahrbar, keine Tragestrecken, etc.).

Kenne sowas nur für MTBler (ohne Gebäck, mit Spass am Rad-Tragen etc)
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1158602 - 17.09.15 20:06 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: panta-rhei]
natash
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In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: mstuedel
nur eine Ausweichlösung. Geplant gewesen wäre der Theodul, allerdings hat die Zeit dafür (inkl. komplizierte An- und Rückreise) nicht gereicht,

Interessant in dem Zusammenhang wäre mal eine Übersicht der (nicht asphaltierten) Alpenübergänge, die man mit beladenem Reiserad gerade noch machen kann (also zumindest in eine Richtung grösstenteils fahrbar, keine Tragestrecken, etc.).


dafür dafür dafür

Gruß

nat
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#1158758 - 18.09.15 13:33 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: panta-rhei]
veloträumer
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In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: mstuedel
nur eine Ausweichlösung. Geplant gewesen wäre der Theodul, allerdings hat die Zeit dafür (inkl. komplizierte An- und Rückreise) nicht gereicht,

Interessant in dem Zusammenhang wäre mal eine Übersicht der (nicht asphaltierten) Alpenübergänge, die man mit beladenem Reiserad gerade noch machen kann (also zumindest in eine Richtung grösstenteils fahrbar, keine Tragestrecken, etc.).

Das wird aber an der individuellen Leidensfähigkeit scheitern. Auch eine Tragepassage muss kein Ausschlusskriterium sein, wenn die recht kurz ist und es sonst aber recht ordentlich zu fahren ist. Ich habe da einige Dinger im Kopf (nicht nur Alpen, auch Pyrenäen), die würde ich trotz solcher Schwierigkeiten durchaus wieder machen, waren recht "entspannt". Hingegen eine theoretisch mit Gepäck fahrbare, aber extrem rüttelige oder schottrige Piste auf langer Distanz kann da sehr auf die Nerven gehen bzw. zum Ausschlusskriterium werden. Da würde ich vielleicht einiges nicht mehr machen. Gemäß Forumslesungen gibt es auch erhebliche Ansichten darüber, inwieweit man eher hoch oder runter den eher schlechten Pistenteil fahren kann/sollte. Das hängt dann nicht zuletzt auch von MTB-typischer Ausstattung ab (etwa Reifen), mit denen andere nicht wochenlang dann auf der Straße fahren wollen, nur weil da ein einziger solcher Berg dazwischen liegt. Ebenfalls kann es einen Unterschied machen, ob man nur hinten bepackt ist oder aber auch mit Lowridern fährt.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1158794 - 18.09.15 15:36 Re: Säumerpasstour "Passo del Monscera" [Re: veloträumer]
mstuedel
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Die Ausschlusskriterien sind wohl tatsächlich für alle ein wenig unterschiedlich, bei mir z.B. würde da auch Passagen mit exzessiv nervigem Verkehr drunterfallen! grins

Man könnte die wichtigsten Aussschlusskriterien ja aber mal aufzulisten versuchen, und dann jede separat beschreiben/ bewerten. Für den Monscera- Pass / Simplonpass in Süd-Nordrichtung würde das dann etwa so aussehen.
  • Höhendifferenz(nur Anstiege) / Steilheit: 3'000m (1'800m + 1'200m). Einzelne kurze, sehr steile Anstiege >20% auf Bitumen oder Schotter, nur mit sehr kleinen Übersetzungen und mit guter Kondition / Koordination zu fahren.
  • Belag: 80% Bitumen, 15% Schotter, 5% Naturweg - Schotter z.T. sehr rauh und schlecht zu fahren, MTB Bereifung empfohlen.
  • Schiebe/Tragepartien: 10 Minuten bergauf, 45h bergab. Tragen nur über einige Treppen bergab.
  • Verkehr: 20 km Anstieg (1'200m) auf stark befahrener Passstrasse (Autos, Motorräder, Lastwagen an Wochentagen)
  • Trinkwasser: unterwegs oft und in guter Qualität erhältlich (Brunnen, Quellen, Alphütten)
  • Empfohlene Reisezeit: Juni-Oktober (Gemäss Aussage der Älpler liegt bis Juni noch hoch Schnee, bei der Alphütte seien es diesen Winter bis 4m gewesen...)
  • Ausweichmöglichkeiten ÖV: Bus bis auf ca. 1'200m im Bognancotal (sehr unregelmässig), auf Simplon Passstrasse häufig und genügend Platz (mit Radtransport-Haken am Bus).


