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#1410340 - 02.01.20 12:22 Vom Balkan nach Norddeutschland 2019
Keine Ahnung
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 11079
Dauer:22 Tage
Zeitraum:1.6.2019 bis 22.6.2019
Entfernung:2430 Kilometer
Bereiste Länder:baBosnien-Herzegowina
deDeutschland
hrKroatien
atÖsterreich
siSlowenien
czTschechische Republik

INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé


VORWORT ZUM VORWORT

Eigentlich ist es ein Vergnügen, eine schöne Radreise nochmals Revue passieren zu lassen! Das Sichten und Bearbeiten der vielen Bilder und insbesondere die Zuordnung zu bestimmten Örtlichkeiten bedeutet allerdings eine ganze Menge Arbeit, auch wenn ich hier „Geotagging“ nutzen kann (Kombination des aufgezeichneten Tracks und der Zeitangabe bei den Bilder über das Programm FotoGeoTag). Dann ist da noch das Schreiben des Textes und so verzögert sich die Fertigstellung des Reiseberichts doch immer erheblich, insbesondere, da ich ja auch so recht viel zu tun habe und ich meine Freizeit lieber auf dem Rad als vor dem Computer verbringe. Nun ist es aber geschafft! Stück für Stück wird hier nun mein recht langer Bericht erscheinen. Die Links im Inhaltsverzeichnis werden natürlich erst dann alle aktiv sein, wenn die Teile auch veröffentlicht sind.

Wie schon in den vergangenen Jahren habe ich für meine Radreise 2019 im Vorfeld viele wertvolle Hinweise hier im Forum sammeln können, die ich – wo es möglich war – in meine Tourenplanung habe einfließen lassen. Varianten meines geplanten Tracks habe ich dann aber vor Ort manchmal doch wieder revidiert, entweder, weil sie mir doch nicht so attraktiv erschienen oder weil sich kurzfristig eine neue Wegführung als vorteilhafter erwiesen hatte. Dennoch haben die Vorschläge im Forum sich auf die Gesamttour wieder positiv ausgewirkt. Vielen Dank! bravo

Aufgrund meiner sehr guten Erfahrungen mit der Verwendung von GPS-Navigation in den letzten Jahren, habe ich auch diesmal einen Track mit Alternativstrecken sehr gründlich im Vorfeld ausgearbeitet und dann auf mein Navigationsgerät (Garmin GPSMap 62s) in Portionen von 130-km-Abschnitten aufgespielt. Außer der etwas übersichtlicheren Kartendarstellung auf meinem Smartphone (Osmand) habe ich keine weiteren Karten mitgeführt. Kartenstopps zur Orientierung (bei meinem miserablen Orientierungssinn waren die früher sehr häufig nötig) waren so bestenfalls noch zum Gewinnen einer Übersicht oder zum Suchen von Zeltplätzen, Quartieren, Supermärkten usw. nötig.

Bis auf die erste Unterkunft hatte ich keine Übernachtungsmöglichkeiten im Vorhinein geplant und jeweils spontan entschieden, wo ich am Abend die Tour beenden würde. Nützlich für das Auffinden von Campingplätzen war wieder Archies, welches mir sowohl auf dem Garmin als auch auf dem Mobiltelefon die Suche nach Campingplätzen erleichterte. Die Verwendung von Booking.com für das Suchen und kurzfristige Reservieren von „festen Quartieren“ war extrem hilfreich bei der spontanen Unterkunftssuche.

Noch ein Tipp, der das Erstellen von Reiseberichten aus Ländern, die „seltsame Schriftzeichen“ verwenden, vereinfacht. Es gibt hier recht praktische Hilfsmittel, die das Erzeugen der entsprechenden HTML-Codes ermöglichen (im verlinkten „Tool“ müssen „named character references“ erlaubt werden).


VORWORT

Nachdem ich 2018 Irland, Nordirland, Schottland und England bereist hatte, auch in der Absicht, dem Brexit zuvorzukommen, der ja dann doch nicht so schnell bewerkstelligt wurde, wollte ich gerne wieder einmal in den Süden. Nach mehreren Radtouren im Balkangebiet, habe ich mich in diesen Teil Europas – zumindest was das Radfahren angeht – verliebt. verliebt

Wie die Leser meiner früheren Berichte wissen, machen mir schlechte Wege nichts aus und ich suche sogar ganz bewusst die kleinen Sträßchen und Wege. Allerdings bin ich im Balkan vorsichtig geworden und wenn ich auch die großen Straßen meide, bin ich bei den ganz kleinen Wegen etwas zurückhaltend. Dennoch war diese aktuelle Radtour durchaus von sehr vielen Abschnitten geprägt, die durchaus zu einer MTB-Tour mit leichtem Gepäck eingeladen hätten, mit dem Reiserad aber eine kleine Herausforderung darstellten. Und hierzu trug nicht nur der Balkan bei, sondern auch Teile des „Grünen Bandes“, dem ich in Tschechien und Deutschland ein ganzes Stück gefolgt bin. Fahrbar war letztendlich alles, aber wer meinem Track für eine eigene Tour folgen will, sollte wissen, was zu erwarten ist. Ich würde die Strecke wieder so fahren und wer auch bereit ist, schlechtere Wegstrecken mit einzubauen, wird hier sicher eine schöne Radreise machen können. Wer aber die Abwesenheit von glatten Asphaltflächen, die es durchaus auch und sogar überwiegend auf der Tour gab, als Ärgernis empfindet, sollte sich lieber andere Tracks als Vorlage aussuchen.

Eigentlich würde ich Flüge im Zusammenhang mit meinen Radreisen am liebsten ganz vermeiden. Leider ist das aber – zumindest mit einem relativ eng abgesteckten Zeitrahmen – häufig keine realistische Option. So entschloss ich mich, als Kompromiss zwar den Startpunkt per Flugzeug anzusteuern, im Ausgleich dafür aber mit dem Fahrrad bis nachhause zu fahren. Leider waren die Direktflüge nach Podgorica von Bremen nicht mehr im Programm und so entschloss ich mich, Dubrovnik als Ausgangspunkt zu nehmen. Da ich der Küste Kroatiens bereits entlanggefahren bin, wollte ich diesmal Bosnien und Herzegowina genauer kennenlernen. Sarajewo und Umgebung hatte ich bereits mit dem Rad erkundet, so dass hier nun die Rahmenbedingungen für den ersten Teil festgelegt waren. Das Ziel war auch klar und unterwegs bot es sich an, meine Schwester in Passau und dann meinen Bruder in meiner Heimatstadt Münchberg zu besuchen.

Meine guten Vorsätze, die Länge der Tagesetappen kürzer zu halten, erwiesen sich schnell wieder als „stark gefährdet“. Höhenmeter hätte ich reduzieren können, wollte ich aber nicht – selber schuld. Insbesondere in Kombination mit eher MTB-tauglichen Wegen ergab sich aus der Kombination „Doch-wieder-zu-lange-Tagesetappen“ und „Gewollt-viele-Höhenmeter“ eine zum Teil recht anstrengende Kombination.

Natürlich kam die Zeltausrüstung mit, ich nutzte aber auch immer wieder einmal „feste Unterkünfte“. Insbesondere im touristenfreien Bereich des Balkan sind Zimmer und Apartments zum Teil derart billig, dass man in die Preisklasse der Campingplätze in Touristenregionen gelangt. Meine sonstige Ausrüstung hat sich nicht wesentlich geändert und wurde z. B. HIER schon ausführlich beschrieben. Das Fahrrad hat auch die recht ruppigen Wegstücke in Bosnien klaglos weggesteckt und hielt ohne eine einzige Panne bis zum Ziel durch. Und auch, wenn es etwas mehr Gewicht bedeutet, auf die federnden Elemente (Gabel und Sattelstütze) hätte ich nicht verzichten wollen.

Und wie immer etwas Statistik für die Liebhaber von Zahlen, auch wenn eigentlich andere Dinge bei so einer Tour viel wichtiger sind!


Dubrovnik – Lemwerder (01.06. – 22.06.2019):

Fahrtage Fahrrad: 20,5 Tage
Gesamtstrecke: 2.430 km mit Fahrrad und ca. 130 km mit Bahn
Insgesamt bewältigte Höhenmeter (laut Navigationsgerät): 31.700 m
Durchschnittliche Tagesleistung mit dem Fahrrad: ca. 120 km / 1.550 m
GPS-Track: Dubrovnik – Lemwerder (geplante Version) und genutzte Alternative über Hallstätter See.

Die Strecke ist bei GPSies zu finden und darf wie immer natürlich auch heruntergeladen und nachgefahren werden. Der Link verweist hierbei aber lediglich auf die geplante Strecke, die kaum von der tatsächlich gefahrenen Strecke abweicht (Ausnahmen: Variante über Blaa- und die Rettenbachalm - tatsächlich gefahren: Hallstätter See; Loibl-Tunnel anstatt altem Loiblpass). Es sind aber nicht all die kleinen Abstecher (Zeltplatzsuche, Besichtigungen usw.) enthalten. Diese zusätzlichen Kilometer ergeben sich auf so einer Tour automatisch. Die mit dem Navi ermittelten Höhenmeter, die ich im Folgenden auch angebe, sind deutlich weniger als die in GPSies berechneten. Das Navi erscheint mir aber hier zuverlässiger zu sein.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (17.01.20 10:08)
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#1410342 - 02.01.20 12:43 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Keine Ahnung
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abwesend abwesend
Beiträge: 11079
INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé



Die Radreise 2019

DER ERSTE TAG (01.06. – 5 KM / 40 HM + FLUG)

Leider war ein Direktflug von Bremen nach Dubrovnik nicht möglich. Dennoch nutzte ich die Nähe des Bremer Flughafens, um von dort loszufliegen. Meine Frau brachte mich mit dem vorher gut verpackten Fahrrad zu dem von uns nur eine knappe halbe Stunde entfernten Flughafen. Um 16:15 Uhr ging es von BRE mit Lufthansa nach München. Von dort sollte es kurz darauf mit Eurowings nach Dubrovnik (der Flughafen dort liegt bei Čilipi) weitergehen. Leider hatte der Flug fast zwei Stunden Verspätung, so dass ich im Dunkeln vom Flughafen losfahren musste.


Bild: Flughafen Dubrovnik bei Čilipi.

Das Quartier hatte ich ja schon zuvor in Cavtat gebucht und meine verspätete Ankunft hatte ich schon von München aus angekündigt. Die „Villa Adria“ erreichte ich schließlich um 22:30 Uhr. Mein Navi ermöglichte eine Punktlandung und ich war froh, nicht im Dunkeln noch suchen zu müssen.


Bild: Flughafen Dubrovnik bei Čilipi – hier muss ich rechts, links geht es nach Montenegro.


DER ZWEITE TAG (02.06. – 148 KM / 945 HM)

Um ca. 7 Uhr fuhr ich von der „Villa Adria“ los. Sofort konnte ich den Blick auf das Adriatische Meer genießen. Viel näher kam ich dem Meer diesmal nicht …


Bild: Blick aufs Adriatische Meer bei Zvekovica, Kroatien.

Nach ca. 20 km konnte ich für Frühstück und Mittagessen in einem „Maxi Konsum“ einkaufen. Dort fand ich auch gleich noch eine Gaskartusche (ich verwende Stechkartuschen mit dem inzwischen leider kaum noch erhältlichen Edelrid-Adapter). So ausgerüstet ging es zunächst einmal in Kroatien Richtung der nicht weit entfernten Grenze zu Bosnien und Herzegowina (BiH). Gerade in Küstennähe überwiegt das südländische Flair.


Bild: Bei Mlini, Kroatien.


Bild: Čelopeci, Kroatien.

Schon bald (gegen 9:30 Uhr) war die Grenze erreicht. Der Einreise nach BiH war problemlos. An der langen Autoschlange konnte ich vorbeifahren und es war wohl kein deutscher Autofahrer dabei, da mir durchwegs nur freundlich dabei zugewunken wurde zwinker . Schon gleich nach der Grenze änderte sich das Aussehen der Landschaft und der „Ansiedlungen“. Während auf kroatischer Seite insbesondere der Tourismus dafür gesorgt hat, dass in Küstennähe (abseits davon ist das anders) die Welt „wieder in Ordnung war“, waren in BiH die Kriegsfolgen gleich wieder zu sehen. Zum einen sorgten sie für „unberührte Natur“, zum anderen aber spiegelten sie sich in einer großen Zahl zerstörter Gebäude oder Siedlungen wider.


Bild: Bei Ivanica, BiH.


Bild: Bei Uskoplje, BiH.

In Bosnien und Herzegowina ging es praktisch die ganze Zeit entlang einer alten Bahnlinie („Ćiro-Radweg“).


Bild: Ćiro-Bahnradweg bei Uskoplje, BiH (LINK).

Der Radweg war sehr gut in Schuss und meist ohne Autoverkehr. Wer von der Küste her kommend nach Mostar fahren will, sollte diesen Weg unbedingt nutzen! Der Weg selber und auch die Ausblicke auf die Natur machten den ersten Tag der eigentlichen Radreise zu einem schönen Erlebnis. Ab und zu begegnet man anderen Radfahrern, aber überlaufen ist der Weg definitiv nicht. Ich traf z. B. eine Gruppe kanadischer Radfahrer, die auf ihren MTBs mit sehr leichtem Gepäck unterwegs waren. Ihre Tour war „organisiert“ und das Gepäck wurde für sie transportiert.


Bild: Ćiro-Bahnradweg, BiH.



Bild: Ćiro-Bahnradweg bei Hum (mit Minenwarnschild), BiH.


Bild: Hum, BiH.


Bild: Bei Grmljani, BiH.


Bild: Am Trebišnjica, BiH (längster Karstfluss Europas).


Bild: Am Ćiro-Bahnradweg bei Čvaljina, BiH.

Dass man entlang einer alten Bahnlinie unterwegs war, konnte man immer wieder an den alten Bahnstationen bemerken, die zum Teil zerfallen aber zum Teil auch in anderer Funktion genutzt wurden. Nicht durchgehend war der Weg asphaltiert. In BiH ohne Schotterstrecken oder einfache Wege vollständig zu vermeiden, dürfte wohl die ausschließliche Nutzung von Hauptstraßen voraussetzen.


Bild: Ćiro-Bahnradweg bei Velja Međa, BiH.


Bild: Ćiro-Bahnradweg, BiH.


Bild: Alter Bahnübergang über die Krupa, BiH.

Insgesamt eine viertel Stunde Regen musste ich „ertragen“, ansonsten war das Wetter gut und die Temperaturen sehr angenehm. Offensichtlich hatte es aber hier noch keinen Wassermangel, wie das Grün, welches mich fast überall umgab und die reichlich wasserführenden Flüsse bewiesen.


Bild: Der Fluss Neretva bei Žitomislići, BiH.

