Radreise & Fernradler Forum
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#469825 - 25.09.08 19:24 Zum Inselhüpfen nach Kroatien v.der Steiermark
ziegenpeter52
Mitglied
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Bereiste Länder:

Schon nach dem prächtigen Gelingen und den Erlebnissen während unserer letztjährigen Silberhochzeitsreise mit Rad nach Florenz, wollten wir heuer Ähnliches wiederholen und so starteten wir Ende August 2008 mit Campingausrüstung und 12 Radtaschen auf 2 Trekkingräderrn in SÖ-Richtung auf Nebenstraßen um von Slowenien nach Kroatien einzureisen. Schon dabei anerkennendes Bewundern bei den Zöllner beim Nennen unseres Vorhabens, wenigstens die Insel Krk erreichen zu wollen.
Am 1. Tag nach 125km(es war noch flach) über die Drau gesetzt und bei Branko, einem Maurer Nachtquartier gefunden, der uns auf seinem, nach dem Krieg für symbolisch 1 Kuna gekauftem Bauernhof naben Ziegen, Perlhühnern, Gänsen und Enten zum Zelten bei seinem "Hochsitz" einlud.
Die Anstiege am nächsten Tag wurden unüberwindbar, denn entweder endeten die Straßen im Nichts oder Acker. Also Bundesstraße. Aufgrund eines aufkommenden Gewitters und des knappen Urlaubs wählten wir aber den Weiterweg mit dem Zug, den uns erst ein perfekt deutsch sprechender Kroate ebnete, der den Schaffner 10 Min. dazu überreden mußte, da der Regionalzug keine Radmitnahme vorsah. Im IC ab Zagreb gab es aber dann sogar Stellplätze und Rijeka empfing uns um 6°° morgens hart mit der Bora. Mit gewaltigen Rückenwind Anstiege hochgetrieben zu werden war ja noch lustig, aber auf der Brücke nach Krk konnten wir mit vielleicht 120kmH starken Seitenwinden nicht mal mehr laufen, geschweige den fahren. Obwohl diese für Motorräder und Wohnwagen gesperrrt war, ließen sie uns durch. Bei einer Seitenbö hatte die Bora mit meiner Frau leichtes Spiel und warf sie auf den Asphalt, der Schlafsack war allerdings noch dazwischen. Unverletzt konnte auch sie die Reise fortsetzen. Bekannte erkannten uns am originellen Aussehen weiter auf der Insel und luden uns am nächsten Tag auf ihr Boot in die Stadt Krk ein. Der erste Mittelmeerbadetag fand dann in Malinska statt und auf unserem, noch zu Zeiten Jugoslawiens bekannten Campingplatz in Glavotok mit unseren damaligen Kleinkindern, fanden wir endlich Ruhe nach den Turbulenzen.
Mit Pflücken von reifen Feigen am Wegesrand und nur 1/4 beladener Räder traten wir die Zwischenreise am nächsten Tag an. Aber auch so hat es uns mit über 700HM und Anstiegen von 18% gereicht. Es sollte aber noch schlimmer kommen!

Und zwar nach der Fährankunft am nächsten Tag auf Cres, wieder mit vollem Gepäck und sofort auf 300HM hoch, was uns bei der Hitze nur eine bescheidene Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,10kmH bescherte. Schließlich bin ich mehr geschoben als gefahren.
Der Zeltplatz in der Stadt Cres war rießig und hatte im Gegensatz zu vorher alle Annehmlichkeiten wie genügend Warmwasser(ohne Chip). Die Stadt verwöhnte uns mit gutem Eis, Flair und schönem Stadtbild.
Am nächsten Tag auf Rat anderer Radler Querfeldeinfahrt zum idyllisch gelegenen Fischerdorf Valun(aus der Fernsehserie "der Sonne entgegen" bekannt) mit unseren 28" Trekkingrädern auf einer MTB Piste, die auch als Radstrecke ausgeschildert ist(wahrscheinlich in der Zeitschrift "MTB-Extreme")denn für die 19km benötigten wir 3 volle Stunden. Einem mitfahrenden MTB hat es dabei die Kette ruiniert. Valun selbst war wie im Fernsehen als schicker kleiner Ort mit glasklarem Wasser und wenig los.