Falls jemand noch zusätzliche Ausschlusskriterien hat, bitte erwähnen! zwinker
volvo, ergo sum!


Geändert von mstuedel (18.09.15 15:47)
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Off-topic #1160798 - 26.09.15 23:29 Re: Sammelfaden Kurzreiseberichte [Re: 2blattfahrer]
Keine Ahnung
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Der Beitrag Köln-Altena: Ich geb's auf... (Dies & Das) wurde in "Dies & Das" verschoben!
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1161688 - 01.10.15 08:05 Re: Entlang der Elbe von Glückstadt nach Uetersen [Re: Keine Ahnung]
mooselem
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Elmshorn ist nicht gerade ein Bahnhof, den man gerne zum Umstieg mit einer längeren Wartezeit nutzen möchte. Bevor ich mich auf den zugigen Bahnsteig setze, suche ich noch einen Bäcker auf, um die Wartezeit mit einem Kaffee und etwas Süßem zu verkürzen. Da der Zug schon einige Minuten vor der eigentlichen Abfahrt einrollt, lässt es sich die restliche Wartezeit im blitzblanken Wagen der Nordbahn viel angenehmer verbringen.

Aus dem Gespräch des Zugbegleiters, mit einem älteren Herrn, erfahre ich etwas vom spannenden Vorleben dieses Herrn. Zu Zeiten der noch existenten DDR, kam er aus beruflichen Gründen, auch mit solch illustren Personen wie Fidel Castro zusammen. Ich frage mich wie es wohl war oder immer noch ist, wenn das Staatssystem das man vertreten hat, als Auslaufmodell abgewickelt wurde. Bevor der Zug den Bahnhof in Glückstadt erreicht, bereite ich schon einmal das Rad zur Abfahrt vor. Herr Fidel Castro bekommt das mit und steht auf um mir die Tür zu öffnen. Vielen Dank.





Bis zum Zentrum in Glückstadt ist es nicht weit. Ich drehe noch eine Runde über den historischen Marktplatz, dann fahre ich auf einer, der zwölf radial um das Zentrum angelegten Straßen, Richtung Elberadweg zum Binnenhafen. So sauber wie es hier ist und die frische Luft in der Nase, fällt es schwer sich vorzustellen, dass die Zeiten reger Betriebsamkeit im Hafen noch gar nicht so lange vorbei sind. Wo heute dank des Stauwerks blitzblanke Segelyachten auf dem Wasser liegen, machten früher Wahlfänger fest, Kohle wurde angeliefert, Vieh und viele andere Güter wurden hier verladen. Wenn die Ebbe das Wasser aus der Elbe sog, lagen die Schiffe im trüben Schlick. Fisch der an Land gebracht wurde, musste alsbald verarbeitet werden. Hier war das raue Leben der Seeleute und Händler zuhause, hier roch es nach Tran, Vieh, Geräuchertem und weiter Welt.



Dann bleibt der Hafen hinter mir und voraus liegt die Elbe. Ich bin ein Flusskind. Die meisten Jahre meines Lebens verbrachte ich in der Nähe zu Deutschlands längstem Fluss, dem Rhein. Statt mit einem Floß wie Huck Finn, diente mir ein Kanu zum Erkunden der Auwälder und Strände. Nun steigt die Neugierde auf den Strom, der wie kaum ein anderer seit Jahrhunderten die Handelswaren der Welt zu uns Landratten bringt.



