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#1307621 - 25.10.17 21:54 Carretera Austral
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1169
Dauer:22 Tage
Zeitraum:22.12.2016 bis 12.1.2017
Entfernung:1500 Kilometer
Bereiste Länder:clChile









Wir sind nun schon seit mehr als drei Monaten in Südamerika unterwegs.
Gestartet sind wir in Lima.
Zuletzt ruhten wir uns auf der Tour durch den Lake District in Chile und Argentinien von den vorherigen Strapazen ein wenig aus.
Allerdings gibt es auch dort noch genügend Höhenmeter und Wind- aber halt kein Vergleich zu den vorherigen Strecken in Peru und Bolivien.

Jetzt wird es aber wirklich Zeit.
In sieben Wochen geht es von Ushuaia aus wieder heim. Und Respekt haben wir schon vor dem restlichen Programm mit der Carretera Austral und später noch Feuerland...

Kurz vor Weihnachten, also im Hochsommer, erreichen wir Puerto Montt, das Tor zum wilden Süden. Und auch Startpunkt oder Station für die Kreuzfahrtschiffe auf ihrem Weg um die Südspitze von Südamerika oder auf dem Weg in die Antarktis.










Man sieht es geht auf Weihnachten zu.










Eine nette, aber unspektakuläre Stadt.
Eine solch riesige Stadt von einer Viertel Million Einwohner gibt es aber Richtung Südpol nicht mehr.








Den Punkt Null der Carretera Austral, bzw. Ruta 7, wie sie hier auch genannt wird, fanden wir leider nicht. Aber 0,100 ist ja auch schon mal was.








Es ist aber durchaus ein erhabenes Gefühl jetzt auf der berühmten Carretera Austral, von der wir schon so lange träumten, unterwegs zu sein. Auch wenn man es der Umgebung noch nicht so ganz ansehen kann.






Am Abend sieht das dann aber auch schon deutlich schöner aus.













Am nächsten Tag kommt dann bald die erste Fähre.
Mit dem Bau der Carretera Austral (übersetzt Südlicher Highway oder die Südstraße) wurde erst im Jahr 1976 von Pinochet begonnen. Sie führt über ca. 1350 Kilometer von Puerto Montt nach Villa O`Higgins.
Sie führt durch absolut unzugängliche Landschaften.
Mehr als 10.000 Soldaten arbeiteten viele Jahre an ihr. Viele Bauarbeiter verloren ihr Leben.
Es ist und war ein nationales Projekt.
Die Grenze zu Argentinien ist noch immer nicht überall festgelegt und sehr umstritten.
Mehrmals standen Chile und Argentinien dicht vor einem Krieg.
Um die etwa 100.000 Einwohner im äußersten Süden von Chile besser zu versorgen und auch aus strategischen Gründen wurde mit dem Bau begonnen.
Und ein Mythos erschaffen.
Für uns Radler eine der Traumstraßen der Welt!
(Die aber mit unzureichender Ausrüstung auch gerne zu einer Alptraumstrecke mutiert)





Die Carretera wird immer wieder dort wo es nicht anders ging durch Fähren unterbrochen.
Diese fahren relativ bis sehr häufig und sind sehr günstig- oder gar gratis.
Eine nette Unterbrechung.
Ohne Schlaglöcher und jeden Höhenmeter.
Ich liebe die Fähren!











Anfangs war die gesamte Carretera Austral eine schmale, holprige Piste.
Immer wieder durch Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Waldbrände unterbrochen. Wir heutigen Radler haben es schon leichter.
Auf der ersten Hälfte ist sicher mehr als 50% der Strecke mittlerweile asphaltiert.
Und auch der Rest lässt die alten Haudegen nur noch milde lächeln.
Uns reicht es aber auch in der abgespeckten Form allemal.




























Anfangs hat man noch die Möglichkeit nach alternativen Wegen zu suchen.
Unser war zwar deutlich länger, aber dafür ohne nennenswerte Höhenmeter.
Hier gibt es eine kleine deutsche Kolonie.
Wir werden eingeladen. Der Besitzer feiert Weihnachten in Puerto Montt.
Wir sollen Kühlschrank und Weinkeller nutzen.
Und wenn wir gehen sollen wir die Tür einfach zuziehen...





Stimmt! Es erinnert auch uns an Skandinavien.











Ja, auch hier gibt es mitunter Wind.
















