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#543488 - 31.07.09 22:34 Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos!
MichiV
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 398
Dauer:28 Tage
Zeitraum:1.7.2009 bis 28.7.2009
Entfernung:1400 Kilometer
Bereiste Länder:itItalien

So, hier mein Reisebericht!

Vom ersten bis zum 14.Juli habe ich zwischen Rom, Volterra und Serra San Bruno 970km erradelt. Ab dem 15.Juli bis 26.Juli nochmal ca. 330km in der Gegend um Serra San Bruno und dann bin ich am 26. Juli von Serra nach Lamezia gefahren und es kamen so nochmal 62km zusammen. Die letzten zwei Tage bin ich von Pompeji nach Neapel und zurück geradelt und am letzen Tag wieder nach Neapel zum Flughafen.

Mit der Streckenwahl habe ich richtig gelegen. Praktisch nur schöne Landschaften auf überwiegend wenig stark befahrene Straßen wobei ich insgesamt ca. 15km auf einer üblen autobahnähnlichen Straße gefahren bin. Pannen gab es mit den guten Continental SportContact Reifen keine!

Und nun gehts los!

Wem es zuviel zu lesen ist, einfach nach unten Scrollen, da sind die Bilder!

1.Juli: Rom Fiumicino - Rom Axa 34km Rad
(Flach-Etappe)


So, Rad und Gepäck sind in Rom gut angekommen. Nun ging es auch direkt zum Campingplatz in Rom - Axa. Es ging an der Küste lang bis zur Via Cristoforo Kolumbo und von dort aus dann ca. 15km Richtung Rom zum Campingplatz. Diesen Campingplatz kannte ich bereits von 2006 und habe mich darum auch für diesen Campingplatz entschieden, denn ein paar Kilometer vorher, gab es auch einen Campingplatz.

2.Juli: Rom - Ladispoli - Orbetello 77km Rad (Ladispoli - Orbetello Zug)
(Flach-Etappe)


Von dem Campingplatz bei Rom ging nun die Tour also los. Erst wieder an der Küste lang nach Norden Richtung Toskana. Da sich dort an der Küste Strandbar an Strandbar anreiht, konnte man leider kaum das Wasser sehen. Dann habe ich dort auch schon die ersten Radtouristen getroffen.
Aus Holland kam das Pärchen. Bis kurz von Rom Fiumicino sind wir gemeinsam gefahren. Die sind dann zum Flughafen weiter, da deren Tour dort endet, während meine hier praktisch beginnt. Unsere Wege trennten sich also wieder. Ich bin weiter an der Küste lang gefahren, aber irgendwann wurde mir das zu blöd. Die Straße war recht stark befahren und landschaftlich war es auch nicht besonders reizvoll, so dass ich mich außerplanmäßig in Ladispoli in den Zug gesetzt habe und nach Orbetello gefahren bin. 10Eeuro hat die Fahrt gerade mal gekostet, inkl. Rad. Dafür hatte der Regionalzug selbstverständlich 20min Verspätung und die Toilettenspülung geht in dem Regionalzug selbstverständlich auch nicht, nicht mal Wasser zum Händewaschen gibt es in dem Zug. Das ist aber normal in den italienischen Regionalzügen wie ich während der Tour noch feststellen sollte und ich auch bereits von 2006 es so gewohnt war. Fahrradfreundlich sind die Züge natürlich auch nicht.

In Orbetello angekommen war dann auch endlich die Landschaft schön. Berge, Wasser, viel Grün und der Verkehr ist nicht so hektisch wie in der Gegend um Rom, was will man mehr? Von dort aus bin ich auf die Insel Monte Argentario gefahren die mit drei Straßen mit dem Festland verbunden ist. Auf der nördlichen Straße bin ich anschließend wieder Richtung Festland gefahren und ca. auf der Hälfte dieser Straße gibt es einen guten Campingplatz. Dort habe ich mein Zelt aufgeschlagen.

3.Juli: Monte Argentario - Castiglione della Pescaia 92km Rad
(Flach-Etappe mit kleinen Hügeln)


Von Monte Argentario aus ging es nun los Richtung Parco Naturale della Maremma. Leider war die Straße Via Aurelia extremst stark befahren. Auf dieser mehrspurigen Straße, die in Deutschland unter "Autobahn" laufen würde, wurde ich im Sekundentakt von 40tonnern überholt. Das war nicht angenehm. So habe ich mich entschlossen einen kleinen Umweg Richtung Festland zu fahren. Direkt nach dem ich von der Via Aurelia runter bin war die Straße kaum befahren und die Landschaft war herrlich, perfekt! Es ging an schöne Sonnenblumenfeldern vorbei.

Leider bin ich aber zu früh abgebogen, und landete nach 10km wieder auf dieser autobahnähnlichen Straße. Laut Karte konnte man aber nach 5km wieder von dieser Straße runter direkt in den Parco Naturale della Maremma hinein. So habe ich dass dann auch gemacht.
In der Maremma staunt ich dann nicht schlecht als ich sah, dass es dort einen richtigen Radweg gab.

Was sich nach 2,5km rausstellte ist, das es sich um eine Sackgasse handelte. War aber nicht weiter schlimm, denn die Landschaft war ja schön. Dann bin ich halt die 2,5km wieder zurück gefahren und auf einer Nebenstraße weiter Richtung Grosseto gefahren. Es ging auf ein Fluss zu und leider gab es scheinbar keine Brücke, so dass ich ein drittes mal auf die üble Via Aurelia rauf musste. Nach ca. 3km konnte ich aber da auch wieder runter und es ging dann Richtung Castiglione della Pescaia durch schöne Landschaften. In Castiglione dachte ich mir, dass ich mal auf diesen Felsen rauf fahren sollte, um endlich mal eine Steigung zu haben, obwohl man auch direkt am Wasser lang ohne Steigung zum Campingplatz fahren konnte. Also bin ich diese steile Rampe rauf aber nach ca.100m war schon Schluss, dann war schieben angesagt. Das war einfach zu steil.