Erst gegen Mittag konnten wir uns von der Stadt Cres am nächsten Tag loseisen und starteten bei 35° nach Süden natürlich wieder vollbepackt. Prompt wurde doch die an der engsten Stelle befindliche Schwenkbrücke zwischen den Inseln Cres und Losinj händisch für den Schiffsverkehr geöffnet. Ein einmaliges Schauspiel für uns Binnenlandbewohner bei dem Hallo auf beiden Seiten. Schnell war in Mali Losinj das Zelt aufgestellt, um am Abend dem Treiben dort zuzusehen. Südlichster und wärmster Punkt unserer Reise.
Nächster geruhsamer Erholungsort dort, aber am Nachmittag zufälliges Treffen meiner Mitfahrer unserer Motorradgruppe aus Bad Radkersburg.
Am Abend dann das Schiffshighlight unserer Reise:
Mit dem Katamaran nach Istrien in 2 Stunden übergesetzt, was sich trotzdem wie fahren im Bus anfühlte. Die Gischt der Schiffsschrauben war sicher 8m hoch und als einziges Verkehrsmittel mit an Bord im Heck unsere Räder.
Im schon dunkel gewordenen Pula, am steilen Schiffsausstieg wollten mal die Helfer nicht glauben, dass wir mit den Maguras den Schiebedruck würden halten können und so fanden wir entspannt im Süden der Stadt unseren Zeltplatz mit eigenartigen Miniduschen, aber an Meerzunge wunderschön gelegen.
Am nächsten Tag dann Pula angesehen mit Arena und dem 1. Aufsuchen eines Radladens, weil ein Pedallager den Geist aufgab. Über die starke Rockerszene dort wunderten wir uns auch vorerst, war doch jeder Platz im Cafe und Lokal mit Lederhosen besetzt. Erst bei der Ausfahrt sahen wir die Plakate des bevorstehenden Bikertreffs.
Nach etlichen Umwegen sind wir dann noch rechtzeitig am Abend zu Stadtfest in Rovinj eingetroffen. Sofort stürzten wir uns ins Getümmel, das uns passend auf der Hauptbühne mit
"Brothers in Arms" empfing. Daraufhin war klar, in die Schlafsäcke geht es heute nacht nicht mehr, vielmehr lockten Schwertfisch und andere Leckereien im geschmackvollen Ambiente der Stadt, die es zu entdecken galt. Auch hatte es uns das kroatische Bier mit seinem B12 Vitaminen angetan, das uns für die Hitzestrampelei am Abend wohltuend entschädigte.
Das Frühstück am Badestrand südlich der Stadt, obwohl dort schon ab 6°°Uhr die ersten Jocker und Leerflaschensammler unterwegs sind, trieb uns nochmals zu Höchstleistungen am Tag weiter. Vorher gehörte uns allerdings das Meer ganz alleine, zumindest bis zur letzten Schwimmboje.

Hinter dem Limski Kanal hoch nach Vsar wollten wir uns zwar noch die russischen Oligarchen-Luxusliner anschauen, scheuten allerdings wieder den starken Anstieg danach und ließen es, ob des Reizes der technischem Pracht bleiben, zudem meist noch am Zustieg die Aufschrift "No Boarding" prangert. Statt dem fanden wir uns schnell in der Lagune von Porec mit der für touristen komfortablesten Infrastruktur, seit unseren Besuchen öffentlicher Strände ein. Später in der Altstadt genossen wir stilvoll neben H. Bogart im Szenecafe Casablanca unseren Capuccino(auch wenn ich nicht, wie er seinerzeit I. Bergmann, meine Frau erobern musste).
Der unspektakulärste Zeltplatz am Abend folgte.
Auf kleinen Nebenstraßen mit stilvollen Natursteinhäusern am Wegesrand gelangten wir zum Grenzübergang nach Slowenien in die EU und konnten wieder alles mit € begleichen.
Portoroz gleich von hinten, vom Salinenradweg aus erreicht kam uns montän und pmpös vor, wie Klein-Monaco und für uns Radler eher abschreckend. Dagegen war Piran ein Gedicht, mit gutem Eis, klarem Wasser und als Radlerfreude glattem Hauptplatz. Am lauen Abend ein günstiges Abendessen an nobel aufgedeckter Tafel zum Ende, denn am nächsten Tag zu Mittag war der Bahnhof in Koper schnell erreicht, von wo aus uns ein Zug fast nach Hause brachte, um uns von einem unserer Söhne die restlichen Kilometer heimchauffieren zu lassen. Auch diese Zugfahrt war noch ein optisches Landschaftserlebnis und manchmal nahe dran, doch wieder auszusteigen.

