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#1307963 - 28.10.17 01:05 Jütlands Ostküste 2017
Tine
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2254
Dauer:13 Tage
Zeitraum:5.7.2017 bis 17.7.2017
Entfernung:560 Kilometer
Bereiste Länder:dkDänemark
deDeutschland
seSchweden

Von mir gibt es mehr ungeschriebene als geschriebene Reiseberichte. schmunzel Ich wollte diesen Zustand über den kommenden Herbst und Winter sukzessive ändern, aber wo fang ich dann am besten an? Da habe ich eine Weile drüber gegrübelt. Und mich für eine umgekehrte Chronologie entschieden (die ja schon jetzt durch zwei bereits existente Berichte durcheinandergebracht wird). Mal sehen ob ich das durchhalte. Jetzt kommt auf jeden Fall der zweite Teil meiner Sommerreise vor dem ersten Teil. Auch wenn dieser wiederum nicht ganz verständlich ist ohne Teil 1. Manchmal muss man im Leben Widersprüche ein wenig Unordnung peinlich grins aushalten. Die geneigten Leser nun eben auch. schmunzel
---

Nach Felgenbruch und Abbruch meiner Tour in Süddeutschland, nach der etwas nervenaufreibenden Suche nach Radhändler mit Felge und Speichen + persönlichem Besuch bei der Firma Rohloff zwecks Beschaffung der erforderlichen Flanschringe konnte ich nach drei Tagen Zwangspause (So-Di) am Mittwoch morgen in den Zug nach Flensburg steigen: Das Ziel meines zweiten Urlaubsabschnitts war Dänemark, genauer: Die Vollendung eines Teilprojekts meines Lebensprojekts: Den dänischen Abschnitt der Umrundung der Nordsee auf dem Nordseeküstenradweg abzuschließen. Bei dem Tempo, mit dem ich seit Jahren hartnäckig kleine und kleinste Abschnitte zusammensammele, muss es sich wohl um ein Lebensreise handeln...

Gesamtstrecke: Flensburg - Sønderborg - Abstecher nach Als - Åbenrå - Haderslev - Kolding - (Zug) - Horsens - Hou - Abstecher nach Samsø (Pausentag) - Århus - Grenå - Hadsund - Hals - Frederikshavn

Reisetage mit Zug oder Schiff: 3
Pausentag: 1
Radeltage: 9

Tag 1: Göttingen - Flensburg per Zug

Göttingen - Flensburg bedeutet: Umstieg in Hamburg. Hamburg ist dieser Tage aber, in Vorbereitung auf den G20-Gipfel, ein einziger Stacheldrahtverhau. Glücklicherweise behindert dies meine Reise nicht im Geringsten, keine Demos auf den Gleisen - das ist bei den Stacheldrahtmengen und den entlang der Bahngleise aufgereihten Massen an Polizeiautosauch nahezu unmöglich, so der Eindruck aus dem Zug heraus. So komme ich entspannt in einer Halbtagesreise in den äußersten Norden - vier Tage vorher hatte ich noch am Bodensee gezeltet.


Tag 2: Flensburg - Sønderborg - Nordborg - Augustenhof (Als)

Start frühmorgens nach einer ziemlich kalten Nacht im Zelt auf dem Campingplatz in Flensburg-Handewitt...



... hinein nach Flensburg zum Frühstücken. Die nördlichste Stadt Deutschlands präsentiert sich sonnig, bietet mir ein klasse Frühstück und zeigt sich auch sonst von ihrer netten Seite.







Die letzten Euros werden im Supermarkt gegen Vorräte eingetauscht, bevor ich mich auf den Weg an der Förde entlang mache nach...



Genau. Dänemark. Das Land, das als erstes im Schengenraum wieder Grenzkontrollen eingeführt hatte. Nun steht auch mir ein Übertritt eben dieser Grenze bevor.

Deutsches Grenzhäuschen...



Grenze...



Dänisches Grenzhäuschen...



Ist was aufgefallen?
Nein? Dann noch mal zurückscrollen!

Deutschland: breiter, ebener, ordentlicher Weg mit Feinschotter, freigeräumte Wegränder.
Dänemark: grober Kies mit Huckelsteinen, schmaler Weg, die Heckenrosen wuchern wild in den Weg hinein.
Dazwischen 10 Meter Brücke.
Willkommen in Skandinavien. lach
Grenzkontrollen jedoch: Fehlanzeige.

Zur Akklimatisierung an die veränderten Radelbedingungen muss ich bald darauf eine erste Pause einlegen. Nicht schwer in Dänemark, wo an der nächsten Ecke oder im nächsten Ort garantiert der nächste Picknickplatz auf einen wartet...



... und der (langersehnte) Blick aufs Meer mich lange vom Weiterradeln abhält.



Von Anfang an zeigt sich Jütland von seiner hügeligen Seite, auch wenn es immer nur kleine Anstiege sind, wie hier hoch zu Dybbøl skanser, den Düppeler Schanzen.



Kurz darauf liegt Sønderborg und damit die Insel Als vor mir:



Der Zugang ist allerdings temporär versperrt - gut, dass sie hier eine Ampel aufgestellt haben, am Ende hätte ich dieses kleine Hindernis noch übersehen! lach



Sønderborg ausgiebiger zu besichtigen wäre sicher nett, aber es ist späterer Nachmittag und ich will noch raus bis zu einem Campingplatz am äußersten Ende von Nord-Als. Also bleibt es beim Erwerb frischer dänischer Banknoten, dem Genuss des ersten dänischen Softeises dieses Jahres (es wird wie immer das einzige bleiben, ich falle jedes Jahr wieder drauf rein: kaufe eins der allerkleinsten Größe und schaffe dann selbst diese Portion nicht... ) und der Dokumentation einer schönen Rad-Farbe:



Die Strecke einmal quer über Als hinweg hat, vorsichtig formuliert, wenig Highlights zu bieten. Im Vorüberfahren fotografiere ich dieses merkwürdige Gebäude - drumherum ist alles ausgestorben, kein Auto, kein Mensch - ich kann mir da keinen Reim drauf machen.



Hinterher recherchiere ich: Es ist das Danfoss Universe, ein Erlebniszentrum, erbaut vom Entwickler der Danfoss Thermostatventile, die ursprünglich hier von der Insel kommen. Es ist inzwischen früher Abend. Das Ding hat längst zu, und hier draußen auf der grünen Wiese ist kein Mensch mehr außer mir. So hat das merkwürdige Gebäude schon etwas außerirdisches...

Spätestens jetzt meldet sich meine Achillessehne sehr deutlich. Sie hat mir die Überquerung der Schwäbischen Alb letzte Woche übel genommen, und konnte sich während der paar Pausentage nicht ausreichend regenerieren. Aber ich hatte mir nunmal vorgenommen, bis zur äußersten Nordspitze zu radeln, also tue ich das nun auch. Auch Als ist nicht topfeben, und zum Norden hin faltet sich der Untergrund zu immer mehr Hügeln auf, keine sehnenschonenden Rahmenbedingungen. In Nordborg kaufe ich mein Abendessen ein, dann geht es hügelig weiter, zuletzt auf Schotterstraßen, zum Augustenhof Camping. Lands End. Kein weiteres Zelt, nur Wohnmobile, kein einziger Radler außer mir. Dafür aber First Row, ich bekomme einen Sonderstellplatz mit eigenem Tisch und Wasseranschluss - nach einigen Verhandlungen, der erste zugewiesene Platz war in einer vollkommen leeren Ecke des Campingplatzes, weitab von allen anderen (und dem Sanitärgebäude) direkt am Waldrand, so richtig zum Wohlfühlen für mich... Manchmal kann man sich nur wundern. Denn nach meinem Einspruch ist es plötzlich völlig egal, wo ich mein Zelt aufbaue.



Abendessen, Sonnenuntergang gucken, Achillessehne einschmieren, schlafen gehen. schmunzel





Tag 3: Augustenhof (Als) - Åbenrå - Diernæs Strand

Heute steht die erste, wenn auch minikleine Fährüberfahrt an. schmunzel Einer der Gründe, warum ich überhaupt nach Als rübergeradelt bin. Als ich aufstehe, scheint die Sonne. Wetterbericht anschauen - wieso? Ich lasse mir viel Zeit und trödele beim Frühstück und beim Packen herum. Zumindest den Himmel, den hätte ich aber mal betrachten können. peinlich Während ich die Taschen zurolle und das bereits trockene Zelt sorglos noch stehen habe, fallen (für mich) urplötzlich die ersten Tropfen. Und es bleibt bei diesen nicht... Das war es dann mit trockenem Zelt; auch wenn ich es in aller Eile in den Packsack stopfe so ist es doch deutlich angefeuchtet.

Und dieses Wort beschreibt die nächsten Stunden ganz gut: Angefeuchtet. Manchmal auch etwas mehr. Ich suche mir auf Google Maps eine Strecke zum Fähranleger, freue mich über die wenigen Kilometer - und lande auf einer Offroad-Piste. Zu einem Zeitpunkt, wo umdrehen und Straße fahren einfach keinen Sinn mehr macht. Also geht es durch Dreck und Schlamm und Regen und vor allem auf und ab und auf und ab - und die Achillessehne sagt mir schon nach 10 km recht deutlich, was sie davon hält... krank

Downhill...



... und schmale glitschige Pfade...



