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#551053 - 05.09.09 16:58 Frankreich - Ost-West u. zurück
B-Probe
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 126
Dauer:29 Tage
Zeitraum:11.7.2009 bis 8.8.2009
Entfernung:2800 Kilometer
Bereiste Länder:
Externe URL:http://kevinffm.de/bike/biketours/2009/france/france.html

Hinweis: Der Bericht zu dieser Tour auf meiner Homepage ist ausführlicher (und auch lustiger) und hat Bilder, Karten usw. - ist aber auf Englisch. Und wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten ;-)

Meine Familie wollte unbedingt an die Atlantikküste für 2-3 Wochen, ich wollte nicht insgesamt 4 Tage im Auto sitzen. Also reiste ich an und ab mit dem Rad. Eine Radtour mit Camping u. Selbstkochen damit es nicht allzu teuer wird also. Es war auch meine erste „große“ Reise.

Anreise: Von Basel in den Medoc (Gironde) - fast nur mit kleineren Strassen und meistens hügelig. Dazwischen: Medoc radelnd erkündigen und Camping-Urlaub.
Rückreise: EuroVelo6 ab Nantes bis Basel.
An und für sich wurden daraus 2 völlig verschiedene Touren, die ich - als ich die Anspielungen auf die „Tour de France“, die ja teilweise zur selben Zeit stattfand, nicht mehr hören konnte – „Traverse de France“ taufte.

Traverse 1: Die Route wurde vorher festgelegt, ich hatte ein Roadmap (Excel) und vergrößerte Karten-Ausschnitte (21 A4-Blätter). Die Navigation war kinderleicht also. Keine Fummelei mit überdimensionierten Karten, kein „Pi mal Daumen“ Berechnen von Entfernungen.

Traverse 2: Die EuroVelo6 brauche ich wohl keinem hier zu erklären. Als Karten-Material hatte ich lediglich den Kartensatz vom Huber-Verlag. Dies ist zwar nicht aktuell was der Stand der Ausbau und Qualität des Weges angeht (das liegt aber nicht am Verlag), ist aber absolut „top“. Mehr braucht man nicht für die EV6 in Frankreich.

Na dann los mit der „Traverse de France – Part One“…

Tag 1, Sa. 11 Juli
Frankfurt - Basel (Zug)
Basel - Villersexel, 110 km, 1000 HM, Wetter: Super
Ursprünglich wollte ich nur 50 km am Nachmittag fahren, dass es daraus 110 wurde lag am Wetter (bestens), Landschaft (herrlich) und Navigation (problemlos).
Highlights: Die Kirchen in Franche-Comté/Sundgau mit ihren Dächern und Türmen mit den typischen Schindelmustern. Umschiffung der Autobahn indem ich durch einen Wald u. über ein Feld gefahren bin (vorher im Google ausgeguckt) - es war die einzige Möglichkeit einen langen Umweg zu entgehen. Mir fällt schon jetzt auf wie zuvorkommend die Autofahrer in Frankreich in Bezug auf Radfahrer sind. Hier wird immer mit großem Abstand überholt, keine fährt einen dicht hinten auf.

Tag 2, So. 12 Juli
Villersexel - Dole, 105 km, 950 HM, Wetter: Super
Fast leere Strassen, wunderbare Landschaft, schöne kleine Flüsse - alles noch naturbelassen hier. Gegen spät Nachmittag dann am Rhone-Rhein-Kanal entlang auf dem Treidelpfad nach Dole. Dole ist auf jeden Fall einen Besuch wert! (Mehr zum Rhone-Rhein-Kanal in ca. 3-4 Wochen)

Tag 3, Mo. 13 Juli
Dole - Luzy, 155 km, 950 HM, Wetter: Super
Anfangs übers Land, Überquerung der Saone in Seurre, dann nach Chagny. Ab Chagny mit der Strasse nach St-Leger und dann mit dem Treidelpfad u. später Strasse am Rhone-Rhein-Kanal entlang (der hier Dheune-Kanal heißt). Nach 20 km Kanal-Landschaft ging's ab ins Burgund. Hügelig ist es. Dafür aber verdammt schön. Keine Monokultur hier. Erster Platten der Tour - kurz vor einer rasanten Abfahrt. Da hatte ich Glück im Unglück. 2-3 Minuten später wär's echt böse gewesen. Dieser Teil von Burgund ist nicht geprägt vom Weinbau und ich fahre noch mal hierhin irgendwann da es mich stark an mein hügeliges Heimatland (Yorkshire) erinnert (nur mit Kühen statt Schafe und Hecken statt Steinmauern). Ein sehr schöner Tag.

Tag 4, Di. 14 Juli (National Feiertag)
Luzy - Chatillon, 85 km, 600 HM, Wetter: In der Nacht auf. Di. heftiger Sturm, tagsüber Nieselregen, am Abend sonnig
Wegen dem Wetter erst gegen 13:30 losgefahren, Überquerung der Loire bei Nieselregen, dann lange gerade Strassen mit Gegenwind nach Moulins. Ab Moulins fängt die Allier-Gegend an. Wieder sehr hügelig. Dafür ist die Landschaft umso schöner. Chambre d'hote genommen. € 45 mit Abendessen u. Frühstück, aber was für eine Gastfreundschaft. War ein lustiger Abend.

