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#1511359 - 09.10.22 13:00 Brombeeren und Guiness - Irland 2022
Britta
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 265
Dauer:23 Tage
Zeitraum:20.8.2022 bis 11.9.2022
Entfernung:1492 Kilometer
Bereiste Länder:ieIrland

Hallo zusammen,

unser Reiseziel für den Sommerurlaub dieses Jahr war quasi schon gesetzt. Bernd war vor 30 Jahren in Irland mit dem Motorrad unterwegs gewesen und hatte sich gewünscht, nun nach genau 30 Jahren noch mal nach Irland zu fahren, um zu sehen, wie es sich verändert hat. In seiner Erinnerung hatte der Dauerregen damals eingesetzt, als sie die Insel betreten hatten und erst aufgehört, als sie sie wieder verließen. Meine eigene Irlanderfahrung beschränkte sich auf eine Interrail-Tour im Jahr 1991 und später nochmal eine Reise mit dem Auto in den späteren 90er Jahren. Also auch bei mir eine Weile her. Die Idee: von Cork aus die Küste entlang zu radeln und dann mal zu sehen, wie weit wir kommen. Ich hatte vorab ein paar Tracks erstellt, die letztlich aber nur zur Orientierung für Distanzen und zu erwartende Höhenmeter gedient haben. Mit der real gefahrenen Strecke hatten sie nicht viel zu tun denn wir haben viel spontan entschieden, welche Straßen wir fahren und wie weit wir die Küstenlinie ausfahren. Die Anreise erfolgte per Flugzeug nach Dublin und dann mit dem Zug weiter nach Cork.
Vorab schon mal gesagt: der ein oder andere mag das für keine „gültige Britta&Bernd“ Tour halten: wir fahren auf asphaltierten Straßen, es gab keine Ausfälle irgendwelcher Art und auch kein Unwetter, Dauerregen oder Schnee. Es war einfach ein total entspannter Sommerurlaub. Ich hoffe, es wird euch nicht langweilig. zwinker


Tag1: Von Berlin nach Dublin, 28 km

Unser Flug geht gegen Mittag in Berlin ab und wir erreichen Dublin am frühen Nachmittag. Es stürmt heftig. Wir peilen für die erste Nacht den Campingplatz westlich von Dublin an. Die Hotelpreise erschienen uns außergewöhnlich hoch – selbst die Betten im Hostel-Schlafsaal sollten um die 80 Euro kosten – da war der Campingplatz für uns die bessere Variante. Vom Flughafen ist er knapp 30 km entfernt – zum Bahnhof sind es etwa 12 km.
Bei der Gepäckausgabe in Dublin erstmal große Erleichterung: alle Gepäckstücke sind vollzählig erschienen und beide Räder haben den Flug defektfrei überstanden. Es kann los gehen! Es ist sehr stürmisch draußen und wir müssen ganz schön strampeln, um vom Fleck zu kommen. Das kann ja heiter werden…


Imbisspavillion, der mit dem Wind kämpft.

Wir steuern auf dem Weg einen Decathlon an, um noch eine Gaskartusche zu kaufen, erfahren aber, dass Gaskartuschen hier gar nicht im Sortiment sind. Etwas überrascht fahren wir weiter, werden aber einige Kilometer später in einem kleinen Heimwerker-Bedarf fündig.
Den Weg zum Campingplatz hatten wir über möglichst grüne Wege gelegt – durch Parks und entlang von Kanälen – so dass wir uns gleich schon wieder mit den verschiedenen Varianten an Durchfahrsperren vertraut machen können.





Ansonsten fährt es sich eigentlich über weite Teile sehr hübsch, auch wenn wir schlappe 3 Stunden brauchen, bis wir endlich am Campingplatz ankommen. Sorgen wegen Gaskartuschen hätten wir uns jedenfalls nicht machen müssen – in der Camping-Küche stehen noch diverse angebrochene Exemplare, von denen wir auch noch eine mitnehmen.

Tag2: Von Dublin nach Garrettstown, 54 km

Der Tag startet mit einem Produkttest. Wie im Kaffee-Faden schon beschrieben kommt heute erstmalig der Tütenkaffee zum Einsatz.



Heiß-Wasser auf den Kaffee im Beutel, durch den integrierten Filter durchsickern lassen, trinken. Ich tauge als bekennende Nicht-Kaffeetrinkerin nicht dazu, ein Geschmacksurteil zu fällen, aber es hat wohl gut geschmeckt. Das ausspülen geht aber am einfachsten unter fließendem Wasser – also eher geeignet für den Campingplatz also zum Wildzelten. Die Tüte hat die kompletten drei Wochen wiederbefüllen mitgemacht, etwas fummelig war es aber schon.
Von Dublin ging es zunächst mal mit dem Zug nach Cork. Der starke Wind hat glücklicherweise nachgelassen und unsere Tasche mit dem ganzen Verpackungsmaterial für den Flug (Fahrradtaschen, Polsterfolie und Schaumstoff) können wir netterweise für die drei Wochen am Campingplatz lagern. Hier nehmen wir zum ersten Mal wahr, wie unkompliziert vieles in Irland ist. Auf die Frage, ob sie die Tasche für uns aufbewahren können kommt ohne Zögern ein: Ja klar, stellt sie ruhig da hinten hin. Ob sie noch einen Namen von uns brauchen oder wir die Übernachtung am Ende schon mal reservieren sollen – nö, nicht nötig. Wir könnten ja dann online reservieren, wenn es soweit ist.

Auf dem Weg zum Bahnhof: eines von vielen Plakaten zur mentalen und körperlichen Gesundheit, auf die wir im Lauf der Tour immer wieder treffen:



Im Zug gibt es reichlich Platz für die Räder und es ist eine sehr entspannte Fahrt.





Wir verlassen Cork und folgen kleinen Nebenstraßen direkt nach Süden. Wie kleine Nebenstraßen es auf den britischen Inseln oft an sich haben, sammeln sie ordentlich Höhenmeter und es geht nicht wirklich schnell voran. Unterwegs kommt uns eine deutsche Familie entgegen, mit der wir uns eine Weile unterhalten. Sie sind die Küste im Gegen-Uhrzeigersinn abgefahren und sind jetzt auf den letzten Kilometern. Von Cork und den ersten Kilometern zur Küste gibt es leider so gut wie keine Bilder. Der Verschluss des SD-Kartenfachs unserer Kamera, die zugegebenermaßen bei uns schon einiges mitgemacht hat, ist nicht mehr ganz in Ordnung. Da hatte sich die Karte gelöst und all die schönen Aufnahmen konnten nicht gespeichert werden. weinend Insofern hier nur einzelne Eindrücke der Handykamera die bestätigen, dass wir in Irland angekommen sind: schmunzel



Einen Platz für das Zelt finden wir auf dem Campingplatz Garrettstown. Vor allem ein Caravan-Platz der aber auch einen kleinen separaten Bereich für Zelte und Campingbusse hat. Am heutigen Sonntagabend gibt es als besondere Attraktion von acht bis neun Uhr abends ein „Auto-Bingo“. Die Feriengäste bilden auf dem Parkplatz einen Auto-Kreis und statt „Bingo“ zu rufen wird gehupt. Was die Kinder, die hier mit ihren Eltern ihre Ferien verbringen mit riesiger Begeisterung machen. Wir bekommen es auf dem etwas separierten Platz glücklicherweise nicht ganz so doll mit, sind aber trotzdem froh, als dann um neun Ruhe einkehrt.