... aber nett war es trotzdem. schmunzel
Vollvermummt erreiche ich den Anleger der kleinen Fähre.





Blick zurück nach Als.



Geschottert geht es weiter auf der Nationalen Radroute 5...



... achillessehnenschonend hügelreduzierend dann schließlich weit ab der Radroute auf der Landstraße nach Abenraa, das ich allerdings weitgehend nur durchrollend besichtigte.





Der Tag endet auf einem überteuerten Campingplatz in Diernæs Strand. Unterhalten von zwei sehr jungen Däninnen, die mir die Begrenztheit meiner Norwegisch-Kenntnisse vor Augen führen, esse ich Abendbrot. Danach mache ich noch einen Strandspaziergang und verschwinde bald darauf in meinem Schlafsack. Wie ich morgen weiterfahren soll, ist mir ein Rätsel, die Achillessehne ist inzwischen dauerknarzend, laufen geht, aber radeln... traurig



Tag 4: Diernæs Strand - Haderslev - Kolding - (Zug) - Horsens

Frühstück. schmunzel Vermeintlich wohlwissend, was man in Dänemark unter Brot versteht, habe ich mich noch in Flensburg mit einem großen Paket Vollkornbrot versorgt. Das aber wird von Tag zu Tag bröckeliger. Schmeckt trotzdem. Und Tage später, als es dann endlich aufgegessen ist, muss ich im dänischen Supermarkt dann doch mein Vorurteil revidieren: Sooo schlimm ist es in Dänemark nicht mehr mit dem Brotsortiment. Ich muss also nicht darben hier.



Wenig später bin ich wieder unterwegs, nun auf der Nationalroute 8. Immer noch nicht der Nordseeküstenradweg, das wird eh nur ein kleiner Abschnitt zum Ende hin sein.



Ganz schön trübe ist es, aber dennoch gibt es viel Schönes zu sehen. Kirchen könnte ich ständig anschauen, insbesondere die dänischen Wehrkirchen mag ich sehr, aber diese liegt mir zu weit abseits, so dass es bei einem Foto aus der Ferne bleibt.





Mein nächstes Ziel ist Haderslev. Inzwischen ist die Sonne rausgekommen, und Haderslev sieht aus, wie ein dänischer Ort eben aussehen muss. schmunzel







Ein paar Impressionen aus der Haderslev Domkirke.





Unter dem Altarraum finden sich diese Messgewänder, entworfen von einer der vielseitigsten Künstlerinnen des Landes: der dänischen Königin.



Hier in Haderslev wird mir klar: Das wird so nix mit meiner Achillessehne und meinen geplanten täglichen 80 km auf dieser Tour. Die 80 km sind aber notwendig, um eben den dänischen Abschnitts des Nordseeküstenradwegs abschließen zu können. Und außerdem bin ich noch verabredet, für die Überfahrt von Frederikshavn nach Göteborg. Also Kartenstudium. Und ein Entschluss: Zug fahren. Ich werde den Abschnitt rund um Middelfart, wo es nach Fünen hinübergeht und Besiedlung wie Straßennetz recht dicht sind, mit dem Zug umgehen, und danach mit kürzeren Etappen weiterradeln. Ab Grenå werde ich auf dem Nordseeküstenradweg sein. Also muss die Sehne ab dort dann auf jeden Fall durchhalten, vorher ist Schonung angesagt. Ich rechne ein bisschen und entschließe mich dann, den Zug nach Horsens zu nehmen. Der nächste Bahnanschluss ist in Kolding. Bis dahin hilft mir Ibuprofen... schockiert

Weiter geht es. Was auch gut hilft, ist immer wieder anzuhalten und die Sehne zu dehnen. Und dafür habe ich viele Gelegenheiten: Mir kommen an diesem Tag bestimmt 10, 12 große Teams auf Rennrädern entgegen. Irgendeinen Anlass muss es wohl geben, sie fahren zwar alle recht zügig, aber dennoch entspannt und es scheint eine spaßige Angelegenheit zu sein. Sie sind mir gegenüber allerdings klar im Vorteil: Während sie jeder nur einmal "Hej!" rufen müssen, komme ich vor lauter "Hejhejhej" gar nicht zum Weiterfahren. Begeisterung auf beiden Seiten. schmunzel



In Kolding habe ich Zeit für einen Stadtbummel, komme aber gerade zu Geschäftsschluss an. Es ist Samstag, da schließen die meisten hier schon am früheren Nachmittag. Vor einem Cafe spielt eine Band, wo ich eine Weile zuhören kann, bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof mache.

Zwei kleine Eindrücke aus Kolding:





Der Erwerb der Fahrkarte funktioniert nicht wie erhofft am Automaten, für einen Fahrradstellplatz auf der Strecke bin ich wohl zu spontan unterwegs. Also über eine Hotline. Das Ticket muss ich dann am Automaten ausdrucken. Die Dame an der Hotline ist hörbar genervt von mir, weil ich nicht gleich Stift und Papier griffbereit habe, um die Buchungsnummer zu notieren. Und auch sonst findet sie mich wohl etwas begriffsstutzig. Ich mich auch. peinlich Denn ich bekomme einen Stellplatz in einem durchgehenden Zug nach Horsens, wo ich dachte, in Vejle umsteigen zu müssen. Und es dauert, bis ich das begriffen habe...

Eine Stunde Zugfahrt bis Horsens. Im Fahrradabteil - komfortabel zugänglich, offensichtlich nicht nur für mich - sitzen zwei sichtlich alkoholisierte Dänen und rauchen eine nach der anderen. Aus der oberflächlich höflichen Kommunikation auf englisch mit mir wechseln sie alsbald ins Dänische unter sich, und das ist jetzt - ihrem Gelächter, ihren Blicken und den paar Brocken, die ich verstehen kann zufolge - nicht mehr höflich. Ein Zugbegleiter ist natürlich nicht in Sicht. Was sollte ich auch sagen? Ich verziehe mich ins benachbarte Großraumabteil, wo ich wenigstens einen kleinen Blick auf mein Rad und Gepäck haben kann. Ich hasse derartige Situationen. böse

In Horsens treffe ich dann auf einen Trupp anderer Dänen.
Diese sehen zwar finster aus, schweigen aber höflich, rauchen auch nicht und sind vermutlich auch nicht alkoholisiert. lach



Auch fühle ich mich hier nicht unsicher, sondern finde, dass mein Fahrrad noch nie so gut bewacht wurde. cool



Im Supermarkt kurz vor dem Campingplatz wäge ich die Menufolge für den Abend lange ab. Lust zu kochen habe ich nicht, Hunger habe ich, und ich brauche mal wieder etwas Fleisch... Die Lösung ist weder ernährungsphysiologisch ausgewogen noch ökologisch bewusst, aber lecker: Spagetti Carbonara, geringfügig durch Speck angereichert. träller



Der Campingplatz im Osten von Horsens ist schön. Die Stellplätze für Radler wieder weniger. Eine Ecke irgendwo am Ende des Platzes am Waldrand, kein Zelt außer meinem, weite Wege zum Sanitärhaus. Wieder einmal lege ich Einspruch ein. Und bekomme einen schönen Platz nach freier Wahl. Dänemarks Campingplätze leiden unter dem schlechten Wetter der letzten Wochen, sie sind ungewöhnlich leer. Viele Dänen sind spontan irgendwo in den Süden geflogen statt wie sonst Urlaub im eigenen Land zu machen. Das haben die Platzbesitzer aber nicht wirklich realisiert, und ich muss sie immer erst daran erinnern, dass es abends um 6, 7 oder 8, wenn ich zumeist ankomme, höchst unwahrscheinlich ist, dass jetzt noch 30, 40, 50 Wohnwagen kommen, die sie dann alle abweisen müssen, weil ich für eine Nacht auf einem der größeren Stellplätze stehe.

Neben mir stehen zwei Wohnmobile direkt aus der Nachbarschaft, aus dem Eichsfeld. schmunzel Die Bewohner würdigen mich allerdings nicht eines einzigen Blickes. Das habe ich häufiger erlebt, auch schon am Bodensee. Bekommt man als "Durchgangscamper" abends einen "höherwertigen" Platz zugewiesen und steht dann mit dem kleinen Zelt zwischen all den Riesendingern, sind viele der Besitzer aus irgendeinem Grunde not amused. Ob das Neid ist? Es wird ihnen klar sein, dass ich nur einen Bruchteil des sonst üblichen Preises für diese Stellplätze bezahle. Gegenüber ist allerdings ein dänisches Paar mit einem großen Zelt, die hier in Horsens die Enkelkinder besuchen. Sie haben keinerlei Animositäten mir gegenüber, ganz im Gegenteil, ständig wird mir Hilfe angeboten und das Aufladen meiner Powerbanks über Nacht an ihrem Stromanschluss wird mir förmlich aufgedrängt. Wieder ein Problem gelöst...

Der Abend ist kalt, ein kräftiger Wind weht aus Nordwest. Lange stehe ich auf dem Badesteg im Horsens Fjord und betrachte Wolken, Meer und Sonnenuntergang. Ziemlich durchgefroren, aber äußerst zufrieden, weil ich nach der heutigen Entscheidung meinen Urlaub wohl trotz unkooperativer Achillessehne und anderer physiologischer Störungsbilder (dazu später mehr) fortführen kann, klettere ich schließlich in meinen Schlafsack.







