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#1294696 - 24.07.17 14:54 Kultur im Westen
Mütze
Moderator Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1777
Dauer:3 Tage
Zeitraum:13.7.2017 bis 15.7.2017
Entfernung:268 Kilometer
Bereiste Länder:frFrankreich

3 Tage Kultur im Westen

1. Tag: 13. Juli 2017, 90 km
Strecke: Bains-les-Bains - Ambiévillers - Peu d'Acquet - Planchotte - La Grande Sybille - Monthureux-sur-Saône - Tignécourt - Lamarche - Rozières - Pompierre - Neufchâteau

Wenn man über das Département Vosges spricht, denken alle immer nur an Gérardmer, Col de la Schlucht, den Grand Ballon und die Route de Crêtes. Ist ja auch alles irgendwie ganz nett, aber das Département hat noch viel mehr zu bieten !
Ich wollte meine eigene Gegend besser kennenlernen und die Gebiete abradeln, die nicht so bekannt, dafür umso interessanter sind. Und das ist ja auch das Ideale, wenn man sich nicht so lange Zeit an einem Stück nehmen kann.

Direkt von der Haustür los ging es am 13. Juli Richtung Neufchâteau, wo ich zwei Nächte verbringen wollte. Das Zelt stehen lassen und einen Tagesausflug machen ist eine gute Abwechslung zu meinen letzten Radreisen, wo ich jedesmal morgens das Zelt abbrechen und verstauen mußte.

Auf der VR50 Charles-le-Téméraire ging es bis Ambiévillers, dann das steile, aber vollkommen verkehrsarme Tal des Ruisseau de Morillon hoch bis Planchotte. Hier ging es weiter auf vollkommen ruhigen Sträßchen durch pure Natur bis La Grande Sybille, wo ich eine gemütlich Vesperpause einlegte. Diese Strecke ist eine empfehlenswerte Alternative zu der Landstraße durch Gruey-lès-Surance, die doch eher stark befahren ist.

Durch Monthureux-sur-Saône folgte ich der D 460 bis kurz vor St. Julien, jetzt ging es rechts ab durch Tignécourt bis nach Lamarche, alles auf verkehrsarmen schönen Straßen. Die D 1, auf der ich jetzt fuhr, ist etwas stärker befahren, hat für mich aber ein besonderes Flair, weil sie ein hübsches kleines Tal langführt. In Rozières legte ich ein erneutes Päuschen ein (nach meinem Mittagsschlaf im Halbschatten da, wo die alte Römerstraße meine Strecke kreuzte).

Weiter ging es bis Pompierre. Hier steht eine kleine Kirche, mit der ich schon seit langem befreundet bin, die ich aber ewig nicht besucht hatte.

Da stieß ich auch auf den Maas-Radwanderweg, folgte diesem aber nicht, da ich noch eine andere Kirche, die Eglise de Notre Dame du Pilier de Saragosse besuchen wollte. Sie ist klein und unscheinbar und liegt auf dem direkten Weg nach Neufchâteau, ca 800 m von der anderen Kirche entfernt. Jetzt brauchte ich nur der D 1 weiterhin folgen, bis ich in Neufchâteau auf dem Campingplatz einrollte.

Der Verwalter schaute sichtlich erfreut, daß sich ein Radwanderer bei ihm anmeldete. Im Laufe meines Aufenthaltes redeten wir ständig miteinander, denn er ist selber begeisterter Radfahrer. Er meinte, heute Abend fände hier ein 10 km Langstreckenlauf statt, ich könne ja zusehen. Gute Idee.
Zelt aufbauen, duschen, was schnabulieren, ausruhen und dann dem Pulk zur Startlinie folgen.

War das spannend ! Die Läufer mußten zwei Runden durch's Städtchen und hatten dann den Zieleinlauf über das Stadion. Der Sieger brauchte gerade mal 32 Minuten für die 10 km !!! Am meisten bewunderte ich aber die Kategorie der Behinderten. Da schob ein Läufer rennend einen Rollstuhl vor sich her, in dem eine geistig behinderte Frau saß. Und der kam auch noch im zweiten Drittel an !
Hut ab.
Ich aß dann noch eine Portion Sportlernahrung (Fritten) und schlief im Zelt gemütlich ein, während im Stadion die Siegerehrung stattfand.