Während ich rauf geschoben habe, hat mich noch ein Rennradler überholt und mich angefeuert. Auch der Rennradler ohne Gepäck hatte da Mühe rauf zu kommen. Schneller als 8kmh wird er nicht gewesen sein. Oben angekommen hatte man eine tolle Aussicht.

Auf der anderen Seite ging es über schöne Serpentinen wieder runter und nach wenigen Kilometern habe ich dann den Campingplatz LE ROCCHETTE erreicht. Was ich vorher nicht wusste, ist dass in der Gegend um Castiglione der reinste Massentourismus herrscht und der Campingplatz mit 24Euro auch noch sau teuer war. Naja, dafür direkt am Wasser gelegen, so dass ich am nächsten Morgen ins Mittelmeer gesprungen bin.

4.Juli: Castiglione della Pescai - Volterra 109km Rad
(Über Castiglione auf Meereshöhe, Folloncia, Massa Marittima 380m, Aia del Diavolo 870m., Larderello 390m, Monte Gabri 480m, Pomarance 370m, Saline di Volterra 145m und Volterra auf 530meter)

Nachdem ich im Mittelmeer schwimmen war, bin ich los nach Folloncia.
Dann ins Landesinnere in die typisch toskanische Landschaft hinein. Ab Folloncia war die Straße auch nur noch schwach befahren. So soll es sein.

Es war vom 1. Juli an immer deutlich über 30grad warm und Sonne pur. Die Berge war ich noch nicht gewohnt und es ging von Meereshöhe nun auf 800m ü.d.M. hinauf. Die Landschaft war toll. Von Massa Marittima zum AIA DEL DIAVOLI ging es nur noch nach oben auf über 800m rauf. Mir wurde nun auch klar, dass ich Volterra wohl nicht mehr im Hellen erreichen würde, denn auf Grund der Steigungen kam ich nicht schnell voran, dafür war die Landschaft aber toll. Auch ging mir nach ca. 70km das Wasser aus, obwohl ich mit 6Litern gestartet bin. Es gab auf der ganzen Strecke bis Larderello nichts zu kaufen und keine Quelle habe ich entdecken können.

Es war bombig heiß, bin von 0 auf 800m rauf gefahren, das alles über 70km, die Berge war ich noch nicht gewohnt und ich hatte kein Wasser mehr.

Da hörte ich dann die Glocken läuten!

Die Glocken kamen von Ziege die halt diese Glocken um den Halst trugen. Wo es Ziegen gibt muss es doch auch Menschen geben. Nach ein paar Metern kam dann auch ein Haus, da habe ich einfach angeklopft und nach Wasser gefragt. Die Frau die dann zur Tür kam war super nett und hat meine Wasserflaschen wieder aufgefüllt. Sie hat mich dann noch gefragt, von wo aus ich losgefahren bin und wohin ich noch will. Sie hat nur gestaunt als ich ihr erzählt habe, dass ich in Castiglione losgefahren bin und noch nach Volterra will.

Nun konnte ich wieder gut fahren. Es ging hügelig weiter durch schöne Landschaften.

In Pomerance gab es dann nach über 70km die erste Einkaufsmöglichkeit und habe dort Coca Cola und Pfirsiche gekauft. Dann folgte eine Abfahrt von ca.500m. runter auf ca. 140m. bei Saline di Volterra und dann natürlich wieder rauf auf 530 Meter nach Volterra.

Als ich mich Volterra näherte, war ich begeistert von der tollen Landschaft mit den alten Bauwerken. Da sich am Wegesrand die Touristen häuften um die komischen Steine zu fotografieren, was wohl Kunst sein soll, dachte ich, das der Campingplatz in Volterra ähnlich teuer sein muss, wie der in Castiglione. Aber nicht nur von der Landschaft war ich begeistert, auch Volterra selber ist wunder schön und der Campingplatz ist der Beste auf dem ich je gewesen bin und mit 13Euro auch noch überraschend günstig. Der Campingplatz ist klein, sauber, sympathischer Empfang, tolle Aussicht und ruhig.

Um 10Uhr morgen bin ich los gefahren und um 22Uhr kam ich auf dem Campingplatz nach 109km an. Das ganze bei Bombenhitze und mehreren Steigungen. Ich war zu müde um selber zu kochen so dass ich nach dem Duschen in die nahe gelegene Stadt gelaufen bin um dort Brot mit Olivenöl, Knoblauch und Salat zu essen.

Am nächsten Tag habe ich mir mal Volterra ohne Gepäck angeguckt. Volterra ist überragend schön. Auch viele Touristen sind hier, vor allem Holländer, aber nicht so viele, dass es so überfüllt wie die typischen Touristenstädte wie Pisa, Florenz oder Rom ist. Wer noch nie in Italien war, dem kann ich nur empfehlen, sich lieber die kleinen sympathische Dörfer statt der völlig überlaufene Touristenstädte anzugucken. Den schiefen Turm von Pisa oder das Kolosseum sollte man sich lieber nur im Fernsehen oder im Buch angucken. Mich nerven diesen gigantische Menschenaufläufe, auch nervt es mich, wenn dort mehr deutsch als italienisch gesprochen wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum sich so viel Menschen unbedingt Rom angucken wolle. Das hat nichts mit dem authentischen Italien zu tun. Als ich 2006 in Rom war, habe ich sofort wieder beschlossen, da wieder raus zu fahren da ich nicht ins Ausland fahre, um mich dann auf einen gigantischen Jahrmarkt aufzuhalten wo mehr deutsch, englisch und holländisch gesprochen wird als italienisch, das gleiche gilt für Pisa. Nach Rom oder Pisa geht man nur, weil da alle hingehen. Ich guck mir lieber die weniger bekannten und dafür um so schöneren Städte und Dörfer an. Davon hat Italien jede Menge zu bieten. Aber es ist gut so wie es ist, die massigen Jahrmarkfans gehen so in die typischen Touristen Städte die nichts mit dem authentischen Italien zu tun haben und so habe ich in dem echten und schönen Italien meine Ruhe.