Tag 5: Horsens - Hou - Samsø

In meiner gestrigen Kalkulation der verbleibenden Etappen habe ich vorausschauend einen Pausentag eingeplant. Achill soll sich ein wenig erholen dürfen, und ich auch. schmunzel Außerdem wollte ich immer schon mal nach Samsø, was nun in erreichbarer Nähe liegt, aber nur für eine Nach nicht lohnen würde bei einer Stunde Überfahrt. So sieht der Plan für heute eigentlich entspannt aus, ich muss nur nach Hou radeln, wo die Fähre nach Samsø ablegt.

Vorher mache ich einen frühen Morgenspaziergang an den Fjord...



... wo ich allerlei Übermütige bei ihrem Morgenbad im eiskalten Wasser beobachten darf. Ein Paar fällt mir besonders auf: Sie im weißen Bademantel, er im schwarzen, kommen sie mit farblich passenden Rädern angeradelt, begeben sich kurz ins Wasser, wickeln sich nach wenigen Minuten wieder in ihre Bademäntel und radeln wieder zurück. Das scheint hier ein übliches Ritual vieler Dauercamper zu sein. Ich bibbere schon beim Anblick. Da ich die Herrschaften nicht aufdringlich abbilden wollte, beschränkt sich die fotografische Dokumentation auf ihre Fahrräder...



Zurück auf dem Campingplatz hat der kleine Laden endlich auf und ich kann mein heutiges Vollkornbrotfrühstück mit einem leckeren Haferteilchen ergänzen (die sind mit einer so unglaublich leckeren Creme gefüllt... unschuldig ), so dass ich mir ein richtiggehendes Frühstücksbuffet vor meinem Palast auf meinem Luxusstellplatz aufbauen kann. grins





Wohlgenährt träller mache ich mich auf den Weg - heute habe ich durchgehend Sonnenschein - aber auch durchgehend Hügel. Eigentlich stört mich das nicht, aber irgendwann bin ich wirklich zermürbt, auf und ab, auf und ab, auf und ab, vielfach nur scheinbar winzig kleine Hügelchen, aber in der Menge zeigen sie ihre Wirkung. Ich werde immer langsamer. Und halte lieber einmal öfter für ein Foto an.





Und verpasse am Ende ganz knapp die Fähre, die ich eigentlich nehmen wollte. Ich sehe sie beim Heranfahren an den Fähranleger gerade den Hafen verlassen. traurig

Nun will ich stattdessen den kleinen Ort Hou anschauen, aber hier ist heute Hafenfest. Ein unglaublicher Trubel um gefühlt 10 Stände herum, mit lauter Musik und Menschenmassen. Ich ergreife die Flucht. Und finde am Anleger ein ruhiges Plätzchen, wo ich meinen Helinox aufstellen, die Füße hochlegen, lesen und bequem die Ankunft der nächsten Fähre abwarten kann.



Und habe nun endlich eine "richtige" Fährüberfahrt. Ein wichtiges Kriterium für einen gelungenen Urlaub bei mir. schmunzel Auf Samsø irre ich ein wenig umher, bis ich den für mich richtigen Campingplatz finde. Der erste liegt eigentlich ganz passend: über eine platte Straße erreichbar. Das ist der Norden von Samsø.



Der Campingplatz ist gepflegt und sicher nett - für Dauercamper. Mich aber treibt es nach einem längeren Denkpause doch weiter - keine Zelte, keine Radler, nur Menschen, die in Wohnwagen hocken - da macht ein Pausentag wenig Spaß. Ich radele also noch mal weiter und finde bald ein Schild, dass mir zeigt, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg bin, denn es wird nun...



EinZeichen, das Hoffnung macht! schmunzel
Zuerst aber bewundere ich die landwirtschaftliche Produktpalette der Insel...



... und das Nebengewerbe scheinbar jedes zweiten Haushalts (nicht nur) auf Samsø: der Straßenrand-Flohmarkt. Halb Samsø befindet sich im Ausverkauf, kann ich am Ende meines Besuches der Insel nur schätzen...



Ballen Strandcamping erweist sich dann als echter Glücksgriff. Die Ecke für Leute mit kleinem Zelt, aber ohne Auto erweist sich ausreichend gefüllt mit netten Menschen, davon der größte Teil deutsche und schweizer Reiseradler. Ich habe ein Plätzchen mit Blick aufs Meer, und abends gibt es gesunde Kartoffelprodukte vom Campingplatzchef persönlich zubereitet. Es geht doch nichts über eine ausgewogene Ernährung auf Radreise! träller



Der Vollmond überm Meer lässt mich bis kurz vor Erreichen der Kältestarre draußen in meinem Helinox ausharren.



Tag 6: Samsø - Versuch eines Ruhetages

Ein Sonnen-Vormittag bewirkt tatsächlich, dass ich so etwas wie einen Ruhetag verbringe. Zumindest einen Ruhevormittag. Am Nachmittag muss ich aber dann doch ein wenig los, wenigstens ein klein bisschen möchte ich doch von Samsø zu sehen bekommen. Ich radele ins nahegelegene Hafenstädtchen Ballen, besichtige den Hafen (und staune, was da für Segelyachten liegen!) und schaue in die vier oder fünf kleinen Läden rein, die dort ihr touristisches Angebot entfalten. Nichts für mich dabei, hier brauche ich noch nicht einmal das Argument des begrenzten Stauraums in den Taschen, um mich selbst von überflüssigen Käufen abzuhalten...



Auf der Karte habe ich das "Brattingsborg Slot" ganz in der Nähe gefunden, und will doch wenigstens dort hinradeln. Naja, selten etwas so Überflüssiges getan. Erstens ist es natürlich wieder so hügelig, dass die notwendige Schonung der Sehne gar nicht eintreten kann.



Zweitens ist jeglicher Zugang zum Schloss schon von weitem versperrt. Privatbesitz. Lediglich diese alten Hoftore zu der ansonsten von außen wenig ahnsehnlichen riesigen Gutsanlage vermitteln einen kleinen Eindruck, dass es dahinter ganz interessant aussehen könnte.



So geht der Tag als annähernd ereignislos in diese Reisegeschichte ein...


Tag 7: Samsø - Hou - Moesgaard Museum - Århus - Kaløvig Camping

Morgens, 5 Uhr auf Samsø. Eigentlich muss ich erst in einer Stunde aufstehen. Aber für diese Morgenstimmung lohnt es, so früh schon draußen zu sein.



Kurz nach 8 geht die Fähre. Das Zelt ist klitschnass vom Tau, und die langsam steigende Sonne wird das bis dahin sicher nicht mehr trocknen können. Also beginne ich mit dem Packen und Abbauen, ganz leise, um die Radreisekollegin im Zelt neben mir möglichst nicht zu wecken. Das ausgehängte Innenzelt verschwindet mit in dem einen Backroller, das tropfende Außenzelt nehme ich tropfend mit zu den Sanitärräumen und hänge es dort noch auf, während ich mich fertig mache. Viel bringt es wohl nicht, aber den ein oder anderen Liter Wasser fahre ich jetzt wohl doch weniger durch die Gegend, als ich es schließlich in den Packsack stopfen muss.

Die ''Prinsess Isabella'' bringt mich zurück ans Festland. Alle anderen Passagiere sitzen drinnen, draußen an Deck bin ich mit meinem Kaffee allein.
Hou liegt unter dicken Wolken.



Und von dort nähert sich die kleine Fähre nach Tunø. Eine Insel, die ich mir beim nächsten Mal, wenn ich hier oben in der Ecke sein sollte, mal anschauen will. Und Samsø verdient auch einen zweiten Besuch, so richtig viel gesehen habe ich ja dieses Mal nicht.



Das Zwischenziel ist heute Århus, eine der Kulturhaupstädte Europas in diesem Jahr. Da möchte ich Zeit haben zum Um- und Anschauen, deswegen nahm ich die frühe Fähre. Eine Wehrkirche am Wegesrand überredet mich jedoch erst einmal zu einem Zwischenhalt.





Votivschiffe schau ich immer wieder gerne an.



Die Radroute 8 wird nun ihrem Namen, Østersørute, Ostseeroute, streckenweise vollauf gerecht, eine ganze Weile kann ich mit unverstelltem Blick aufs Meer radeln.









Nun geht es wieder in einen Wald hinein, recht hügelig und einsam, Radwegeschilder gibt es eine Weile nicht und auch das Telefon hat keinen Empfang, so dass ich auch nicht mal eben routen kann. Ich muss aufpassen, den Hauptweg nicht zu verlieren, und stehe plötzlich vor dieser Durchfahrt:



Da muss ich erst hindurch, um auf dem Schild auf der anderen Seite zu erkennen, dass hier tatsächlich ein Radfernweg mitten durch eine alte Mühlenanlage führt, die Moesgård Skovmølle. Wenig später verlasse ich die Radroute, weil mich das Auf und Ab mitten im Wald langsam nervt, und ich zur Landstraße wechseln will. Welch weise Entscheidung! Denn so komme ich nur wenige 100 m weiter erst an einer riesigen Gutsanlage zur Linken vorbei, und direkt danach erblicke ich zur Rechten ein riesiges modernes Gebäude, dass sich einen Hang hinaufstreckt. Neugierig geworden fahre ich den kleinen Hügel hinauf - ein Museum, so viel ist offensichtlich, aber wofür?