2. Tag: 14. Juli 2017, 82 km
Strecke: Neufchâteau - Fort de Bourlemont - Pagny-sous-Mureau - Forêt de Mureau - Liffol-le-Grand - Grand - Coussey - Domremy-la-Pucelle - Maxey-sur-Meuse - Moncel-sur-Vair - Coussey - Frébécourt - Rouceux - Neufchâteau

Auf Tipp des netten Campingplatz-Verwalters kurbelte ich mich am nächsten Tag (bei Gegenwind) bis zum Fort de Bourlemont hoch. Diese alte Befestigung ist sehr interessant. Dann wollte ich nach Pagny und dann durch den Wald nach Grand, vorbei an einer alten Abtei.

In Pagny fragte ich noch einen Einwohner nach dem genauen Weg, dann tauchte ich auf einer Schotterpiste in den Forêt de Mureau ein. Es hätte theoretisch immer geradeaus (im Sinne von: dem Hauptweg folgen) gehen sollen, aber ich merkte recht schnell, daß das überhaupt nicht stimmte. Erstens fand ich die Abtei nicht. Zweitens gibt es in allen Wäldern immer Wege, die Waldarbeiter sich selber anlegen, und die dann so oft befahren werden, daß sie wie Hauptwege wirken. Ich verirrte mich ganz fürchterlich, mich überfiel eine Mischung aus Panik und Verzweiflung.
Oh weia. Erstmal eine Vesperpause einlegen, zur Ruhe kommen, nachdenken. Umkehren ist für mich nie so wirklich eine Option. Meine Sinne öffneten sich für: Windrichtung, Spuren auf dem Boden, Sonnenstand, Geräusche. Ich tastete mich vorwärts. Und ja, da waren Reifenspuren auf dem Boden. Ein Traktor. Am Profil des Hinterrades konnte ich die Fahrtrichtung ausmachen.

Ich folgte diesem Hoffnungsschimmer und kam bald an eine Kreuzung, die ich auf der Karte auch zu orten meinte. Uffz. Jetzt eher links, oder ? Da war ja auch wieder Asphalt (aber nur ein kurzes Stückchen). Schlußendlich fand ich aus diesem Wald heraus, allerdings landete ich in der Nähe von Liffol, wo ich eigentlich nicht hingewollt hatte. Bei der Kreuzung wäre geradeaus das richtige gewesen. Naja, what shalls - ich war jedenfalls der Wildnis entkommen, hatte meine Panik überwunden, da waren ein paar Kilometer Umweg nicht so schlimm.

Bald landete ich in Grand, wo eine Museumswärterin mich ausschimpfte, weil ich ohne Eintritt zu zahlen das Amphithéâtre knipste. Aber ich wollte es doch einfach nur knipsen, nicht besichtigen, ich kannte es ja schon !
Ich flüchtete vor das Museum mit dem schönen Mosaik und legte im Schatten auf einer Treppe eine ausführliche Pause ein. Grand ist als Städtchen mit den archeologischen Ausgrabungen der gallisch-römischen Vergangenheit schon sehr interessant.

Und liegt in einer Senke. Das merkte ich auf der Strecke nach Coussey, als ich mich (bei Gegenwind) mühselig vorwärtsarbeitete. In Midrevaux waren sämtliche Häuser vollkommen verlassen, das spürte ich förmlich. Alle Bewohner saßen beim 14. Juli-Festchen ! Ja, wirklich alle. So ist das immer in Frankreich. Aufmarsch der lokalen Feuerwehr, Ansprache des Bürgermeisters - und dann kommt das wirklich wichtige: das Festchen. Da sitzen sie dann alle und essen, trinken, lachen, singen, tanzen, spielen und leeren noch ein Glas. Einfach köstlich, diese Stimmung.

In Coussey bog ich links ab und stemmte mich den Hügel zu der wunderschönen Basilika hoch. Sie ist atemberaubend. Diese Basilique du Bois Chenu ist Jeanne d'Arc gewidmet. Unten befindet sich so eine Art Krypta, sie ist aber nicht unterirdisch, sondern ebenerdig. Über eine große Wendeltreppe gelangt man in die eigentliche Kirche, wo große Wandgemälde ihre Lebensgeschichte erzählen.

Ich verweilte lange und genoß den schönen Ausblick auf das Maas-Tal, das man von hier aus hat.