Tag3: Von Garrettstown nach Skibbereen 70 km

Von Garrettstown wenden wir uns nach Westen. Wir folgen jetzt wo immer möglich den küstennahen Straßen. Kleine Sträßchen die nicht mit Höhenmetern geizen, aber viel Aussicht aufs Meer bieten.



Die Landschaft ist lieblich, hügelig und es ist sommerlich warm. Und die kleinen Straßen sind allesamt gesäumt von Brombeerhecken, die voll sind mit reifen Beeren. Wenn es nicht die Hügel sind, die uns ausbremsen, dann sind es all die Beeren um uns rum, die darauf warten, gegessen zu werden.



Man merkt, dass noch Schulferien sind. Durch die kleinen Orte, die wir zwischendurch passieren, schieben sich die Autokolonnen. Auf den Nebenstraßen ist es dagegen ziemlich leer und wir sind fast allein unterwegs.



Selbsthilfewerkstatt in Clonakilty:





Wir folgen nicht immer strikt den ausgeschilderten Radrouten, deswegen ist der Bodenbelag nicht immer ganz optimal. Aber das links und rechts sind alles Brombeeren!!! lach





Die Strecke ist insgesamt noch recht unspektakulär, aber trotzdem sehr schön.
Wir passieren ein ausgesprochen nettes Café mit leckerem hausgemachten Stiel-Eis und lassen uns für die Nacht auf dem kleinen Campingplatz in Skibbereen nieder.



Tag4: von Skibbereen nach Dunbeacon (Mizen Peninsula) 76 km

Auch von Skibbereen weiter bleiben wir auf kleinen Nebenwegen bis wir wieder auf den EV1 treffen. Es geht weiter mit ordentlich vielen Höhenmetern. Das erlaubt aber immer mal wieder schöne Aussicht auf die Buchten mit ihren Muschelbänken.



An einem Gemeindehaus kommen wir an diesem Schild vorbei. Da schlägt mein Herz gleich höher. Auch wenn ich jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr im Boot gesessen habe – mehr als 30 Jahre Rudern vergisst man nicht so einfach.



Mehr als die Höhenmeter bremsen uns aber auch hier die Unmengen an Brombeeren aus, die hier links und rechts des Weges wuchern.



Streckenrekorde brechen wir so wirklich nicht. Das ist möglicherweise das ein oder andere Mal auch der Tatsache geschuldet, dass ich bei der Vorbereitung zu Hause am Rechner immer wieder hübsche kleine Nebenwege ausgesucht habe die mit den dicken Ortliebs nicht ganz optimal zu fahren sind.



Allerdings bleiben solche Abschnitte diesmal wirklich die Ausnahme. Und wie schon anfangs gesagt: sehr bald lassen wir die Planung Planung sein und entscheiden spontan welche Straßen wir fahren.

Wir steuern jetzt den südlichsten „Finger“ der südwestlichen Küste Irlands an. Die Landschaft ist hübsch aber insgesamt immer noch nicht wirklich aufregend.



Je weiter wir aber zur Spitze des Fingers kommen, desto attraktiver wird es.



Seifenverkauf am Wegesrand:



Wir erstehen eine als Mitbringsel für zu Hause und schaukeln die die nächsten drei Wochen mit uns rum. Was zur intensiven Parfümierung der Ortliebs führt.



Campingplätze zu finden ist bisher gar kein Problem - auch diesen Abend findet sich wieder pünktlich zum Abend ein netter Platz. Und einen Rotwein, den wir – ihr ahnt es wahrscheinlich – ausschließlich wegen des Etiketts gekauft haben, gibt’s auch.



Tag 5: Von Dunbeacon nach Bantry (Sheep’s head peninsula) 74 km

Ich gebe zu, wir sind im Trödelmodus. Bisher haben wir es noch keinen Tag geschafft, vor halb 10 den Campingplatz zu verlassen (und daran wird sich auch den Rest der Reise nicht viel ändern). Und auch Zweit- und Dritt-Frühstücke werden immer mehr zur Gewohnheit.





Heute steht die Fahrt zum Sheep’s Head an, der Spitze der nächsten Halbinsel.



Zunächst noch recht flach, zieht sich die Straße dann hinter dem Örtchen Kilcrohane langsam bergan. Wir sind kaum aus dem Ort raus, als Bernd plötzlich laut flucht: Der Schaltzug fürs Schaltwerk ist gerissen und ein Ersatzschaltzug ist nicht an Bord („wir sind ja nicht in der Wüste unterwegs…“). Als wir den Schaden begutachten, passiert uns ein britisches Radlerpärchen das wir in den letzten Tagen immer mal wieder getroffen haben. Einen Schaltzug haben sie aber auch nicht im Gepäck. So wird erstmal improvisiert und das Schaltwerk auf dem größten Ritzel mit einem Stein fixiert. Für die nächsten Bergwertungen müssen die Kettenblätter vorne ausreichen.



Was Bernd ganz nebenbei eine willkommene Entschuldigung liefert, auch weiterhin fröhlich Beeren zu futtern.



Es geht rauf zum Sheep’s head und dann in rasanter Abfahrt mit gigantischem Ausblick wieder runter.



Mehr und mehr zeigt Irland, dass es doch auch ganz schön spektakuläre Landschaft zu bieten hat. Mir gefällt’s immer besser. Eine Familie, die auf Rennradausflug ist, empfiehlt uns dann, es doch mal beim Fahrradladen in Bantry zu versuchen. Gesagt getan – aber nicht ohne vorher noch eben ein paar Beeren…. (ich sag nichts mehr cool )



Gegen vier erreichen wir die Ortschaft Bantry. Der Radladen ist klein aber fein und die Kollegen dort sehr hilfsbereit. Dickes Dankeschön nochmal an dieser Stelle: Obwohl eigentlich schon geschlossen ersteht Bernd noch einen Schaltzug und bekommt das nötige Werkzeug geliehen, um den gerissenen Zug aus dem Schifter zu fummeln.