Keine halbe Stunde später steht mein beladenes Rad videokameraüberwacht vor dem Hintereingang für die Sicherheitsleute des Moesgaard Museum und ich bin da drin, in diesem wundervollen Museum. Für ein paar Stunden, derweil draußen ein heftiger Wolkenbruch runtergeht. Drinnen allerfeinste und modernste archäologische und ethnografische Ausstellungen. Angezogen hatte mich vor allem die Ausstellung über Feldforschung bei den Tschuktschen, die sich dann leider als sehr klein erweist. Aber da ist so viel anderes, was ich an einem halben Tag (drei Stunden habe ich mir erlaubt, zu bleiben, ich muss ja noch weiter heute) kaum schaffen kann - auf jeden Fall ein weiterer Grund, hier in den Norden noch einmal wiederzukommen.







Und auch der Blick vom begehbaren, grasbewachsenen Schrägdach ist lohnenswert.





Derweil wird zu Füßen des Museums das Gelände für das 40. Viking Moot, das große Wikingertreffen am Moesgaard, vorbereitet.



Ich muss und will aber noch weiter, und so trenne ich mich schweren Herzens von diesem Museum - der saftige Eintritt ist auch noch nicht wirklich "abgearbeitet". Mein Hauptansinnen für heute war jedoch die Besichtigung der Kulturhauptstadt Århus, und dafür wird es jetzt schon knapp. Und einen Campingplatz muss ich auch noch finden.

Machen wir es kurz: Århus ist dann weitgehend geschlossen, als ich die Stadt erreiche. Die Einfahrt an sich beginnt verheißungsvoll, weil gleich neben dem Radweg einige Exponate aufgebaut sind. Zwei Beispiele:





Aus dem hängenden Golf rinnt unten kontinuierlich Wasser heraus... Ein Video habe ich leider nicht gemacht.

Aus Århus sonst nichts weiter Dokumentationswürdiges von mir. Dafür ein Blick auf die großen Neubauprojekte direkt am Wasser, wie man sie nicht nur in Århus sieht. Hier bei der Ausfahrt aus der Stadt, wo ich an einer Bahnlinie entlang zusammen mit einer Menge radelnder Berufspendler zusammen unterwegs bin. Feierabend in Århus.



Hinter mir ziehen allerfinsterste Wolken heran. Ich habe aber noch ein Eckchen zu radeln. In einem Vorort suche ich mir daher eine Bank mit Blick aufs Meer und esse Abendbrot. Wer weiß, was da später noch so vom Himmel kommen will...



Auf der weiteren Fahrt zeigen sich mal wieder die Tücken dänischer Radwege: Es beginnt ganz wunderbar asphaltiert in den Orten, wird dann ortsauswärts immer verwinkelter und unübersichtlicher, wo man eigentlich hingeführt wird, und plötzlich steht fährt man im Wald (wahlweise Feld), auf grobem Schotter oder weichen Waldwegen, einsam und abgelegen. Eigentlich mag ich das ja, einsam und abgelegen zu radeln, aber nur, wenn ich Überblick über die Umgebung habe, und wenn ich abends um acht plötzlich auf einsamen Waldwegen radele, auf denen die Beschilderung fehlt und wo ich nicht mehr weiß, ob ich hier wirklich richtig bin, dann ist mir eben nicht mehr so wohl. Jaaa, ich weiß, GPS. Ich hab's ja dabei, auf meinem Smartphone. Aber das hilft ja auch nicht immer.

Natürlich finde ich den Campingplatz trotzdem. Zeltaufbau, duschen. Und das hier:



Selbstverständlich nur, um im Pub auf dem Platz in Ruhe mein Telefon aufladen zu können. träller

---

Etwas weiter unten geht es weiter...

Geändert von Tine (08.01.18 14:21)
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#1307976 - 28.10.17 08:51 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
cyclerps
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2300
Unterhaltsamer Bericht mit beeindruckenden Bildern. Danke dafür!

Freuen uns auf die Fortsetzung.
Gruss
Markus
Forza Victoria !
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#1307988 - 28.10.17 12:29 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Britta
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 148
Hallo Tine,

danke für den launigen Bericht. Macht Spaß zu lesen und da diese Ecke zugegebenermaßen bisher ein ziemlich weißer Fleck auf meiner Landkarte ist, freu ich mich auf die Fortsetzung.

viele Grüße
Britta
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#1307991 - 28.10.17 13:11 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Britta]
Tine
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2254
Hallo Britta, hallo Markus,

danke Euch!

Ich habe mich im Nachhinein doch noch entschieden, meinen Widerstand peinlich gegen die neu zulässige Bildgröße aufzugeben und hab daher die ersten Bilder noch mal neu hochgeladen. Daher dauert es jetzt noch etwas, bis ich alles fertig habe. Ich gebe es hier dann gesondert kund.

Britta, das ist doch für Euch genau das richtige für eine nächste Wintertour. schmunzel Von Berlin aus wirklich schnell und unkompliziert zu erreichen. Ich hatte nur 10 Tage + An- und Abreise zur Verfügung, und hätte die Sehne nicht gestreikt und ich mir den Pausentag gespart, wäre das ganze auch in weniger als einer Woche zu machen gewesen. Aber ich hatte ja Urlaub. Da muss ich ja nicht hetzen...

Grüße
Tine
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#1307993 - 28.10.17 13:23 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Britta
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 148
In Antwort auf: Tine


Britta, das ist doch für Euch genau das richtige für eine nächste Wintertour. schmunzel

Grüße
Tine


Gute Idee! schmunzel
Wir grübeln sowieso noch, wo es dieses Jahr über Silvester hingehen könnte...

viele Grüße
Britta
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#1307996 - 28.10.17 13:53 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Isaantourer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 73
Unterwegs in Thailand

Dankeschön für deine Mühe. Deine Art zu berichten und die schönen Bilder begeistern mich sehr.
der Isaantourer
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#1308004 - 28.10.17 16:18 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
indomex
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 749
Wirklich schön. Bin gespannt, wie es weitergeht.
LG,
Peter
Leben und leben lassen
Liebe Grüße, Peter
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#1308187 - 29.10.17 13:34 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Tine
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2254
Ich hätte da mal einen Verbesserungsvorschlag: Die Anzahl der in einen Beitrag einzufügenden Fotos scheint begrenzt zu sein. Da ich noch nicht so viele Berichte schrieb, war mir das bisher nicht aufgefallen. Nun könnte ich einen neuen Beitrag eröffnen für die restlichen Tage, aber das lohnt nicht mehr, so viel kommt da nicht mehr. Wenn ich aber jetzt mir selbst antworte, um die restlichen Tage zu ergänzen, kann ich in den folgenden Beiträgen nicht mehr editieren. Das ist unschön, wegen immer doch noch mal aufzufindender kleiner und größerer Fehler, die man doch auch später gerne noch beheben würde. Daher meine Bitte: Können die Editierrechte im Bereich Reiseberichte so geändert werden, dass der Threadersteller alle seine Beiträge in dem Faden nachträglich noch editieren kann? Dann könnte man gleich von Anfang an den Bericht Tag für Tag erstellen, jeden Tag in einem neuen Beitrag. Das würde das Editieren um einiges erleichtern...

(Ich kann das Anliegen später auch noch in den Bereich Forum stellen.)

Geändert von Tine (29.10.17 13:43)
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#1308189 - 29.10.17 13:50 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
iassu
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 18288
Du machst richtig gute Bilder. Es lohnte sich daher durchaus, wenn du für den Rest einen Teil 2 eröffnetest. Aus diesem Grund und weil sonst auch das jeweilige Aufbauen der Seite so lange dauert, mache ich nicht mehr alles in einem Teil. Die Limitierung macht so gesehen auch Sinn.
Gruß Andreas
Dieser Beitrag wurde mit dem Federkiel auf Büttenpapier geschrieben.
Weißt du noch, damals, wo wir....?

Geändert von iassu (29.10.17 13:50)
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#1308198 - 29.10.17 14:41 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: iassu]
Tine
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Danke für das Kompliment, ich weiß es zu schätzen. schmunzel

Was zwei Teile angeht: Ich schau mal, vielleicht nehme ich dann hier ein oder zwei der vorangehenden Tage raus und übernehme sie mit in den zweiten Teil. Sonst ist das zu unausgewogen.
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#1308204 - 29.10.17 16:10 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
natash
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Huhu Tine,
erstmal Danke für Deinem Bericht und die schönen stimmungsvollen Meerfotos, auch wenn das keine Ecke ist,die sich im Focus der für mich angestrebten Reiseziele befindet. Vielleicht ändert sich das ja auch mal.
Ich finde diese Bildbegrenzung,bei der ich gar nicht so recht weiß wo die liegt auch sehr einengend und zweiteilige Reiseberichte dem Lesefluß abträglich.
Ich fände es sehr gut,wenn man sich von Seiten der Administration da ein wenig modernisieren könnte.
Ich fürchte jedoch,dass das Deinem Bericht aktuell nicht weiterhilft.
Gruß

Nat
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#1308206 - 29.10.17 16:27 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: Tine
Können die Editierrechte im Bereich Reiseberichte so geändert werden, dass der Threadersteller alle seine Beiträge in dem Faden nachträglich noch editieren kann?