Schließlich kam ich in Buna beim „River Camp – Half Island“ an, wo ich zum ersten Mal mein Zelt aufschlug und mein Abendessen kochte. Die ca. 11 Euro für die Nacht waren ein Schnäppchen im Vergleich zu den Preisen, die für Zeltplätze an der kroatischen Küste immer wieder verlangt werden, wo der Tourismus die Preise diktiert.


Bild: Übernachtung bei "River Camp Buna", BiH.


DER DRITTE TAG (03.06. – 100 KM / 1600 HM)
Das Zelt (Naturehike Star River 2), welches sich schon die letzten zwei Jahre auf den Radreisen exzellent bewährt hatte, hielt auch auf dieser Radreise ohne Beanstandung durch. Auch der Rest der Campingausrüstung dürfte noch einige weitere Reisen gut überstehen.
Um 7 Uhr ging es los, weiter dem Fluss Neretva entlang. „Das“ Highlight des heutigen Tages sollte Mostar werden – ich war schon gespannt darauf und wurde nicht enttäuscht. Das sehenswerte Stadtzentrum ist nicht sehr groß, aber schön hergerichtet und dadurch auch Magnet für Touristen, die hierher gerne Tagesausflüge von der Adriaküste aus machten. Alleine war ich dort zumindest nicht. Das änderte sich aber dann schon kurz nach der Stadtgrenze schnell wieder. Selbst in Mostar muss man aber nicht lange suchen, um Spuren des Krieges zu finden. Eine kleine Fotoserie zeigt ein paar Eindrücke von dieser einst heiß umkämpften Stadt.


Bild: Friedhof bei Mostar, BiH.


Bild: "Stari most" - die "Alte Brücke" in Mostar, BiH.


Bild: Auch das ist Mostar ...


Bild: Hier gibt es Tourismus ...


Bild: Blick von "Stari most" - die "Alte Brücke" in Mostar, BiH.


Bild: Wie gesagt, es gibt Tourismus …


Bild: Karađozbeg-Moschee in Mostar, BiH.

Nach Mostar ging es noch für ein paar Kilometer gemütlich am Fluss entlang.


Bild: Aufgestaute Neretva hinter Mostar, BiH.

Dann bekam ich aber das, was ich ja selber durch die Wegplanung „verschuldet“ hatte – schweißtreibende und anspruchsvolle Wege – aber auch wunderschöne Natur! Kurz nach dem Stausee ging es gleich auf 1100 m hoch. Die Steigung war immer um 10%. Schnell erhielt ich einen guten „Überblick“ – an Grün mangelte es nicht …


Bild: Blick ins Neretva-Tal von Humilišani, BiH.

Anfangs war die Straße noch geteert, …


Bild: Bei Humilišani, BiH.


Bild: Serpentinen bei Humilišani, BiH.

… das ging so bis das lokale Skigebiet erreicht war. Ab da wurde der Teerzwang offensichtlich aufgehoben und man konnte sich am Naturboden erfreuen zwinker .


Bild: Skigebiet bei Humilišani, BiH – Ende der geteerten Straße.

Nach dem ersten Gipfel kam gleich der nächste und so war die Tour eine sportliche Herausforderung.


Bild: Hinter Gornji Zimlje, BiH.

Die Beschilderung ließ erkennen, dass das eine „normale Landstraße“ war – die Kühe störte es aber nicht weiter. Deutsche SUV-Fahrer könnten dort endlich ein gutes Argument für ihren Zweitonner mit Allradantrieb vorbringen zwinker .


Bild: Auf der R435a kurz vor der Abzweigung auf die R435, BiH.


Bild: Kreuzung bei Kula, BiH.


Bild: … und dorthin weist das Schild … Bei Jezero, BiH.

Ich würde aber wieder dort fahren – die Natur und die Ausblicke entschädigen für die Strapazen!


Bild: Bei Jezero, BiH.


Bild: Blick hinunter auf Boračko-See, BiH.

Wenn auch die Straßenqualität in BiH vielen auch hier im Forum weniger entsprechen dürften, so gibt es immerhin praktisch überall guten Mobiltelefon-Empfang und Internetzugang ist so kein Problem. Dies half mir, mein Ziel für den heuten Tag zu identifizieren, den „Auto Kamp Miris Ljeta“ am Jablanica-See. Eigentlich wollte ich zelten, aber es drohte (und es war keine leere Drohung) Regen. Für knappe 20 Euro wählte ich dann ein kleines „Bungalow“, einen alten Wohnwagen mit Vorhütte direkt am See. So konnte ich unter der Überdachung beim Abendessen dem Regen zusehen, wie er auf den See fiel.


Bild: Auto Kamp Miris Ljeta am Jablanica-See, BiH.


Bild: Auto Kamp Miris Ljeta am Jablanica-See, BiH.

Die Brücke am Ende des Sees war mein erstes Ziel für den nächsten Tag …


Bild: Auto Kamp Miris Ljeta am Jablanica-See, BiH.


DER VIERTE TAG (04.06. – 105 KM / 1950 HM)

Nach einer ruhigen Nacht zeigte der Blick auf den See, dass es zu regnen aufgehört hatte. So fuhr ich bereits um 6:30 Uhr bei starker Bewölkung aber ohne ausfallenden kondensierten Wasserdampf los. Das Stück bis über die Brücke war dann auch schon eines der ganz wenigen flachen Stücke des heutigen Tourentages. Immerhin ging es am Anfang noch auf asphaltiertem Untergrund steil nach oben.


Bild: Brücke über Jablanica-See, BiH.


Bild: Weg vom Jablanica-See, BiH.

Die Straße führte durch eine wilde Klamm mit Wasserfällen und Wildbächen …


Bild: Bei Podhum, BiH.


Bild: Bei Podhum, BiH.


Bild: An der Neretvica, BiH.

Zuviel versiegelte Oberfläche ist sowieso nicht so gut für unsere Umwelt grins . Daher wird in BiH eine Landstraße nicht so gerne mit Asphalt verschandelt. Indirekt proportional zur Wegequalität steigt aber die Schönheit der Natur an. Fünf Stunden fuhr ich, ohne nur einer Menschenseele zu begegnen. Ein echter Genuss, obwohl die Straße zeitweise mehr einem schlechten Waldweg glich und an einigen Steigungen so matschig und steinig war, dass ich mich darauf konzentrieren musste, nicht stehenzubleiben. Dann wäre nur noch schieben möglich gewesen .


Bild: Bei Džanići, BiH.


Bild: An der Neretvica bei Slavkovići, BiH.

Eine „Abkürzung“ mündete abrupt vor einem Abhang. Da ich keine Flügel montieren wollte, suchte ich mir einen Weg zurück auf die „große Straße“, die mir ein paar ungeplante Höhenmeter bescherte, mich aber schließlich doch wieder auf den „Track“ brachte.


Bild: Ende der „Abkürzung“ an der R437, BiH.


Bild: Zum Glück gibt es ja auch die großen Landstraßen – Kreuzung entlang der R437 beim Fluss Prolaz, BiH.

Schließlich kam auch wieder die Zivilisation in Sicht. Zwischendurch zumindest auch in Form von rauchenden Köhlermeilern, die man schon von der Ferne riechen konnte. Die Mischung aus christlicher und muslimischer Kultur war in den Ortschaften offensichtlich. Klöster und Kirchen wechselten sich mit Moscheen ab.


Bild: Heilig-Geist-Kirche bei Muslinovac, BiH.


Bild: Kohlenmeiler bei Lučice, BiH.


Bild: Moschee von Živčići, BiH.

Als Ziel des heutigen Tages hatte ich das „Motel Carousel“ in Bila auserkoren, welches einen Zeltplatz angelagert hatte. Da am Abend aber ein heftiges Gewitter losbrach, entschied ich mich, gut 20 Euro zu investieren und die Nacht im Motel zu verbringen.


DER FÜNFTE TAG (05.06. – 121 KM / 1580 HM)

Wenn ich zelte, verschiebe ich das Frühstück und fahre erst ein bis zwei Stunden, bevor ich die ersten Kalorien zu mir nehme. Im Motel bot es sich natürlich an, das im Preis inbegriffene Frühstück nicht ausfallen zu lassen. So verbrachte ich die erste halbe Stunde vor dem Aufstieg auf den Drahtesel mit dem Auffüllen des Energiespeichers. Um 7:30 Uhr ging es dann los – zum Glück ohne Regen.


Bild: Motel "Carousel" in Bila, BiH.

Hatte ich schon erwähnt, dass die Wegqualität manchmal „herausfordernd“ war träller ? Fairerweise muss man sagen, dass am heutigen Tag auch längere Abschnitte mit Asphalt belegter Sträßchen dabei waren, insbesondere bei dem erneuten Anstieg auf 1200 m. Das lag auch daran, dass ich nun immer wieder an Ortschaften vorbeifuhr oder sie durchquerte. So war der Tag geprägt von interessanter Kultur und überwältigender Natur.


Bild: Zumindest relativ flach … Bei Bila, Straße entlang des Flusses Lašva, BiH.


Bild: Zulići Moschee in Travnik, BiH.


Bild: Kirche St. Johannes der Täufer in Travnik, BiH.


Bild: Travnik, BiH.


Bild: Unterwegs auf der E661, BiH.

Recycling wird in BiH großgeschrieben. Dabei wird nicht viel Energie in unnötige Anpassungen gesteckt …


Bild: In Donje Krčevine, BiH.


Bild: Hamandžići, BiH.

… wobei stellenweise auch ein etwas sorgloser Umgang mit Müll zu beobachten ist wirr .


Bild: Bei Čosići, BiH.

Bergauf ging es diesmal – wie schon erwähnt – meist auf guter Straße …


Bild: Čosići, BiH.

… bergab war dann aber wieder Naturliebe gefragt, die allerdings auch durch reichlich Natur befriedigt wurde lach .


Bild: Hinter Hamandžići, BiH.


Bild: Tal des Flusses Rika, BiH.


Bild: Oberhalb des Flusses Rika bei Dubrave, BiH.

Immer wieder stößt man auf „Kriegsspuren“ und man wird durch zahlreiche Gedenktafeln daran erinnert, dass nicht nur Gebäude und Ortschaften vernichtet wurden traurig . Insbesondere auf den Anhöhen wurden zerstörte Häuser nicht mehr instandgesetzt. Etliche dieser Ruinen sind auch heute noch vermint, so dass Wildcampen in der Nähe nicht empfehlenswert ist.


Bild: Dogani, BiH.


Bild: Am Weg entlang der Rika, BiH.

Auch der schönste Naturweg hat irgendwann sein Ende – zum Glück. Etwas Erholung vom Geholpere, welches die Federgabel und die gefederte Sattelstütze des Fahrrades zwar etwas abmildern, welches aber dennoch beschwerlich sein kann, ist zwischendurch recht willkommen. Für den Rest des Tages wäre ich dann auch mit Starrgabel ganz erträglich über die Runden gekommen.


Bild: Festung von Jajce, BiH.


Bild: Mlinčići am Pliva-See, BiH.

Kurz hinter dem „Großen Pliva-See“ kam ich dann auch zur Grenze zwischen der „Föderation Bosnien und Herzegowina“ und der „Republika Srpska“, die beide zusammen BiH bilden. Hier leben hauptsächlich bosnische Serben.


Bild: Großer Pliva-See, BiH.


Bild: Grenze zur Republika Srpska, BiH.


Bild: Serbisch-orthodoxe Kirche Hl. Sava in Mrkonjić Grad, BiH.

Zweimal erwischten mich heute kurze Gewitter. Auch kurz vor Ende regnete es wieder. Booking.com sei Dank, konnte ich für 30 Euro in Ključ im gleichnamigen Viersternehotel ein luxuriöses Zimmer reservieren. Wie schon am Vortag sprach die Dame an der Rezeption fließend Deutsch. Sie erzählte mir, dass sie als „Flüchtlingskind“ in Fulda aufgewachsen sei. Die Leute seien damals so freundlich und hilfsbereit gewesen … ich will das hier nun nicht vertiefen … mir brachte es immerhin ein wohl normalerweise teureres Zimmer ein.


DER SECHSTE TAG (06.06. – 100 KM / 1550 HM)

Auch das Frühstück im Hotel war sehr gut. Allerdings kam ich diesmal „erst“ um 8 Uhr weg. Da es aber zwar besseres Wetter als am Vortag hatte, aber immer noch gemäßigte und angenehme Temperaturen, war das eigentlich kein Problem. Der Ort Ključ demonstrierte deutlich die kulturelle Vielfalt des Landes, die leider in der Vergangenheit und zum Teil noch in der Gegenwart problematisch war bzw. ist. Genau genommen sind es aber nicht die religiösen Unterschiede, sondern viel mehr politische Hintergründe, die Ursache für die Konflikte in der Region waren und sind.


Bild: Stadtmoschee in Ključ, BiH.




Bilder: Himmelfahrtstempel in Ključ, BiH.

Zunächst ging es recht gemütlich entlang des Flusses Sanica und das Wetter war perfekt!


Bild: Am Fluss Sanica, BiH.


Bild: Fluss Sanica, BiH.

Lange konnte ich aber nicht gemütlich durch die Lande radeln. Der Abschied vom Fluss musste durch heftige Anstiege auf zum Teil wieder richtig „schlechten“ Wegen erkämpft werden. Die Höhenmeter des Tages zeigen, dass der Balkan eher als „leicht hügelige Landschaft“ zwinker beschrieben werden könnte.

Nachdem ich mich schon etliche hundert Meter den Berg hochgekämpft hatte, hörte ich von hinten einen Traktor antuckern. Es war einer dieser Minitraktoren, die eigentlich aus einer einrädrigen Zugmaschine mit Anhänger bestanden. Der Fahrer deutete mir an, dass ich mich am Wagen festhalten sollte. Das tat ich dann auch und so konnte ich vielleicht hundert Höhenmeter ohne Pedaleinsatz überwinden. Allerdings kostete es viel Kraft, sich den Berg hoch am Wagen festzuhalten. Schließlich hielten wir an der „Wohnung“ des Wohltäters, die aus einem Wohnwagen mit kleinem selbstgezimmertem Stall bestand. In ersterem hauste mein neuer Freund und in letzterem seine Ziege. Dass er aber nicht nur Ziegenmilch trank zeigten die diversen Flaschen im Anhänger zwinker , die wohl selbstgebrannte Alkoholika enthielten, von denen ich auch einen Schluck angeboten bekam. Ich lehnte mit dem Hinweis auf „Sport“ ab, worauf der freundliche Herr meine Portion gleich mittrank.


Bild: Beim Dorf Zavolje, BiH.

Das in der Bildunterschrift genannte Dorf Zavolje ist eine der Ansiedlungen, die oben am Berg offensichtlich nach dem Krieg nicht wiederhergerichtet und besiedelt wurden. Derartiges sah ich unterwegs immer wieder.


Bild: Dorf Zavolje, BiH.

Die Wege waren dem Zustand des Dorfes angepasst, waren anfangs aber noch gut fahrbar.


Bild: Beim Dorf Zavolje, BiH.


Bild: Jelašinovci, BiH.


Bild: Bei Bojište, BiH.