Volterra ist einfach super, super schön. Dort gibt es mehr einheimische als Touristen. Egal in welche Richtung man in Volterra geht, einfach überall ist es schön. Auch abseits der Touristengegend ist es super schön. Da ich am 5. Juli in Volterra Pause gemacht hab, hatte ich so genug Zeit, mir mal Volterra genauer anzugucken.



6.Juli: Volterra - Casciano 94km Rad
(Über Volterra 530m - Colle di Val d'Elsa 140m - Monteriggioni 280m - Siena 320m - Montenori 160m - Casciano 550m)

Gleich raus aus Volterra gehts schon wieder weiter mit den tollen Sehenswürdigkeiten.

Eine holländische Touristen die auf den gleichen Campingplatz war wie ich hat mich netterweise fotografiert, so dass ich kein Stativ improvisieren musste. Auch der gesamte Weg nach Siena war richtig schön.

In Siena angekommen musste ich feststellen, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, dass dort alles bereits Mittags völlig überfüllt ist, obwohl es in Italien Mittags eigentlich traditionell eher ruhig zu geht und eigentlich die Straßen sich erst abends füllen. Wenn es in Siena bereits Mittags so voll ist, will ich erst gar nicht wissen, was da Abends los ist. In jedem fall wurde da eigentlich nur deutsch gesprochen. Das war mir da viel zu voll! schnell paar Fotos gemacht und raus aus dieser schrecklichen deutschen Stadt in das authentische Italien hinein.

Kurz ging es zwar auf eine stark befahrene Straße, aber in Siena Süd ging es wieder runter von dieser Straße in eine tolle Landschaft hinein. Als ich dann Richtung Radi abgebogen bin, befand ich mich plötzlich auf eineR Schotterpiste. Das ging aus der Karte nicht hervor. Macht aber nichts, denn dort gab es kaum Autos und die Landschaft war wunderbar.

Kurz vor Radi ging es dann so steil rauf dass ich einige 100 Meter schieben musste.

Ab der Abzweigung nach Casciano ging es dann wieder auf Asphalt weiter. Auch heute bin ich mit 6 Litern Wasser gestartet und kurz vor Casciano ging mir wieder das Wasser aus. Aber es waren ja nur noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz in dem schönen Dorf in Casciano. Der Campingplatz ist sehr idyllisch gelegen und mit 13Euro recht günstig, Swimmingpool ist dabei sogar inklusive!



7.Juli: Casciano - Monticello Amiata 65km Rad
(Casciano 550m - Murlo - Buonconvento 147m - Montalicino 567m -Parmoletone 143m - Monticello Amiata 730m)

Los ging es von dem Campingplatz aus erstmal wieder durch das schöne Dorf. Bis zur Abzweigung nach Radi kannte ich ja den Weg von gestern, nur bin ich bei der Abzweigung nun gerade aus Richtung Vescovado gefahren und bin somit auf Asphalt geblieben. Es folgte eine schöne Abfahrt Richtung Buonconvento. Auf dieser Abfahrt habe ich dann wieder ein Radtouristenpärchen getroffen.

Jetzt ratet mal wo die her kamen! Na klar! Holland! Wir sind ins Gespräch gekommen und es hat sich raus gestellt, dass wir bis nach Montalcino auf der gleichen Route unterwegs sind. Da die aber in einem deutlich langsameren Tempo unterwegs waren, bin ich nach 2km alleine weiter. Ein Kilometer weiter dann der nächste Radtourist. Irgendwo hier muss ein Nest sein.

Er kam aus Belgien, und was für ein Zufall, auch er ist bis Montalcino auf der selben Route unterwegs. Natürlich, wie sollte es auch anders sein, auch hier ist die Landschaft einfach überall sensationell schön. Bis Montalcino haben wir uns immer gegenseitig überholt, je nachdem wer wo und wann Pause gemacht hat. In Montalicon habe ich auf einer Mauer Pause gemacht da man von dort aus einen tolle Blick hatte. Dann kam da der Belgier hochgefahren, der kurz vor dieser Mauer an die Tankstelle rangefahren ist, um sich mit Getränken zu versorge. Ich habe die Situation genutzt, und unsere Räder fotografiert. Kurze Zeit später kam dann das holländisch Pärchen hoch gefahren. Bis in Montalcino zum Zentrum sind wir dann gemeinsam gefahren, dann trennten sich unsere Wege weil ich weiter nach Monticello Amiata bin.

Nach Montalcino auf knapp 570m Höhe ging es durch ein atemberaubende Landschaft hinunter auf 140m und dann natürlich wieder rauf auf 730m nach Monticello Amiata.


8.Juli: Monticello Amiata - Monte Argentario 102km Rad
(Monticello Amiata 730m, Arcidosso 1100m, Triana 910m, Semproniano 600m, Saturnia 190m, Montemerano 500m, Manciano 440m, Monte Argentario auf Meereshöhe)

Von Monticello Amiata aus mit der tollen Aussicht direkt vom Campingplatz aus ging es erst kurz Berg runter und dann rauf auf ca. 1100m Richtung Arcidosso. Dort fand ich es zumindest im Schatten etwas kühler, so dass da zum ersten mal mein Langarmtrikot zum Einsatz kam. Ein paar Meter runter war es wieder bombig warm. Verrückt!

Es ging wellig weiter und dann Richtung Saturnia kontinuierlich Berg runter bis man auf ca. 190m war.

In Satunia konnte ich es nicht sein lassen, und bin tatsächlich in die Schwefel-Wasserfälle gesprungen. Das war aber nicht so gut. Erstens stinkt das Wasser tierisch und da ich dort keine Duschen gesehen habe, hatte ich den Schwefelgestank für den Rest der Tages an meinem Körper. Zweitens war das Wasser so warm, dass man darin hätte Spaghetti kochen können. Da es deutlich über 30Grad warm war und ich dann auch noch in das Schwefel-Wasser gegangen bin, war das alles andere als erfrischend.