Ich geben Dein Anliegen direkt an die Administratoren weiter, da es auch meiner Ansicht nach sinnvoll ist.

Schöner Bericht - ein kleines Stück des Ostseeküstenradwegs bin ich schon gefahren (im Zusammenhang mit einer größeren Radreise). Mir hat es da ganz gut gefallen ...
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1308216 - 29.10.17 17:35 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
iassu
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Wenn ich richtich gezeehlt habe, hast du jetzt 96 (!) Bilder hier drin, hätte nie gedacht, daß das geht, hatte das limit immer bei 50 vermutet.
Gruß Andreas
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Weißt du noch, damals, wo wir....?
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#1308221 - 29.10.17 17:46 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: iassu]
natash
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Ich hatte auch schon über 90 drin. Vielleicht hängt es auch mit den Bildgrößen zusammen.
Gruß
Nat
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#1308229 - 29.10.17 18:33 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: natash]
Tine
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Dann will ich mal ein Zwischen-Danke für allen bisherigen Zuspruch zu meinem Bericht anbringen. Freut mich sehr. schmunzel Es war dies ja auch eine besondere Reise für mich, in der ich zum ersten Mal ganz anders Zeit zum Fotografieren hatte. Dazu schreibe ich aber am Ende noch was. Am Ende des zweiten Teils. Den mache ich später am Abend noch.

@Andreas: 96? Ich hab vorhin versucht, noch mehr Bilder einzufügen. Vier gingen noch, das fünfte ging dann nur noch als Link. Dann sind wohl 100 die Obergrenze.

@Nat: Ja, die Hügel, die mich gelegentlich genervt haben, würdet Ihr beide vermutlich gar nicht merken. Aber dass wir etwas unterschiedliche Radelvorlieben haben, wissen wir ja nicht erst seit eben gerade. schmunzel

@Arnulf: Danke fürs direkte Weitergeben!
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#1308245 - 29.10.17 20:39 Jütlands Ostküste 2017 Teil 2
Tine
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Tag 8: Kaløvig - Rønde - Grenå - Fjellerup

Heute werde ich nun endlich den Nordseeküstenradweg erreichen, in Grenå. Was nicht klappen wird, ist meine Verabredung, zumindest heute noch nicht. Schon vor ein paar Wochen hatten Peter und ich per Mail überlegt, hier oben in Dänemark vielleicht noch ein paar Tage miteinander zu radeln, ich im Urlaub, er auf den letzten Kilometern seiner Welttour. Während ich also seit Tagen mehr oder weniger gemütlich die gesamte Küste abradele, ist er, etliche Tage später als ich durch Flensburg gekommen, auf geradem Wege im Landesinneren auf dem Weg in den Norden. Und definitiv etwas schneller als ich. lach Seit gestern abend ist nun klar, dass wir ein erst angedachtes Treffen heute abend noch nicht hinbekommen. Ich bin also frei in der Etappenlänge und in der Campingplatzwahl, muss aber schauen, dass ich so weit komme, dass ich morgen abend dann Hadsund erreiche, unseren vereinbarten Treffpunkt.

Der Tag beginnt schön.



Aber über die folgenden 40 Kilometer bis Grenå decke ich den Mantel des Schweigens. Nach Rønde finde ich noch problemlos. Dort gehe ich erstmal shoppen. Nein, nicht nur im Supermarkt. Ich finde an der langgestreckten, ansteigenden Hauptstraße, die ich (zum Zwecke der Achillessehnenschonung grins) hinaufschiebe, einen Stoffladen. Ja, Stoffe, so etwas Altmodisches, aus dem man ganz altmodisch Kleidung näht. Und ich muss verrückt sein, denn ich stelle mein Rad ab und gehe hinein. Und komme ewig nicht wieder raus... So eine Auswahl habe ich Deutschland schon lange nicht mehr gesehen. Schließlich schaffe ich es, mich wieder loszureißen, und es landet auch nur ein einziges kleines Stöffchen in meiner Tasche. peinlich Selbstverständlich für einen neuen Radel-Rock. grins

Ab Kolind beginnt dann die große Irrfahrt. Ich weiß nicht mehr, wo ich genau langgefahren bin und warum ich es nicht geschafft habe, den direkten Weg zu nehmen. Ich befürchte, ich habe mehrere Kreuzungen übersehen, die mir einen direkten Weg ermöglicht hätten. So zwei oder drei oder vier. Ja, ich weiß, GPS... Ich bin ja am Ende trotzdem angekommen. In Grenå. Oder auch in Grenaa.

Grenå ist hübsch.





Kirchenbesichtigung, Hafenbesichtigung und Fischessen an demselben. Dann stehe ich vor diesem Schild, und jetzt kann es also losgehen mit der Vollendung des Teilprojekts des Lebensprojekts. cool



Beim Verlassen der Stadt komme ich an dieser riesigen Brache vorbei. Normalerweise hässlich, aber in Dänemark erlebe ich diese unschönen Ecken immer wieder von Massen von Kamille überwuchert. Das sieht nicht nur gut aus, das riecht auch noch gut.



Wege wie diesen dürfte es häufiger geben. Einfach schön. Dieser hat gerade auch den Vorteil, in die richtige Windrichtung zu führen. Vielleicht habe ich ihn deswegen als so angenehm in Erinnerung.



Das da hinten ist Fornæs Fyr. Der Eindruck, dass der Weg eben sein könnte, täuscht, es geht hübsch runter. Was mich geritten hat, da runterzuradeln, weiß ich nicht, denn schon bei den ersten Metern denke ich: Willst Du das alles wieder hoch, nur um zu so einem Leuchtturm hinzuradeln? Und tue es trotzdem. Und werde enttäuscht. Da gibt es nichts zu sehen, Privatbesitz, abgesperrt, nichteinmal ein schönes Foto kann man aus dem öffentlichen Raum dort machen. Also wieder hochstrampeln, tapfer versuchend, mich nicht zu ärgern. Gelingt so lala. schmunzel



Noch mal Felder, ich kann es nicht lassen, ich find' das einfach schön, und noch mal eine Kirche, die zu weit weg ist.



Der Tag endet in Fjellerup Strand, wieder einmal einer der - zumindest für alleinreisende Radler - teuren Campingplätze, allerdings bietet dieser auch entsprechend Service und Sauberkeit. Und feinste Abendstimmung nur wenige Meter vom Platz entfernt.





Heute waren es dann doch über 80 km. Die Achillessehne schimpft noch abends leise vor sich hin... krank

Aber nun sind es nur noch 150 km Gesamtstrecke und ich habe noch drei Tage Zeit bis zu gebuchten Fähre von Frederikshavn nach Göteborg. Kaum möglich, sich da noch zu überanstrengen. schmunzel

Tag 9: Fjellerup - Udbyhøj Færge - Hadsund

Ein wunderschöner dänischer Morgen: Sonnenschein, ein laues Lüftchen, endloser blauer Himmel und ein leckeres dänisches Kuchenstück als Frühstück vor dem Zelt - mit Blick aufs Meer. Dass die netten weißen Schaumkronen eben durch dieses Lüftchen verursacht werden, das in Wahrheit kein Lüftchen, sondern eher ein Stürmchen ist, und zudem genau aus Nordwest, meiner heutigen Fahrtrichtung kommt, beunruhigt mich um diese Zeit keineswegs. Ich mache mir noch einen zweiten Cappuccino und genieße das Leben im Helinox. cool







Für heute besteht natürlich der feste Vorsatz, der Originalroute des Nordseeküstenradwegs, der North Sea Cycle Route, hier die Nationalroute 5 gewissenhaft zu folgen. schmunzel Was das bedeutet, wird mir kurz nach dem Start schnell klar: Gegenwind. Hügel. Gegenwind. lach Und nicht nur das - auch eine Fähre muss ich noch nehmen, um über den Randers Fjord zu kommen, das hatte ich nicht einkalkuliert. Meine vollmundige Ankündigung, gegen 15 Uhr in Hadsund zu sein, kommt mir ziemlich schnell etwas vorwitzig vor. peinlich Nichtsdestotrotz: Es ist schön. Dänemark eben. Sollte langsam Langeweile auftreten, weil die Motive sich doch irgendwie ähneln: Auf dem Rad habe ich nicht einen Moment Langeweile erlebt. Und könnte auch noch etliche weitere Bilder mit ähnlichen Motiven hier einstellen. Mir gefallen sie alle gut...





Hier mal ein etwas anderes Motiv:





Wie man sieht - es gibt mehr als Meer und Felder in Jütland. Aber Kirchen, die findet man wirklich an jeder zweiten Ecke, so scheint es mir.

Der Gegenwind gibt heute alles, meine Motivation und meinen Durchhaltewillen zu prüfen. lach Aber er ist chancenlos... Auch wenn ich im Stillen auf den Ebenen das ein oder andere Mal doch zweifelte, ob ich da wirklich gegen ankomme, erreiche ich doch schließlich in Udbyhøj die Fähre über den Randers Fjord. Diese ist zwar gerade am Ablegen, setzt dann aber noch einmal zurück, als man mich angerauscht kommen sieht. Fünf Minuten später bin ich auf der anderen Seite des Fjords.



Zwei Autos und eine Radlerin runter, fünf Autos wieder drauf, schon legt die Fähre wieder ab.



Idyllisch ist es hier...



... aber gegen das Badeverbot werde ich trotzdem nicht verstoßen. Bibber...