Wäre nicht das Ufer auf der anderen Seite zu sehen, könnte man glauben das ist die Nordsee die hier ans Ufer schwappt. Links ein Deich, rechts das Wasser und regelmäßig sorgen die Schaaftore für eine gewisse Abwechslung beim Durchquengeln. Mit einer Hand nach vorne, den Hebel am Tor entriegeln, durch Voranschieben mit den Beinen über dem Fahrrad, das Tor langsam öffnen und mit jedem Schritt weiter den Arm nach hinten drehen und dabei immer schön das Tor offen halten. Wenn der Arm nach hinten nicht mehr zum Aufhalten des Tores ausreicht, mit Schwung das Fahrrad samt Fahrer nach vorne bringen, bevor das Tor an die Gepäcktaschen haut. Mit etwas Übung kein Problem. Ungelenkige sorgen da schon mal für Erheiterung.



Da es die letzten Tage doch recht feucht war, haben sich die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Deichpfleger, zu einer grünen, würzig riechenden Schlickschicht, auf dem Fernradweg verwandelt. Auch ohne Profil nehmen die Reifen die Masse dankbar an und verteilen sie gerecht in den Schutzblechen und an den Rahmenrohren. Mit jedem Meter weiter, nimmt mein Fahrrad Geruch und Farbe des Untergrunds an.

Schon vor der Abfahrt wurde ich auf die besondere Eigenart des Donnerstags und der Sperrwerke von Krückau und Pinnau aufmerksam gemacht. Eigentlich ist es keine Eigenart des Donnerstags, eher eine der ganzen Woche. Die Sperrwerke bieten nur zu gewissen Zeiten einen Übergang für den Landverkehr. Wer zu spät kommt, der muss unter Umständen bis zu 20 km Umweg fahren. Dank Gegenwind und zu langer Pause, trifft das natürlich auch auf mich zu. Ganze zehn Minuten sind mir zu Verhängnis geworden. Für den Rest des Tages müssen Radfahrer nun übers Land fahren. Erst bin ich ziemlich sauer über so einen … Mit jedem Meter legt sich das Grummeln im Bauch und lange bevor ich die Pinnau landeinwärts wieder überqueren kann, bin ich richtig froh über die Verlängerung. An der Elbe ist über viele Kilometer nur der Binnendeich zu sehen. Jetzt führt die Route vorbei an Obstbäumen, alten Höfen und Reetdachhäusern, die sich verträumt an den Deich schmiegen.

Für alle die schon vorher wissen wollen, wann sie einen Umweg einplanen sollten. Der Link zu den Öffnungszeiten der Sperrwerke.

Ok, dort auf dem Marktplatz in Wedel steht der Roland auf seinem Sockel, da muss auch das Hotel in der Nähe sein in dem ich heute übernachten werde. Der Hunger und die Neugierde treiben mich aber zuerst hinein nach Wedel. Der Gang durch das Stadtzentrum ist nun nicht so besonders attraktiv. Weder ein schönes Stadtbild, noch besondere Geschäfte locken zu einem längeren Aufenthalt. So schlage ich den kürzesten Weg hinunter zur Elbe ein.
Erst auf einem Anlegesteg, fällt mir die unmittelbare Nähe zu Hamburg auf. Am Horizont der Elbe, steht die Armada der typischen blauen Verladekräne mit den roten Armen, die wie zum Salut in die Luft ragen. Während meine Gedanken an den Kränen vorbei die Elbe aufwärts fließen, bringt mich ein markerschütternder Laut wieder in die Realität zurück. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Es war schon so oft im Fernsehen zu sehen, Busladungen voll mit Schiffeguckern werden genau aus diesem einen Grund hierhergefahren. Die Schiffsbegrüßungsanlage tut das was sie tun soll. Sie begrüßt Schiffe und damit es auch dort gehört wird, entsprechend stimmgewaltig.