Dann ließ ich es rollen, um im Tal an dem Jeanne d'Arc- Museum in ihrem Geburtsort Domrémy-la-Pucelle vorbeizufahren, bevor ich an der anderen Seite den Hügel bei Maxey wieder erklomm. Oben liegt noch eine andere kleine Kirche, von der aus man einen schönen Blick hat. Aber auf halber Höhe sagten meine Beine stopp. Der Blick war auch so schon beeindruckend genug. Über Moncel gelangte ich wieder nach Coussey und folgte dann erneut dem Maas-Radwanderweg, auf dem ich über Rouceux wieder in Neufchâteau landete.

Es folgten: Gemütlichkeit am Zelt, Essen kochen und ein Abendspaziergang durch Neufchâteau. Ich setzte mich eine Zeitlang an den Bahnhof, weil ich da die Stimmung so mag.


3. Tag: 15. Juli 2017, 96 km
Strecke: Neufchâteau - Aulnois - Bulgneville - Contrexeville - Vittel - Ligneville - Viviers-le-Gras - Bleurville - Monthureux-sur Saône - Planchotte - Ambiévillers - Bains-les-Bains

Ach ja, leider hieß es jetzt schon Zelt abbrechen und wieder losradeln. Radeln macht ja Spaß, aber der Campingplatz war nett, hier hätte ich es auch noch länger ausgehalten, es gibt viele Möglichkeiten für Tagesausflüge. Ich folgte dem Maas-Radwanderweg durch Neufchâteau, dann bog ich Richtung Bulgneville ab, wo ich eine ausführliche Vesperpause einlegte. Dann ging es auf der alten Straße nach Contrexéville. Hier fand das alljährliche Tennisturnier statt - Eintritt frei.

Jetzt war ich auch schon schnell in Vittel. Die Wandelhalle im Kurpark hatte mich mit seiner ruhigen Stimmung dermaßen beeindruckt, daß ich da unbedingt wieder hinmußte. Und an der Hépar-Quelle füllte ich meine Trinkflaschen auf.

Ich wollte die Strecke über Lignéville und das Flußtal der Gras ausprobieren - Weia, war das um Lignéville steil. Aber landschaftlich einfach einmalig. Bis Bleurville ging es aber dann wieder runter. Rechts abbiegen und in Monthureux einrollen, jetzt war der Kreis geschlossen.

Für die Strecke nach Hause hatte ich mehrere Möglichkeiten, nach einer Pause auf einer großen urgemütlichen Steinbank entschied ich mich nochmal für das Tal bei Peu d'Acquet. Es führt ja so schön ruhig durch den Wald … Tja, und dann war ich auch schon wieder zu Hause, mit ganz vielen schönen Bildern aus dem eigenen Département. Und gleich zwei neuen Ideen: den Maas-Radwanderweg fahren, und „Kultur im Westen“ in der Gegend um Charmes zu erneuern.

Gesamtstrecke: 268 km, Karte: IGN, Série Verte, 1 cm = 1 km
Der Bericht mit Photos befindet sich wie immer auf meiner Webseite.
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Schotter gehört in meinen Geldbeutel, nicht auf den Radweg. Grüßchen, Ruth http://missesvelominiservice.jimdo.com

Geändert von Mütze (24.07.17 14:56)
Änderungsgrund: Tippfehler
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#1294700 - 24.07.17 15:31 Re: Kultur im Westen [Re: Mütze]
amarillo
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1039

Hallo Ruth,

Danke für den Bericht. Er hat mich animiert, diese Gegend auch mal zu erkunden.

Gruß Hildegard
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#1294712 - 24.07.17 16:17 Re: Kultur im Westen [Re: amarillo]
Mütze
Moderator Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1777
Freut mich. Und es lohnt sich wirklich. Das merke ich immer wieder auf meinen Radtouren. Also, wenn's Dich mal in meine Gegend verschlägt, meld' Dich ... schmunzel
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Schotter gehört in meinen Geldbeutel, nicht auf den Radweg. Grüßchen, Ruth http://missesvelominiservice.jimdo.com
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#1296757 - 06.08.17 21:11 Re: Kultur im Westen [Re: Mütze]
max saikels
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 517
Danke für den Bericht, kommt auf die Liste für demnächst.
Grüße, Stephan
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#1296806 - 07.08.17 09:02 Re: Kultur im Westen [Re: max saikels]
Mütze
Moderator Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1777
Super. Meine "Demnächst-Liste" wächst schon mit weiteren Ideen für eine neue Kultur-im-Westen-Reise.
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Schotter gehört in meinen Geldbeutel, nicht auf den Radweg. Grüßchen, Ruth http://missesvelominiservice.jimdo.com
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