Menschen begegnete ich recht selten, aber Tiere sah ich häufig. Um sie zu fotografieren war ich aber meist zu langsam. Diese häufig zu sehenden stromlinienförmigen Zeitgenossen gab es in großen Mengen und ich war froh, am Ende nicht einen davon überfahren zu haben.


Bild: Bei Glavice, BiH.

Dass ich wenig Autos sah, war ich schon gewohnt. Auf dem Stück das nun kommen sollte, sah ich aber nicht einmal mehr Reifenspuren. Das hatte wohl seinen Grund … träller


Bild: Wohl noch KFZ-tauglich – Bei Glavice, BiH.


Bild: Schön aber schon etwas fordernd – Beim Japra-Fluss, BiH.


Bild: Da fehlt doch etwas … immerhin vorschriftsmäßig mit einer Einkaufstüte markiert - Beim Japra-Fluss, BiH.

Mit dem Fahrrad kann man aber so einiges an Unwegsamkeiten überwinden, wenn auch ich mir hier zeitweise noch etwas mehr als 42-622 als Reifenmaß gewünscht hätte. Es ging aber auch so und schließlich wurde der Weg wieder so, dass man ohne Akrobatik einfach drauflosfahren konnte. Die Zivilisation rückte wieder näher.


Bild: Kirche der Verklärung des Herrn bei Majkić Japra Donja, BiH.


Bild: Die vorherrschende Farbe in weiten Teilen meiner BiH-Etappe: Grün – Majkić Japra Donja, BiH.


Bild: Der Pope und seine Frau wurden direkt vor der Kirche beerdigt – Majkić Japra Donja, BiH.

Ziel des heutigen Tages war Bosanka Krupa, wo ich in Ermangelung eines Campingplatzes wieder ein Hotel (Stari grad Ilma) nahm. Mit Preisen unter 30 Euro für ein gutes Hotelzimmer ist man sowieso versucht, bequem zu werden. Als ich neben einer Tankstelle vor der Stadt kurz anhielt, um das Internet für die Quartiersuche zu bemühen, sprach mich plötzlich ein Mann an, der aus der Tankstelle zu mir gekommen war. Er wünschte mir eine gute Weiterfahrt und noch einen schönen Aufenthalt in BiH und drückte mir ein Magnum-Speiseeis in die Hand. Dann ging er wieder. Schon die zweite nette Geste der Gastfreundschaft, die mir in diesen Ländern deutlich häufiger begegnet als in „heimischen Gefilden“.
Noch ein paar Eindrücke von der Stadt …


Bild: Blick von Brücke über die Una auf Festung Krupa in Bosanska Krupa, BiH.


Bild: Kirche der Heiligen Jungfrau Maria und Tempel der Geburt der Heiligen Jungfrau, Bosanska Krupa, BiH.


Bild: Festung Bosanska Krupa, BiH.

Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (10.01.20 09:52)
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#1410355 - 02.01.20 14:04 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
veloträumer
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Beiträge: 16084
Hallo Arnulf,
großartig ausführliche Darstellung deiner Reise. bravo Mal wieder hast du keinen Mut gescheut, die Pampastraßen zu suchen. Das Reisegebiet Bosnien ist mir etwas besser vertraut als ich tatsächlich dort Zeit verbrachte. Schwerpunkt war seinerzeit eher die Herzegowina und südwestlicher insgesamt. Ich hatte aber auch diverse Pläne ausgearbeitet, noch vielmehr Teile von Bosnien zu queren. Leider bis heute noch ausstehend.

Die Schnittpunkte sind indes daher nur gering, etwa am Hutovo-Seengebiet, wo ich allerdings bei Dunkelheit unterwegs war. Das hübsche Pocitelj hast du offensichtlich etwas unbeachtet auf dem anderen Flussufer liegen lassen. Das ist eigentlich die charmant-kleine Alternative zu Mostar, wenn man so will und einen Besuch wert. Bis Mostar bin ich allerdings nicht gekommen. Nahe deinem Flusscamping Buna bei Blagaj ist eigentlich noch eine sehenswerte Grotte, die ich auch auslassen musste.

Die Kriegsschäden - ja, das scheint weiter ein Problem zu bleiben, liegt doch meine Reise auch schon wieder 6 Jahre zurück und der Fortschritt schleppt sich langsam voran. Die Korruption ist in dem Land mächtig. Auch nicht weit deiner Route befindet sich Stolac, das arg zerstört war, aber wegen der vielen Wasserbrückenhäuser ein verlockendes Potenzial als Touristenort hätte. Hätte da auch gerne nochmal gehört, ob es Fortschritte gäbe. Wohl muss ich da also nochmal hin.

Weiter nach Norden habe ich schon mal den Track gespickt. Die Kroatien-Route liegt weit östlicher als mir bekannte Binnenroute. Selbst das hübsche Ogulin hast du offensichtlich noch knapp östlich umfahren. In Ljubljana stoße ich wieder mit den Alpen auf mir gut bekannte Wege, neu wird mir dabei der Schoberpass sein. Außerhalb des Alpenraums gibt es dann erst ganz weit im Norden im Thüringerwald dann nochmal zwei kurze Schnittpunkte an Rennsteig und Werra. Bin also auf das Kommende sehr gespannt, weiter Neues zu sehen.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1410360 - 02.01.20 14:25 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: veloträumer]
Keine Ahnung
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Leider ist es unmöglich, alles Sehenswerte zu sehen, wenn man sich eine recht lange Strecke vorgenommen hat und die Zeit natürlich begrenzt ist. Allerdings ist das "Alles-Sehen-Wollen" sowieso utopisch und ich versuche, einen "Eindruck" zu gewinnen, was mir sicher gut gelungen ist. Außerdem muss es natürlich Gründe für weitere Besuche geben und andere Radreisende sollen auch noch Neues entdecken dürfen zwinker .

Meine Fotos sind meist "Schnappschüsse" und dienen genau dazu, den Eindruck von einer Landschaft, von Orten oder auch von Wegen zu vermitteln. Ich hoffe, im schon eingestellten und in den kommenden Teilen diesen Eindruck zu vermitteln. Vielleicht dient es ja einigen als Anregung für eigene Touren. Den Mutigen mag es die Idee vermitteln, meinem Track nachzufahren. Sicherlich keine schlechte Idee, wenn man sich auch auf Wege einlassen will, die etwas beschwerlicher zu fahren sind.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (02.01.20 14:26)
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#1410370 - 02.01.20 16:54 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Keine Ahnung
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INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé



DER SIEBTE TAG (07.06. – 130 KM / 1600 HM)

Heute sollte der letzte Tag in BiH sein. Die Grenze zu Kroatien war nahe. Der nächste Grenzübergang war bei Hadžin Potok (bei Cazin), welcher als „lokaler Grenzübertritt“ registriert ist. Hier muss man aufpassen, denn internationaler Grenzverkehr ist dort normalerweise nicht möglich. Im Internet hatte ich recherchiert, dass aufgrund der Überlastung der „großen Grenzübergänge“ zeitweise auch kleine nicht nur auf lokalen Grenzverkehr (mit Genehmigungsschein) beschränkt sind. Ich hatte die kroatische Polizei angeschrieben, die mir dann tatsächlich kurz vor Antritt meiner Radreise mitteilte, dass die Ausnahmeregelung für Hadžin Potok verlängert worden sei. Das sparte mir einen Umweg und insbesondere die Nutzung der Hauptverkehrsstraße. Die hätte mir zwar sicher bessere Straßenverhältnisse gebracht, aber zugleich Autoverkehr und deutlich weniger Naturgenuss. So verließ ich Bosanka Krupa wieder auf einer „normalen Landstraße“ …


Bild: Bei Bosanska Krupa, BiH.

Am heutigen Tag konnte ich aber über die Straßenverhältnisse nicht klagen und vielleicht war es die Grenznähe, die die Wegequalität beeinflusste. Ich fand nun auch fast autofreie Straßen, deren Qualität jegliche Federung überflüssig machte … schmunzel


Bild: Auf der R402 bei Zmajevac, BiH.

Im Folgenden ein paar Eindrücke von den letzten Kilometern in BiH, die mich durch Cazin zur Grenze führten …


Bild: Glogovac, BiH.


Bild: Im Zentrum von Cazin, BiH.


Bild: Ćoralići, BiH.


Bild: Bei vielen Häusern wurde auf das Verputzen verzichtet … Krivaja, BiH.


Bild: „Zusammen im Krieg, zusammen im Frieden“ – noch 2 km bis zur Grenze … Šturlić, BiH.

Der Grenzübertritt war absolut problemlos und ich war froh, nicht doch noch von der Alternativroute über die Autobahngrenze bei Prnjavor Gebrauch machen zu müssen. Das wäre dann die offizielle „internationale Grenzstation“ gewesen.

Der relativ schmale Bereich Kroatiens zwischen BiH und Slowenien unterschied sich merklich von BiH. Die Straßen waren besser, die Häuser in besserem Zustand und ganz offensichtlich standen die Kroaten wirtschaftlich besser da als ihre Nachbarn in BiH. Landschaftlich ändert sich nicht so viel. Wie die Höhenmeter-Bilanz des Tages zeigt, geht es auch hier auf und ab, allerdings auf besseren Wegen und daher mit weniger körperlichem Einsatz. Vielfach sind auch Radrouten ausgeschildert. Tourismus spielt hier auch wieder eine größere Rolle, wie man z. B. an diversen „Kajaking“- und „Wild Water Rafting“-Angeboten sah.


Bild: St. Georgs-Kirche mit Friedhof bei Donji Lađevac, Kroatien.


Bild: Bei Gornje Primišlje, Kroatien.


Bild: Wenn man eine Erfrischung braucht … „Kajaking“ bei Primišlje, Kroatien.


Bild: Fluss Mrežnica, Donje Primišlje, Kroatien.


Bild: Radroute bei Gornje Dubrave, Kroatien.

Aber auch Kroatien wurde nicht vom Krieg verschont und Ruinen aus dieser Zeit sind allgegenwärtig.


Bild: Mjesto Primišlje, Kroatien.

Diesmal war es etwas schwerer, entlang meines Tracks zur rechten Zeit den rechten Übernachtungsort zu finden. Einen Campingplatz konnte ich nicht finden und leider sind auch in Kroatien abseits der Straßen die Minen noch nicht vollständig geräumt, sodass Wildzelten nicht so reizvoll erschien. Schließlich entdeckte ich in Severin na Kupi das Apartmenthaus „Valenčič“. Für 15 Euro hatte ich ein komplettes Apartment mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie Küche für mich alleine. Mein Fahrrad konnte ich in der Garage sicher abstellen.


DER ACHTE TAG (08.06. – 130 KM / 1500 HM)

Heute stand schon wieder der nächste Grenzübertritt an, diesmal nach Slowenien. Da hier aber auch die kleinen Grenzübergänge internationalen Verkehr zuließen, musste ich mir keine Sorgen machen. Bei strahlend blauem Himmel machte ich mich um 7 Uhr auf den Weg und fuhr gleich den nächsten Supermarkt an, in dem ich mich für Frühstück und Mittagessen versorgte.

Sowohl dieser Teil Kroatiens als auch dann Slowenien lassen das „Balkan-Feeling“, welches ich z. B. in Ländern wie Nord-Mazedonien, Albanien, Kosovo oder BiH bzgl. „Ursprünglichkeit“ und zum Teil auch „Armut“ nicht mehr aufkommen. Die schöne Natur findet man auch hier, aber abgesehen von Kriegsrelikten erkennt man nur relativ wenig Unterschiede zu Österreich oder Deutschland. Schön ist jedes der Länder auf eigene Art und Weise. Was die Qualität der Straßen und Sträßchen angeht, werden Radfahrer, die Wert auf das „sanfte Rollen“ legen, in Kroatien oder Slowenien eher ihr Glück finden.


Bild: Gorenci, Kroatien.


Bild: Kunst am Wegesrand bei Plemenitaš, Kroatien.


Bild: Die nächsten Orte liegen schon in Slowenien … Blaževci, Vrbovsko, Kroatien.

Auch wenn man als EU-Bürger problemlos die Grenzkontrolle passieren kann, hat man den Eindruck mit der südöstlichen Grenze des Schengenraumes einen „eisernen Vorhang“ zu durchschreiten. Aufgrund der Flüchtlingskrise errichtete Slowenien 2015 einen durchgehenden Stacheldraht-bewehrten 3 bis 4 Meter hohen Zaun.


Bild: Beim Grenzübergang von Kroatien in Sodevci, Slowenien.

Slowenien gehört zu meinen Favoriten, wenn es um Radtouren geht. Wunderschöne Natur und sehr gute Infrastruktur kommen hier zusammen. Auch wenn die Straßen gut sind, kann man natürlich auch hier die ungeteerten Wege finden und … ich finde diese immer zwinker ! So war der erste sehr steile Anstieg gleich auf einer nicht ganz so guten Schotterstrecke zu bewältigen. Die Temperaturen stiegen heute auch auf deutlich über 30°C. Ansonsten waren die Wege aber durchaus in Ordnung und die Erinnerung an die Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie wird inzwischen durch viele Informationstafeln usw. wach. Ich habe für die Ortsnamen hier und später in Tschechien auch die deutschen Namen angegeben. Es ist interessant, die historischen Verflechtungen der Länder zu sehen, die leider nicht immer nur friedlicher Natur waren.
Ich lasse wieder Bilder sprechen …


Bild: Zufluss in die Kolpa in der Gemeinde Kočevje, Slowenien.


Bild: Mittagspause an der Kolpa in der Gemeinde Kočevje, Slowenien.


Bild: Typischer Weg entlang meines Tracks … bei Podlesje (deutsch: Verdreng im Gottscheer Land), Slowenien.


Bild: Podlesje (deutsch: Verdreng im Gottscheer Land), Slowenien.


Bild: Eine der vielen Informationstafeln … Podlesje (deutsch: Verdreng im Gottscheer Land), Slowenien.


Bild: Rogati Hrib (deutsch: Hornberg im Gottscheer Land), Slowenien.


Bild: Ein nettes Plätzchen für die Mittagspause … Kirche Maria-Namen, Goriča Vas (deutsch: Weikersdorf), Slowenien.


Bild: Stadtkirche St. Stephan in Ribnica (deutsch: Reifnitz), Slowenien.

Nicht mehr ganz so hügelig aber immer noch durch schöne Waldgebiete ging es nun Richtung Ljubljana (deutsch: Laibach). Wieder gab es immer wieder Hinweise auf Radrouten.


Bild: Grün – auch die vorherrschende Farbe in Slowenien … bei Turjak, Slowenien.


Bild: Bei Pijava Gorica, Slowenien.


Bild: Fluss Ljubljanica in Ljubljana, Slowenien.

Ljubljana ist eine sehenswerte Stadt – das wissen auch andere, sodass hier die Stille der letzten Tage schnell kompensiert wurde. Ich nahm selber die Touristenrolle ein und suchte die diversen Sehenswürdigkeiten auf. Den „optimierten“ Weg durch die Stadt hatte ich bereits im Track integriert, so konnte ich meinen eigenen Touristenführer spielen.