Heiligabend in Hornopiren.
Keinerlei weihnachtliche Stimmung.
Kneipen, Geschäfte und Restaurants bis spätabends geöffnet.
Dauerregen. Carretera- Wetter eben.
Zur Feier des Tages nehmen wir uns eine Hütte und kochen unser eigenes (hervorragendes) Weihnachtsessen.
Dazu gibt es guten chilenischen Wein.
Solch eine Radtour kann mitunter durchaus angenehm sein...







Erster Weihnachtsfeiertag.
Wir besteigen mal wieder eine Fähre.
Zwei Stunden später rumpelt es.






Davon später.




Uwe




hier nur privat, (gewerblich wg. 2 Radreisebüchern)
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Geändert von Juergen (28.10.17 18:36)
Änderungsgrund: Anmerkung wg. zu gro0er Bilder gelöscht
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#1307850 - 27.10.17 09:27 Re: Carretera Austral [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1169
Sorry, schon lange nichts mehr geschrieben.
Und am späten Abend vergessen die Bilder kleiner zu machen.
Werde demnächst erneut schreiben.
Uwe
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Off-topic #1307871 - 27.10.17 11:30 Re: Carretera Austral [Re: uwee]
aighes
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 6644
Nicht nötig, ich hab die Größe der Bilder in der URL angepasst.
Viele Grüße,
Henning
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#1308014 - 28.10.17 17:12 Re: Carretera Austral [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1169





Der Blick zurück auf Hornopiren.




















Die Fähre braucht etwa 3 Stunden bis zum nächsten Anleger Leptepu.
(Einen Fährhafen gibt es dort nicht.)
Die Fahrt ist angenehm. Die Landschaft grandios. Wir stehen am Bug und schauen aufs Wasser.
Eigenartig gekräuselt ist die See. Solche Wellen haben wir noch nie gesehen.

Etwa nach einer Stunde Fahrtzeit gaben alle Handys und Smartphones der Einheimischen gleichzeitig einen Alarmton.
Wenige Minuten später rief der Kapitän alle Passagiere im Salon zusammen.
Wir verstanden nicht alles, aber schon "Erdbeben", "Tsunami" und schauten in ernste Gesichter.
Eine Chilenin übersetzte schließlich für die des Spnisch nicht so mächtigen.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 ereignete sich in weniger als 100 Kilometer Entfernung auf der Insel Chiloe.
Im weiten Umkreis bestehe eine Tsunamiwarnung.
Über Schäden lägen noch keine Erkenntnisse vor.
Für uns bestehe keine Gefahr. Man wisse aber noch nicht, ob unsere Fähre anlanden könnte oder eventuell für Evakuierungen eingesetzt werden müsse.
Wir hatten in unserem Iphone nur noch ein sehr schwaches Signal konnten von dem Erdbeben aber auch bereits in deutschen Websites lesen.
Unsere SMS an die Familie ging noch raus, dass uns nichts passiert sei.
Dann hatten wir ein paar Tage keine Verbindung mehr, was die Sorgen der Angehörigen eher verstärkte.
In Chile wird mittlerweile relativ erdbebensicher gebaut.Obwohl es sich um das schwerste Erdbeben im Süden Chiles seit einem halben Jahrhundert handelte gab es zum Glück keine Todesopfer zu beklagen.
Die Tsunamiwelle fiel auch nicht sehr hoch aus.
Wir konnten die Fahrt fortsetzen, wurden aber gewarnt die Hauptstrecke nicht zu verlassen.










Vom Landungspunkt dieser Fähre mussten wir etwa 12 Kilometer hügeliges Gelände in 45 Minuten bewältigen um die folgende Fähre zu erwischen.
Meist werden die Radler auf Fahrzeuge verwiesen, die aufgefordert werden uns zu transportieren, damit wir nicht die Anschlussfähre verpassen.
Bei uns fand sich kein Fahrzeug, dass genügend Platz hatte.
Ziemlich ermattet schafften wir es rechtzeitig, nurum dann zu erfahren, dass die folgende Fähre wegen des Erdbebens zwei Stunden Verspätung hat.
So lernten wir auch die letzten Mitreisenden genauer kennen und trafen viele von Ihnen in den nächsten Wochen wieder.















Es gibt mehr Rucksackreisende, die sich per Autostap oder laufend fortbewegen als Radler.
Auf den ersten 300 Kilometern trafen wir übrigens keinen anderen Biker, wohl auch weil die meisten Radfahrer den Ast der Carretera benutzen, der über die Insel Chiloe führt.





Es gibt immer wieder kurze, knackige Steigungen, die wir nur schiebend bewältigen konnten.