Jetzt aber kosten mich die nächsten paar Kilometer einiges an Nerven. Es geht von Udbyhøj auf Meereshöhe (høj = hoch, zumindest im Norwegischen) nach Dalbyneder (ned = nieder, hinab, das ist im Dänischen nicht anders als im Norwegischen...). Dass es nicht noch tiefer gehen wird, das ist mir wohl klar, aber warum man einen Ort hoch oben auf einem Hügel als "neder" bezeichnet, nur wenige Kilometer von einem "høy" am Fjordufer, das erschließt sich mir nicht. Tapfer gegen den Wind dort hochgeklettert, habe ich nun an einer Kreuzung die Wahl zwischen einer Straße nach Udbyover (over = über, hinüber) und einer nach Udbyneder wirr . Nach der bisherigen Logik muss es als nach Udbyneder noch weiter hinauf gehen, so dass ich die Hoffnung habe, auf der Straße nach Udbyover einige Höhenmeter einzusparen. Und die Rechnung geht auf! lach Okay, ich weiß nicht, wie es Richtung ...neder aussah, aber nach...over geht es auf jeden Fall nicht mehr aufwärts. Merke: Landessprachliche Kenntnisse können auch irreführend sein. träller

Havndal liegt zwar immer noch auf einem Hügel, lässt aber schon den im Namen (havn = Hafen, dal = Tal...) verheißenen Abschwung hinunter ins Flachland erahnen, denn da will ich jetzt hin: Zur Landstraße, weg von diesen verwinkelten Sträßchen, auf denen der Nordseeküstenradweg langführt. Die letzten 15 Kilometer bis Hadsund bestimme wieder ich, wo ich langradele, und nicht irgendwelche Radroutenplaner. Inkonsequent? Ich? Niemals...

Ich nähere mich nun abwärtsrollend der Landstraße, da sehe ich an einer Bushaltestelle ein Fahrrad stehen. Ein beladenes. Ein Reiserad, sozusagen. Und das kenne ich sogar, dieses Rad. Und in der Bushaltestelle sitzt ein Reiseradler, lesend und mit einem erfrischenden Hopfengetränk in der Hand. Den kenne ich auch. lach Überraschung und Freude sind groß - wir hatten uns beide insgeheim gefragt, ob das mit meinem Plan, dass wir uns schon "irgendwie" in Hadsund finden würden, auch hinhauen würde. Hier war es nun unmöglich, sich gegenseitig zu übersehen, und auch die vier Jahre, die wir uns nicht mehr gesehen hatten, haben uns dann doch nicht allzusehr verändert, als dass wir uns nicht wiedererkannt hätten. grins

Zuerst einmal muss das Wiedersehen dokumentiert werden, und ich bekomme jetzt wie auch in den nächsten Tagen einen kleinen Eindruck davon, wie das ist, wenn man zumindest "semiprofessionell" Bildmaterial auf seiner Reise sammelt. Braucht das Zeit! Nicht dass mich das stört, aber ich mit meinen Telefonbildern komme mir da recht mickrig vor.


(Bild: Peter Smolka)

Nach dem gemeinsamen Einkauf - ich lerne dabei neue Kriterien zur Sicherheit eines Abstellplatzes kennen, da bin ich sicher etwas unbedarfter als Peter - beschließen wir, direkt in Hadsund auf dem Campingplatz zu bleiben. Dieser war mir von einem anderen Reiseradler unterwegs sehr empfohlen worden, hier bei Maria, einer schweizer Radlerin, seien Reiseradler besonders gern gesehen.



Und so ist es, Sonderpreis für Radler, kostenlose Duschmarke (ich bekomme zwei, weil ich sooo lange Haare hab schmunzel ), ein extra Bereich für Radler-Zelte und schließlich eine volleingerichtete Küche, wo wir den Abend verbringen mit Kochen und Fragen und Essen und Erzählen - genug Geschichten haben wir ja in der Zwischenzeit beide angesammelt. Und zwischendurch muss auch dem Redebedarf unserer Gastgeberin ein wenig Rechnung getragen werden, auch wenn sie selbst uns mehrfach erzählt, wie wichtig das für all die Radler immer wäre, bei ihr mal wieder erzählen zu dürfen. Wir haben den leisen Verdacht: Das Redebedürfnis liegt in all den Fällen nicht nur bei einer Seite. träller


Tag 10: Hadsund - Als - Hals

Meine vorletzte Radeletappe. Peter war vorgewarnt, dass er jetzt vom Weltumradlungsmodus umschalten muss in den Modus "Campingurlaub mit Tine". Es gelingt ihm schnell. schmunzel Zumindest, solanger er hinter mir radelt. Neben oder gar vor mir - dann werden wir im Nu wieder so schnell, dass ich einfach nicht mithalten kann. Aber wir haben ja Zeit.

Das Wetter zeigt sich wechselhaft, je näher wir dem Limfjord kommen, über den wir noch einmal mit einer Fähre übersetzen müssen, wird es erst grau und schließlich schwarz am Himmel, und genau in dem Moment, wo wir die Fähre erreichen, geht ein Wolkenbruch über uns nieder. Zeitgleich legt die Fähre an - aber allein das Hinüberradeln und Räder abstellen würde uns einmal komplett durchnässen. So gibt es erst einmal eine außerplanmäßige Kaffeepause in dem Imbiss am Fähranleger und wir lassen das Unwetter vorüberziehen. Doch die nächste graue Wand zieht schon heran... So geht es eine Weile, und die Fotoausbeute des Vormittags beträgt demzufolge nahezu null. Und das bisschen über null dient ausschließlich dokumentarischen Zwecken.



Der Nachmittag wird freundlicher, und wir begeben uns auf Campingplatzsuche, denn die 50 km sind bereits absolviert. Wenn wir jetzt weiterradeln, bleibt ja für morgen nichts mehr übrig. Da taucht am Straßenrand ein Hinweis auf einen "Camping Natur Ferie" auf, und noch während wir vor der Einfahrt stehen, taucht der Besitzer auf und spricht uns an. Ein Niederländer, der sich mit seiner Familie hier eine neue Existenz aufbaut, einen alternativen Campingplatz mit "Urlaub auf dem Bauernhof"-Charakter. Verkaufstalent hat er! Erst zögern wir, dann lassen wir uns doch zu einer Besichtigung überreden - und sind dann schnell entschieden. Hier gibt es einen großen Aufenthaltsraum mit Küche mit allem Drum und Dran, Free Wifi, und einen wirklich schönen Platz, unweit des Meeres. Der Preis ist zudem für Dänemark unschlagbar. So stehen die Zelte schon um vier Uhr, und wir vertrödeln (ich) bzw. arbeiten (Peter, in seinem mobilen Büro) den restlichen Tag so vor uns hin.

Der Platz ist wirklich ungewöhnlich und mit viel Phantasie angelegt. Hinter dem normalen Zeltplatz in Hausnähe schließt sich eine Zeltwiese mit Blick aufs Meer an, wo keine Autos hindürfen, und schließlich wurden sorgsam Wege in das hohe Gras gemäht, auf denen man bequem bis vor zum Meer gehen kann - und immer wieder kleine Abzweigungen in kreisrund gemähte Plätzchen, auf denen man ganz für sich sein Zelt aufstellen könnte.





Abends wird wieder gekocht. Sowas nennt man Resteessen. schmunzel



Spät gehe ich noch einmal zum Meer, zu spät für die Abendsonne, aber auch diese Restlichtstimmung am heute Abend stillen Meer hat etwas ganz Besonderes.





Tag 11: Hals - Sæby - Frederikshavn

Am nächsten Morgen ist wieder Sonnenschein. Der Campingplatz ist wirklich wunderschön, und so stört es mich nicht, dass ich schon wieder sehr früh auf bin. Außer mir ist noch keiner unterwegs, als ich noch mal zum Meer gehe.









Nach einem geruhsamen Frühstück machen wir uns auf die letzte Etappe. Bei schönstem Sonnenschein lässt es sich zügig radeln, und schnell sind wir in Sæby. Dort ist - Hafenfest. Sommer-Wochenende: Hafenfestzeit in Dänemark.

Wir sitzen eine Weile mitten im Trubel und schauen uns die Yachten an, die direkt vor uns am Kai liegen. Was für eine andere Lebensart, was für eine andere Art des Reisens!



Der Campingplatz in Sæby wirkt selbst ein wenig wie ein Rummelplatz - uns ist das zu laut, so radeln wir noch weiter bis Frederikshavn. Den Campingplatz dort kenne ich, funktional und sauber - aber leider ist die kleine Zeltwiese direkt am Küchengebäude nur mit Zelten von Autofahrern belegt. Kein Platz für uns - wir müssen ausweichen auf einen weiter abgelegenen Stellplatz. Der Abend geht mit Kochen, Schwimmen (hier gibt es sogar ein kleines Hallenbad) und dem Packen für die morgige Überfahrt vorüber. Und ich gehe noch ein allerallerletztes Mal ans Meer.



Tag 12 Frederikshavn - Göteborg und heimwärts

Heute geht es gemeinsam mit der Fähre nach Göteborg, wo sich unsere Wege dann wieder trennen. Peter muss im Rahmen seiner Weltumradlung noch einen seiner letzten Briefe überbringen, und zwar in Eksilstuna, und ich werde abends die Fähre zurück nach Deutschland nehmen.