Bild: Ljubljana, Slowenien.


Bild: Šuštarski most (Schusterbrücke) Ljubljana, Slowenien.


Bild: Rathaus Ljubljana, Slowenien.


Bild: Burg von Ljubljana, Slowenien.

Nicht alle Menschen in Slowenien sind wohlhabend und nicht jedes Kulturdenkmal empfinde ich als schön …


Bild: Ljubljana, Slowenien.


Bild: Revolutions-Denkmal, Ljubljana, Slowenien.

Mein Plan war, im „Ljubljana Resort“ zu zelten. Ich traf aber einen Radreisenden, der mir davon abriet. Er musste für eine Nacht ca. 25 Euro zahlen und hatte aufgrund der weniger schlafbedürftigen Mitcamper nur wenig Nachtruhe gefunden. Nun wollte ich aber nach der ausgiebigen Stadtbesichtigung nicht mehr zu weit fahren und so zog ich das Internet zu Rate. Ich fand das „Apartment Gidi“ für stolze 50 Euro (der Tourismus fordert sein Tribut), für das es keinerlei Bewertungen gab. Es stellte sich heraus, dass ich der erste Gast war. Das Apartment war toll ausgestattet und als Erstbesucher hatten mir die Vermieter Getränke und Snacks spendiert lach .


Bild: Apartment Gidi, Stanežiče, Slowenien.


DER NEUNTE TAG (09.06. – Pfingstsonntag – 110 KM / 1300 HM)

Ein Frühstück ist am Zeltplatz oder in einem Apartment nicht inklusive, dafür komme ich aber immer sehr früh weg. Eigentlich bin ich kein Frühaufsteher, aber bei Radreisen mag ich es, einen langen Tag vor mir zu haben und in den frühen Morgenstunden unterwegs zu sein. Auch heute saß ich bereits um 6:30 Uhr wieder auf dem Fahrrad. Es sollte ein sehr abwechslungsreicher Tag werden, was die Unmengen an Bildern widerspiegeln, die ich an diesem Tourentag gemacht hatte, von denen ich hier nur eine „kleine“ Auswahl zeige.

Die entscheidende „Hürde“, die ich heute nehmen musste war gleich von Beginn an schon im Hintergrund zu sehen – der Loiblpass. Der Weg dahin war sehr schön.


Bild: Stanežiče, Slowenien.


Bild: Brücke über die Save bei Vikrče, Slowenien.


Bild: Denkmal für die slowenischen Bauernaufstände, Valburga, Slowenien.


Bild: Radstation in Kranj, Slowenien.


Bild: Kirche St. Kanzian, Kranj, Slowenien.


Bild: Richtung Loiblpass, Podljubelj, Slowenien.

Nun ging es hinauf zum Loiblpass. Von Slowenien aus ist das kein wirklich schwieriger Pass. Eigentlich wollte ich diesmal den alten Pass überqueren, den ich beim letzten Mal wegen einer durch Steinschlag zusätzlich verschlechterten Wegequalität nicht genommen hatte. Oben angekommen überkam mich aber ein Anfall von „Bequemlichkeit“. Mein Soll an Höhenmetern und Anstiegen über schlechte Wege hatte ich diesmal schon durchaus erfüllt. Also landete ich wieder im Tunnel und war schneller als geplant in Österreich. Zuvor fuhr ich aber noch am Konzentrationslager Mauthausen vorbei, dessen Häftlinge den Tunnel bauen mussten und vielfach dabei ihr Leben ließen traurig . Bei der Fahrt durch den Tunnel musste ich an diese armen Menschen denken …




Bilder: Konzentrationslager Mauthausen, Slowenien.


Bild: Loiblpass, Slowenien.


Bild: Loibltunnel, Slowenien/Österreich.

Während ich vor einigen Jahren einfach nach Österreich hineingefahren bin, gab es diesmal eine lange Schlange vor der Grenzstation. Auch hier hat die Angst vor Flüchtlingsströmen zum Wiedererstarren von Grenzen geführt. Ich fuhr wie schon an der Grenze zwischen Kroatien und BiH an der Autoschlange vorbei. Sogleich bemerkte ich, dass ich der Heimat näherkam. Aus einem SUV mit Suhler Kennzeichen schimpfte mich ein Autofahrer an, ich hätte auch in der Schlange zu warten entsetzt . Ich erwiderte, dass ich ihm die Abgase nicht wegatmen wollte und wurde zum Glück auch gleich noch vom österreichischen Grenzbeamten nach vorne gewunken, der meinen Ausweis persönlich zur Kontrolle brachte lach .

Kenner des Passes wissen, dass der Weg zur Drau nun nicht durch eine einfache Abfahrt zu erledigen ist – ein Gegenanstieg ist noch zu überwinden. Zuvor kann man (und sollte es auch tun) die schöne Tscheppaschlucht besuchen. Da ich das schon früher getan hatte, beschränkte ich mich hier auf einen kurzen Stopp. Natürlich wählte ich sobald als möglich wieder die ungeteerte Variante entlang des Baches, die mich zur Drau führte.


Bild: Tscheppaschlucht am Loiblpass, Österreich.


Bild: Bei Tscheppaschlucht am Loiblpass, Österreich.


Bild: Loiblstraße bei Unterloibl, Österreich.

Die Drau überquerte ich lediglich bei Ferlach Richtung Klagenfurt. Mit meiner Frau sollte ich ja nur wenige Wochen später wieder entlang der Drau fahren auf unserer Tour auf dem Alpe-Adria-Radweg.


Bild: Am Ferlacher-Stausee (Drau), Österreich.


Bild: Mittagsrast am Bischof Paulitsch Pilgerweg („1. Kärntner Seniorenpilgerweg“) bei Maria Rain, Österreich.

In Klagenfurt war an diesem Pfingstsonntag sehr wenig los und ich hielt mich dort auch nicht lange auf …


Bild: Lindwurmbrunnen in Klagenfurt am Wörthersee, Österreich.


Bild: Nicht so meine Musik … Stadttheater in Klagenfurt am Wörthersee, Österreich.

Heute wollte ich auf jeden Fall wieder einmal zelten. Von Klagenfurt ging es zunächst flach weiter, am Ende aber dann doch wieder bergan. Längere flache Stücke hatte ich bei dieser Radreise eigentlich gar nicht – wäre auch langweilig …


Bild: Warum habe ich das wohl fotografiert?


Bild: Entlang der Glan bei Zollfeld, Österreich.


Bild: Da habe ich nicht übernachtet … Kunsthotel Fuchspalast, St. Veit an der Glan, Österreich.

Das Kunsthotel hatte ich ausgeschlagen und mit 11 Euro Übernachtungskosten am Campingplatz Wieser in der Nähe des Langsees hatte ich sicherlich etwas Geld gespart … träller


Bild: Camping Wieser bei Bernaich, Österreich.


DER ZEHNTE TAG (10.06. – Pfingstmontag – 115 KM / 1850 HM)

Der Vorzug des Balkans – zumindest für die „Konsumenten“ –, dass Geschäfte auch an Feiertagen geöffnet sind, endete an Österreichs Grenze, wo der heutige Pfingstmontag die Einkaufsmöglichkeiten deutlich einschränkte. Nachdem ich um 6:45 Uhr den Zeltplatz verlassen hatte, musste also die Logistik geplant werden. Gerade als ich überlegte, ob ich diesmal entgegen meiner üblichen Gepflogenheiten Restaurants besuchen sollte, kam ich auf meinem kurzen Stück entlang der Hauptstraße (manchmal habe große Straßen auch Vorteile) an einer Tankstelle mit kleinem „Supermarkt“ vorbei. Schon war das Problem gelöst und Frühstück und Mittagessen waren gesichert und der Getränkevorrat ebenso.

Kärnten ist nicht umsonst eine beliebte Urlaubsregion. Die Mischung aus schöner Natur und ebenso schönen Ortschaften ermöglichen recht abwechslungsreiche Radtouren. Ich folgte übrigens der „Kultur-Tour“ …


Bild: Brücke über die Gurk bei Schloss Pöckstein, Österreich.


Bild: Schloss Pöckstein und Pfarrkirche Hohenfeld, Österreich.

Es ging vorbei an den typischen Kärntner Bauernhöfen, vielen Kirchen und etlichen Burgen. Große Steigungen waren im ersten Teil meiner heutigen Tour nicht zu verzeichnen, sodass ich meine Kräfte für das aufsparen konnte, was mich später noch erwarten sollte. Als gutes Beispiel für den „Kultur-Aspekt“ mag Friesach dienen …


Bild: Friesach, Österreich.


Bild: Deutschordenskirche St. Blasius, Friesach, Österreich.


Bild: Burg Petersberg, Friesach, Österreich.


Bild: Stadtgraben von Friesach, Österreich.

Schließlich verließ ich Kärnten, um in der Steiermark langsam Richtung Sölkpass zu radeln. Die Berge, die ich überwinden musste kamen immer näher. Der Schnee deutete darauf hin, dass die Temperaturen oben am Pass wohl noch keine Spitzenwerte erreicht haben dürften, was mir recht war. Schließlich erreichte ich den „Einstieg in den Anstieg“ …


Bild: Bei Guldendorf (im Hintergrund die Burgruine Dürnstein), Österreich.


Bild: Furtnerteich bei Neumarkt in der Steiermark, Österreich.


Bild: Am Fuße des Sölkpass, Österreich.

Die Pass-Straße beginnt relativ gemäßigt, aber die letzten 500 Höhenmeter bis zu der Passhöhe auf 1790 m haben es in sich . Die Steigung bleibt dort zum größten Teil oberhalb der 10%-Marke. Den Feiertag nutzten auch etliche Motorradfahrer, um zeitweise die Stille der Natur lärmend zu unterbrechen. Ich ließ mich dadurch nicht stören.


Bild: Der untere Teil des Sölkpasses, Österreich.


Bild: Der obere Teil des Sölkpasses, Österreich.


Bild: Geschafft … oben auf der Passhöhe des Sölkpasses, Österreich.


Bild: Außer mir trug oben keiner nur ein T-Shirt ...

Ebenso steil, wie es nach oben gegangen ist, ging es nun wieder bergab. Nachdem ich bei einer früheren Abfahrt auf der Großglockner-Hochalpenstraße es geschafft hatte, durch extensives Bremsen ein Loch in den Schlauch zu schmelzen, machte ich immer wieder einmal Pausen, um den heißen Felgen etwas Abkühlung zu verschaffen …


Bild: Zur Abfahrt vom Sölkpass, Österreich.

Eigentlich wollte ich für die Nacht den Campingplatz Pürcherhof bei Mitterberg aufsuchen. Ein Motorradfahrer hatte mir aber gesagt, dass der geschlossen sei. Ich habe es nicht überprüft, sondern nutzte ein „Schnäppchenangebot“ auf Booking.com für den „Berghof Mitterberg“, der sowieso direkt an meinem Track lag. Dorthin musste ich nochmals ca. 150 Meter hochfahren. Der Besitzer des Berghofs war sehr freundlich und meinte gleich (wahrscheinlich meine verschwitzten Sachen betrachtend), dass ich doch sicher Wäsche waschen wollte. Ich könne dann die Schleuder im Saunabereich nutzen. Das tat ich auch und so wurde der Aufenthalt zum „Waschtag“ und der Schleudergang sorgte dafür, dass am nächsten Morgen alles trocken war …


Bild: Mitterberg, Österreich.


DER ELFTE TAG (11.06. – 150 KM / 800 HM)

Der heutigen Tour waren einige Recherchen vorausgegangen. Ich hatte meinen Track entlang des Salza-Stausees geplant, aber dann gelesen, dass der Weg entlang des Sees gesperrt sei. Da ich aber etliche Hinweise darauf fand, dass Wanderer und auch Radfahrer dort trotzdem unterwegs waren, wollte ich auch einen Versuch starten. Am Eingang erwartete mich tatsächlich ein recht umfassender Verbotshinweis – auch weil ich keine Lust hatte, nun wieder zurückzufahren und einen Umweg in Kauf zu nehmen, zog ich dann doch das Fahrrad unter der Schranke durch und fuhr entlang des Weges, auf dem mir später auch einige Wanderer und MTB-Fahrer begegnen sollten. Sicherlich mag Steinschlaggefahr dort bestehen, aber ich hatte in der Vergangenheit schon deutlich offensichtlich gefährdetere Wege befahren, auf denen tatsächlich Steine auf den Wegen auf die akute Gefahr hindeuteten. Landschaftlich hatte sich das Wagnis auf jeden Fall gelohnt. Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass hier die Nutzung meines Tracks nur in eigener Verantwortung stattfinden kann.


Bild: Zugang zum Salza-Stausee, Österreich.


Bild: Am Salza-Stausee, Österreich.


Bild: Salza-Stausee, Österreich.


Bild: Salza-Stausee, Österreich.

Nun ging es weiter Richtung Altaussee, wo ich geplant hatte, über die Geiger- und die Blaa-Alm nach Bad Ischl zu fahren. Meine Schwester und ihr Mann hatten sich aber entschlossen, genau in dieser Gegend Urlaub zu machen. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, sie dort noch anzutreffen, aber es sollte gerade ihr letzter Urlaubstag sein. So verabredeten wir, uns zu treffen. Hierfür änderte ich meine Route so, dass ich über Bad Aussee Richtung Hallstätter See fuhr, in der Hoffnung, ein Treffen unterwegs zu ermöglichen. Zunächst ging es bis Bad Aussee …


Bild: Verschiedene Varianten der Fortbewegung … Bad Mitterndorf, Österreich.


Bild: Eselalm bei Bad Mitterndorf, Österreich.


Bild: … und einer der Bewohner ...


Bild: Bad Aussee, Österreich.

Nachdem ich schon durch Bad Aussee gefahren war, stellte sich heraus, dass dort das Verwandtentreffen hätte stattfinden können. Nun einigten wir uns darauf, dass ich weiterfuhr und meine Schwester einfach auf der Straße mit dem Auto folgte, um mich dann hoffentlich nicht zu übersehen (sehr unwahrscheinlich …). Ich hatte mich schon den Berg ziemlich weit nach oben gekämpft als tatsächlich ein Passauer Auto an mir vorbeifuhr … lach


Bild: Treffen mit Schwester und Schwager hinter Bad Aussee, Österreich.

Sowohl Autofahrer als auch Radfahrer setzten daraufhin den Weg Richtung Passau fort. Die Autofahrer waren schneller zwinker . Da ich nun schon ein ganzes Stück hinter Bad Aussee den Berg hochgefahren war, entschloss ich mich auch hier weiter Richtung Hallstätter See zu fahren. Das war insofern auch navigationstechnisch kein Problem, da ich diese Variante als Track abgespeichert hatte und so auch auf „kleinen Wegen“ dieses neue Zwischenziel erreichen konnte. Zunächst ging es steil zum Koppenpass hoch, danach zur Traun und entlang der Traun auf einem sehr schönen Weg zum Hallstätter See.