Dann ging es weiter nach Monte Argentario, aber vorher ging es noch mal rauf auf ca. 500m und dann nur noch runter bis auf Meereshöhe. Die Gesamte strecke war wenig befahren und man konnte dort flüssig Radfahren, weil die Steigungen nie allzu steil waren, außerdem wird man nur durch schöne Landschaften geführt.


9.Juli: Monte Argentario - Orbetello 13km Rad, Orbetello - Neapel Zug, Neapel - Pompeji 36km Rad
(Flachetappe mit leichten Wellen zwischen Neapel und Pompeji)

Vom Campingplatz auf der nördlichen Verbindungsstraße der Insel mit dem Festland aus bin ich erst mal auf die Insel rauf gefahren und dann auf der Insel am Wasser lang zur südlichen Verbindungsstraße hin um nach Orbetello zu fahren.

In Orbetello bin ich in den Zug gestiegen. Eigentlich wollte ich bis Castellammare di Stabia durchfahren, aber am Bahnhof musste ich feststellen, dass der Zug in diese Richtung erst um 13:54 Uhr fährt, bereits um 10:30Uhr war ich aber am Bahnhof. Auch würde ich an diesem Tag nur Neapel erreichen, da Abends dann kein Zug mehr nach Castellamare fährt. Warten war also angesagt. In Neapel wollte ich eigentlich nicht Radfahren, das hat mir 2006 schon gereicht, ging ja nun aber nicht anders. In Rom ging es sehr chaotisch zu und der Zug nach Neapel war gnadenlos überfüllt, konnte mir aber einen Stehplatz für mich erkämpfen und mein Rad konnte ich da auch irgendwie rein quetschen. Das es nicht pünktlich los ging, brauch ich eigentlich nicht erwähnen genau so wenig, wie dass auch in diesem Regionalzug weder die Klospülung funktioniert hat, noch dass Wasser zum Händewaschen vorhanden war. Stark unpünktlich Regionalzüge und völlig verdreckte Toiletten in den Zügen gehört zu Italien nun mal dazu. Ist halt kein Geld da, um die Züge zu reinigen. 30 Minuten verspätet in Neapel angekommen, also super pünktlich für italienische Verhältnisse ging es erst mal durch die chaotische Stadt. Ich kann es mir nicht erklären, trotzt dauergehupe, Stau, ignorieren der roten Ampeln und ohne Vorfahrtsregeln hat mir hier das Radfahren komischerweise spaß gemacht. Natürlich bin ich auch wie ein Neapolitaner gefahren: Wer zuerst in die Lücke hineinstößt, dem gehört die Vorfahrt und der andere muss bremsen. Diese Fahrweise funktioniert! Mit Hupen wird der eigene Standpunkt markiert, dass machen die alle par Sekunden. In Deutschland hupen bedeutet so viel wie "Platz da, hier fahre ich!" in Italien hupen heißt einfach nur "Ich bin hier!" Gut, meine Fahrradklingel ging da etwas unter!

Es ist da wirklich ohne Übertreibung so, die einzige Vorfahrtregel die es da gibt ist die, dass der jenige Vorfahrt hat der es schafft, zuerst in die Lücke hinein zu stoßen. Dort achtet jeder auf jeden, muss man bei dieser Regel ja auch. In Deutschland besteht man auf die Regeln der Schilder und man fährt einfach wenn man laut Schild Vorfahrt hat, ohne darauf zu achten, ob die Straße frei ist. Wenn man in Deutschland so Auto oder Motorrad fahren würde, würde man lebenslänglich den Führerschein entzogen bekommen. Irgendwo bin ich abgebogen wo ich hätte gerade aus fahren müssen, so musste ich dann doch nach den Weg fragen. Ich habe eine Polizistin gefragt die gerade in einem Auto einsteigen wollte. Ich musste nur zwei mal abbiegen, dann war ich wieder auf den richtigen Weg. Ca. 6km später habe ich dann neben mir ein dauergehupe gehört. Erst habe ich da nicht drauf reagiert, denn wenn es die ganze Zeit hupt, reagiert man da irgendwann nicht mehr drauf. Dann habe ich mich zu Seite gedreht. Das war die Polizistin die ich nach dem Weg gefragt habe. Sie rief mir dann zu, dass ich ja mit dem Rad schneller bin als sie mit dem Auto, da sie 6km gebraucht hat, mich einzuholen.



Auf diesen chaotischen Straßen habe ich zwei Stunden bis zum Campingplatz ZEUS gebraucht, so dass ich erst 22:30 Uhr dort ankam. Unterwegs habe ich mir natürlich noch eine herrliche Pizza gekauft. Den Campingplatz ZEUS kannte ich bereits von 2006. Aber mit 10Euro war der überraschend günstig.

10.Juli: Pompeji - Praiano 71km Rad
(Pompeji 50m, Castellamare, Sorrento, Monte San Constanzo 490m, Possitano 30m, Paiano 120m)

Raus aus Pompeji stand ich erstmal an einer Kreuzung um mich anhand der Karte zu orientieren, da kam aus der Ecke auch schon ein Italiener rausgesprungen der meinte, dass ich besser nicht den Schildern Richtung Sorrento folgen sollte, da die Straße stark befahren ist und schlecht für Radfahrer ist. Ich sollte besser erstmal in das Industriegebiet fahren und von dort aus den Schildern Richtung Castellammare und Sorrento folgen. Dieser Tipp war wirklich gut. Es ging zwar tatsächlich durch so eine Arte Industriegebiet, dort fuhren aber nur wenige Autos und die Autos die dort fuhren, waren mit maximal 30kmh unterwegs. Nach wenigen Kilometern war man dann schon auf der schönen Promenade in Castellammare. Dann ging es weiter Richtung Vico Equense an der spektakulären Steilküste entlang. Natürlich viele Motorroller und auch recht viele Autos, aber es ließ sich immer bequem und flüssig fahren, Staus gab es keine und manchmal war die Straße sogar schön ruhig. Da ich um die komplette Halbinsel gefahren bin, also auch Richtung Monte San Constanzo, ging es noch mal von 100m auf ca. 500m rauf. Aber seit Sorrento ist die Straße schön leer, es kam nur selten ein Auto lang. So konnte man die spektakuläre Landschaft in vollen Zügen genießen. Ich bin einfach begeistert von dieser Küste. Im Prinzip schon kurz nach Pompeji wird es genial. Auch staunte ich nicht schlecht, als ich an der Amalfi-Küste gesehen habe, dass da welche mit dem Tandem rauf gefahren sind. Die DigiCam war gleich einsatzbereit so dass ich die verrückten Tandemfahrer noch fotografieren konnte.