Frederikshavn erfreut uns zum Abschied mit Dauerregen. Da hilft kein Hoffen, dass es während des Frühstücks trocknen könnte - das Zelt muss klitschnass in den Packbeutel. Für Peter ist das weniger nervig, er wird seins heute abend irgendwo wieder aufstellen und trocknen lassen können, meines muss dagegen über Nacht auf dem Gepäckträger unten in der Fähre leise vor sich hintropfen. Ein Wolkenbruch begleitet uns auf dem Weg zur Fähre, und auch auf der Überfahrt ist es nicht wirklich gemütlich. Gut, dass wir das Mittagsbuffet vorgebucht haben. schmunzel

Die Einfahrt nach Göteborg ist ebenfalls grau.



Hier liegt schon meine nächste Fähre.



Nachdem Peter und ich uns verabschiedet haben, brauche ich gerade mal eine Viertelstunde zum nächsten Fähranleger. Dank der ganzen Wochenend-Minikreuzfahrer darf auch ich schon eine Stunde eher einchecken als sonst. Zum allerersten Mal auf unzähligen Fährüberfahrten in über 35 Jahren habe ich eine Kabine ganz für mich allein. Ich kann das wohl genießen. schmunzel



Vertrauter Ausblick inzwischen - diese Fährkombination DK - S - D nehme ich nicht zum ersten Mal. Für mich der entspannteste Weg, aus Nordjütland wieder nach Hause zu kommen.



Unglaublich der Wetterumschwung. Brauchten wir auf der Einfahrt in den Göta älv noch Regenjacken, so hat der kräftige Wind, der ja schon seit Tagen geht, jetzt alles Grau davongepustet - und die Sonne strahlt vom Himmel. Peter wird abends schreiben, dass ihn eben dieser Wind noch mühelos 90 km weit nach Osten geschoben hat.

Bei der Ausfahrt aus Göteborg sieht es dann so aus:



Immer wieder toll: Die Durchfahrt des Schiffes unter der Älvsborgsbron. Jedes Mal glaube ich wieder, dass das Schiff da doch nicht wirklich unter durchpassen kann. Und jedes Mal werde ich doch wieder positiv überrascht. schmunzel



Mein Abend hat einen unerfreulichen und einen erfreulichen Teil: Seit Beginn meiner Sommerreise vor drei Wochen, noch in Deutschland, am Neckar, schlage ich mich mit einem dicken Abszess auf meiner Schulter rum. Lange ignoriert oder nur oberflächlich behandelt, war er in der letzten Woche zu einer echten Behinderung geworden, die mich den rechten Arm nicht mehr richtig schmerzfrei bewegen ließ. Gestern Abend begann er wirklich unerträglich zu schmerzen, und ich spielte schon mit dem Gedanken, einen ärztlichen Notdienst aufzusuchen. Die Gesundheitsbilanz dieser Reise fällt mit den ganzen Störungsbildern deutlich negativ aus. krank

Heute Abend nun, auf dem Schiff, geht er endlich von selbst auf. Und ich erkenne, dass ich wohl etwas fahrlässig war. Das hätte auch schiefgehen können. So wechsele ich im Halbstundenrhythmus von meinem Sitzplatz in der Abendsonne in die Kabine, zu erneuten Versorgung der Wunde, und wieder zurück, und wieder hin und wieder zurück. Nach Säuberung des Gebildes entpuppt sich das Ganze als ein mehr als 1 cm langer, 0,5 cm breiter und fast 1 cm tiefer Krater auf meinem Schulterblatt. schockiert Die fotografische Wunddokumentation zu veröffentlichen erspare ich allen lieber...

Dafür ein letzter Sonnenuntergang (auch wenn hier die Telefonkamera etwas überfordert war).
Denn die Abendsonne, das ist der erfreuliche Teil...



Der nächste Morgen dann bringt wieder gutes Wetter, noch etwas zögerlich frühmorgens auf dem Meer noch vor der Einfahrt in die Kieler Förde...



... und erfreulich gut dann später am Tag , als ich an der Kiellinie mehrere Stunden Wartezeit verbringe, weil die beiden ICs des Vor- und frühen Mittags ab Hamburg keine Stellplätze für mein Rad mehr hatten. So kann ich in aller Ruhe endlich das Zelt trocknen. träller



Schließlich fahre ich wieder einmal mit dem "Lumpensammler" nach Hause, das ist der letzte IC des Tages, der nur von Hamburg bis Göttingen fährt, die Bummelstrecke im Leinetal statt der Schnellfahrstrecke nutzen muss und all das aufsammelt, was von den früheren Zügen nicht mehr mitgenommen wurde. Der Leere im Fahrradabteil wie im angrenzenden Großraumabteil zufolge bin das heute nur ich. schmunzel





Sohn und Nichte erwarten mich bereits im Familienlieblingsrestaurant zum Burgeressen und Cocktailtrinken.
Man kann schlechter wieder zuhause begrüßt werden. schmunzel

---

Einige Anmerkungen zum Schluss.

Das war eine besondere Reise für mich, die erste längere Radreise ohne Kind. 15 kürzere und längere Radreisen haben wir zusammen unternommen, dazu zahlreiche weitere Zug- und gelegentlich auch Autoreisen, zudem eine Paddelreise. Dieses Jahr sind wir - geplant und beiderseitig erwünscht - zum ersten Mal getrennter Urlaubswege gegangen. Es ging also eine Ära zu Ende. Einen Moment gab es, wo ich ihn ein wenig vermisste, meinen Sohn, und das war ausgerechnet im Moesgaard Museum. Das waren immer besondere Dinge für uns gemeinsam, derartige Museumsbesuche. Ich habe aber festgestellt: Das gefällt mir auch alleine gut. schmunzel Ich hatte allerdings schon vorher keinen Zweifel daran.

Was mir natürlich besonders gefiel, war die vollkommen freie Zeiteinteilung. Wann ich losfuhr, wann ich Pause machte, wann ich auf dem Campingplatz ankommen wollte, entschied ich plötzlich alles nur noch für mich allein. Das mag für langjährige Soloradler eine Selbstverständlichkeit sein, für mich war es das überhaupt nicht: Jahrelang war sehr vieles vor allem an den Bedürfnissen des Kindes ausgerichtet, wenn natürlich in den letzten Jahren immer weniger. Die Tatsache, dass ich mir überhaupt Zeit für das Fotografieren nehmen konnte, war schon eine Besonderheit: Das war zum ersten Mal etwas mehr als einfach nur schnell Drauflosknipsen.

Zum Reiseziel: Jütland ist nun wahrlich kein spektakuläres Reiseziel. Für eine spontane Reise (diese wurde erst vier Wochen vorher überhaupt angedacht) mit Zelt, und bei Anreise aus dem Norden Deutschlands aber dermaßen unkompliziert, dass ich sicher nicht das letzte Mal hier oben war, um einfach ein paar Tage am Meer zu radeln. Und schön finde ich es hier bei jedem Wetter.

Das Teilprojekt Dänemark meines Lebensprojekts Nordseeküstenradweg ist nun aber abgeschlossen. bier

---

Ein Foto hab ich mir für den Abschluss aufgehoben; es gefällt mir so gut:




Danke fürs Mitreisen. schmunzel

Geändert von Tine (08.01.18 09:17)
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#1308284 - 29.10.17 23:40 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Keine Ahnung]
Tine
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Hallo Arnulf,
ich habe jetzt einen zweiten Teil angelegt, würde aber, wenn über meinen Antrag positiv entschieden würde, den zweiten Teil hier mit rüberkopieren. So aber kann ich auch noch später all die vielen Fehler, die ich aus Müdigkeit übersehen habe, korrigieren. peinlich
Es wäre wirklich toll, wenn das geändert wird mit den Editierrechten.
Tine
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#1308285 - 29.10.17 23:41 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Tine
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Für das Gesamtprojekt Berichterstattung über die erfolgreiche Beendigung des Teilprojekts meines Lebensprojekts kann ich nun vermelden:

Fertig. schmunzel
Ich auch. grins
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#1308312 - 30.10.17 08:38 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Radix
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Wenn ich mir das so anschaue, bekomme ich wieder Lust auf Dänemark. Letzte Radreise dorthin und erste überhaupt war in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zwinker. Weit waren wir nicht gekommen, von Hamburg aus startend. Damals per Super 8 festgehalten.

Und schön flach ists dort auch schmunzel

Danke für die Inspiration.

“When man invented the bicycle he reached the peak of his attainments.” Elizabeth West


Geändert von Radix (30.10.17 08:39)
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#1308329 - 30.10.17 09:27 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Radix]
Tine
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Ja, Dänemark ist ein stark vernachlässigtes Radreiseland. schmunzel Zumindest in diesem Forum. Gut für die erste Radreise, und dann vergessen es die meisten wieder. grins Dank Kinderanhänger und später selbstradelndem Kind habe ich es nicht vergessen, sondern bin aus Gründen der einfachen Realisierbarkeit und kindgerechter Infrastruktur da immer wieder hin. Dieses Mal war es eben ein Abschluss und es war - Bornholm inklusive - meine siebte Radreise in diesem Land.