Sehr schön und völlig umsonst sind die Campingplätze in den chilenischen Nationalparks.
Dazu sauber und gepflegt.
Besonders wichtig bei allen Campingplätzen ist es, dass diese überdacht sind.
Irgendwann müssen die Habseligkeiten ja auch einmal trocknen.
Es regnet eigentlich immer oder zumindest immer wieder.
Man weiß nachher warum diese Wälder Regenwälder genannt werden. Ohne täglichen Regen wachsen diese Pflanzen nicht.
Dass es kaum Regenbilder in dem Bericht gibt liegt daran, dass meine Kamera nach Einsatz im Regen die Arbeit für Stunden oder auch Tage einstellte.


























Der nächste Campingplatz.
Diese liegen immer an den schösten Plätzen und/ oder Seen.







Im Mai 2008 brach völlig überraschend der Chaiten aus. Dieser Berg galt als erloschener Vulkan. Fast ein ganzes Jahr lang war er aktiv. Eine bis zu 20km hohe Aschewolke bedeckte große Teile Chiles und Argentiniens mit Staub. Der Ort Chaiten musste evakuiert werden.
Im folgenden Jahr ergoss sich ein fünf Kilometer langer pyroklastischen Strom vom Gipfel des Vulkans. Die Folgen sieht man noch immer- fast 10 Jahre später. Viele Quadratkilometer
sind biologisch tot und nur mit Baumleichen bestanden.

















Die meisten Einwohner von Chaiten kehrten- gegen den Willen der Regierung- zurück und bauten ihre Stadt erneut auf.
Nur wenig erinnert heute noch an die Katastrophe.
Gestern, als das Erdbeben geschah, kam bei den Bewohnern alles wieder hoch.
Panik brach aus.
Jeder meinte es ginge erneut los. Der Vulkan breche erneut aus.
Aus Angst vor einem Tsunami wurde die gesamte Bevölkerung evakuiert.
Unserer Wirtin kommen die Tränen. Sie weint noch immer erschüttert, als sie uns von diesen Stunden der Ungewissheit berichtet.






Man sieht, wo die Carretera asphaltiert ist, ist sie meist in hervorragendem Zustand. Der Verkehr gering. Die Fahrweise der motorisierten Fahrzeuge zumeist o.k.






Der nächste Campingplatz nur für uns.





Sogar mit Fahrradgarage.

(Zumindet so lange bis zwei nette israelische Rucksackreisende in der Dunkelheit ihr Zelt auf dem mehrere Hektar großen und absolut leeren Platz zwei Meter neben unser Zelt platzieren. Dafür kochen, trinken und feiern wir gemeinsam bis in den frühen Morgen)



















Frühsommer, und das zwischen den Jahren...









Viele Flüsse und Seen sind reich an Forellen und Lachsen.
Auch uns geht die eine oder andere an den Haken.







Wir sehen auf das nördliche patagonische Eisfeld (Campo de Hielo Norte).
Zusammenn mit dem südlichen sind sie die größten Eisflächen weltweit außerhalb der Pole und Grönlands.






Immer mehr Abschnitte des nördlichen Teils der Carretera Austral werden befestigt. Sicher ist die erste Hälfte der Straße, bis Cohaique, in wenigen Jahren vollkommen asphaltiert und betoniert.




























Eine Hitzewelle ist über uns hereingebrochen.
26°C! Schon drei Tage lang. Und meist trocken.
Da gehen wir gerne mittags schwimmen.
In der Therme (leider sündhaft teuer, aber Preise verhandelbar) und auch im antarktisnahen, eiskalten Pazifik.


























Am nächsten Tag.
Hitzewelle vorbei.
6°C und Dauerregen.
Eklige Steigungen und tiefer Matsch.










Silvester in Patagonien.






Netter Campingplatz. Nette Leute.





















Happy New Year!



Fortsetzung folgt...


Uwe



.
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#1309313 - 05.11.17 19:08 Re: Carretera Austral [Re: uwee]
uwee
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Ein wenig verkatert fahren wir am Neujahrstag nach Coyhaiqui.
Dieser Ort, ziemlich genau in der Mitte der Carretera Austral gelegen, hat eine Einwohnerzahl von etwa 50.000. Das ist nicht sehr viel nach europäischen Maßstäben, jedoch ist das die Hälfte der Menschen, die entlang der 1350 Kilometer langen Carretera Austral leben.
Ein eigentlich netter kleiner Ort mit Geldautomaten, Hotels, Restaurants, Supermärkten und sogar Radläden.
Dummerweise ist an Neujahr, dem wohl wichtigsten Feiertag der Chilenen, praktisch alles geschlossen.
Dazu hat auch noch heftiger Dauerregen eingesetzt. Wir haben keine Lust bei dem Regen unser Zelt auf dem Campingplatz aufzustellen. Wir nehmen uns ein Hotel- sogar mit Sauna.
Luxus pur.

