In Praiano, das liegt zwischen Possitano und Amalfi, sollte eigentlich ein Campingplatz sein. Bisher war das so, dass ich nach Karte die Campingplätze aufgesucht habe und immer wenn ich dann in der Nähe des Campingplatzes war, war der Campingplatz auch ausgeschildert.

Hier war aber keine Spur vom Campingplatz, auch konnte ich mir nicht vorstellen, wo in dieser steilen Gegend eine ebene Rasenfläche sein soll. Dann habe ich einfach die Einheimischen gefragt. Obwohl ich eindeutig gesagt habe, das ich mit einem Zelt Campen will, haben die mich dann in das Hotel schräg gegenüber geschickt, direkt am Hang am Felsen über Wasser. Wo soll man denn da Zelten können?

In jedem Fall bin ich dann doch in das Hotel gegangen um nach einer Campingmöglichkeit zu fragen. Da kam mir ein Hotalangestellter mit einer tierischen Alkoholfahne entgegen und meinte, ich soll mal mitkommen. Dabei hat er mir von hinten an die Schulter gepackt wie bei einer Polonäse und meinte I AM A GOOD FRIEND! Naja! In jedem fall sind wir dann erst durch das Hotel durch und auf der anderen Seite zum Wasser hin wieder raus. Dann ging es etliche, schätzungsweise 400 Stufen durch eine nichtmal 1m breite Gasse nach unten. Und tatsächlich, da war dann wirklich mitten im Hang eine Rasenfläche von ca. 20m länge und 3m breite. Man hatte einen sensationellen Ausblick auf die Küste und das ganze unter Weinreben. Hier hätte ich auch eine ganze Woche bleiben können. Ein Campingplatz für mich ganz alleine, sonst hat da niemand gezeltet. Der Hotelangestelte meinte, als die potentiellen Camper die steilen Stufen gesehen haben, hatte die keine Lust ihr Gepäck so weit runter zu schleppen. Auch ich musste zwei mal rauf und runter, um mein Gepäck dahin zu kriegen. Mein Fahrrad sollte ich direkt neben dem Hotel hinter einem Tor stellen. Das gehörte auch zum Hotel. Mülleimer und Gartenzeugs stand da rum. Man konnte es nur nicht abschließen und es lag direkt an der Straße der Amalfiküste. Hier war ich zum ersten mal froh, mein Abus Bügelschloss dabei zu haben. In diesem Abstellraum war dann auch das Schild CAMPING. Da liegt es gut, das Schild muss an die Straße!


11.Juli: Praiano - Sapri 41km Rad / Salerno - Sapri Zug

Am nächsten Morgen hat mir der Hotelangestellte noch eine Wasserflasche geschenkt und es ging los erst Richtung Amalfi, dann Salerno.

An dieser Küste gibt es zwischen den Dörfern lauter Orangen und Zitronen-Stände.
Dort wollte ich zwar Orangen und Zitronen kaufen, da ich aber immer nur eine wollte um die direkt zu verzehren, meinten die Verkäufer nur WAS SOLL ICH DENN FÜR EINE ORANGE NEHMEN? DIE KANNST DU SO HABEN. HIER, NIMM! Sehr nett! So ging das in etwa an drei Ständen und habe so umsonst Zitronen und Orangen gegessen. Man sind die herzlich die Italiener. Die haben mich auch immer gleich gefragt ob ich aus Deutschland oder Holland kommen. Ich habe gefragt ob man mir das ansieht. Die meinten zwar: nicht unbedingt, aber immer wenn ich jemand mit so viel Gepäck am Rad anhält, dann kommen die immer aus Holland oder Deutschland!

In Salerno angekommen wollte ich eigentlich mit dem Zug so weit wie möglich Richtung Tropea fahren, aber der Südlichste Punkt den ich heute erreichen konnte, war Sapri. Ich darf mit dem Rad halt nur Regionalzüge fahren und die fahren hier nur alle paar Stunden. Und selbst wenn einer im Plan steht heißt das hier noch lange nicht, dass der auch tatsächlich fährt. In jedem Fall habe ich im Bahnhof gleich auch die Tickets bis Tropea gekauft. Heute erstmal bis Sapri. In Sapri kam ich mit nur 30Minuten Verspätung an, selbstverständlich war im Zug die Toilette wieder funktionsunfähig und total verdreckt. In Sapri campen war nicht so dolle. Von Volterra kann ich sagen, dass das der beste Campingplatz war, auf dem ich je gewesen bin und Sapri dagegen war das genau Gegenteil: groß, sehr viel los und bis in den morgen hineine animierte Party mit tierisch lauter Musik. Das ist genau das was ich nicht haben will, wenn ich stunden lang mit dem Rad unterwegs war und am nächsten morgen früh aufstehen will. Dann morgen von Sapri bis Tropea mit dem Zug, dass dachte ich zumindest noch, die Rechnung habe ich aber ohne die italienische Regionalbahn gemacht...