Bild: Blick zurück auf Anstieg zum Koppenpass bei Bad Aussee, Österreich.


Bild: An der Traun hinter dem Koppenpass, Österreich.


Bild: Brücke über die Traun hinter dem Koppenpass, Österreich.

Der Weg entlang des Hallstätter Sees war gut zu fahren und – von Fußgängern und Fahrrädern abgesehen – verkehrsfrei.


Bild: Hallstätter See bei Obertraun, Österreich.


Bild: Hallstätter See bei Obertraun, Österreich.


Bild: Am Hallstätter See, Österreich.

Der Traun konnte ich nun bis Bad Ischl gemütlich folgen. Bis dahin empfand ich die Strecke als sehr schön und ich bereute es nicht, diese Wegvariante gewählt zu haben.


Bild: Traun in Lauffen, Österreich.


Bild: Kaiser-Jagdstandbild bei Kaltenbach, Österreich.


Bild: Mittagspause bei Kaltenbach, Österreich.

Bad Ischl kannte ich von früheren Österreichbesuchen, sodass ich mich dort nicht lange aufhielt. Es ging danach weiter auf dem Traunradweg, der mir aber hinter Bad Ischl deutlich weniger gut gefiel. Es ging über ein recht langes Stück auf einem Radweg direkt entlang der großen Bundesstraße. Diese Wegführung war wahrscheinlich unvermeidbar, aber ich bin lieber deutlich vom Autoverkehr getrennt unterwegs. So kommt es auch, dass ich erst am Traunsee wieder die Kamera gezückt habe. Der See war – so wie die Traun selber – gut mit Wasser gefüllt.


Bild: Franz-Carl-Brunnen in Bad Ischl, Österreich.


Bild: Traunsee bei Ebensee, Österreich.


Bild: Johannesbergkapelle am Traunsee, Österreich.


Bild: Rathaus in Gmunden, Österreich.

Nach dem Traunsee war der Traunradweg wieder eher nach meinem Geschmack. Ich folgte ihm bis Wels.


Bild: Brücke über die Traun bei Laakirchen, Österreich.


Bild: Papiermachermuseum in Steyrermühl, Österreich.


Bild: Kirche in Stadl-Paura, Österreich.

Trotz weniger Höhenmeter war ich am Spätnachmittag schon recht müde. Immerhin lagen schon 150 km hinter mir. Mein innerer Schweinehund siegte und so verzichtete ich auf die Weiterfahrt zum „Wohnmobilstellplatz Bad Schallerbach“, bei dem ich mir sowieso nicht sicher war, ob dort auch Zelte willkommen sein würden. In Wels fand ich schließlich ein Last-Minute-Angebot im „Best Western Hotel“. Im Nachhinein bereute ich es, nicht doch noch einen Zeltplatz aufgesucht zu haben. Das Zimmer war nachts brütend warm und entsprechend schlecht schlief ich.

Gruß, Arnulf

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Geändert von Keine Ahnung (09.01.20 10:36)
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#1410407 - 02.01.20 21:59 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
TaHi79
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Hallo Arnulf,
vielen Dank für die wunderschönen Fotos! Besonders Mostar hat mich sehr bewegt, da ich als Kind vordem Krieg dort war und über die Brücke gegangen bin und auch die kleine Gasse (früher Kupfergasse, wegen des dort beheimateten Kupferhandwerks) kommt mir bekannt vor.
Auch in den 80ern waren nur wenige Häuser „fertig“, da die Steuern bei Fertigstellung des Hauses fällig wurden.
Ist die Brücke immer noch so glatt?
Danke!
Liebe Grüße, Tanja
___________________
Fahrrad statt Stau

Geändert von TaHi79 (02.01.20 21:59)
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#1410411 - 02.01.20 22:30 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: TaHi79]
Keine Ahnung
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Hallo Tanja,

es war - wie die Fotos zeigen - trocken als ich in Mostar war. Der Belag der Brücke ist stufenförmig angeordnet aber aus glattem Stein. Bei Regen oder gar Schnee dürfte es ziemlich glatt werden. Auf dem folgenden Foto kann man - wenn man etwas hineinzoomt - diesen Belag sehen.

Gruß, Arnulf

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#1410430 - 03.01.20 08:25 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Hansflo
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Hallo Arnulf,

vielen Dank für den (bisherigen) spannend geschriebenen und schön bebilderten Bericht. Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Hans

PS: der stromlinienförmige Zeitgenosse in Bosnien hört auf den Namen Zamenis longissimus und ist eine Äskulapnatter.

Geändert von Hansflo (03.01.20 08:27)
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#1410440 - 03.01.20 10:11 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Hansflo]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: Hansflo

PS: der stromlinienförmige Zeitgenosse in Bosnien hört auf den Namen Zamenis longissimus und ist eine Äskulapnatter.


Obwohl ich weiß, dass diese Schlangen ungiftig sind, bin ich doch immer wieder zusammengezuckt, wenn eine vor mir über die Straße geschlängelt ist. Ich denke, dass beim Menschen hier eine "Urangst" zum Selbstschutz verankert ist. Ähnlich ist es bei Spinnen. Obwohl ich nicht in Panik verfalle (wie so manche andere, die ich kenne), wenn sich so ein Tierchen in der Wohnung befindet, sind mir die Spinnen irgendwie nicht geheuer. Als ich in Australien mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte ich übrigens deutlich mehr Respekt vor allem, was sich da schlängelte oder durch die Gegend krabbelte - wohl zu Recht zwinker .
Gruß, Arnulf

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Geändert von Keine Ahnung (03.01.20 10:11)
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#1410444 - 03.01.20 10:42 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Margit
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In Antwort auf: Keine Ahnung
Als ich in Australien mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte ich übrigens deutlich mehr Respekt vor allem, was sich da schlängelte oder durch die Gegend krabbelte - wohl zu Recht zwinker .
ach, das Viecherzeugs hat normalerweise mehr Angst vor Dir. In Australien fragte der Nachbar ob ich geflogen wäre, weil ich so schnell da war und er war entsetzt, weil ich einfach durch die Wiese den Berg hinunter gelaufen war. Die Schlangen haben wohl alle die Flucht vor mir ergriffen grins Einmal lag ich auf dem Liegestuhl um mich zu sonnen, der Hund wich nicht von meiner Seite und knurrte ständig. Ich musste aufstehen und nachsehen lassen, unter mir suchte die Schlange wahrscheinlich Schatten zwinker

Danke für den schönen Bericht.
Viele Grüße
Margit
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#1410451 - 03.01.20 12:43 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Keine Ahnung
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Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé


DER ZWÖLFTE TAG (12.06. – 100 KM / 1200 HM)

Dass ich am nächsten Tag auch nicht im Zelt übernachten würde, war eingeplant. Ca. 100 km waren es noch nach Passau, wo ich ja meine Schwester besuchen wollte – nach der ungeplanten ersten Begegnung würde das das zweite Familientreffen werden. Eigentlich machte die Landschaft den Eindruck als würden nur wenige Höhenmeter auf mich warten, die Trackdaten und am Ende das Navi bestätigten das aber dann nicht.


Bild: Eigentlich nicht mehr wirklich bergig … bei Wieshof, Österreich.


Bild: Ich habe hier nicht die A8 gewählt … Wallern an der Trattnach, Österreich.

Ich wählte eine recht beschauliche Strecke Richtung Inn, wo ich dann nach Passau entlangfahren konnte. Dadurch war Autoverkehr wieder kein Problem und bis zum Inn traf ich nicht viele Menschen.


Bild: Bei Grieskirchen, Österreich.


Bild: Autofreier Mittwoch? … Bei Michaelnbach, Österreich.


Bild: Die Ruhe genießt auch dieser Österreicher … bei Oberndorf, Österreich.


Bild: Wallfahrtskirche Maria Bründl in Bründl, Österreich.

Zum Glück lag der größte Teil des Innradwegs, dem ich folgen wollte, deutlich oberhalb des Inns. Das Befahren des niedriger gelegenen Teils hätte ich evtl. zum Reinigen des Fahrrads nutzen können …


Bild: Innradweg bei Schärding, Österreich.

Von jetzt ab trennte mich Wasser von Österreich. Bis Passau, wo zum Haus meiner Schwester nochmals einige Höhenmeter zu überwinden waren, blieb ich auf der deutschen Seite des Inns.


Bild: Grenzübergang über den Inn zwischen Schärding und Neuhaus am Inn.


Bild: Innradweg bei Neuburg am Inn.


Bild: Blick auf Burg Wernstein, Österreich.

Da ich bereits vor 7 Uhr in der Früh losgefahren war, kam ich nun schon am frühen Nachmittag bei meiner Schwester an. Zunächst wurde alles zum Trocknen und Reinigen ausgepackt. Später sorgte mein Schwager für ein gutes Abendessen.




Bilder: Bei meiner Schwester in Passau.


DER DREIZEHNTE TAG (13.06. – 120 KM / 2220 HM)

Manche Menschen müssen auch arbeiten, so z. B. meine Schwester. So gab es bereits um 5:45 Uhr Frühstück und um kurz nach 6:30 Uhr saß ich schon wieder auf dem Fahrrad. Ich fühlte mich recht fit und so überwand ich die doch beachtliche Höhenmeterzahl des heutigen Tages recht problemlos.

Zunächst ging es durch Passau (aufgrund meiner vielen Aufenthalte dort, habe ich nicht viele Fotos gemacht) bis zur Donau und dann weiter in den Bayerischen Wald Richtung tschechischer Grenze. Radfahren im Bayerischen Wald und auch im Böhmerwald ist schön und anstrengend, aber die Streckenabschnitte haben auch manchmal ihre „Längen“, da in den Waldgebieten schnelle Landschaftswechsel nicht erfolgen. Mir gefällt es dort trotzdem.


Bild: Donau in Passau.


Bild: Stadtpfarrkirche St. Paul, Passau.


Bild: Wander- und Radwege gibt es ohne Ende … Bayerischer Wald bei Röhrenbach.


Bild: Bayerischer Wald bei Kreuzberg.


Bild: Mauth am Nationalpark Bayerischer Wald.


Bild: Nationalpark Bayerischer Wald.

Die Grenze war dann gegen Mittag erreicht. Hier am EuroVelo 13 („Iron Curtain Trail”) findet man immer wieder absichtlich belassene Reste der ehemaligen Grenzanlagen.


Bild: Grenze bei Bučina (deutsch: Buchwald), Tschechien.


Bild: Nicht immer spannend … EV13 bei Kvilda im Böhmerwald (deutsch: Außergefild), Tschechien.

Mittagspause machte ich am Černá Hora (deutsch: Schwarzenberg). Danach ging es im stetigen Auf und Ab durch zum Teil recht schöne Natur, aber auch entlang von Waldstücken, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind traurig . Ein paar Eindrücke der Nachmittagstour folgen …


Bild: Mittagspause am Černá Hora (deutsch: Schwarzenberg) im Böhmerwald, Tschechien.


Bild: Bei Černá Hora (deutsch: Schwarzenberg) im Böhmerwald, Tschechien.


Bild: Bei Černá Hora (deutsch: Schwarzenberg) im Böhmerwald, Tschechien.


Bild: Die Vydra (deutsch: Widra) bei Modrava (deutsch: Mader), Tschechien.


Bild: Manchmal konnte es sehr steil werden … Bei Prášily (deutsch: Stubenbach), Tschechien.

Schließlich erreichte ich den Campingplatz „Camping Heiner“, ein sehr einfacher Campingplatz, aber für meine Zwecke völlig ausreichend und mit 8 Euro sehr budgetschonend. Der Möglichkeit, Sitzgelegenheit und Tisch zu nutzen, um gemütlich zu essen, musste ich das mückengeschützte Innere meines Zeltes vorziehen, sonst wäre ich das Nachtmahl der blutrünstigen Bestien geworden, die am Abend auf Beutezug gingen entsetzt .




Bilder: „Camping Heiner“ in Regenhütte.


DER VIERZEHNTE TAG (14.06. – 90 KM / 1700 HM)

Am 16.06. gegen Mittag wollte ich in meiner Heimatstadt ankommen, abgestimmt mit den Plänen meines Bruders. Somit ergab sich nun ein entspannter Tourenverlauf für die kommenden drei Tage. Die Tagesetappen waren ungewohnt kurz, wobei sich aber die akkumulierten Höhenmeter nicht im gleichen Maße reduzierten.

Trotzdem ich nun eigentlich mehr Zeit hatte, stand ich früh auf, um hoffentlich ohne allzu viele Mücken mein Zelt abbauen zu können. Die Rechnung ging auf, die Mücken verdauten noch die vortägige Mahlzeit grins . Um 6:45 Uhr rollte ich los. Ich folgte weiterhin der Grenze, wobei ich immer wieder zwischen Deutschland und Tschechien hin- und herwechselte. Der heutige Tag sollte sehr heiß werden, sodass die vielen Waldstücke willkommen waren.

Die Wege waren zum Teil sehr gut, zum Teil aber auch sehr „naturbelassen“. Letzteres begrüßte ich aber eigentlich, da das zum einen Abwechslung brachte und zum anderen auch in den meisten Fällen meine These stützte, dass häufig die Wegequalität indirekt proportional zur Naturschönheit ist. Wenn man vor Furth im Wald absieht, war der heutige Tag „naturbestimmt“ mit wenig „Spektakulärem“, aber immer wieder schönen An- und Ausblicken. Ich kommentiere daher die Bilder des heutigen Tages nicht weiter, sondern führe den Tagesbericht mit einer Bilderserie fort …


Bild: Am frühen Morgen bei Bayerisch Eisenstein.


Bild: Außer ein paar Rehen und einem Fuchs sah ich niemanden … Bei Bayerisch Eisenstein.


Bild: Blick auf Arber von Bayerisch Eisenstein.




Bilder: Černé Jezero (deutsch: Schwarzer See) bei Železná Ruda (deutsch: Markt Eisenstein), Tschechien.


Bild: Frühstückspause bei Černé Jezero (deutsch: Schwarzer See) bei Železná Ruda (deutsch: Markt Eisenstein), Tschechien.


Bild: Grenzübergang Fleky (deutsch: Flecken) / Hofberg.


Bild: Gute Beschilderung … Bei Hofberg.


Bild: Bei Eschlkam.


Bild: Drachensee bei Furth im Wald.


Bild: Rathaus in Furth im Wald.


Bild: Grenzübergang bei Furth im Wald im Oberpfälzer Wald.






Bilder: Bei Waldmünchen.

In Waldmünchen gönne ich mir eine Übernachtung im „Hotel SonnGarten“ für attraktive 45 Euro. Nicht ganz so günstig wie der Zeltplatz zuvor, aber sicherlich deutlich mückenfreier zwinker .


Bild: Hlg. Johannes von Nepumuk, Waldmünchen.


Bild: Hotel SonnGarten, Waldmünchen.