Nach diesem tönenden Weckruf, besuche ich noch das Strandbad 28 Grad. Was jetzt natürlich maßlos übertrieben ist. Dank zehn Grad weniger und ordentlich Wind, stehen die einzigen Besucher des Bades, dick eingemummelt am Strand.
&#8195;
2. Tag

Die Nacht war ruhig. Einzig einer meiner Nachbarn aus einem der Nebenzimmer, unterbrach die Ruhe ein wenig. Seinem Fluchen nach, ist er wohl gegen die verschlossene Tür gelaufen. Naja, wenn es denn unbedingt sein muss. Vor der Abfahrt bekomme ich noch den Tipp, nicht wie geplant eine Rundtour durchs alte Land zu machen. Vielmehr sollte ich bis Blankenese auf dem Elberadweg fahren und dann über die Hügel der Geest die Elbe verlassen. Die Beschreibung hören sich reizvoll an, so wird der alte Plan schnell über Bord geworfen.



Ich drehe noch eine kurze Runde durch Wedel, vorbei am Theaterschiff Batavia, dann folge ich den Schildern des Elberadwegs. Das diesen Radweg jedes Jahr über 100.000 Radfahrer nutzen, das ist kaum zu spüren. Wie bei vielen Radwegen, stehen die Schilder dort wo es einen Pfosten gibt, wo Planer aus der Perspektive eines Autofahrens denken, das passt schon. Selten stehen sie dort, wo sie für eine sichere und komfortable Navigation gebraucht werden.



Der absolute Höhepunkt ist dann eine Treppe, die in mehreren Absätzen einen Höhenunterschied von fast zehn Metern überwindet. Ein schräger Streifen ohne Stufen am Rand, soll es Radlern möglich machen, hier ihr Rad rauf oder runter zu bugsieren. Dank reichlich Gepäck entwickelt mein Rad ordentlich Schubkraft und ist nur schwer auf der verschmutzten Schräge zu bändigen. Es braucht beileibe nicht viel Phantasie sich vorzustellen, wie nicht so fitte Menschen versuchen hier sicher runter zu kommen und vielleicht noch das Mehrgewicht eines Pedelecs dabei im Griff zu behalten. Das Gleiche gilt auch für Eltern, an deren Rad ein Kinderanhängern die Knirpse durch die Landschaft schaukelt, alte Menschen, Menschen mit Behinderung, etc. An jeder noch so nutzlosen Straße werden zur angeblichen Sicherheit Radwege eingerichtet. Hier kann der Radfahrer doch auch mal … Gerne würde ich den Planern eines solchen Hindernisses mal sagen, was ich gerne mal würde.





OK. Rad und Fahrer sind nun eine Ebene tiefer angekommen. Jetzt lässt sich wieder entspannt am Elbeufer entlang Radeln. Das man etwas mehr verdienen muss, um hier in Blankenese wohnen zu können, ist unschwer an den schmucken Häusern am Hang zu erkennen. Dass man hier gerne wohnen möchte, bei dieser Aussicht über den Fluss, ist das leicht zu verstehen. Dort wo Häuser mit bester Aussicht stehen, geht es meist auch bergauf. Dass es hier richtig steil bergauf geht, das soll ich gleich spüren. Die Elbe hat sich hier tief in den überdimensionalen Sandkasten der Geest eingegraben. Ein Gang nach dem anderen, klettert die Kette vorne auf das kleinste und hinten auf das größte Zahnrad. Zu Schluss hilft es nur noch aus dem Sattel zu gehen, um das Rad noch vorbewegen zu können. Oben angekommen, glüht der Kopf und die Jacke kann ihre Atmungsaktivität beweisen.