12.Juli: Sapri - Cirella Vecchia 63 km Rad
(Sapri auf Meereshöhe, Maratea 300m Praia 5m, San Nicola 110, Scalea 25m, Cirella Vechia am Meer)

Erst war ich noch im Mittelmeer schwimmen dann gings zum Bahnhof um eigentlich nach Tropea zu fahren. Aber es fuhren keine Züge in den Bahnhof hinein. Die Bahnangestellten meinten dann nur MAL ABWARTEN, VIELLEICHT KOMMT JA GLEICH EIN ZUG. Nachdem nach über einer Stunde noch immer kein Zug kam, haben die Bahnangestellten telefoniert und dann kam raus, dass VIELLEICHT gestreikt wird, man weiß aber nicht genau wer streikt und welche Züge davon betroffen sind. Verrückt wie spontan in Italien gestreikt wird. Nachdem auch der dritte mögliche Zug einfach wegblieb, habe ich mir die bereits am Vortag bezahlten Tickets wieder auszahlen lassen. Die Ticketverkäuferin meinte, ob ich nicht noch abwarten will, vielleicht kommt ja in ein oder zwei stunden ein Zug. Natürlich habe ich mich darauf nicht eingelassen und im nachhinein hat sich auch rausgestellt, dass den ganzen Tag gestreikt wurde.

Das Zurückzahlen der Tickets ging zwar problemlos, nur hat der Vorgang 25minuten gedauert und hinter mir waren auch noch andere, die ihr Geld zurück haben wollten. Man muss vier Zettel unterschreiben, die Ticketverkäuferin musste dazu alles was auf dem Ticket stand, auch das Kleingedruckte manuell in den Computer eintippen. Erst dann konnte sie mir das Geld auszahlen.

Ich habe einfach auf der Karte nachgeguckt, wo der südlichste Campingplatz Richtung Paola ist und laut Karte ist der letzte Campingplatz vor Paola in Cirella Vecchia. Auch habe ich gesehen, dass die komplette Strecke grün untermalt ist, also landschaftlich schön seil soll. Und tatsächlich, gleich nachdem ich mit dem Rad raus aus Sapri bin, hat sich rausgestellt, dass das ein Glück war, dass die Bahn gestreikt hat, denn die Küste um Maratea ist fantastisch. Das hat super spaß gemacht da lang zu fahren. Es ging an der Steilküste lang, immer auf und ab und viele Serpentinen, über Schluchten und nur tolle Aussichten und das ganze auf einer Straße, die weinig stark befahren ist, fantastisch!

Ab Scalea war es dann die restlichen 10km nur noch flach und praktisch ohne kurven. Das war langweilig, aber man kam so schnell voran. In Cirlla Vechia lag der Campingplatz direkt am Meer so das ich ein weiteres mal ins Mittelmeer springen konnte. Der Campingplatz ist recht sympathisch und nicht zu voll. Überwiegend Langzeitcamper waren dort die mir noch Brot geschenkt haben. 12Euro ist auch OK.


13.Juli: Cirella Vecchia - Paola - Tropea 63km Rad ( Paola - Troppa Zug)

Das es heute bis Paola nur flach war und ohne Kurven, bin ich mit dem Rad statt mit dem Zug nach Paola gefahren. So habe ich mir einmal zusätzlich Umsteigen erspart. Da es so flach war, hatte ich bereits um 12:00Uhr 50km zurückgelegt, dann war ich auch schon in Paola. Die Landschaft war auch eher langweilig. Von dort aus ging es mit dem Zug nach Tropea. Einige tolle Landschaften waren da dann aber doch. Im Zug musste ich aber improvisieren, um da mein Rad rein zu bekommen.

In Tropea war ich ja schon einige male und genau das war auch der Grund, warum ich nun wieder hier her gefahren bin. Tolle Stadt, tolle Landschaft, toller Strand! Viele Touristen aber mehr Einheimische, so soll es sein. Eigentlich wollte ich von dort aus 5km an der Küste lang Richtung Norden fahren, weil da der Campingplatz laut Karte war, aber gleich den Felsen in Tropea runter und rechts abgebogen bin ich förmlich über einen Campingplatz gestolpert. Den habe ich auch gleich genommen, so konnte ich Abends in nur wenige Minuten in der Stadt rein. Der Campingplatz hieß NEW PARADISE! Nicht allzu paradisisch, da es dort weder eine Bar noch ein Minimarket gab, aber gleich raus aus dem Campingplatz waren ja Einkaufsmöglichkeiten und habe so bereits am Abend meine Milch für die morgendliche Müsliportion gekauft.

Abends bin ich dann in die Stadt rein. Sehr schön dort!


14.Juli: Tropea - Serra San Bruno 73km Rad

(Troppa 10m, Brattiro 340m, Caria 440m, Mesiano 607m, San Gregorio 400m, Sorianllo 420m, Soriano Calabro 270m, Soriano 800m, Colle del Monaco 1000m, Serra San Bruno 800m)

So, nun gehts also pünktlich um 9:00Uhr los nach Serra San Bruno zu meiner Mutter, Tante, Onkel und vier Cousins! Mit 73km nicht allzu lang, aber fast 40grad warm und ständig auf und ab von Meereshöhe gestartet, dann Richtung Brattiro. Innerhalb von 9km war ich bereits auf fast 400m Höhe und weitere 10km war man bereits auf über 600m. Landschaftlich toll, viele Serpentinen, dazu nie allzu steil so dass man gut fahren konnte. Einige Ecken hatten aber kaum Schatten, so dass ich auf Grund der Hitze viele kleine Pausen gemacht habe. Bis zur Autobahnbrücke ging es dann schön Berg runter auf ca. 250m und danach gleich wieder rauf auf ca. 400m, dann wieder runter auf knapp 260m und ab Soriano Calabro auf ca260 m ging es dann erst rauf auf ca. 800m durch das spektakulär in den Hang gebaute Dorf Soriano, dann noch weiter rauf auf ca. 1000m würde ich schätzen. Die Straße selber führte nicht ganz bis zum Gipfel des Colle del Monaco rauf, da es danach aber über mehrere Kilometer wieder runter ging nach Serra San Bruno, Serra San Bruno aber auf 800m liegt, würde ich schätzten, dass es vorher ca. 1000m hoch war.