DER FÜNFZEHNTE TAG (15.06. – 105 KM / 1700 HM)

Das Frühstücksbuffet verschaffte mir die nötigen Kalorien, um auch heute wieder einiges an Auf und Ab zu meistern. Gegen 8 Uhr fuhr ich los. Wie am Vortag sollte es weiter entlang der Grenze gehen. Wieder war es ein Wechsel zwischen ausgebauten Wegen und sehr rustikalen Pfaden. Zum Teil wurden auch Betonplattenwege der alten Grenzanlage genutzt.


Bild: Wechsel der Wegequalität … Bei Höll (Waldmünchen).


Bild: Nächste Stufe … Bei Höll (Waldmünchen).


Bild: Und nächste Stufe … Bei Untergrafenried (Waldmünchen).

Im Gegensatz zu gestern stand heute auch der kulturelle oder geschichtliche Aspekt immer wieder im Vordergrund. Gerade im grenznahen Gebiet waren ehemalige deutsche Besiedlung und anschließende Vertreibung ein wiederkehrendes Thema. Ich finde das interessant, stehe dem Ganzen aber etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits ist es historisch relevant auch diesen Teil der Geschichte zu kennen, andererseits verbinde ich damit auch diverse Gruppierungen, die Träume von einer möglichen „Rückgewinnung“ der Gebiete nicht aufgegeben haben. Mein Vater war selber Karpatendeutscher, er hatte das aber ohne jegliche Sentimentalität betrachtet und die neue Realität ohne Probleme anerkennen können. Es bleibt sicherlich in der nun schon sehr alten Generation noch eine „Heimatverbundenheit“, aber das Rad der Geschichte kann man nicht zurückdrehen.

Die folgende Serie von Bildern mag einige Eindrücke von Weg, Landschaft und Historie vermitteln …


Bild: Bei Untergrafenried (Waldmünchen).


Bild: Bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.


Bild: Lučina (deutsch: Grafenried) bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.


Bild: Lučina (deutsch: Grafenried) bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.


Bild: Lučina (deutsch: Grafenried) bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.


Bild: (Hier war das) Dorf Anger bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.


Bild: Bei Nemanice (deutsch: Wassersuppen), Tschechien.

Ich habe noch viele derartiger Bilder gemacht, aber will es dabei bewenden lassen. Es gibt durchaus noch andere interessante Aspekte des Grenzradwegs. Zum einen sind hier Überbleibsel des Kalten Krieges zu finden und zum anderen begegnet man überall dort, wo Straßen die Grenze überqueren, die sogenannten „Fidschimärkte“ und Casinos, begleitet vom Rotlichtmilieu.


Bild: Dieses Gelände möchte ich nicht betreten … Bei Pleš (deutsch: Plöss), Tschechien.


Bild: Radar- und Funküberwachung auf dem Velký Zvon (deutsch Plattenberg) bei Pleš (deutsch: Plöss), Tschechien.


Bild: „Fidschimarkt“ an der Grenze beim Ortsteil Železná (deutsch: Eisendorf) von Bělá nad Radbuzou (deutsch: Weißensulz), Tschechien.


Bild: Casino in Rozvadov (deutsch: Roßhaupt), Tschechien.

Der Wechsel von schöner Natur und geschichtlich Relevantem lassen Langeweile heute nicht aufkommen. Schön ist es, dass man nun die Grenze überfahren kann, ohne irgendwelche Schwierigkeiten (von schlechten Wegen abgesehen …). Es war recht warm, aber es gab auch Wind, leider nicht genug, um die immer wieder lauernden Bremsen wegzuwehen.

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Bild: Bei Třemešné (deutsch: Zemschen), Tschechien.


Bild: Bei Rozvadov (deutsch: Roßhaupt), Tschechien.




Bilder: Kirche Mariä Heimsuchung in Nové Domky (deutsch: Neuhäusel) bei Rozvadov (deutsch: Roßhaupt), Tschechien.


Bild: Grenzübergang bei Nové Domky (deutsch: Neuhäusel) bei Rozvadov (deutsch: Roßhaupt), Tschechien.

Die Insektenpopulation des Wald- und Wiesengebietes ließ es nicht sehr reizvoll erscheinen, das Zelt irgendwo aufzuschlagen. In Ernestgrün konnte ich ein schönes Apartment für nur 30 Euro beziehen, eigentlich nur deshalb so günstig, weil der Vermieter das Apartment gar nicht mehr offiziell anbot und ich offensichtlich auf eine „Internetleiche“ gestoßen war. Glück muss man haben …




Bild: Gästehaus Gertraud in Ernestgrün.


DER SECHZEHNTE TAG (16.06. – 80 KM / 1240 HM)

Noch 80 km bis in meine Heimatstadt, aber noch einige Höhenmeter und davon einige auf „Naturpfaden“ – zum Teil ganz bewusst gewählt. Das Zwischenziel sollte am frühen Nachmittag zu erreichen sein und ich freute mich darauf. Zum einen würde ich meinen Bruder besuchen, zum anderen hatte meine Schwester angekündigt, dass sie mit meiner Nichte auch dorthin kommen wollte. So würde ich sie also auf meiner Tour gleich dreimal treffen.

Bereits um 6:45 Uhr verließ ich mein schönes Apartment und fuhr zunächst weiter dem Grenzweg entlang. Die Idee, die alte Grenze nicht ganz aus der Erinnerung zu löschen und die damals erzwungene Unberührtheit der Natur zu erhalten, finde ich gut. Da ich 40 km von der DDR- und 40 km von der tschechoslowakischen Grenze aufgewachsen bin und die Grenze fast die Hälfte meines Lebens als undurchdringlich erfahren habe, genieße ich die Weiterfahrt, auch wenn es manchmal etwas holprig vorangeht.


Bild: Landschaft im Morgennebel … Bei Neualbenreuth.


Bild: Grenzweg bei Cheb (deutsch: Eger), Tschechien.


Bild: Stausee Stalka bei Pomezí nad Ohří (deutsch: Mühlbach), Tschechien.


Bild: Brücke über die Eger bei Hradčany (deutsch: Rathsam), Tschechien.


Bild: Typischer Plattenweg (zum Glück noch keine „Lochplatten“) bei Hradčany (deutsch: Rathsam), Tschechien.


Bild: Zum Teil schwierig zu fahren … Bei Libá (deutsch: Liebenstein), Tschechien.


Bild: Lupinen sind in der Gegend sehr häufig zu finden … Bei Libá (deutsch: Liebenstein), Tschechien.

Schließlich verließ ich den Grenzweg bei Libá (deutsch: Liebenstein) und fuhr Richtung Fichtelgebirge. An der Grenze war eine kleine „Kapelle“ gebaut worden.




Bild: „Kapelle“ an der Grenze bei Libá (deutsch: Liebenstein), Tschechien.

Das anfangs trübe Wetter mit etwas Regen war nun Sonnenschein gewichen. Ich befuhr jetzt das Gebiet, in dem ich als Jugendlicher schon viele Radtouren gemacht hatte. Für den Weg durch das Fichtelgebirge hatte ich mir zum Teil echte „Single Trails“ ausgesucht, die ich damals (natürlich ohne Gepäck) quer durch den Wald gefahren bin. Teile davon hätte ich aber im Nachhinein lieber mit dem MTB fahren sollen und zwar ohne Beladung. An einer Stelle rutschte ich seitlich von einer nassen Wurzel ab. Zum Glück ist nichts passiert. Egal, ich genoss diese Strecke und freute mich über die vertraute Natur lach .


Bild: Schausteinbruch bei Häuselloh im Fichtelgebirge.


Bild: St. Marien in Schönwald.


Bild: Meine Radroute durch das Fichtelgebirge ...


Bild: Hier hätte ich nicht abrutschen wollen … Alter Steinbruch bei Schönwald.


Bild: Es wird anspruchsvoll ...


Bild: "Großer Stein" im Martinlamitzer Forst.


Bild: Hier geht es noch hinüber … Blick auf den Großen Kornberg bei Schwarzenbach an der Saale.


Bild: Sächsische Saale bei Weißdorf.


Bild: Tagesziel erreicht …

In Münchberg fuhr ich noch eine „Gedächtnisrunde“ (Elternhaus, Volksschule, Gymnasium usw.) bevor ich dann bei meinem Bruder eintraf, wo kurz danach auch meine Schwester dazukam.


Bild: „Meine“ Volksschule … Kreuzbergschule Münchberg.


Bild: Bei meinem Bruder …

Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (03.01.20 18:32)
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#1410485 - 03.01.20 18:19 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Keine Ahnung
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INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé


DER SIEBZEHNTE TAG (17.06. – 115 KM / 2100 HM)

Da mein Bruder wieder in seine Praxis musste und meine Schwester zurück nach Passau fahren wollte, gab es ein zeitiges Frühstück, nach dem ich wieder weiterfuhr.


Bild: Frühstück bei meinem Bruder.

Die letzten Wolken waren verschwunden und so fuhr ich bei Sonnenschein auf der anderen Seite meiner Heimatstadt weiter, also in den Frankenwald, ebenso eine sehr schöne Gegend, die zum Wandern und – mit etwas Kondition – zum Radfahren einlädt. Ursprünglich war dies eine arme Gegend und die Textilindustrie ging zum Großteil zu Grunde. Inzwischen sind aber viele der Orte wieder recht schön hergerichtet und Tourismus gewinnt im ehemaligen Zonenrandgebiet zunehmend an Bedeutung.


Bild: Nachbargemeinde Helmbrechts.


Bild: Hier wurde einmal gearbeitet … Uschertsgrün im Frankenwald.


Bild: Die Selbitz in Selbitz.


Bild: Selbitz.

Es sind viele Radwege entstanden, die durchaus empfehlenswert sind. Mein Ziel war nun zunächst der Rennsteig, den ich schon kurz nach Grenzöffnung gefahren bin. Damals waren Teile mit dem Fahrrad fast nicht fahrbar entsetzt . Etwas besser ist es inzwischen geworden, aber auch der Rennsteig-Radweg ist nichts für Freunde von asphaltierten Radrouten.


Bild: Zwei schöne Radwege …


Bild: Typischer Kirchenbau dieser Gegend … Stadtkirche Naila.


Bild: Eine der vielen kleinen Brauereien … Sonnenbräu in Lichtenberg.


Bild: Schieferdächer gehören zu Oberfranken und Teilen Thüringens … Lichtenberg mit Burg.


Bild: Landschaft bei Lichtenberg.


Bild: Grenzweg zwischen Bayern und Thüringen (Rennsteig) bei Lichtenberg.

Eigentlich kann ich nun nicht viel mehr zum Rennsteig sagen und ich werde lieber Bilder sprechen lassen. Gerade bei dem schönen Wetter, welches viel Sonnenschein brachte, wirkte die schöne Natur noch mehr. Die Wege wechselten zwischen guten Stücken mit „wassergebundener Decke“ über schwer zu fahrenden Lochplatten-Grenzwegen bis hin zu Wald- und Wiesenwegen. Immer wieder kam man durch die Orte, die durch die dunkle Schieferbedachung und auch –verkleidung einen besonderen Charakter haben und bei Sonne schwarz glänzen. Die Schieferbrüche liegen vor Ort und liefer(te)n den Rohstoff.


Bild: Neundorf (bei Lobenstein), Rosenthal am Rennsteig.


Bild: Neundorf (bei Lobenstein), Rosenthal am Rennsteig.


Bild: Rennsteig bei Rodacherbrunn.


Bild: Bei Brennersgrün.


Bild: Rennsteighaus in Brennersgrün.


Bild: In Lehesten.


Bild: St. Aegidien Kirche in Lehesten.


Bild: Bei Lichtentanne.


Bild: Die Höhenmeter müssen ja irgendwo herkommen … Bei Lauenstein.


Bild: Lutherweg bei Lauenstein.


Bild: Bei Gräfenthal.


Bild: Grenzweg bei Gräfenthal.


Bild: Oberland am Rennsteig.


Bild: Schieferbruch bei Oberland am Rennsteig.

Zum Teil haben es die Bilder vielleicht vermittelt. Der Weg ist schön, aber er kostet viel Kraft. Ich war allerdings recht fit und so versuchte ich, alle größeren Steigungen hinter mich zu bringen. Schließlich war ich aber doch recht geschafft und war froh, in der Gaststätte „Zum Werratal“ ein günstiges Zimmer beziehen zu können. Ich traf dort ein Ehepaar, welches mit zwei alten Traktoren entlang des Rennsteigs unterwegs waren – auch eine Möglichkeit … zwinker


Bild: Außergewöhnliche Fortbewegungsmittel für eine Reise … Gasthaus Werratal in Sachsenbrunn, Eisfeld.


DER ACHTZEHNTE TAG (18.06. – 118 KM / 1050 HM)

Ich hatte mein Zimmer ohne Frühstück genommen, da dieses recht spät serviert werden würde und so fuhr ich wieder vor sieben Uhr los. Es empfing mich herrliches Wetter. Ich folgte zunächst dem Werratal-Radweg, der relativ flach verlief und durch nette Ortschaften in Oberfranken und Thüringen führte. Im Vergleich zu den Strecken, die ich zuvor gefahren bin, war das ein „Erholungsurlaub“ für die Muskulatur. Langweilig wurde es aber nicht, da recht viele schöne Eindrücke auf einen einströmten. Auch hier kann ich wieder die Fotos sprechen lassen …


Bild: Sachsenbrunn, Eisfeld.


Bild: Bei der Dreifaltigkeitskirche in Eisfeld.


Bild: Werratal-Radweg und Lutherweg in Eisfeld.


Bild: Ein inzwischen seltener Anblick … In Veilsdorf.


Bild: Wenn man nicht zum Rennsteig hinauf will, ein gemütlicher Flussradweg … Höhenprofil Werratal-Radweg.


Bild: Rathaus von Veilsdorf.


Bild: In Hildburgshausen.


Bild: Am Werratal-Radweg bei Ebenhards.


Bild: Der Dambach in Ebenhards.


Bild: Die Werra bei Themar.


Bild: Kirchenburg Henfstädt.


Bild: Auch eine Art Burg … Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld.


Bild: Welcher Unterschied zu meinem bisherigen Weg … Werratal-Radweg in Untermaßfeld.


Bild: In Meiningen.


Bild: Schloss Elisabethenburg in Meiningen.


Bild: Kirchenburg Walldorf.

Bei Breitungen nahm ich Abschied von der Werra. Bis zur Mittagspause um 13 Uhr hatte ich trotz etlichen Stopps in den diversen Ortschaften bereits über 80 km zurückgelegt – was gute Wege und geringe Steigungen ausmachen … zwinker Dennoch freute ich mich wieder auf etwas anspruchsvollere Wege, die ich durch die Rückkehr zum Rennsteig inklusive entsprechender Steigungen wieder antreffen sollte. Der Rennsteig ist selten Rennsteig alleine. Meist verlaufen auf gleicher Strecke weitere Wander- und Radwege. So begleiteten mich heute ein Stück weit die Holzskulpturen des „Pummpälzweges“.