Schnell geht es über zwei Straßen hinüber und schon ist es wieder grün um mich herum. Nur an den typischen Geräuschen der Zivilisation, die bis hierher vordringen, ist zu spüren dass ich mich immer noch Speckgürtel von Hamburg befinde. Plötzlich öffnet sich der Wald und wie über einen Balkon, bietet sich ein Ausblick über ein tief eingeschnittenes, waldreiches Tal. Ich muss zwar auf die andere Seite des Tals, eine schöne Abfahrt mit anschließend wieder mal angestrengter Auffahrt, bleibt mir diesmal aber erspart. Der Weg für im großen Bogen auf der Höhe entlang, auf die andere Seite.



Es dauert recht lange bis sich endlich eine Bank in der Sonne blicken lässt. Hier kann ich endlich mein Lunchpaket des Hotels genießen. Der Platz am Tisch ist leider schon belegt. Dafür bietet meine Bank einen direkten Blick auf den kleinen Weiher dieser Lichtung. Tomate mit Mozzarella, leckere Brothäppchen, Trauben und noch einige andere Leckereien verschwinden nach und nach im hungrigen Radlermagen.

Bevor ich nun endgültig nach Uetersen fahre, stoppe ich noch in einem Café am Wegesrand. Das schöne Ambiente des alten Bauernhauses, lockt nicht Menschen nur zum Kuchenessen an. Doch erst mal muss ich bestellen. Der Apfelschmandkuchen soll es sein. Es dauert nicht lange und das Stück Kuchen steht auf dem Tisch. Es benötigt noch weniger Zeit und es ist belagert von Wespen. Es ist unmöglich auch nur ein Stück des Kuchens, ohne die Plagegeister zu stören, vom Kuchen zu lösen.



Jeder Bissen will genau beobachtet sein, damit auf dem Weg in den Mund keiner dieser gelb schwarzen Flugtiger mitgenommen wird. Um wenigstens den Kaffee in Ruhe trinken zu können, versuche ich die Götter dieser Flugtiere mit einem kleinen Stück der Leckerei zu besänftigen und stelle den Rest als Opfergabe auf die andere Seite des Tisches. Siebzehn Wespen zähle ich, die sich um dieses Stück streiten.

Das wars von der Elbe. Jetzt muss ich noch vier Tage im Odenwald fertig schreiben, dann gibt es wieder etwas zum Lesen. Im Zug zurück nach Hause, fange ich schon mal an.

Mit frischen Grüßen von der Küste

Wolfgang
Mit frischen Grüßen aus der "Schweiz" (der Holzbeinigen :-) ) - Wolfgang
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#1161757 - 01.10.15 13:11 Re: Entlang der Elbe von Glückstadt nach Uetersen [Re: mooselem]
veloträumer
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Du bist ja ein echter Tierfreund. zwinker Schöne Bilder!
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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Off-topic #1161776 - 01.10.15 15:01 Re: Entlang der Elbe von Glückstadt nach Uetersen [Re: veloträumer]
mooselem
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Ich liebe Tiere. Gegrillt oder gebraten. Aber nicht als Mitesser. Das war einfach nur Kapitulation.
Mit frischen Grüßen aus der "Schweiz" (der Holzbeinigen :-) ) - Wolfgang
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#1162780 - 07.10.15 09:26 ........ nach Norden. Von Lübeck an die Schlei [Re: mooselem]
Juergen
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Anlässlich des 2. Radlertreffens in Lübeck wollte ich einen Trip durch das flache und regnerische Schleswig-Holstein machen.
Vorweg: Es war weder flach noch fiel ein Tropfen Regen. dafür

Gefahrene Strecke Lübeck-Schleswig

Während sich am Samstag die anderen Kollegen auf eine Ausfahrt begaben, hatte ich noch einen Termin in Lübeck und erkundete die Hansestadt mit ihrem Museumshafen und dem Dom. Dass ich dabei durchs Fegefeuer musste, war eher Zufall als Absicht.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz nach Ivendorf/Travemünde kam ich am ehemaligen „Pöppendorfer Lager“ vorbei, dessen Geschichte mich sehr überraschte. noch ein Link