Resüme
Trotz dem Übergepäck, ich hatte 40kg meine Frau hinten allein ca. 20kg war jede Sekunde unserer Reise himmlischer Genuss und unvergessliches Abenteuer. Sommer bedeutet für uns Radfahren und Eisessen.
Gerne hatten wir uns beide zwar schon vorher, aber manches wurde noch neu entdeckt. Urlaub unter Paaren bedeutet für manche Stress, bei uns war das Gegenteil der Fall, obwohl auch wir uns ständig miteinander Auseinandersetzten und um Kleinigkeiten stritten. Eigentlich die perfekte Paartherapie.
Außer dem Nachstellen der Steuerkopfmuttern und dem Pedalersatz sind keine Defekte an den Rädern aufgetreten, auch keine Platten/Patschen. Gefahren wurde mit 3x8 Gänge DD von Sram, Ritzel 11-32, Kette Rohloff ohne Längung nach 800km.
So viele Anstiege in so kurzer Zeit hatten wir noch nie von unten gesehen. Die Inseln hüpften mit uns und nicht wir auf ihnen. Schweiß floss in Strömen. Unsägliches Glück hatten wir mit rücksichtslosen Autofahrern.
Mit Deutsch und Schulenglisch konnten wir uns meitst gut verständigen. Manchmal waren wir den anderen Zeltbewohnern exotisch genug, wenn wir am Morgen unsere Räder reisefertig beluden. Dabei sahen viele interessiert zu, wünschten Glück für die Weiterfahrt und beneideten uns, ob ihrer Sehnsucht, die sonst eingeschlagenen sicheren Pfade einmal wenigstens im Urlaub, diese für kurze Zeit zu verlassen.
Die Kosten pro Campingplatz waren mit ca. 10,-€ pro Nacht und Nase fast überall gleich hoch. Nur die Fragen nach dem Kennzeichen konnten wir nie beantworten, wofür wir für manche suspekt waren.

Peter
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#469915 - 26.09.08 00:35 Re: Zum Inselhüpfen nach Kroatien v.der Steiermark [Re: ziegenpeter52]
iassu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 16801
Hallo Peter, schön zu lesen!
Meintest du wirklich sechs Taschen pro Rad? Mit welchem Inhalt? Und 40 kg - kein Wunder, daß ihr an eure Grenzen kamt. Hut ab!
Andreas
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Gruß Andreas
April, April
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#469922 - 26.09.08 07:53 Re: Zum Inselhüpfen nach Kroatien v.der Steiermark [Re: iassu]
ziegenpeter52
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 92
Hallo Andreas,
stimmt schon 12 Taschen insgesamt: Bei mir LR und HR-Gepäckträger und noch 2 obendrauf,Lenkertasche bei Christa das gleiche ohne LR macht 12.
Gut Werkzeug und Ersatzteile, Kochgeschirr war etwas viel, aber deshalb hatten wir auch keine Defekte oder Platten und konnten sogar den MTB in der Pampa mit einigen Kettengliedern aushelfen.
Der Inhalt war das sonst übliche Programm, nur Fernglas hatte ich diesmal keines mit, aber auch keine Kamera, dafür läuft noch mehr im Kopf ab.
Peter
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