Ziel für heute dann der Campingplatz etwas nördlich von Bantry. Ein riesiger Platz voll mit Wohnmobilen, allerdings mit einem Logenplatz direkt am Meer nur für uns alleine:



Tag 6: von Bantry nach Allihies (Ring of Beara Teil 1) 66 km

Auch heute ist es bereits halb 10 bis wir aufbrechen. Schon nach wenigen Kilometern kreuzt sich unser Weg wieder mit dem des britischen Radlerpaares, das wir in den letzten Tagen immer wieder mal getroffen haben. Wir radeln eine Weile gemeinsam, an einem längeren Anstieg muss aber zumindest ich die beiden (teilmotorisiert) ziehen lassen. Heute geht es auf die Beara-Halbinsel und sind uns noch unschlüssig, ob wir auch diese Halbinsel komplett ausfahren oder die Abkürzung über den Healy Pass nehmen. Da wir aber bisher jeden Küstenzipfel mitgenommen haben entscheiden wir uns für die Ringstraße.



Zunächst mal erscheint mir die Strecke nicht sonderlich spektakulär, es geht über sanft hügeliges Auf und Ab die Küste entlang. Letzter größerer Ort vor der Spitze der Halbinsel ist Castletownbere. Gelegenheit zu umfangreicher sportlicher Betätigung am öffentlichen Fitness-Gerät.



Leider trübt es sich im weiteren Tagesverlauf auch ziemlich ein und kaum dass wir den Ort verlassen bricht ein heftiger Landregen los. Es weht und fegt uns den Regen ins Gesicht, und auch die Landschaft wird, je weiter wir an die Spitze der Halbinsel kommen, immer karger und schöner. Sieht fast ein bisschen aus wie in Norwegen. Fotos gibt’s von diesem Abschnitt allerdings leider keine, da abermals die SD-Karte nicht korrekt saß und wir das bei dem strömenden Regen aber auch erst zu spät gemerkt haben. Am Strand in Allihies ziemlich am Ende der Halbinsel sehen wir einen kleinen Kaffeewagen. Mit Kaffee, Waffel und Kakao hocken wir uns in den Regen und schauen den anderen Urlaubern beim Baden im Meer zu. Gleich neben dem Strand gibt es eine große Wiese mit einigen Wohnwagen und Campingbussen. Die Kaffeeverkäuferin bietet uns dann an, uns doch im nebenliegenden Schuppen unterzustellen. Sie erzählt uns, dass der Farmer hier einen kleinen Campingplatz betreibt. Duschen und Toiletten gebe es auch. Hm, eigentlich wollten wir noch weiter fahren und eigentlich ist es auch erst halb fünf. Andererseits regnet und stürmt es immer noch und zieht es uns auch nicht so wirklich weiter… Die Entscheidungsfindung dauert nicht lang:



Tag 7: Allihies bis hinter Kenmare (Ring of Beara Teil 2) 88 km

Der Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein und auf einmal sehen wir auch die schönen Berge um uns herum, die gestern noch in den Wolken festgesteckt haben. Wir begrüßen den Tag landesgemäß mit einem Teller Bohnen und einem Bad im Meer.





Schon nach wenigen Kilometern wird uns klar, dass es die goldrichtige Entscheidung war gestern nicht mehr weiterzufahren. Das was sich uns jetzt bietet ist rückblickend zweifellos einer der schönsten Abschnitte der ganzen Tour. Der Straßenverlauf ähnelt zwar einer Achterbahnfahrt, aber die Landschaft und die Ausblicke sind einfach nur spektakulär.













Sollte es euch also auch hierher verschlagen, dann sei euch dieser Abschnitt von Allihies bis Eyeries ganz besonders ans Herz gelegt!



Aber auch hinter Eyeries bleibt die Strecke traumhaft.









Je weiter wir wieder Richtung Osten kommen, desto flacher wird die Landschaft.



Und immer öfter werden wir jetzt von knatternden Oldtimer-Motorrädern überholt. Des Rätsels Lösung findet sich, als wir an einer Ausflugsgaststätte an einer kleinen Bucht ankommen. Wir sind mitten in einem Oldtimer-Treffen gelandet – quasi Forumstreffen mit alten Motorrädern. Bernd ist hin und weg von all den alten Schätzchen und so kehren auch wir hier auf ein Guinness ein und bestaunen das Spektakel in aller Ruhe.





Das Bier ist geschlürft und die Motorräder bestaunt und wir brechen wieder auf in Richtung Kenmare. Und je näher wir Kenmare kommen, desto mehr wird es an Verkehr.
Und Geisterräder gibt’s hier leider auch:



Kenmare selbst ist dann ein einziger Verkehrskollaps.



Wir steuern einen Campingplatz östlich des Ortes an, der aber, wie wir dann einmal dort angekommen feststellen, leider nicht mehr existiert.
So rollen wir noch ein paar Kilometer weiter auf den Ring of Kerry bevor wir uns an einem kleinen Seitensträßchen einen Platz fürs Zelt suchen.



Übrigens: rundum umgeben von:



Tag 8: Der Ring of Kerry bis zu den Kerry Cliffs 85 km

Heute steht eine der Top-Touristenattraktionen Irlands auf dem Programm: der Ring of Kerry. Ich muss gestehen, dass ich aus meinen früheren Irlandbesuchen kaum Erinnerung an den Ring of Kerry habe. Bernd entsinnt sich vor allem an sintflutartige Regenfälle. Ein bisschen Sorge haben wir, dass der Verkehr nerven könnte. Die erweist sich aber als recht unbegründet denn der hält sich überraschenderweise in Grenzen.



Abgesehen davon sind die Autofahrer heute für Radfahrer sensibilisiert denn offensichtlich findet hier auch eine Rennradveranstaltung statt. Im Laufe des Tages treffen wir auf Rennradler und Rennradlerinnen die mit unterschiedlichster Fitness und Geschwindigkeit unterwegs sind.



Die Strecke ist zweifellos schön, kann aber aus meiner Sicht mit dem gestrigen Tag nicht ansatzweise mithalten.



In dem kleinen, von Touristen recht stark frequentierten Örtchen Waterville überlegen wir sogar kurz, ob wir den äußersten Bogen der Halbinsel links liegen lassen – entscheiden uns aber dann doch für die Küstenstraße.