Am Sonntag, die anderen fuhren nach Hause, radelte ich Richtung Nord-Ost. Travemünde, Herrmanns Höhe und Timmendorf erfreuten mich mit einem schönen Ostseeblick. Doch ich war nicht gut drauf. Die letzte Radreise machte ich zusammen mit Ingo und ich hatte mich ans gemeinsame Radeln so gerade gewöhnt, dass ich heute wenig motiviert war. So änderte ich meine Route in Bujendorf und bog nach Eutin ab, statt über Bergfeld nach Hohwacht zu fahren, das sicher auch nur eine Ansammlung von Ferienunterkünften sein kann. weinend Außerdem war es kalt und ich hatte das Bedürfnis nach einem warmen Bett.
Dass Eutin mit dem Markt 17 ein vollkommenes Restaurant bietet, war dann die Überraschung des Tages. Sensationell lecker! Zum Steinpilzsüppchen mit Trüffel Pesto und der Geflügelleber im Weißwein-Buttersud mit Semmelknödel wählte ich einen Primitivo, da ich etwas von der Hitze Süditaliens aufnehmen wollte. wein








Der Montag war geprägt von dem ewigen Auf und Ab der Holsteinischen Schweiz. Der berüchtigte Nord-West verdoppelte die zu erbringende Leistung Eutin . Plön . Preetz . Kiel um das gefühlt dreifache. Doch die Fahrt durch die Wälder und die Blicke auf die Seenlandschaften war schon richtig schön. cool
In der Kieler JuHe fand ich ein prima Zimmer und wunderte mich nicht wirklich, dass mir auf dem Weg dorthin in Kiel-Gaarden 3 schwarze Dreier-BMWs mit Duisburger Kennzeichen entgegen kamen. träller
Die Altstadt von Kiel bietet eigentlich nichts, woran ich mich erfreuen könnte. Da helfen auch diese betonierten Obstbukette nicht weiter.










Am Dienstag wollte ich zum eigentlichen Ziel meiner Reise nach Kappeln an der Schlei. Ich musste mir ein Bötchen anschauen, mit dem ich demnächst mal nach Dänemark mitschippern darf. lach
In der Kieler Förde begegnete ich dem größten Segelschiff der Welt, am Nord-Ostsee-Kanal einem angenehmeren Segler, in Eckernförde einem schönen Strand und im Hafen einer ausgeprägt guten Fischbude. Nach Kappeln wählte ich den Weg über die Schlei zur kleinsten Stadt Deutschlands und setzte mit der Seilfähre nach Arnis über.











Vorbei am noch zu verarbeitendem Rindfleisch erblickte ich das Objekt für die Rente und quartierte mich später in der JuHe ein. Sie liegt wunderschön an der Schlei und bietet am späten Nachmittag einen sonnengefluteten Blick aufs glitzernde Wasser.
Ein abendlicher Spaziergang und ein gutes Essen mit einem feinen Grauburgunder vom Kaiserstuhl lassen mich wohl ruhen. dafür











Mittwoch, der letzte Tag im Norden
Entlang der Schlei fuhr ich nach Schleswig und war fasziniert von der Brücke bei Lindaunis, die wohl abgerissen werden soll. dagegen









Der morgendliche Nebel vermochte jedoch den Riesen von Ulsnis nicht zu verschleiern. Ich erreichte gegen Mittag Schleswig und konnte im fliegenden Wechsel über Kiel nach Lübeck mit der Bahn fahren.
Ein Radticket kaufte ich beim Schaffner nach. „Danke Herr Schaffner!“ grins






In Lübeck zeigte mir Ingo noch die ehemalige Herbertstraße der Stadt und versorgte mich mit einem leckeren Abendmahl. bier
So konnte ich entspannt und gesättigt über die A1 nach Hause rollen.
Es war schön da oben im Norden, ich komme gerne wieder!

Danke an Ingo für das feine Treffen
Jürgen


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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Geändert von Juergen (07.10.15 09:33)
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