In Serra um 17Uhr angekommen bin ich erst zu meiner Tante gefahren. Dort in der Straße saßen alte Leute rum die sich alle gefreut haben, mich zu sehen, da ich dort bereits als Kinde jede Sommerferien verbracht habe. 10Minuten später war denn auch schon meine Mutter da.



15. bis 26.Juli: Serra San Bruno und Umgebung ca320km Rad

In den nächsten fast zwei Wochen war ich viel in Serra San Bruno unterwegs, habe drei Tagesausflüge nach Soverato zum Strand gemacht über drei verschiedene Wege. Einmal wäre ich dabei fast über eine Schlange ausgerutscht.

Bei Meiner Mutter steht tagsüber die Tür immer offen, da hat sich dann eine Eidechse auf der Türkante ausgeruht. Das ist mir aufgefallen, als ich die Tür zu machen wollte und mir die Echse dann auf den Kopf gefallen ist. Die Echse ist hinter den Ofen gehuscht und ich habe schnell meine DigiCam raus geholt.

Auch nach Stilo bin ich gefahren. Dort hin ging es von 800m erst mal auf 1350m zum Passo di Pedra Spada rauf, dann runter auf 400m durch die tolle Landschaft in Kalabrien.


26.Juli: Serra San Bruno - Lamezia Terme 62km Rad, Lamezia - Pompeji Zug

So, heute ging es praktisch zurück. Von Serra San Bruno aus über wenig stark befahrene und Landschaftlich schön Straßen nach Lamezia und nur Berg runter.

In Lamezia angekommen ging es erst mit dem Zug nach Paola. Hier muss die italienische Bahn ein Fehler gemacht haben! Der Zug fuhr Pünktlich los und kam pünktlich in Paula an. Sowas gibt es in Italien eigentlich nicht. Selbst die Toilettenspülung funktionierte und war zumindest für italienische Verhältnisse sauber. Unglaublich aber wahr! Aber ich musst ja noch nach Pompeji weiter. Erst habe ich mich gefreut, denn in Paula fuhr der Zug nach Pompeji allen Ernstes pünktlich los. Für die knapp 300km sollte die Fahrt eigentlich 5stunden dauern.

Nachdem es pünktlich los ging, wurde es von Station zu Station immer voller, bis es irgendwann so eng war, das im Gang absolut kein durchkommen mehr war. Klimaanlage gibt es nicht genauso wenig wie eine funktionierende Toilette, und das auf einer Fahrt von über 5 Stunden. Der Zug hielt aber nicht nur an den Bahnhöfen an, sondern auch immer und immer wieder mitten auf der Strecke, auch im Tunnel. So wurde aus der 5 Stunden fahrt eine 7 Stunden fahrt. Statt 20:30Uhr kam ich erst um 22:30 Uhr an.

Dort wo der Zug anhielt, sind die Menschen schnell raus und habe auf die Gleise gepinkelt, ich auch, denn in dem engen Zug war ja erstens kein durchkommen im Gang und selbst wenn, die Toiletten funktionierten ja nicht. Ein Bild für die Götter, ca.100 Menschen an den Gleisen aufgereiht die gepinkelt haben und schnell in den Zug wieder rein sind, bevor der Zug einfach los fährt.

Erstaunlich, obwohl der Italiener an sich sehr temperamentvoll ist, sind die in dieser Situation mit der 2stündigen Verspätung und den wie immer nicht funktionierende Toiletten sehr locker geblieben. Auf so einer langen Fahrt kommt man mit den Leuten auch ins Gespräch. Die Stecken das so locker weg, weil die es nicht anders kennen. Die haben ganz schön gestaunt als ich denen erzählt habe, dass in den deutschen Regionalzügen Toiletten mit Spülung und Wasser zum Hände waschen Standard ist. Auch haben die sich gewundert, als ich erzählt habe, dass viele in Deutschland sich bereits bei 10Minuten Verspätung aufregen.

In Salerno haben dann Sicherheitskräfte Wasserflaschen durch die Fenster gereicht. Auch das schien eine Standardsituation gewesen zu sein.

So sozial wie ich bin, habe ich die ersten Wasserflaschen die ich gegriffen habe, in das Innere gereicht, damit die alten Leute die auf den Sitzplätzen waren auch was abbekommen haben. Aber dann fuhr der Zug plötzlich los und ich selber habe erste kein Wasser abbekommen. Aber ein Afrikaner rannte plötzlich raus, hat dem Sicherheitsmann eine Flasche aus der Hand gerissen, sprang in den Zug wieder rein und hat mir das Wasser gegeben. Das nenne ich Einsatz!!!

Einige Afrikaner hatten aber ganz offensichtlich angst vor der Polizei, denn die wollten schon vor Salerno aussteigen. Als die aber aussteigen wollten, haben die Polizisten gesehen und sind schnell wieder in den Zug rein. Die meisten sind dann auch in Pompeji ausgestiegen, weil da keine Polizisten zu sehen waren. In jedem Fall waren die aber sehr nett. Das sind diese typischen Strandverkäufer die einfach nur leben wollen, müssen aber angst haben, abgeschoben zu werden. Das ist die gleiche :zensiert: wie in Deutschland, völlig friedliche Flüchtlinge werden abgeschoben, aber Kinderschänder dürfen frei rum laufen! Friedliche Flüchtlinge abschieben ist also in Ordnung, wenn man aber Kriminelle, auch kriminelle Ausländer härter bestrafen will, steht man sofort als Nazi da!


27. und 28.Juli: Pompeji - Neapel - Pompeji - Neapel Flughafen 80km Rad

Am 27. Juli habe ich beschlossen, mal ohne Gepäck durch Neapel zu fahren. Wie schon erwähnt gibt es da nur eine einzige Vorfahrtsregel: Wer zuerst in die Lücke hineinstoßt, dem gehört sie und der andere muss bremsen. Auf den Motorrollen wird mit bis zu vier Personen gefahren, zwei Erwachsene und zwei Kinder plus Einkaufstüten!