Eine gute Wahl, denn hier wird es nochmal richtig schön.
In dem Zusammenhang hier ein paar Eindrücke zum Thema wildzelten in Irland:
Auch hier im Forum wurde ja die Frage diskutiert, ob wildzelten in Irland gut oder schlecht zu machen sei. Unser Eindruck: Auch wenn wildcampen in Irland offiziell verboten sein sollte – es scheint wirklich keinen Iren zu kümmern. Mehrfach bekamen wir Tipps für gute Plätze zum Wildzelten und nicht nur einmal sahen wir Zelte am Strand quasi neben dem „Camping verboten“ Schild stehen. Campingbusse stehen sowieso überall rum wo es ein bisschen nett ist.
Auch das hier auf dem Bild war so ein „inoffizieller“ Campingplatz, auf den wir vom Kaffeebudenbesitzer hingewiesen wurden als wir ihn nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragten.



Auch die 3-köpfige Radler-Familie, die wir direkt am ersten Tag trafen, erzählte uns, dass sie die komplette Reise ausschließlich wild gezeltet hätten. Es ist also durchaus machbar, auch wenn es vielleicht etwas mehr Aufwand an Platzsuche und rumfragen erfordert als in z.B. Finnland oder Norwegen. Wir selbst haben hier trotzdem vor Allem auf Zeltplätzen übernachtet – einfach weil es die in so üppiger Auswahl und quasi überall gab, dass ich Skrupel gehabt hätte wenige Kilometer vom Campingplatz entfernt nach einem guten Wildzeltplatz zu fragen. Aber selbst das hätte vermutlich keinen Iren verwundert.
Wir entscheiden uns aber heute erstmal fürs Weiterfahren. Und das heißt, es geht nochmal richtig stramm nach oben. Zunächst noch moderat, dann aber wirklich steil. Wer genau schaut kann den Straßenverlauf im Bildhintergrund schon erkennen.







Blick auf die Skellig-Inseln:



Kurz und knackig wie der Anstieg ist auch die Abfahrt auf der anderen Seite des Passes. In Schussfahrt geht es zu den Kerry Cliffs. Die liegen auf Privatgelände und sind nur gegen Eintritt zu besichtigen. Der Eigentümer ist recht geschäftstüchtig da er neben dem Zugang zu den Aussichtspunkten außerdem eine Campingmöglichkeit an den Klippen anbietet. Als wir noch überlegen, ob wir die 5 Euro Eintritt zahlen wollen, treffen wir auf einen australischen Radreisenden, der sich die Klippen grade angeschaut hat und meint es wären die best-investierten 5 Euro seiner Reise gewesen. Naja, also dann – nix wie hin. Inzwischen ist es kurz vor Sieben und wir nehmen gleich auch noch das Angebot wahr, unser Zelt direkt am Aussichtspunkt aufzustellen. Der kleine rote Punkt da im rechten Bild-Drittel:



Oder hier etwas deutlicher, der große rote Punkt im Bild. zwinker



Es ist zugegebenermaßen schon ziemlich schön, den Ort am Abend so ganz für sich allein zu haben – aber dabei bleibt es leider nicht. Denn obwohl wir hier direkt am Klippenrand im Wind stehen, haben wir das erste Mal auf der Tour ein richtiges Mückenproblem: Wolken von Kribelmücken die vor allem Bernd im Laufe des Abends in einen ausgewachsenen Streuselkuchen verwandeln.

Tag 9: Ring of Kerry 2. Teil: Kerry Cliffs bis Glenbeigh 52 km

Auch am Morgen umschwirren uns die Mückenwolken und wir blasen bald zum Aufbruch. In den letzten Tagen hat mein Knie wieder leicht angefangen zu zwicken – die kurzen steilen Anstiege machen sich doch bemerkbar. Drum wollen wir es heute etwas ruhiger angehen lassen. Heißt: Unsere erste Kaffeepause läuten wir schon nach 2 Kilometern am Hafen von Portmagee ein. Einem hübschen kleinen Ort, von dem wir über die Brücke nach Valentia-Island rüberfahren.



Valentia-Island ist entspanntes Fahren durch unaufgeregte Landschaft und üppiges Grün.



Wieder auf dem Festland geht es weiter durch ein Bilderbuch-Irland zum Campingplatz in Glenbeigh.



Und nein, das hier ist kein Unfall sondern: klar, Brombeersaft!



Tag 10: Glenbeigh nach Dingle 85 km

Ziel für heute ist die nächste Halbinsel: die Dingle-Halbinsel. Zunächst trödeln wir auf Nebenstraßen langsam voran. Jeder kleiner Küstenzipfel wird mitgenommen.




Früh übt sich…

Wir passieren Castlemaine und biegen ab in Richtung Dingle.





Die ersten Kilometer auf der Dingle-Halbinsel sind gelinde gesagt ätzend zu fahren. Die Straße ist schnurgrade und zur Hauptstraße gibt es keine Alternative. Ein bisschen Abwechslung gibt’s dennoch ab und zu.



Warum man aber mit dem Auto bis auf den Strand fahren muss, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.



Erst ab Annascaul, etwa auf halber Strecke der Halbinsel haben wir wieder die Möglichkeit von der Hauptstraße abzufahren. Es geht wieder an die Küste und wird auch gleich wieder steiler schöner.





Ziel für heute ist der Garten des Rainbow-Hostels in Dingle wo wir das Zelt aufschlagen und im nahen Städtchen zu Fish&Chips einkehren.





Tag 11: Von Dingle nach Banna-Beach 73 km

Heute steht als erstes der Conor-Pass auf dem Programm. Über fünf Kilometer zieht es sich mit sanften 6-7% nach oben.









Die Auffahrt lohnt sich und nach der schnellen Abfahrt finden wir uns erneut in einer Werbelandschaft für irische Butter wieder. Kühe über Kühe beäugen uns interessiert.



Damit es uns auf der Straße nicht zu langweilig wird, biegen wir ab und legen einen Teil der Strecke am Strand zurück. Natürlich mit Badepause im Meer – ist ja Urlaub! lach









Am Strand geht es leider nicht ewig weiter, aber auch die nächsten Kilometer können sich sehen lassen.





Leider lässt es sich irgendwann nicht mehr vermeiden und auf den letzten 10 Kilometer in Richtung Tralee bleibt uns keine andere Wahl als der N 86 zu folgen. Ziemlich voll und nicht schön zu fahren biegen wir schon vor Tralee am Ende der Bucht wieder ab und fahren weiter entlang der Küste.



Zunächst auf einem Wanderweg mit den damit einhergehenden kleinen Hürden aber schöner Aussicht.







Später dann weiter auf kleinen Straßen durch eine plötzlich komplett veränderte Landschaft.





