Re: Auf Schotterpisten durch die Westalpen

von: lutz_

Re: Auf Schotterpisten durch die Westalpen - 18.09.12 21:18

Am nächsten Tag wollen wir die die Gegend zwischen dem Claree-Tal und Briancon erkunden. Gewarnt durch veloträumers Bericht wussten wir, dass uns von Val de Pres Richtung Col de Granon eine steile und steinige Schotterpiste erwartet. Mit breiten Stollenreifen und in der kleinsten Über- bzw. Untersetzung 22-34 ist die Piste trotz Gepäck für uns bergauf aber gut fahrbar. Allerdings teilen wir veloträumers Einschätzung, dass die Piste im unteren Teil für Reiseräder definitiv nicht geeignet ist. Nach Erreichen des Weilers Granon geht die Steigung leicht zurück und oberhalb der Waldgrenze öffnet sich der Blick zum Col de Granon. Von dort führt eine Piste in leichtem Gefälle immer am Hang entlang zum Fort d'Olive.









Nach Erreichen dieser Piste folgen wir ihr ein kurzes Stück und biegen wir gleich darauf auf eine Militärpiste zum Fort de Lenlon. An diesem Abzweig werden wir später auf dem Weg vom Fort d'Olive wieder vorbeikommen. Das Fort Lenlon thront in beeindruckender Lage auf einem Berggipfel. Von hier aus hat man einen tollen Rundumblick. Nach einer ausgedehnten Rast nehmen wir den Serpentinentrail der hinunter zum Fort d'Olive führt. Es liegt direkt oberhalb des Val Claree und hier gibt es viele Gebäude, Munitionsdepots und kilometerlange Tunnel zu entdecken.

















Vom Fort d'Olive geht es kurz bergab bevor die Piste in angenehmer Steigung immer am Hang entlang kilometerlang bis zum Col Granon zieht. Hier ist das Ende der ca. 11 Kilometer langen asphaltierten Straße, die von Le Villard Late bei Briancon heraufkommt. Dort befindet sich ein großer, voll belegter Parkplatz und eine bewirtschaftete Hütte. Der Ausblick auf das Ecrins-Massiv mit Pelvoux, La Meije und Barre des Ecrins ist gigantisch und wir studieren in aller Ruhe die Orientierungstafel oberhalb der Passhöhe.











Ab hier führt das schmale Sträßchen rund 11 Kilometer steil hinunter ins Tal. Etliche Rennradler sind unterwegs und kurbeln hier die Sackgasse hoch, der Verkehr ist hier natürlich viel weniger als auf den großen Alpenpässen. Mit jedem Kilometer wird es wärmer und unterbrochen von etlichen Fotostopps genießen wir zur Abwechslung den glatten Asphalt, auf dem wir talwärts rollen. Die Barre des Ecrins verschwindet langsam aus dem Blickfeld, dafür öffnet sich der Blick auf den Talkessel von Briancon.











Im Tal unten angekommen wird zunächst der erste Brunnen angesteuert und ein paar Kleidungsschichten abgelegt. Anschließend fahrn wir noch die wenigen Kilometer nach Briancon auf den Camping des 5 Valees. Irritierend ist nur die Ausschilderung des Campings mit reichlich untertriebenen Entfernungsangaben. Im nahegelegenen Carrefour decken wir uns mit diversen Leckereien ein und verzweifeln an der Kasse ob der unglaublich umständlichen Zahlweise mit Schecks. Da weiß man das Tempo an einer deutschen Supermarktkasse mal wieder zu schätzen. Nur wenige Stunden nach Betreten des Supermarkts sind wir schon wieder draußen und genießen einen lauen Sommerabend auf dem Camping.