Re: Zeckenbiss oder was?

von: weasel

Re: Zeckenbiss oder was? - 02.08.20 13:29

In Antwort auf: Ticino

Ich habe keine Erfahrung mit einer vorbeugenden Behandlung mittels Einzeldosis, finde aber die Erläuterung des RKI (s. Link, den ich Dir geschickt habe) korrekt und logisch.
Denn: Es ist sehr fraglich, ob die Verletzung von einer Zecke herrührt. Wenn doch, ist es fraglich, ob das Tierchen infektiös war. Wenn doch, war die Kontaktzeit sehr kurz, und dadurch die Übertragung von Borrelien wenig wahrscheinlich.
Zur Resistenzbildung: Doxycycline wird tonnenweise verbraucht, z.B. in der Veterinärmedizin, da machen deine 200mg die Suppe nicht fett.
Irgendwie habe ich das Gefühl, du habest das Medikament schon geschluckt. Wenn ja, mach dir keinen Kopf. Ich kenne genug Kollegen und Pflegepersonal, die das selbe tun würden. Es ist nichts Illegales dabei und ist auch moralisch nicht verwerflich. Es entspricht einfach nicht "der reinen Lehre".
Alles Gute wünscht, Werner W.

Ich habe auch meine Zweifel, ob es wirklich ein Zeckenbiss war, da dieses abgestriffene schwarze etwas vielleicht nur Dreck war, der durch das austretende Blut eines gerade frischen Bremsenbisses dranhaftete. An einen frischen Zeckenbiss glaube ich nicht, da der Kontakt zum hohen Gras gerade mal max. 15-20min. zurücklag.

Wobei ich allerdings auch an den Abenden der Vortage immer mit kurzer Hose und gelegentlichem Kontakt zu hochwachsendem Gras unterwegs war und mich zuhause fahrlässigerweise nicht abgesucht habe.
Da sich das Ding leicht und v.a. rückstandslos mit dem Fingernagel abstreifen ließ, hätte es sich dann IMHO nur um eine bereits vollgesaugte Nymphe handeln können, die sich, da Mahlzeit beendet, bereits darauf vorbereitete wieder abzufallen. Als ich näml. vor einigen Jahren mal eine noch nicht vollgesaugte Nymphe mit der Zeckenkarte entfernte, konnte ich feststellen, daß die sich in Anbetracht ihrer geringen Größe erstaunlich fest in der Haut verhaken.

Falls eine vollgesaugte Nymphe kurz vor dem Abfallen genauso aussieht, wie eine vollgesaugte adulte Zecke, also eher helleres grau und relativ rund, dann kommt das meiner (zugegeben sehr flüchtigen) Erinnerung zufolge nicht hin. So spricht doch alle eher für entweder an blutigem Bremsebiss haftenden Dreck, verkrustetes Blut, oder halt doch eine sofort zubeissende adulte Zecke, die ich dann aber abgestriffen hätte, ehe sie sich in die Bissstelle richtig einhaken konnte.

Diese Einschätzung und meine Bedenken wegen Antibiotikaresistenzen (auch wenn die bei einer Einmaldosis vielleicht unangemessen sind) gab mir dann den Ausschlag die Einmaldosis nicht zu nehmen.
Wegen UV-Sensitivierung, wie jemand weiter oben angemerkt hat, hätte ich mir bei einer Einmaldosis hingegen keine Sorgen gemacht, zumal ich die Mittagssonne z.Zt. eh meide.

Als ich vor einigen Jahren mal eine festgebissene Zecke entfernt habe, habe ich aber tatsächlich die Einmaldosis genommen. Die Zeckenpopulation in unserem Landkreis ist nämlich zu rund 30% mit Borrelien durchseucht. Mit- oder hauptentscheidend war aber auch die Tatsache, daß Doxycycline in der Schublade lag und ich entsprechend Null Aufwand hatte.

Ich nehme den Vorfall als sinnvolle Mahnung, das abendliche Absuchen (und auch regelmäßig unterwegs nach Kontakt mit hohem Gras) wieder disziplinierter zu praktizieren. Ich bin da nämlich wirklich etwas lax geworden und hatte das genauere abendliche Absuchen durch (natürlich ebenso wichtige) mehr o. weniger regelmäßiges Absuchen nur der Beinpartien unterwegs praktisch komplett ersetzt.

Ich muss auch eingestehen, daß ich eigentlich Autan (Icaridin) seit Jahren im Schrank, aber und nie verwendet habe. Keine Ahnung, ob das nach mehrere Jahren jetzt überhaupt noch wirkt.