In Ermangelung eines Campingplatzes schlagen wir unser Nachtlager direkt am Strand auf. Die Nacht soll trocken bleiben und das Zelt bleibt in der Tasche. Die Spaziergänger, die am Abend noch vorbeikommen gratulieren uns zu dem schönen Schlafplatz und wünschen uns eine gute Nachtruhe.



gleich geht's weiter...
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#1511360 - 09.10.22 13:00 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
Britta
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Beiträge: 265
Tag 12: von Banna-Beach nach zum Purecamping am Loop Head 93 km

Wir schlafen ausgezeichnet, auch wenn nachts der ein oder andere Sandfloh über das Gesicht hüpft.



Der Aufbruch ist heute schon etwas früher – immerhin schaffen wir es diesmal schon um 9 auf die Räder zu steigen. Auf Nebenstraßen geht es nach Nordosten in Richtung Tarbert um von dort die Fähre über den Shannon zu nehmen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie ist das heute nicht mein Tag. Dabei ist es eigentlich hübsch hier – die Sonne scheint und die kleinen Sträßchen ziehen sich durch grüne Landschaft auf und ab. Aber die Küste bekommen wir nur selten zu Gesicht und der Wind bläst heute ziemlich kräftig von vorn.





Der Fokus liegt heute wirklich nur auf dem Vorankommen und die Strecke bietet wenig Ablenkung – mich treibt vor allem die Aussicht, dass wir nach der Fährüberfahrt in westliche Richtung weiterfahren: mit Rückenwind.



Am Nachmittag erreichen wir die Fähre in Tarbert und nach der kurzen Überfahrt wenden wir uns nach Westen.





Und ja, und mit dem starken Wind nun im Rücken sind die verbleibenden 25 km bis zum Campingplatz wirklich nicht mehr der Rede wert. Wir legen noch einen kurzen Einkaufsstopp in Kilrush ein, bevor wir uns zum Campingplatz pusten lassen.
Der Campingplatz ist ein Glücksgriff und sei jedem ans Herz gelegt, der in der Ecke unterwegs ist.





Ein ausgesprochen netter Platz mit ein paar Hütten und sonst fast ausschließlich für Zelter mit großem Küchen- und Sitzbereich und schöner Zeltwiese. Wir werden herzlich willkommen geheißen und bekommen umfangreiche Reisetipps für den nächsten Tag. Und frische Eier am Morgen gibt’s noch dazu.



Eigentlich hatten wir die kleine Halbinsel „Loop Head“ gar nicht auf dem Plan, aber nach den detaillierten Beschreibungen inklusive Wildzelt-Empfehlung für den nächsten Abend nehmen wir sie für den nächsten Tag auf das Programm.

Tag 13: Rund um Loop Head 62 km

Unsere Abreisezeiten verschieben sich immer weiter nach hinten, es ist halb 11 als wir aufbrechen. Und schon im nächsten Ort in Carrigaholt ist erste Kaffeepause.







Der Tag heute läuft wohl gemeinhin unter „Genussradeln“. Wir bummeln gemütlich die Küstenstraßen entlang und besichtigen alles, was uns gestern Abend nahegelegt wurde.

Ein altes Gemäuer:





Den Leuchtturm:



Die Steilküste mit Felsbrücke:



Und dazwischen natürlich Unmengen Kühe



Und Beeren…





Zum Abend haben wir die kleine Halbinsel einmal umrundet und steuern auf Kilkee zu.







Hier finden wir, der Empfehlung des Campingplatzbesitzers folgend, gleich oberhalb des Ortes an der Steilküste einen schönen Platz fürs Zelt.



Tag 14: Von Kilkee vorbei an den Cliffs of Moher nach Doolin 92 km

Nach dem Bummeltag gestern fällt es fast schwer, sich heute aufzuraffen. Und noch etwas ist anders: nach 2 Wochen Sommerwetter ist es heute das erste Mal richtig trübe. Wir sind das gar nicht mehr gewohnt und ganz irritiert.



Auf Nebenstraßen geht es auf leichtem Auf und Ab weiter entlang der Küste. Mein Track führt direkt auf dieses Hausensemble zu.



Als wir ankommen, schließt sich grad ein großes Tor. Bernd drängelt, dass wir doch trotzdem über das Gelände fahren könnten, schließlich gehe mein Track doch dort her. Ich kneife und so fahren wir in einem Riesenbogen um das Gelände herum. Auf der anderen Seite dann dieses Schild:



Bernd flucht: so gerne wäre er dem Herrn mit seinem Rad über den feinen Golf-Rasen geradelt... teuflisch

Am Nachmittag erreichen wir die Cliffs of Moher, zunächst das südliche Ende von dem aus wir weiter auf Nebenstraßen nach Norden fahren.





Wenig später erreichen wir dann den Haupt-Aussichtspunkt am Parkplatz. Wir beide erkennen den Ort nicht wieder. Wo man früher einfach über die Wiese an die Klippen spaziert ist, gibt es jetzt ein riesiges Besucherzentrum, Souvenir-Läden, eine Ausstellung und asphaltierte Spazierwege entlang der abgesperrten Klippen. erstaunt





Der Eintritt ist allerdings immer noch frei – kosten tut nur der Parkplatz für die Autos.

Als wir nach einem kurzen Besuch das Besucherzentrum verlassen, lernen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub den irischen Regen kennen. Das heißt: Schleuse auf und Wasser marsch!
In Sturzbächen strömt das Wasser die Straßen entlang – wir haben es glücklicherweise auch nicht mehr weit und pflügen die letzten Kilometer bergab zum Campingplatz nach Doolin.



Tag 15: Von Doolin nach Kinvara 66 km

Der nächste Tag begrüßt uns wieder mit Sonnenschein. Auch heute wieder ein Spätstart – halb elf ist es, als wir losfahren. Wir tingeln weiter die Küste entlang durch den Burren.
Hier sind nun deutlich mehr Touristen unterwegs als in den Gegenden der letzten Tage.





Der Rummel legt sich aber schnell wieder und weiter nördlich wird es bald wieder ruhiger.



Gelegenheit, mal wieder…





Am Nachmittag erwischt uns nochmal ein kurzer und heftiger Regenguss, danach scheint aber auch bald schon wieder die Sonne.
Das Campingplatz-Angebot ist heute extrem dürftig. Ein Platz in Kinvara ist leider nicht mehr existent, ein anderer etwas abseits der Strecke ist ausgebucht. So schlagen wir letztlich das Zelt auf einer kleinen Landzunge gleich außerhalb des Ortes auf. Beste Lage mit Blick auf Dunguaire Castle.



Tag 16: Von Kinvara nach Galway 41 km

Es wird nicht besser mit dem früh aufbrechen… auch heute ist es halb zehn, bis wir endlich loskommen. Ist aber auch nur ein kurzer Tag heute – Ziel für heute ist Galway.
Es geht durch eine sehr aufgeräumte irische Bilderbuchlandschaft und vorbei an einigen Häusern, die sehr eindrücklich den hier inzwischen häufig anzutreffenden Wohlstand bezeugten.