Bild: Diesmal überwiegt Rot … Bei Schweina.


Bild: Skulptur am Pummpälzweg bei Kissel.


Bild: Pummpälzweg bei Kissel.


Bild: Pummpälzweg im Bezirk Moorgrund.


Bild: Nicht nur Rennsteig … Rennsteig im Bezirk Moorgrund.


Bild: Ruhla.

Heute merkte ich, dass mir die vielen Anstiege der Vortage doch etwas in den Beinen steckten . So freute ich mich über die Abfahrt Richtung Eisenach. Vor Eisenach fand ich in Seebach die Pension Wiesengrund, wo ich das Zelt trocknete, Wäsche wusch und auf meinem Kocher mein Abendessen (Tortellini + Pesto) zubereitete.


DER NEUNZEHNTE TAG (19.06. – 145 KM / 950 HM)

Bereits um 6:30 Uhr saß ich in der Früh nach einer guten Nacht (ich schlief wie ein Stein) auf dem Sattel. Es war heißes Wetter angesagt und ich wollte den hohen Temperaturen zumindest ein wenig entkommen. Zunächst besuchte ich Eisenach, wo es um die frühe Zeit noch recht ruhig zuging.


Bild: Martin Luther in Eisenach.


Bild: Rathaus von Eisenach.


Bild: Da musste ich entlang … Postamt von Eisenach.


Bild: Ein Blick auf die entfernte Wartburg bei Eisenach.

Es ging nun erst einmal wieder Richtung Werra, auf die ich in Mihla stieß. Bis dorthin ging es – von kleinen Gegenanstiegen abgesehen – sanft bergab.


Bild: Da passe ich durch … Ortseinfahrt von Bischofsroda.


Bild: Schloss Bischofroda.


Bild: Bei Bischofsroda.


Bild: Aufgegebene Ziegelei bei Lauterbach.


Bild: Rotes Schloss in Mihla.

Schließlich erreichte ich den Werratal-Radweg, dem ich nun wieder ein Stück lang folgte, um dann in den Harz „abzubiegen“. Die Werra hatte inzwischen einiges zugelegt. Die Ortschaften in Thüringen und Hessen sind durch wunderschöne Fachwerkbauten geprägt. Ich genoss diesen Teil der Tour.


Bild: Die Werra bei Mihla.


Bild: EV13/Werratal-Radweg bei Frankenroda.


Bild: Frankenroda.


Bild: EV13/Werratal-Radweg in Probsteizella.


Bild: Der fährt wohl nicht mehr … In Falken.


Bild: Burg Normannstein in Treffurt.


Bild: Rathaus von Treffurt.


Bild: Grenze Thüringen / Hessen bei Treffurt.


Bild: Johanneskirche am Karl Montag-Platz in Altenburschla.


Bild: Zu früh, um zu übernachten … Hotel zum Schwan in Wanfried.


Bild: Rathaus von Wanfried.


Bild: Eschwege.


Bild: Fußgängerzone in Eschwege.


Bild: Schloss Rothestein bei Bad Sooden-Allendorf.


Bild: Bad Sooden-Allendorf.


Bild: Bei Bad Sooden-Allendorf.


Bild: Mittagspause bei Bad Sooden-Allendorf.

Kurz nach der Mittagspause bei Bad Sooden-Allendorf ging es bei Lindewerra vom Werratal-Radweg ab und natürlich sofort den Berg hoch. Die Steigungen hielten sich aber in Grenzen. Ich stieß nach Abkürzung wieder auf den EV13, dem ich auch am folgenden Tag noch folgen sollte. Am späten Nachmittag verfinsterte sich der Himmel und es deutete sich ein Gewitter an. Ich schaffte es noch bis Duderstadt, wo ich in einem Fachwerkhaus in der Stadtmitte ein nettes kleines Apartment fand („Apartmenthaus Duderstadt“). Kaum war ich dort eingetreten, setzte auch schon heftiger Regen ein listig .


Bild: Gut, dass dieser Zaun weg ist … EV13/Werratal-Radweg bei Ellershausen.


Bild: Werra/Leine-Verbindungsradweg in Bornhagen.


Bild: Fast schon „Zeltfeeling“ … Apartmenthaus Duderstadt.


DER ZWANZIGSTE TAG (20.06. – 115 KM / 1600 HM)

Auch wenn ich wieder auf das Frühstück verzichtete, gönnte ich mir zumindest einen Kapsel-Nespresso-Kaffee, obwohl ich diese „Kapselversion“ eigentlich eher ablehne – zu viel Müll. Als ich um 6:45 Uhr losfuhr, hatte der Regen gerade aufgehört und es blieb am Rest des Tages trocken mit vielen sonnigen Abschnitten. Wie eigentlich bei fast all meinen Touren hatte ich auch diesmal wettermäßig Glück gehabt – das könnte auch für meine zukünftigen Radreisen so bleiben. So konnte ich das schöne Duderstadt in den Morgenstunden im Trockenen besichtigen …


Bild: In Duderstadt.


Bild: Rathaus von Duderstadt.

Die Höhenmeter zeigen es – es wurde wieder hügeliger. Heute war der Harz zu „überwinden“, wobei ich mir den Abstecher zum Brocken ersparte – ich war dort oben schon mehrfach mit dem Rad gewesen. Ich näherte mich dem Harz recht schnell …


Bild: Morgenstimmung an der Grenze Thüringen / Niedersachsen bei Duderstadt.


Bild: Hätte ich hier noch ein weiteres bereistes Land angeben müssen … Reichsbürger in Tettenborn.


Bild: Zisterzienser-Kloster Walkenried.


Bild: Die Lokomotive „Zorge“ (Achsformel 1A1), Staatliche Maschinenfabrik Zorge.

Schließlich war der Harz erreicht. Heute sollten die letzten „Berge“ meiner Radreise mit mehr als 600 Metern erklommen werden. Bereits um 13:30 Uhr verließ ich die 600-Meter-Höhenmarke.


Bild: Hohegeiß im Harz.


Bild: In Hohegeiß.


Bild: Die Fahrtrichtung ist klar … Blick auf Brocken von Hohegeiß.


Bild: Grenze Niedersachsen / Sachsen-Anhalt bei Hohegeiß.


Bild: EV13 - Grenzweg bei Hohegeiß.


Bild: Wachturm Sorge.


Bild: Grenze Niedersachsen / Sachsen-Anhalt beim Wachturm Sorge.


Bild: Drei Annen-Hohne im Harz.


Bild: Hohnsteinklippen bei Werningerrode.

Nach den Hohnsteinklippen ging es Richtung Ilsenburg bergab – nun gut, es waren noch etliche Gegenanstiege zu bewältigen, aber die Tendenz war vorgegeben.

Bild: Die Ilse in der Nähe von Ilsenburg.


Bild: Kloster Ilsenburg.

Weiter ging es über Bad Harzburg nach Goslar, welches ich als Tagesziel auserkoren hatte. Bei einem leckeren Eisbecher in Bad Harzburg konsultierte ich das Internet. Dort erfuhr ich, dass für die Nacht Gewitter angekündigt waren – traf dann nicht zu, aber das wusste ich erst am folgenden Tag zwinker . So sah ich nach, was es in Goslar an anderen Übernachtungsmöglichkeiten gab und für 30 Euro fand ich ein Gästezimmer im „Gästehaus Engelcke“, welche ich gleich reservierte. So hatte ich die nötige Muse, Goslar, welches ich schon lange nicht mehr besucht hatte, ausführlicher zu besichtigen.


Bild: Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Goslar.


Bild: Rieslingsturm in Goslar.


Bild: Nicht meine Unterkunft … Hotel Kaiserworth in Goslar.


Bild: “thun läßt sanft ruh’n“ … trifft zumindest auf Radfahren zu … Am Marktplatz in Goslar.


Bild: Kaiserthronsessel in der Domvorhalle in Goslar.


Bild: Frankenberger Plan mit Brunnen in Goslar.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (07.01.20 13:02)
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#1410487 - 03.01.20 18:30 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Keine Ahnung
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INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1: Vorwort(e)

Teil 2: Radreise (Tag 1-6: Kroatien/Bosnien und Herzegowina)

Teil 3: Radreise (Tag 7-11: Bosnien und Herzegowina/Kroatien/Slowenien/Österreich)

Teil 4: Radreise (Tag 12-16: Österreich/Deutschland/Tschechien/Deutschland)

Teil 5: Radreise (Tag 17-20: Deutschland)

Teil 6: Radreise (Tag 21-22: Deutschland) und Résumé


DER EINUNDZWANZIGSTE TAG (21.06. – 142 KM / 1050 HM)

Der 21. Tourentag sollte der letzte ganze Fahrtag werden und mit mehr als 140 km und immerhin nochmals knapp über 1000 Höhenmetern war er nicht zu knapp bemessen. Dass ich meiner neuen Heimat im Norden näher kam, bemerkte ich schon am beständig blasenden Wind, der natürlich kräftig von vorne kam. Den hatte ich eigentlich überhaupt nicht vermisst . Große Anstiege gab es nicht mehr, aber ich hätte den Wind gerne gegen ein paar deftige Steigungen eingetauscht.

Der Hauswirt hatte das Frühstück vergessen, welches wir für 7 Uhr vereinbart hatten, so dass ich etwas später wegkam. Ich ließ Goslar hinter mir und radelte Hildesheim entgegen. Die Bilder zeigen, dass die Landschaft sich nun vollständig verändert hat – ein krasser Gegensatz zu meinen ersten Tagen im Balkan.


Bild: Gästehaus Engelcke in Goslar.


Bild: „Die Dicken am Rosentor“ („Mann mit Stock“ und „Frau mit Schirm“ von Fernando Botero) in Goslar.


Bild: Blick zurück in den Harz von Jerstedt.


Bild: Blick voraus Richtung Dörnten.


Bild: Welchem Hobby gehen die Bewohner dieses Hauses wohl nach? … In Dörnten.


Bild: Bei Upen (Kreis Liebenburg).


Bild: Innerste-Radweg bei Derneburg.


Bild: Die Innerste bei Egenstedt.


Bild: Innerste-Radweg bei Itzum.

Schließlich war Hildesheim erreicht. Als Bischofssitz ist die Stadt durch eine Vielzahl von Kirchengebäuden geprägt.


Bild: Pfarrkirche Basilika St. Godehard in Hildesheim.


Bild: Bugenhagen-Brunnen in Hildesheim.


Bild: Huckup-Denkmal in Hildesheim.


Bild: Marktplatz mit Stadtmuseum in Hildesheim.


Bild: Dom Mariä Himmelfahrt zu Hildesheim.


Bild: St. Michaelis in Hildesheim.

Das war viel Kultur. Nach all den – sehr interessanten und beeindruckenden – sakralen und weltlichen Bauwerken war ich wieder ganz froh, zurück in die Natur zu kommen. Allerdings waren es nun eher die „leisen Töne“ im Vergleich zu der „geballten Ladung“, die ich insbesondere in der ersten Hälfte der Radreise „abbekommen“ habe. Dieser Kontrast machte allerdings den besonderen Reiz der Tour aus.


Bild: Auch unterwegs beachtliche Bauwerke … Schloss Marienburg in Nordstemmen.


Bild: Am Leineradweg bei Nordstemmen.


Bild: Hier ging es für Radfahrer eigentlich nicht weiter … In Hallerburg.


Bild: Ich muss zugeben, ich bin nicht abgestiegen … Fußgänger-Umleitung in Hallerburg.


Bild: Rathaus von Bad Münder am Deister.


Bild: Weiter Ausblick bei Bad Münder am Deister.

Schließlich erreichte ich die Weser und auf dem Weserradweg ging es noch ein Stück weiter bis zum Campingplatz „Doktor-See“, wo ich neben einem anderen Radfahrer zeltete, der eine Wochenendtour unternahm und sehr interessiert meinen Schilderungen meiner Radreise(n) folgte. Evtl. habe ich in ihm das Interesse an größeren Touren wecken können … zwinker


Bild: Weser-Radweg bei Großenwieden.


Bild: Campingplatz am Doktorsee in Rinteln.


DER ZWEIUNDZWANZIGSTE TAG (22.06. – 83 KM / 840 HM)

Dass ich heute in Bohmte meine Tour beenden würde, hatte ich im Laufe des Tages kurzfristig entschieden. Drei Gründe bewegten mich zu diesem Entschluss, den ich auch im Nachhinein noch gut finde, auch wenn ich die letzten ca. 100 km nicht mehr bis vor die Haustür gefahren bin. Zunächst war da der Wind, der im Laufe des Tages kräftig auffrischte und natürlich von vorne kam. Dann hatte ich in Bohmte die letzten nennenswerten Hügel überwunden und die Aussicht, dem Wind entgegen über das flache Land, welches ich schon ausgiebig mit dem Rad erkundet hatte, zu fahren, reizte mich auch nicht besonders. Und außerdem konnte ich so bereits am Samstagnachmittag zuhause sein und hatte noch den freien Sonntag, bevor ich am Montag wieder arbeiten musste. Zunächst freute ich mich aber auf die letzten Hügel nahe Osnabrück, in denen ich mit meinem Sohn schon mehrfach MTB-Ausflüge gemacht hatte.


Bild: Die Weser kann natürlich auch anders erkundet werden … Weser an der Grenze Nordrhein-Westfalen / Niedersachsen.


Bild: Am Weserradweg an der Grenze Nordrhein-Westfalen / Niedersachsen.


Bild: In der Nähe der Porta Westfalica.


Bild: Saline in Bad Oeynhausen.


Bild: Vor dem letzten Anstieg … Im Auerbachtal bei Rödinghausen.


Bild: Sehr empfehlenswert für schöne Tagesausflüge: Geopark TERRA.vita bei Rödinghausen.


Bild: Geopark TERRA.vita bei Rödinghausen.


Bild: Von jetzt ab ging es bergab … Geopark TERRA.vita bei Rödinghausen.


Bild: Geopark TERRA.vita bei Rödinghausen.


Bild: Noch ein kurzer Anstieg und dann wird es flach … Büscherheide an der Grenze Nordrhein-Westfalen / Niedersachsen.


Bild: Mittellandkanal bei Bad Essen.


Bild: Schloss Ippendorf bei Bad Essen.


Bild: Schloss Hünnefeld bei Bad Essen.

Von Bohmte ging es mit dem Zug nach Bremen und schließlich mit der Fähre nach Lemwerder. Um 15:45 Uhr war die Radreise dann vorbei.


Bild: Bahnhof Bohmte.


Bild: Das Überschreiten der letzten Grenze Bremen/Niedersachsen … Fähre Vegesack-Lemwerder.