Dummerweise ist auch am folgenden Tag praktisch der gesamte Ort geschlossen.
Da Neujahr auf einen Sonntag fiel wird der Feiertag am Montag nachgeholt.
Wir brauchen aber noch einen Supermarkt und ein paar Ersatzteile für unsere Räder.
Also noch ein weiterer ganzer Ruhetag.














Der Laden war gut sortiert. Die Preise o.k. Und der Service gut.





Wir waren aber glücklich als die Einkäufe getätigt waren und es endlich wieder losging- dummerweise noch immer im Regen.
Aber daran gewöhnt man sich auf der Carretera. Oder man sollte es zumindest.







Hier gab es ein wenig Schutz vor Regen und Wind.
Der Farmer lud uns ein.






Am nächsten Tag erklommen wir bei Regen, Schnee und orkanartigen Winden aus wechselnden Richtungen den höchsten Punkt der Strecke auf etwa 1350 m. Es war bitter kalt.










Die Passhöhe.












Bei dem Sturm schiebt man sogar beim Bergabfahren.














Der Cerro Castillo




Kurz vor dem Ort Cerro Castillo verließen wir die Carretera Austral.
Wir wählten eine Alternativstrecke.











Sie führte uns nach Puerto Ingeniero Ibáñez, von wo mehrmals am Tag Fähren in 2 1/2 Stunden über den Lago General Carrera rüber nach Chile Chico fahren.




















Der See ist mehr als drei Mal so groß wie der Bodensee und ist zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt. Dort wird er Lago Buenos Aires genannt.
Der Ort Chile Chico hat ausnahmsweise ein relativ mildes Klima. Hier wächst sogar Obst.
Es ist ein angenehmer Ort mit reichlich Unterkünften, Restaurants und Geschäften.
Während die Carretera erst einmal lange durch das Binnenland führt folgt die Ruta 265 dem Ostufer des Sees. Eine teils atemberaubende Straße.
Am Südwestende des Sees werden wir nach drei Tagen wieder die Carretera erreichen.



















Die Straße weist viele, viele heftige Steigungen auf.
Zudem haben wir auf der gesamten Strecke starken Gegenwind.
Dies ist nicht die übliche Windrichtung.
Bisher hatten wir- entgegen aller Radlerweisheiten- überwiegend Rückenwind.
Die Wind kommen halt meist aus Nordwest.
Wir fahren überwiegend nach Südost.










Zwar hübsch, aber schlimmer als Kletten. Sie ärgern uns viel.















Die Straße musste über viele Kilometer in die Steilküste gesprengt werden.































Verpflegungsstelle.






Dort vereinen sich die Ruta 265 mit der Ruta 7, wie die Carretera Austral offiziell heißt.






Der See ist eiskalt.






Eigentlich sollte man...
















Traumhaft!
Im Vordergrund der Lago Bertand.










Solch ein Band erleichtert das Schieben bei langen Steigungen ungemein.







Je weiter südlich desto schöner wird es- so die Faustregel...











Mehr später...



Uwe




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#1310337 - 12.11.17 23:03 Re: Carretera Austral [Re: uwee]
uwee
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Wir beginnen die letzte Etappe unserer Carretera Austral Tour.
Die Ortschaften liegen immer weiter auseinander.
Vom letzten kleinen Städtchen- Cochrane- sind wir leider etwas enttäuscht.
Wir finden keine hübsche Unterkunft. Das Essen in den Restaurants ist auch nicht sehr anregend, und das Angebot der Supermärkte wirkt nicht gerade euphorisierend auf uns.
In der vorangegangenen Einsamkeit hatten wir uns bessere Leckereien erträumt.
Da freuen wir uns, den Speiseplan mit selbst gefundenen Pilzen (Champions) aufzupeppen. Dazu gibt es einen relativ guten, selbst gemachten Gulasch und endlich auch mal wieder einen Rotwein. Der Carmenere ist in Chile unser Favorit.




















Der Rio Baker ist der wasserreichste Fluss Chiles.























































Das Wetter ist nach wie vor sehr durchwachsen. Immer wieder regnet es. Heftige Winde.
Viele giftige Steigungen rauben uns die Kräfte.
Diese Reise ist physisch und psychisch fordernd...