Wir bummeln ein bisschen durch Galway bevor wir die Küste weiter bis zum etwas außerhalb gelegenen Campingplatz fahren. Es stürmt wieder heftig, aber auch hier wird noch gebadet:



Tag 17: Connemara: Von Galway nach Roundstone 96 km

Die ersten 20 Kilometer aus Galway raus sind etwas ätzend zu fahren. Es gibt viel Verkehr und nicht wirklich viel zu sehen. Erst hinter Spiddle wird es etwas ruhiger. Immerhin, es ist immer noch windig aus der richtigen Richtung und wir kommen flott voran. Die Strecke heute ist eine Kombination aus Nebensträßchen auf kleinen Halbinseln und Moorquerungen. Eine echt gelungene Mischung. Die Landschaft ist super und zeigt ein weiteres Mal ein komplett anderes Irland.



Naja, eine Konstante bleibt:



Auch heute erwischen uns heftige Regengüsse. Aber das Wetter passt zur Landschaft und mit dem Rückenwind macht es richtig Spaß.















Ziel für heute ist ein Campingplatz nahe der Ortschaft Roundstone. Die Saison geht dem Ende zu. Neben einem Motorradfahrer und einem Pärchen mit Bulli sind wir die einzigen Gäste.



Tag 18: von Roundstone nach Leagun 56 km

Heute klappern wir wieder ausgiebig die Küstenstraßen ab und fahren gefühlt jeden Bogen aus. Es ist wenig los und zunächst haben wir die Straßen oft für uns alleine.







Wir treffen auch auf dieses Memorial. Es ist, wie uns eine ältere Dame erklärt, das Alcock & Brown Memorial. Es soll an die Landung der beiden Flugpioniere erinnern, die hier 1919 den ersten non-Stop-Transatlantikflug beendeten. Sie erklärt anschaulich: „…und da haben die dann runtergeschaut und es war alles so schön grün und dann sind sie gelandet – im Sumpf…“



Sie empfiehlt uns auch unbedingt die nächste Landzunge abzuradeln: die Sky-Road. Die böte wunderschöne Ausblicke auf die vorgelagerten Inseln. Die Sky-Road biegt aus der Ortschaft Clifden ab. Der Ort bietet gute Gelegenheit für einen Imbiss, zeigt aber auch ein weiteres Mal, dass Irland in den kleinen Orten ein echtes Verkehrsproblem hat.



Danach geht es auf die empfohlene Aussichtsstraße die wirklich schöne Ausblicke bietet.





Und während wir im südlicheren Teil vor allem Kühe angetroffen haben, sind hier in Connemara tatsächlich in erster Linie große und kleine Pferde zu sehen.


Für den Abend steuern wir den Clifden Eco Beach Camping bei Leagun an. Unterwegs gibt’s an einem Foodtruck auf dem Acker auch Gelegenheit, Hummer zu probieren. Durchaus lecker…



Der Campingplatz ist hübsch in den Dünen gelegen. Wir gehen baden und haben tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang.



Leider nur durchs Moskitonetz – denn kaum dass der Wind etwas nachlässt finden wir uns in Wolken von Kribelmücken wieder.



Tag 19: Leagun nach Lettergesh 58 km
Auch am Morgen schwebt die Mückenwolke noch über dem Zelt. Wir verlassen schnell den ansonsten so schönen Platz und machen uns auf nach Omey Island. Diese kleine Insel ist bei Ebbe über den Strand zu erreichen.



Im Prinzip gibt es auf der Insel nur eine Stichstraße. Will man sie umrunden, muss man zu Fuss gehen. Oder eben sein Fahrrad schieben… zwinker





Wir klappern weiter die Küstenstraßen ab. Eine schöne Kulisse – links die See und rechts die Berge des Connemara-Nationalparks.



Kurz vorm Besucherzentrum des Nationalparks kommt nochmal ein ordentlicher Guss runter.



Wir hängen eine Weile im Besucherzentrum ab, bis der Wolkenbruch vorüber ist. Eigentlich hatten wir auch angedacht, von hier eine kleine Wanderung zu machen. Da aber auch hier die Luft voll von Mücken ist, verwerfen wir die Idee recht schnell und steuern stattdessen lieber die nächste Halbinsel an. Über den Connemara-Loop geht es bis zur Spitze der Halbinsel, die – inzwischen wieder bei Sonnenschein – tatsächlich atemberaubende Ausblicke bietet.





Und auch heute gibt es wieder einen Campingplatz mit Logenplatz fürs Zelt – besser geht’s kaum:



Tag 20: Lettergesh - Westport 71km

Es geht in den Endspurt. Westport soll unser Ziel der Küstentour sein – von dort geht es mit dem Zug wieder zurück nach Dublin.
Auch heute bietet Irland nochmal wieder einen komplett neuen Anblick. Wir folgen heute im Wesentlichen dem EV1 und fühlen uns dabei streckenweise fast wie in Norwegen.









In Leenaun am Ende des Killary Fjords gibt es Gelegenheit für eine kurze Pause. Inmitten einer ganzen Rennradlergruppe, die hier mit Begleitfahrzeug auf Tagesausflug ist. Wir folgen noch ein bisschen der Straße nördlich des Fjords, bevor wir mit dem EV1 in die Berge abbiegen.



Es geht über einen letzten kleinen Pass, dann lassen wir die Berge langsam hinter uns und die Straße richtet sich nach Norden Richtung Westport.







Westport hab ich noch ganz gut von meiner Interrail-Tour vor gut 30 Jahren in Erinnerung. Und erkenn den Ort nicht wieder. Auch hier jetzt ein hübscher, sauberer, moderner Ort. Große, schicke Neubauten mit riesigen Gartenanlagen. Kein Zweifel, hier steckt Geld.





Das Zelt findet Platz auf dem Campingplatz des Ortes, der im Park des Westport House, einem alten Gutshaus untergebracht ist. Wir genießen nochmal die deftige irische Küche – naja, kulinarisch ist Irland vielleicht nicht die Nummer eins, aber lecker war’s schon auch.



Tag 21: Westport – Great Western Greenway 58km

Heute steht nichts mehr an. Wir haben einen Puffertag und haben uns entschieden, den nicht in Dublin zu verbringen, sondern lieber noch einen Tag in Westport zu bleiben. Von Westport nordwärts geht der EV1 weiter auf dem „Great Western Greenway“ – einem ausgebauten Radwanderweg über gut 40 km der teilweise über alte Bahntrassen führt. Den wollen wir uns mal anschauen. Er ist 1a beschildert und kaum zu verfehlen. Ansonsten kann man über die verkehrstechnische Umsetzung vor allem auf den ersten Kilometern aus Westport raus durchaus geteilter Ansicht sein.