RÉSUMÉ

Kann man in drei Wochen viel erleben? Ja, das kann man und eine Radreise, wie ich sie hier vorgestellt habe, ist sicherlich eine sehr gute Möglichkeit, viele Eindrücke sehr intensiv zu erfahren. Die Wahl der Route vom Balkan bis in die Norddeutsche Tiefebene bietet Vielfalt an Natur und Kultur. Die Tour war anstrengend, wie die meisten meiner Radreisen. Natürlich gibt es zwischendurch die Augenblicke, wo man auf dem matschigen, holprigen und steilen Weg denkt, „Warum tust Du Dir das an?“. Aber kaum hat man das „Hindernis“ überwunden und wird durch wunderschöne Natur belohnt, so weiß man wieder, warum man sich hier durchgekämpft hat. Man realisiert sehr schnell, dass man auf andere Art und Weise entweder die große Vielfalt nicht so einfach und in relativ kurzer Zeit erfahren kann (Wandern) oder die außergewöhnlichen Orte gar nicht erreichen würde (Auto).

Es ist sicherlich sinnvoll, auch den Text zu lesen – die Bilder können dann besser zugeordnet werden. Aber die Bilder sprechen natürlich auch für sich. Obwohl hier so viele Bilder zu sehen sind, ist es nur eine Auswahl der Schnappschüsse, die ich gemacht habe. Viele Bilder hätte ich eigentlich noch einbinden wollen, aber es ist jetzt schon eine Menge zu sehen und für einen guten Überblick langen diese Bilder locker aus. Nicht nur für andere ist der Bericht – hoffentlich – interessant. Auch für mich ist er wertvoll. Häufig schaue ich mir alte Reiseberichte oder Bilder an und bei nichts (außer vielleicht Wandertouren) kommen mir so viele detaillierte Erinnerungen wie im Zusammenhang mit Radreisen. Leider habe ich ein miserables Namensgedächtnis und mein Orientierungssinn ist ebenso schwach ausgeprägt. Daher ist für mich auch die Zuordnung zu Ortsnamen von Bedeutung.

Viel Spaß beim Lesen und Betrachten!
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (10.01.20 11:12)
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#1410518 - 03.01.20 23:12 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
veloträumer
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bravo Schon sehr heftig, die Wegewahl. In Deutschland auch nochmal sehr viel historisches Geläuf - in dem Fall der "Kalte Krieg", wenn man so will auch eine Tour der zerbrochenen Grenzen. Danke für die Reiseeindrücke! Mein Lieblingsfoto: Der Feldhase! schmunzel
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1410526 - 04.01.20 00:11 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: veloträumer]
Keine Ahnung
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Der Feldhase hat wenigstens stillgehalten. Tieren bin ich vielen begegnet. Die sind aber schneller weg gewesen als ich die Kamera zücken konnte. Ein Reh ist fast mit mir zusammengestoßen.

Ich bin froh, dass ich den Bericht nun fertig habe. Schon alleine das Sichten und Zuordnen der Bilder kostet viel Zeit. Zur Stütze habe ich ein kleines "Reisetagebuch", in dem ich zumindest jeweils die wesentlichen Ereignisse des Tages festgehalten habe. Die größere Bevölkerungs- und Siedlungsdichte in Deutschland lässt auf gleicher Strecke doch einiges mehr an Sehenswürdigkeiten zusammenkommen als das in den abgelegenen Teilen des Balkans der Fall ist.

Ich fand auch den Wechsel der Architektur interessant, alleine schon in Deutschland. Die mit schwarzem Schiefer verkleideten Häuser meiner Heimat z. B. im Vergleich zu den Fachwerkhäusern weiter nördlich bis hin zu den rot verklinkerten Gebäuden des Nordens.

Ebenso spannend sind die auf recht engem Raum zu findenden Variationen der Geologie und Flora. In den USA musste ich da schon deutlich größere Entfernungen zurücklegen ...
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1410568 - 04.01.20 18:16 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Joelle
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Wauw, da hast Du viel Arbeit gehabt um die viele Bilder und Texr hoch zu laden ! Doch es lohnt sich. Es gibt einen guten Eindruck wie der Balkan aussieht, und auch die weniger ( für mich doch ) bekannte Regionen Österreich und Deutschland.
Danke . Und Bravo für den sportlichen Leistung, die Tages Kilometer und Höhenmeter verdienen Respekt.

Grüsse, Yolanda
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#1410571 - 04.01.20 18:34 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Joelle]
Keine Ahnung
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Hallo Yolanda,

es freut mich, wenn der Bericht es schafft, einen guten Eindruck von den zum Teil recht unterschiedlichen Gebieten zu geben, die ich bereist habe.

Schöne Grüße in die Niederlande, wo ja eher der Wind als die Berge ein Hindernis beim Fahrradfahren darstellt zwinker .
Gruß, Arnulf

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#1410581 - 04.01.20 20:57 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
martinbp
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Großer Respekt, du hast bei deiner Tour schon eine enorme Leistung vollbracht.
Solche Wegstrecken, wie du sie planst, würde ich nur ohne Gepäck fahren wollen und auch dann nicht jeden Tag, aber klar, das Naturerlebnis ist viel intensiver.

Erstaunlicherweise hast du nicht oft umkehren müssen, weil der Weg irgendwann einmal an einem Zaun/Privatgelände/ im Nirgendwo endet. Und Hundeattacken scheint es auch keine gegeben zu haben. Vor diesen zwei Dingen hätte ich in den Ländern des Balkans schon etwas Sorge.

Besonders schön fand ich, dass du einen kompletten gpsies-Track angefügt hattest, mit dieser und den Bildunterschriften ließ sich deine Strecke sehr gut verfolgen, ohne mühsam in einem Atlas nach den Ortschaften suchen zu müssen.
Ein Teil deiner Strecke (entlang der böhmisch-bayrischen Grenze und von der Saale zum Rennsteig) habe ich auch schon oft geplant, aber noch nie realisiert.

Also, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
Martin
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#1410583 - 04.01.20 21:10 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: martinbp]
Keine Ahnung
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Tatsächlich hatte ich diesmal keinerlei unschöne Begegnung mit Hunden. Das war in Albanien anders und am schlimmsten in Rumänien. Nur einmal war ich vor einem Abgrund gestanden, wo nur ein steiler Pfad nach unten führte (hatte ich oben erwähnt). Das war auf der Karte nicht direkt ersichtlich. Es war aber kein Problem, da eine "Straße" als Alternative in der Nähe war und die OSM-Kartendaten da erstaunlich genau waren.

Auch schon bei früheren Touren hatte ich weder in BiH noch in Kroatien und auch nicht in Slowenien unschöne Hundebegegnungen. Slowenien ist sicherlich ein guter Einstieg für Touren im Balkan. Man sollte nicht zu viel Respekt vor diesen Ländern haben. Die Leute sind freundlich und eine Unterkunft habe ich immer problemlos gefunden. Im Gegensatz zu Deutschland hat man meistens Internetzugang mit dem Mobiltelefon. Man muss ja auch keine so lange Tagesetappen einplanen. Einfachere Wege sollte man aber zumindest streckenweise in Kauf nehmen wollen, wenn man dem Autoverkehr entkommen will.
Gruß, Arnulf

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#1410587 - 04.01.20 22:13 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
talybont
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Arnulf - ich bin begeistert! Du machst einem richtig Lust auf den Balkon.
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#1410594 - 04.01.20 23:40 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: talybont]
iassu
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Nach soviel Landschaft ist der Balkon mit seinen Erholungsmöglichkeiten sicherlich anzuraten, sehe ich genauso. lach
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#1410595 - 04.01.20 23:42 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: talybont]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: talybont
Arnulf - ich bin begeistert! Du machst einem richtig Lust auf den Balkon.


Danke!

Deine Begeisterung deutet aber eher darauf, dass Du "Balkan" und nicht "Balkon" meintest? Oder habe ich Dich animiert, lieber Balkonien für den Urlaub zu wählen? zwinker grins

Ja, den Balkan habe ich "ins Herz geschlossen". Als ich als Jugendlicher begeistert Karl May gelesen habe, waren die "Skipetaren" und deren Heimat für mich "unendlich weit weg. Die Erinnerung an die Geschichten waren ein Anreiz, die Gegend zu erkunden.

P.S. Andreas ist der "Balkon" auch aufgefallen ... zwinker
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (04.01.20 23:43)
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#1410596 - 04.01.20 23:45 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
iassu
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Ein sehr bereichernder Bericht, vielen Dank. Wir sind bezüglich unserer Wunschvorgaben an die zu befahrenden Oberflächen gewiß, sagen wir mal: nicht deckungsgleich grins , beeindruckend ist das aber doch, was du dir zugemutet hast. Auch die Kombination von Km und Hm scheint mir klar aus der Kategorie Heldentum zu stammen. Insgesamt hast du glaube ich ein Maximum in die drei Wochen gepackt. Das Text- und Bildergebnis ist jedenfals klasse. Vielen Dank für die Arbeit auf dem Sattel und am Rechner! bravo
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#1410597 - 04.01.20 23:45 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: iassu]
Keine Ahnung
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Andreas, jetzt dachte ich, dass Du - begeistert von den von mir gewählten Wegen - noch 2020 die Tour nachfahren willst ... zwinker
Gruß, Arnulf

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#1410605 - 05.01.20 05:39 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Biotom
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Schöner Bericht einer eindrücklichen Tour! Hut ab vor dieser Kombination aus km, Hm, Gepäck und Wegqualität bravo
I never go for a walk without my bike.

Link auf Biotoms Tourberichte
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#1410624 - 05.01.20 11:54 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
Gerhard O
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Danke Arnulf,
ein interessanter Bericht mit schönen Bildern! bravo

Mich hat dieser Reisebericht so inspiriert, daß ich sofort anfing, in meinen Erinnerungen (und Bild- und Trackarchiven) zu stöbern, um deine Fahrt nachzuvollziehen und mit meinen Reisen (mit und ohne Fahrrad) zu vergleichen.

Hierfür habe ich natürlich deinen veröffentlichten Track benutzt und kam dabei einigemal ins 'Stolpern' verwirrt Du bist streckenweise anders gefahren als im Track angezeigt.

Dazu habe ich nun eine Frage. Du benutzt offensichtlich ein Navi während der Tour. Da wäre es doch ein Leichtes, die Tour aufzuzeichnen und im Bericht die wirklich gefahrene Strecke zu zeigen. Das hätte mir einige Sucherei erspart. dafür

Das Lesen und recherchieren hat aber trotzdem Spaß gemacht!

Gruß
Gerhard
___
lieber ein gemeiner Berg als ein hinterhältiger Wind
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#1410636 - 05.01.20 13:29 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Gerhard O]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: Gerhard O

Hierfür habe ich natürlich deinen veröffentlichten Track benutzt und kam dabei einigemal ins 'Stolpern' verwirrt Du bist streckenweise anders gefahren als im Track angezeigt.


Hallo Gerhard,

wie ich geschrieben hatte, ist der verlinkte Track die geplante Version. Nennenswerte Abweichungen gab es lediglich an drei Stellen:
  • Das vor einem Abgrund endende Stück in BiH musste ich umfahren - das waren allerdings nur wenige Kilometer.
  • Ich bin nicht über den alten Loiblpass gefahren sondern durch den Tunnel. Das ist allerdings eine wenig zur Verwirrung beitragende Änderung.
  • Anstatt über die Blaa-Alm bin ich über den Hallstätter See nach Bad Ischl, damit ich meine Schwester treffen konnte.


Auf diese Änderungen hatte ich aber im Text schon hingewiesen. Ich stelle bewusst nicht den gefahrenen Track ein (es sei denn, die Abweichungen sind entscheidend), da er viele kleine Abstecher z. B. zu Unterkünften, Campingplätzen, Supermärkten usw. enthält, die jemandem, der einfach die Strecke nachfahren will, nicht interessieren. Ich will ja einen nachfahrbaren Track zur Verfügung stellen, der dann individuell durch eigene Abstecher ergänzt werden kann ...

Eine (sinnvolle) Korrektur habe ich jetzt dennoch vorgenommen, die ich eigentlich sowieso einfügen wollte, an die mich aber erst Dein Hinweis wieder erinnert hat. Ich habe das unfahrbare Stück durch das tatsächlich gefahrene ersetzt (sind nur wenige Kilometer) und als "Version 9" den Track abgespeichert (Link oben verweist nun darauf). Blaa-Alm und alter Loiblpass sind aber weiterhin enthalten, da ich normalerweise auch diese Strecke gefahren wäre, hätte es nicht das Treffen mit meiner Schwester gegeben bzw. wäre ich nicht von einem Anfall der Bequemlichkeit übermannt worden zwinker .

Um nun aber auch die Alternativ-Route über den Hallstätter See auf "kleinen Wegen" zugänglich zu machen, habe ich im ersten Beitrag auch den dazugehörigen Track verlinkt. Wer noch nicht am Hallstätter See war, könnte diese Alternative sowieso als attraktiver erachten.

Ansonsten verstehe ich aber den Punkt "Sucherei" nicht!? verwirrt
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1410637 - 05.01.20 13:47 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Biotom]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: Biotom
Schöner Bericht einer eindrücklichen Tour! Hut ab vor dieser Kombination aus km, Hm, Gepäck und Wegqualität bravo


Im Vergleich zu Deiner recht kargen Gepäckausstattung grins habe ich tatsächlich erwähnenswertes Gepäck dabei.

Aus Deinem schönen Reisebericht:



Allerdings würde all mein Gepäck auch gut in die beiden Ortlieb Back Roller passen. Keine der Taschen ist gut gefüllt und ich verwende die Front Roller eigentlich nur, um eine bessere Gewichtsverteilung und insbesondere Ordnung herzustellen. Aber auf die Minimalmengen einer Bikepacking-Variante komme ich hierbei nicht und - eigentlich will ich das auch nicht zwinker . Ich habe aber auch nicht das Gefühl, dass das Gepäck für mich den großen Unterschied macht. Viel entscheidender ist die Wegqualität, die dieses Mal in Kombination mit km und Hm zum Teil viel Kraft gekostet hat.
Gruß, Arnulf

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#1410656 - 05.01.20 17:44 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
TaHi79
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Ganz lieben Dank für dieses aktuelle Foto! Das sieht heute etwas besser gangbar aus. Damals war die Brücke auch bei Trockenheit spiegelglatt
Liebe Grüße, Tanja
___________________
Fahrrad statt Stau
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#1410716 - 06.01.20 10:53 Re: Vom Balkan nach Norddeutschland 2019 [Re: Keine Ahnung]
immergegenwind
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Du fährst viele Strecken auf abgelegenen Wegen, diesma auch ganz viel EV13, der ist m.W. nicht ganz einfach zu fahren.
Dann der Werraradweg, den bin ich auch schon gemütlich gefahren. Innerste / Hildesheim ist meine Schulzeitheimat. Hast ja (fast) alles Sehenswerte dort besucht.
Also auf jeden Fall ein sehr lesenswerter Reisebericht, das Erstellen kostet sehr viel Zeit, aber auch schon die Planstrecke mit Gpsies zu erstellen, ist sehr zeitaufwändig.
Ich mache es genauso: Zuhause lieber länger und intensiv planen, als unterwegs irgendwo im Nirwana festzustecken.

Viele Grüße,
Burkhard
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