Auf dem Weg zur letzten Fähre, Pto. Yungay- Rio Bravo, muss ich weite Strecken das Fahrrad schieben und ziehen. Isabel ist momentan besser drauf als ich und übernimmt als Ausgleich das Zelt. Sie hat nun 2,5 kg mehr, ich 2,5 kg weniger Gewicht. Das hilft die Differenz zu verkleinern.




Dafür ist die Überfahrt gratis.
An der Fähre treffen wir zahlreiche andere Radler. So viele haben wir sonst in einer Woche nicht getroffen. Die meisten von Ihnen haben wir bereits mehrmals in den letzten Wochen irgendwo auf dem Weg getroffen.






















In den "Wartehäuschen" der Fähre, an beiden Seiten des Fjordes, dürfen Radler nach der Abfahrt der letzten Fähre übernachten. Bei Kälte, Sturm und Regen ist das schon eine Verlockung.
Es ist uns an diesem Tage dort allerdings zu voll.
Wir finden bald darauf einen schönen Zeltplatz auf einem aufgegebenen Flughafen.















Viele Arbeiter (meist Soldaten) kamen beim schwierigen Bau der Carretera ums Leben.











Der nächste Tag bringt gleich zwei neue Rekorde.
Noch nie haben wir solch eine Menge an Wasserfällen gesehen.
Und noch nie haben wir an einem Tage so oft die Regenkleidung an- und ausgezogen. Mehr als 20 Mal. Die Wasserfälle brauchen halt Nachschub...
Trotzdem schaffen wir an diesem Tage ausnahmsweise mehr als 100 Kilometer.
































Geschafft! Am Ende der Carretera Austral nach 1350 Kilometern erreichen wir den Endpunkt. Den sympathischen Ort Villa O`Higgins. Es gibt dort ein superteures Hotel, etliche günstige Homestays und auch diverse Hütten. Zur Feier des Tages mieten wir uns eine richtig schöne Hütte mit Kaminofen. Der Wirt schenkt uns gleich noch einen Rinderbraten von sicher zwei Kilogramm.































Wir bleiben in dem freundlichen Dorf gleich drei Tage. Und vertreiben uns die Zeit mit Wanderungen, angeln und radeln...











Zwei Boote fahren über den Lago O`Higgins. Dieser wird praktisch täglich von heftigen Stürmen heimgesucht. Er gilt als der vielleicht gefährlichste See Südamerikas.
Ist der Sturm zu stark verbietet die Hafenbehörde das Auslaufen der Boote.
Dann stauen sich die Radler und die anderen Reisende.












Hier ist das offizielle Ende der Carretera Austral.
Und das Ende für motorisierte Fahrzeuge (Schiffe ausgenommen).





Dies ist das kleinere und günstigere Boot.
Wer zu Seekrankheit neigt sollte eher das größere Boot wählen.






Und dies ist unser Boot. Ein früheres Boot der chilenischen Kriegsmarine. Wir treffen den Eigentümer. Ein Chilene mit deutschen Wurzeln erzählt und von den Schwierigkeiten dieses Boot auf dem Landweg bis hierhin zu bringen.
Und wie schwer es ist das Boot in dieser abgelegenen Ecke des Landes zu warten.
Gerade ist ein Mechaniker auf dem Weg von Puerto Montt um einen der beiden Schiffsdiesel zu überholen. Eine recht weite Anfahrt.



















Es kommt ein heftiger Sturm. Gischtwellen schlagen weit über das Boot. Das Deck ist für die Passagiere gesperrt. Mehr als die Hälfte der Passagiere benötigt Spucktüten. Isabel verteilt Globuli. Einige meinen diese würden helfen...





Nach der Überfahrt werden die Räder ausgeladen.
Hier darf man sich entscheiden, ob man von hier aus gleich weiterfährt, auf dem hübschen Campingplatz bleibt oder noch eine mehrstündige Fahrt zum Gletscher, dem Glaciar O`Higgins, unternimmt.
Dieser Ausflug kostet zwar etwa 50 US$, soll sich aber angeblich lohnen.
Wir buchen ihn.










































Alle paar Minuten brechen riesige Eisbrocken von der Gletscherzunge ab und stürzen laut krachend und stiebend in den See.













Wie erhofft machen sich zwei mutige Männer von der Crew in einem kleinen Schlauchboot auf um jahrhunderte altes Eis vom Gletscher zu holen.


















Wir genießen den Whiskey mit Gletschereis.
Wir haben oft von dieser Prozedur gehört und gelesen.
Es ist für uns aber eine Premiere und ein echtes Erlebnis.

















Nein, wir bereuen es wirklich nicht die Tour gebucht zu haben.
Ein absolutes Highlight der Reise...



Uwe
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