So weist die Beschilderung eindeutig darauf hin, dass man quasi an jeder Hofeinfahrt anzuhalten hat. Die Entschuldigung, man hätte den Hinweis nicht gesehen, dürft schwer glaubhaft sein.



Auch diese dekorative Abtrennung von der Straße könnte im Falle eines Sturzes echt schmerzhaft werden.



Aber dafür sind diese Poller flexibel und geben nach, falls man dagegen fahren sollte.



Ist man aber einmal durch den nächsten Ort Newport durch, dann wird es wirklich noch eine schöne Strecke.









Und auch wenn das in den letzten Tagen etwas unterging - auch Beeren gab es immer noch reichlich.



Tag 21/22: Westport – Dublin - Berlin 46km

Für die Rückfahrt nach Dublin hatten wir schon am Vortag die Tickets gebucht. Unser Räder reisen diesmal mit uns im gleichen Wagen.



Der Zug ist proppevoll. Denn: heute, am Samstag, gibt Garth Brooks ein Konzert in Dublin und halb Irland ist unterwegs nach Dublin. Ich gebe zu, wir hatten zuvor nie von dem Menschen gehört, lernen aber schnell, dass es sich wohl um einen durchaus bekannten Country und Western Sänger aus den USA handelt. Wir sind gefühlt die einzigen im Waggon, die nicht in Cowboystiefeln und mit Westernhut unterwegs sind.

Als wir in Dublin um kurz vor zwei am Nachmittag den Campingplatz erreichen, werden wir auch dort vom Garth-Brooks-Hype empfangen.



Der Platz ist ausgebucht mit Garth Brooks Fans und extra für die gibt’s heute sogar ein Konzert auf dem Campingplatz. Stolz erzählt man uns beim Check-In, dass es heute bis 3 Uhr Livemusik gibt. Bernd entgleisen die Gesichtszüge: „bis morgen früh um drei????“ „Oh, nein nein nein, nur bis heute Nachmittag“. Das beruhigt uns etwas. In dieser Hinsicht sind wir etwas gebrannte Kinder, weil wir bei den diesjährigen Wochenendausflügen ins Brandenburger Umland wiederholt genau auf den Campingplätzen gelandet sind, auf denen wahlweise genau an dem Abend Hafenfest, Sommertanz oder Live-Konzert war. – bis morgens um drei…
Die Party hier auf dem Platz ist aber durchaus überschaubar und tatsächlich am frühen Nahemittag beendet.



Wir machen uns auf in die Innenstadt, schlendern noch ein bisschen durch die Straßen. Auch Dublin hat nicht mehr viel zu tun mit der Stadt, in der wir vor 30 Jahren mal waren.



Bis auf die Hauptverkehrsachsen ist die Innenstadt Autofrei. Touristen schieben sich durch die Altstadt und im Kneipenviertel platzen die Bars aus allen Nähten.





In einer kleinen Bar schlürfen wir noch ein bisschen Guinness und lauschen dabei zwei mittelprächtigen aber unterhaltsamen Musikern.



Am nächsten Morgen geht’s zum Flughafen und kaum haben wir das Flughafengebäude erreicht, bricht wieder ein typisch irischer, sintflutartiger Regen los. Es gibt leichte Probleme beim Einchecken der Räder, weil der Sperrgepäckscanner nicht viel größer ist als ein Umzugskarton und sich Bernds Rad darin hartnäckig verhakt. Aber nach mehrmaligem Verkleinern des Packmaßes geht’s dann doch irgendwann durch und wir können die Heimreise antreten.



viele Grüße
Britta
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#1511366 - 09.10.22 16:01 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
Hansflo
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Hallo Britta,

vielen Dank für den beerig-unterhaltsamen Reisebericht und die schönen bildlichen Eindrücke. Macht wirklich Spaß, euch virtuell zu folgen. Bravo auch zur erstaunlichen Kilometerleistung mit den vielen Höhenmetern.

Hans
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#1511367 - 09.10.22 17:13 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
natash
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Servus Britta,
merci fürs Berichten. Und ich glaube, ich würde schon gerne auch mal wieder auf diese Insel, wenn auch gerne noch eine gute Ecke weiter in Richtung Norden, der Bericht hat das durchaus unterstützt. Merci dafür.
Jetzt weiß ich immerhin auch, dass es Ende August da noch ausreichend Brombeeren gibt, wenn auch meine Lieblingsfrucht erheblich kleiner und dafür färbefreudiger und auch recht aufwändig zu ernten ist (ohne Kamm, zumindest).
Was mich wundert: Wo sind die ganzen Schafe hin ? Oder hast Du die mit Photoshop entfernt?

Gruß

Nat
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#1511402 - 10.10.22 07:43 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
qrt
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Unterwegs in Namibia

Hallo Britta
So schöööön. Das war für mich jetzt wirklich ein Urlaub im Urlaub schmunzel
Vielen Dank
Kurt und Darina
May the road rise to meet you
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#1511420 - 10.10.22 09:47 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
irg
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Danke Britta!

ich habe deinen Bericht sehr genossen! Teilweise bin ich durch die selbe Gegend geradelt, aber mit viel weniger Zeit. Da musste ich vieles auslassen, das du beschrieben hast.

Es wird also Zeit, wieder einmal an Irland zu denken. Eine Frage: Vor inzwischen vielen Jahren war der Verkehr in Irland, wenn ich nicht auf ganz kleinen Nebenstraßen unterwegs war, oft sehr ekelhaft bis wirklich gefährlich. Mich haben sogar mehrfach die Einheimischen vor den verrückten Autofahrern gewarnt. Wie fahren die Iren jetzt? Immer noch auf eine Daumenbreite Abstand, wenn es schlecht kommt?

lg!
georg
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#1511473 - 10.10.22 19:24 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
Rennrädle
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Auch von meiner Seite danke für den netten Bericht.

Wie woanders irgendwann mal geschrieben, könnte Irland auch bei uns nächstes Jahr anstehen.

In Komoot haben die Höhenmeter aber nicht so schlimm ausgesehen oder lag das eher an Eure Routenwahl durchs Grün?
Hast die eine Ahnung wieviel hm ihr so geschafft habt?

Solltest du die Route zb in Komoot haben, so wäre ich sehr daran interessiert.

Dumm nur dass ihr so ein Wetterglück hattet. Jetzt ist die Sonne in Irland wohl für die nächsten 4Jahre verbraucht.