Was aber das "flache" Land angeht, so bin ich immer wieder irritiert über dieses Vorurteil. Sicher, das sind weder die Alpen noch die Pyrenäen noch der Pamir, aber die Ostküste Jütlands ist alles andere als flach. Nördlich des Limfjords: Ja. Davor aber: Nein. Knapp 4000 Hm auf 560 km sind vermutlich für die allermeisten hier kein anspruchsvolles Terrain - mir hat es aber für eine Radtour im "Flachland" definitiv ausgereicht. lach

Grüße nach Berlin!

Achso, damit das nicht untergeht: Hier ist übrigens der zweite Teil.

Geändert von Tine (30.10.17 09:29)
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#1308358 - 30.10.17 11:21 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Keine Ahnung
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Hallo Tine,

ich hoffe, dass die Administratoren den Vorschlag aufnehmen, den ich persönlich als sehr sinnvoll erachte. Weitergeben habe ich die Idee auf jeden Fall - jetzt müssen die Admins nur Zeit haben und den Vorschlag auch akzeptieren. Das Zusammenpacken mehrerer Teile ist dann auch kein Problem, dass kann ich gerne übernehmen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1308397 - 30.10.17 14:27 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
SchottTours
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Hallo Tine,

ganz herzlichen Dank für Deinen launigen und durch die herrlichen Bilder sehr stimmungsvollen Reisebericht aus dem kleinen Königreich. Ich war in Dänemark (auch) schon in allen Ecken und an allen Enden radelnd unterwegs. Und auch ich mag genau wie Du Fährüberfahrten sehr und plane meine Touren entsprechend. Samsø ist wirklich nochmal eine Reise wert, wir haben dort schon herrliche Radltage verbracht. Nordby ganz im Norden der Insel ist z.B. dänische Idylle pur!

Liebe Grüße
Uwe
Tomorrow's not promised - and the past is over (Dru Joyce II)
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#1308415 - 30.10.17 16:10 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: SchottTours]
Tine
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Hallo Uwe,

Danke Dir! schmunzel Du kennst garantiert mehr Ecken in Dänemark als ich, wenn ich Deine Andeutungen, wo Du dort schon überall warst, richtig interpretiere. Mir fehlen z.B. noch ganz viele Inseln. U.a. Grönland. grins Nein, im Ernst, bisher habe ich nur wenige Inseln beradelt (dafür Bornholm in früheren Jahren sehr sehr gründlich), und von Samsø habe ich letztlich viel zu wenig gesehen - der Campingplatz ganz im Norden hatte mich tatsächlich mehr gereizt als der, wo ich schließlich war. Aber das war mit der kränkelnden Achillessehne nicht so sinnvoll, bis ganz raus zu radeln. Ich wollte ja einen Ruhetag...

Ich war aber vermutlich nicht das letzte Mal in Dänemark.

Für den nächsten Sommer peile ich aber eine Inselgruppe an, die Du ja wohl recht gut kennst: Die Åland-Inseln. Ich dagegen war da noch nie, und jetzt ist mal wieder was Neues dran. schmunzel

Liebe Grüße,
Tine
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#1308416 - 30.10.17 16:11 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Keine Ahnung]
Tine
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In Antwort auf: Keine Ahnung
Das Zusammenpacken mehrerer Teile ist dann auch kein Problem, dass kann ich gerne übernehmen.
Danke, das wäre schön.
Grüße,
Tine
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#1308417 - 30.10.17 16:20 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
Radix
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Wir sind damals nur bis zum Strand von Åbenrå gekommen, sofern ich mich recht erinnere. Ist jedenfalls der letzte Ort, den ich im Film identifizieren kann.

Das sind ja denn doch fast schon walisische Verhältnisse bezüglich der Hügelei. Auf einer entsprechend langen Strecke von London nach Fishguard durfte ich mich über rund 6000 Höhenmeter erfreuen. Mehr brauche ich auch nicht zum glücklich sein lach , kann Dich also gut verstehen.

Grüße zurück aus dem grad sonnigen Berlin nach Göttingen.

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Geändert von Radix (30.10.17 16:21)
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#1309033 - 03.11.17 18:54 Re: Jütlands Ostküste 2017 Teil 2 [Re: Tine]
Jaffa
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So ein schöner Bericht! Ich mag deine Fotos. Die Zeit der getrennten Urlaube nähert sich bei uns auch so langsam, nachdem unser Sohnemann (14) erstmalig angekündigt hatte, alleine Urlaub machen zu wollen. Probeweise schicken wir sie in den nächsten Sommerferien auf eine Zweitagestour mit Rad und Zelt zum Dümmer See. Dort können sie dann noch ein paar Tage dranhängen. Ich freue mich, dass er flügge wird:-).

Eine neugierige Frage: dein Reiserad gefällt mir, die Farbe ist toll und die Geometrie auch. grins. Leider kann ich den Namen auf dem Rahmen nicht entziffern grins. Verrätst du ihn? ( ich tippe auf Contura?)
Gruß
Etti

Geändert von Jaffa (03.11.17 18:57)
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Off-topic #1309035 - 03.11.17 18:58 Re: Jütlands Ostküste 2017 Teil 2 [Re: Jaffa]
Jaffa
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Nee, Intec, oder?
Gruß
Etti

Geändert von Jaffa (03.11.17 18:59)
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Off-topic #1309086 - 03.11.17 22:53 Re: Jütlands Ostküste 2017 Teil 2 [Re: Jaffa]
Tine
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In Antwort auf: Jaffa
Nee, Intec, oder?
Genau! schmunzel Intec M2. Wobei die Farbe eigentlich ein Tick anders werden sollte. Ich hatte den Fehler gemacht, nur von einer Farbkarte auszuwählen. Naja. Nach nunmehr sechs gemeinsamen Jahren ist mir das Kerlchen auch mit diesem nicht ganz passenden Farbton ans Herz gewachsen... lach

Freut mich, dass Dir der Bericht gefällt.

Das Flüggewerden begrüßen ja nicht alle Eltern. Ich fand und find es noch immer gut. Gibt für alles eine Zeit.

Ein Teil dieser Fotos (zusammen mit etlichen anderen aus all den Jahren Radreisen) habe ich gerade heute Abend zum allerersten Mal methodisch in einem Workshop eingesetzt. Kam gut an. Jetzt weiß ich endlich, warum ich seit Jahren Fotos von "Wegen" zusammengesammelt habe. schmunzel

Grüße
Tine

Geändert von Tine (03.11.17 22:55)
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#1309359 - 06.11.17 07:09 Re: Jütlands Ostküste 2017 [Re: Tine]
HanjoS
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Hallo Tine,

ich fand Deinen Bericht und besonders auch die tollen, teilweise sehr stimmungsvollen Bilder klasse, soll heißen sie haben mich als Knipser sehr angesprochen; das fachmännische Urteil wurde ja schon vom Griechenlandfahrer abgegeben zwinker

Du machst mir richtig Lust, Dänemark auch für eine der nächsten Reisen vorzumerken. Ich war vor 35 Jahren mal in Dänemark und habe außer Aarhus und Samsø nicht viel vom Festland gesehen; wir waren damals mit 6 Leuten auf 'nem Segeltörn im kleinen Belt unterwegs. Uwes Hinweis auf Nordby (Samsø) kann ich nur unterstreichen. Wir lagen mit dem Boot in Mårup Havn und haben von dort aus den nördlichen Teil der Insel erkundet.

Also: Dänemark auf die Liste der zukünftigen Reisen setzten: check grins Das wird wohl aber frühestens in 2019 möglich sein. Für 2018 sind schon Sächsische und Böhmische Schweiz und Riesengebirge vorgesehen.

Dass Du unterwegs ausgerechnet auf ein grünes Fahrrad gestoßen bist, ist bestimmt kein Zufall, mir geht es da ähnlich lach




Den 2. Teil Deines Berichts lese ich dann heute Abend.
Schöne Grüße aus OWL, Hanjo

Der etwas andere Übersetzer: DeepL Übersetzer

Geändert von HanjoS (06.11.17 07:09)
Änderungsgrund: Schreibfehler korrigiert
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#1309466 - 06.11.17 19:18 Re: Jütlands Ostküste 2017 Teil 2 [Re: Tine]
HanjoS
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Hallo Tine,

ich habe nun auch diesen Teil Deines Berichts gelesen und bin froh, so intensiv habe Teilhaben können sowohl am Verlauf der Strecke samt deren in Bildern eingefangenen Eindrücken, als auch am weiten Spektrum Deiner hier gut vermittelten Gefühlslage. Sei diese nun geprägt vom zermürbenden Gegenwind, sich ständig wiederholenden Aufs und Abs dänischer Hügellandschaft oder eben auch den Momenten der Glückseligkeit, die Du im Stande bist zu erleben: ein besonderer Sonnenuntergang hier, ein Moment der friedlichen Morgenstille allein am Meer oder auch die Begeisterung über einen niederländischen CP-Betreiber, der anscheinend für die Spezies "Radreisender mit Zelt" besondere Anstrengungen unternimmt.

Für mich macht genau diese Mischung aus Berichterstattung einerseits, dem Mitnehmen in die Welt eigener Gefühle und Stimmungen andererseits und das ganze gespickt mit wunderschönen Bildern das aus, was mich einfängt, fesselt und freuen lässt auf Berichte späterer Reisen, die sicherlich folgen werden.
Schöne Grüße aus OWL, Hanjo

Der etwas andere Übersetzer: DeepL Übersetzer
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