Wenn die Kinder noch zu klein sind, dann werden die dabei irgendwie unter die Arme geklemmt. Was in Neapel ein Selbstverständlichkeit ist, würde in Deutschland zum Sorgerechtsentzug führen.

Motorroller und Motorräder halten grundsätzlich nicht bei Rot an, die Autos halten bei Rot schon ab und zu an. Eine rote Ampel ist ja hier nur eine unverbindliche Empfehlung.

Abends in Pompeji wollte ich mir noch die Ruinen angucken, leider habe die um 19Uhr keinen mehr da rein gelassen, so dass ich nur von außen wenig spektakuläre Fotos machen konnte.

Am 28.Juli ginge es dann um 8Uhr morgen los nach Neapel zum Flughafen. Um 10Uhr kam ich da an. Als es im Flughafen nach dem Einchecken in den Bus zum Flugzeug rein ging, standen wir erst mal 30 Minuten in diesem Flughafenbus ohne dass es los ging. Nach 30Minuten haben die uns da wieder rausgeschickt und wir sollten wieder im Terminal warten. Nach weiteren 10 Minuten ginge es wieder in den Bus rein und dann ging es aber auch gleich los zum Flugzeug.

In Deutschland angekommen bin ich vom Flughafen aus mit der S-Bahn zum Bahnhof. Ich kannte das Gefühl gar nicht mehr, es ging pünktlich los und pünktlich nach 25Minuten war man am Hauptbahnhof in Hamburg. Der Zug nach Bremen fuhr pünktlich los und kam pünktlich in Bremen an. Wow! Die deutsche Bahn kann zwar auch unpünktlich sein, aber über 50Prozent der Züge sind pünktlich. Ich werde mich in jedem Fall nie wieder über Verspätungen aufregen, sondern bin froh, auch wenn das viele deutsche nicht wahr haben wollen, dass die deutsche Bahn eine der pünktlichsten und saubersten der Welt ist!



Und nun die Bilder:

Bei Rom die ersten Radtouristen:








Castiglione:




Auf dem Weg nach Volterra:


Volterra:




Zwischen Volterra und Siena:






Richtung Casciano:




Sechs 1.5 Literflaschen, eine 1Liter Flasche und eine Dose Cola sind noch zu wenig!


Casciano


Richtung Montalcino:








Richtung Saturnia:







Und wieder nach Monte Argentario:


Und nun von Pompeji aus die Amlafiküste lang:
















Ich habe 750Fotos gemacht, aber die alle hier rein stellen, würde wohl den Rahmen sprengen.





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Geändert von atk (01.08.09 01:50)
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#543523 - 01.08.09 00:11 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
MichiV
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Diese Stufen musste ich mein Gepäck runter schleppen, dafür hatte ich für mich alleien einen sensationellen Zeltplatz:






Schwimmen in Sapri:


Hier bin ich nur lang gefahren, weil die italienische Bahn gestreikt hat. Von Kampanien in die Basilikata und dann Kalabrien hinein:








Um mein Rad in den Zug in Paola rein zu bekommen, musste ich etwas improvisieren:
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#543524 - 01.08.09 00:13 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
MichiV
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Tropea:








In Kalabrien verwendet man Peperoni statt blaue Pillen!


Von Tropea nach Serra San Bruno:







Bei meiner Mutter in Serra San Bruno:


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#543525 - 01.08.09 00:15 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
MichiV
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Auf dem Weg von Lamezia nach Pompeji:




In Pompeji fallen Zitronen einfach von den Bäumen direkt vor die Füße:





Zwischen Pompeji und Neapel. Wer angst vor Vampieren hat, der dürfte sich hier wohl sicher fühlen:
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#543528 - 01.08.09 00:50 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
MichiV
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Serra San Bruno:





Das weltberühmte Kloster in Serra und Santa Maria:





Zwischen Serra San Bruno und Soverato:







Zwischen Serra San Bruno und Stilo:








Zwischne Serra San Bruno und Lamezia Terme:



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#543945 - 03.08.09 13:20 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
m.indurain
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Hallo Michi,

schöner Bericht und Fotos.

Teile der Strecken bin ich auch bei unseren Touren Süditalien, Toskana - Sizilien und Lugano - Amalfi gefahren. U.a. Südtoskana (Pitigliano, Orbetello, Sorano, Saturnia) wollen wir vielleicht nächstes Jahr fahren (als "Anhängsel" für eine Abruzzen-Tour).

War es Dir nicht teilweise zu heiß um die Jahreszeit?

Gruß
Peter


Geändert von m.indurain (03.08.09 13:23)
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#543968 - 03.08.09 14:32 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: m.indurain]
MichiV
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Beiträge: 398
In Antwort auf: m.indurain

War es Dir nicht teilweise zu heiß um die Jahreszeit?

Gruß
Peter



Ich mach sowas ganz bewusst nur im Juli und August, da dann warmes Wetter in Italien praktisch garantiert ist. Ich liebe die Hitze. Auf Kälte reagier ich allergisch, da frier ich immer. Ich schwitz zwar wie Sau, aber ich habe ich immer (außer zwei mal) genug Wasser dabei. Nur wenn es längere Zeit kein Schatten durch Häuser, Bäume oder Felsen gab, fand ich es tatsächlich etwas zu warm.
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#559727 - 12.10.09 14:29 Re: Giro d'Italia 09: Reisebericht mit Fotos! [Re: MichiV]
MichiV
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Da ich den Rahmen des Forums nicht sprengen wollte, habe ich die Bilder hier nur verkleinert rein gestellt.

Nun aber habe ich auch ein Picasa Webalbum und man kann die Bilder (und noch andere die hier nicht drin sind) in großer Ansicht betrachten.

Da ich mich erst heute in Picasa angemeldet habe, kenn ich mich noch nicht so aus und hoffe der Link funktioniert. In den nächsten Tagen lade ich die restlichen Bilder hoch!
Bilder meiner Italien-Tour
Mein Reisebericht: Giro d'Italia(Reloaded)09

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