Viele Grüße Renata
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#1511475 - 10.10.22 19:28 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Rennrädle]
natash
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In Antwort auf: Rennrädle


Dumm nur dass ihr so ein Wetterglück hattet. Jetzt ist die Sonne in Irland wohl für die nächsten 4Jahre verbraucht.

Viele Grüße Renata



das wollen wir aber jetzt nicht hoffen!

Gruß

Nat
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#1511481 - 10.10.22 19:43 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: natash]
Britta
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Hallo Nat, danke dir und auch den anderen für die netten Rückmeldungen!

Ja, das mit den Schafen hatte uns auch überrascht. Tatsächlich waren es vor allem im Süden recht wenige. Bis hin nach Galway waren es vor allem Kühe die auf den Weiden standen. Davon allerdings wirklich viele. Und was uns besonders auffiel war, dass Bullen, Kühe und Kälber oft gemeinsam auf der Weide standen. Das hab ich hier so noch nie gesehen. Erst in Connemara wurden es dann deutlich mehr Schafe. Dafür gab es dort dann kaum noch Kühe. Diese lokale Aufteilung war schon auffällig.

viele Grüße
Britta
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#1511482 - 10.10.22 19:48 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: qrt]
Britta
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Hallo Ihr zwei,

vielen Dank! Bernd hatte schon gesehen, dass ihr in Afrika unterwegs seid. Die Idee schwirrt uns auch schon länger im Kopf rum, wurde aber noch nicht wirklich konkreter gedacht. Da bin ich jetzt echt gespannt, was ihr im weiteren Verlauf so berichtet. Eine tolle Zeit euch! schmunzel

viele Grüße
Britta
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#1511484 - 10.10.22 19:55 Re: Brombeeren und Guinness - Irland 2022 [Re: irg]
Britta
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Hallo Georg,

wir haben die Autofahrer im allgemeinen als sehr rücksichtsvoll wahrgenommen. Klar, einzelne Pfeifen gibt es immer aber die große Mehrheit ist sehr rücksichtsvoll gefahren und hat nur dann überholt, wenn ausreichend Abstand möglich war. An kritische Situationen kann ich mich nicht erinnern. Inzwischen steht aber auch alle paar Kilometer ein Hinweisschild, dass auf die vorgeschriebenen 1m bzw. 1,5m hinweist. (allerdings war und nicht ganz klar, nach welchen Kriterien mal 1m und mal 1,5 vorgeschrieben wurden.)
An den wenigen größeren Straßen die wir gefahren sind hat der Verkehr in erster Linie genervt, weil es einfach sehr voll war aber nicht, weil gefährlich gefahren wurde.

viele Grüße
Britta
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#1511486 - 10.10.22 20:04 Re: Brombeeren und Guinness - Irland 2022 [Re: Rennrädle]
Britta
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Hallo Renata,

das mit den Steigungen war recht unterschiedlich. Aus dem Bauch heraus würd ich sagen, dass je weiter man die Halbinseln bis zur Spitze ausfährt, desto mehr und steiler die Steigungen. Und ja, die kleinen Straßen nehmen deutlich mehr Höhenmeter mit als die größeren. Die Tracks, die wir für die Planung gemacht haben kann ich dir gern mal als Datei schicken. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir unsere gefahrene Tour komplett aufgezeichnet haben. Da schauen wir mal ob wir da was haben.

In Antwort auf: Rennrädle
Dumm nur dass ihr so ein Wetterglück hattet. Jetzt ist die Sonne in Irland wohl für die nächsten 4Jahre verbraucht.
grins - das will ich auch nicht hoffen. peinlich

viele Grüße
Britta


Geändert von Britta (10.10.22 20:14)
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#1511504 - 11.10.22 08:39 Re: Brombeeren und Guinness - Irland 2022 [Re: Britta]
irg
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In Antwort auf: Britta
Hallo Georg,

wir haben die Autofahrer im allgemeinen als sehr rücksichtsvoll wahrgenommen. Klar, einzelne Pfeifen gibt es immer aber die große Mehrheit ist sehr rücksichtsvoll gefahren und hat nur dann überholt, wenn ausreichend Abstand möglich war. An kritische Situationen kann ich mich nicht erinnern. Inzwischen steht aber auch alle paar Kilometer ein Hinweisschild, dass auf die vorgeschriebenen 1m bzw. 1,5m hinweist. (allerdings war und nicht ganz klar, nach welchen Kriterien mal 1m und mal 1,5 vorgeschrieben wurden.)
An den wenigen größeren Straßen die wir gefahren sind hat der Verkehr in erster Linie genervt, weil es einfach sehr voll war aber nicht, weil gefährlich gefahren wurde.

viele Grüße
Britta


Das ist gut zu lesen! Dann scheint sich Irland wieder mehr Richtung Radlerparadies, als das es vor Jahrzehnten beschrieben wurde, zu entwickeln. (Abgesehen vom Regenwetter, das für Bierkonsum sorgen kann.) Als ich dort geradelt bin, war es auch eine blöde Zeit: Die Wirtschaft hat geboomt, der Stress war offensichtlich immer noch im Steigen. Dann scheint das besser geworden zu sein.

Sonst mag ich Irland. Die Leute habe ich sehr angenehm erlebt, die Landschaft (in dem Fall v.a. Donegal) sehr schön, und sie haben auch schon Baguettes statt dem ewigen Toastbrot... listig

lg!
georg
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#1511586 - 12.10.22 08:04 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
qrt
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Unterwegs in Namibia

Hallo Britta
Euer Namibia update habe ich vor der Abreise noch gut studiert. Und es war streng da zu radeln. Das Video dazu ist hochgeladen https://youtu.be/Io6x66MKc6s
Erste Eindrücke von Südafrika sind durchwegs positiv. Auch weil wir bis jetzt nur auf Asphalt waren grins
Das ändert sich heute, wir gehen nach Cederberg. Bin selber gespannt wies weitergeht.
Ganz liebe Grüsse
Kurt und Darina
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#1511623 - 12.10.22 14:34 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Britta]
Radix
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Wat, und wo ihr schon mal in Dingle ward (und da hätte ich euch noch ein paar Tips geben können) seid ihr nicht zum äußersten Ende Europas weiter gefahren und habt Dunquin besucht lach?
Auf dem Rainbow Hostel/Camping habe ich 2017 auch gecampt schmunzel.
... bicycle or die ...

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#1511825 - 13.10.22 20:58 Re: Brombeeren und Guiness - Irland 2022 [Re: Radix]
Britta
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Ne, das haben wir wirklich verpasst! Streu ruhig Salz in die Wunde... weinend
Ist dem "Knie-Schonprogramm" zum Opfer gefallen. Das hat insbesondere Bernd schon ganz schön gewurmt.
Aber das Hostel war echt nett, das hat uns gut gefallen. schmunzel
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