Tag 5, Mi. 15 Juli
Chatillon - Gueret, 135 km, 1600 HM, Wetter: Super
Anfangs nur rauf und runter (ich bin nun im nördlichen Teil der Auvergne), kurzes flaches Intermezzo bei der Überquerung von Montlucon (lange imposante Abfahrt vorher) dann wieder rauf und runter nach Gueret. Fast leere Strassen wieder mit Landschaft pur. Bester Camping-Platz bis jetzt, direkt neben einem See.

Tag 6, Do. 16 Juli
Gueret - Rochechouart, 125 km, 1000 HM, Wetter: Super bzw. irgendwann das heißeste was ich je aufm Rad erlebt hab
Nun in der Limousin-Region. Am morgen teilweise auf der Tour de France Strecke der Etappe vom Vorvortag (Monts d'Ambazac). Das erklärt auch warum die Strassen in dieser einsamen bewaldeten Gegend auch neu asphaltiert bzw. geteert wurden. Die Monts d'Ambazac sind wunderschön - im Herbst sind sie bestimmt ein Stück Paradies auf Erde mit ihren vielen bewaldeten Hügeln.
Gegen Mittag Überquerung von Limoges: Anfangs die Hölle mit vielbefahrenen Strassen (wenn man überhaupt die richtigen finden kann) und über 40 Grad in der Sonne. Erst als ich meine Mittagspause machte, merkte ich die Temperatur ("Warum schwitze ich so auf einmal?" Blick auf Tacho. "Aha. Wohl deswegen.") Ich war froh ob des Fahrtwinds als ich dann wieder aufs Rad stieg!
Am Nachmittag dann am Fluss Vienne entlang bevor es wieder hügelig wurde und die Strassen wieder leer. Rochechouart ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Wieder ein Camping-Platz neben einem See.
Dieser Tag wird mir sehr, sehr lange in Erinnerung bleiben.

Tag 7, Fr. 17 Juli
Rochechouart - Montbron, 80 km, HM? Keine Ahnung da Tacho-Ausfall, Wetter: In der Nacht auf Fr. Sturm, tagsüber Nieselregen dann Regen wie aus Eimern
An diesem Tag gab es Regen überall in Frankreich glaube ich. Zur Orientierung für die Radsportfans: Es war der Tag an dem Heinrich Haussler die TdF-Etappe bei furchtbarem Regen in den Vogesen gewann. Ich kapitulierte vor dem Regen und nahm Zuflucht für eine Nacht in einem Caravan auf einem wunderschön gelegenem Camping-Platz kurz außerhalb von Montbron. Teuer aber jeder Pfennig bzw. Centime wert.

Tag 8, Sa. 18 Juli
Montbron - Pons, 110 km, 1000 HM, Wetter: Sonnig, am Nachmittag sehr windig (Gegenwind), am Abend leichter Nieselregen
Am morgen die letzten fetten Hügeln dieser Tour bevor ich Angouleme überqueren muss (mein Gott ist die Stadt hässlich). Am Nachmittag dann durch die Charente und seine Weinberge - mit heftigem Gegenwind. Bevor ich losgefahren bin, wurde mir klar, dass ich jederzeit mit Gegenwind rechnen könnte und müsste. Im Laufe der Tour war der Wind tatsächlich 2-3mal etwas lästig. Dies war aber der Hammer - da merkte man, dass der Atlantik nicht mehr weit war – und teilweise bin ich nicht über 12 kmh gekommen. Und kaum bin ich in Pons angekommen und habe ich mein Zelt aufgeschlagen, setzt Nieselregen ein. Das nennt man wohl „Salz in die Wunde“ streuen. Eine Kneipe mit Terrasse bot aber ausreichend Schutz, eine nette Aussicht und leckere, nur bedingt isotonische Getränke bis Mitternacht. Worauf der Regen pünktlich aufhörte.

Tag 9, So. 19 Juli
Pons - Royan (Fähre über die Gironde) - Le Gurp, 75 km, flach wie Holland, Wetter: Sonne pur
Leider viel Verkehr (alle wollen mit der Fähre über die Gironde). Der Kontrast zur Tour bis dato ist krass. In der Tat wurde ich auch kurz vorm Ziel abgefangen von der motorisierten Familie u. Freunden (zugegeben, die hatten mir eine Woche Vorsprung gegeben).

Fazit dieser ersten "Traverse de France": Wunderschöne, hügelige, fast menschenleere Landschaften in Burgund, Allier und Limousin. Eine sehr schöne Ecke um Dole herum. Super Camping-Plätze - fast jede Kleinstadt bzw. größeres Dorf hat einen. Leckeres Essen (ich war doch 2mal in einem Restaurant u. im Chambre d'hote gab's auch was Feines). Viel, viel Sonne, und das bisschen Regen war auch nicht so tragisch.

Nun folgten 11 Tage Camping im Medoc bzw. direkt an dem Atlantik. Fast jeden Tag ein paar Stunden Radfahren in den Pinienwäldern (die Radwege sind aber gewöhnungsbedürftig!) oder rüber zur Gironde. Ansonsten etwas rumhängen, relaxen, Tour de France gucken im Bar.
Ich hab auch 2mal richtige 100-km-Touren gemacht und dabei feststellen musste, dass der Medoc eigentlich aus 2 Teilen besteht: Die West-Hälfte ist flach wie Holland und besteht fast nur aus sandigen Pinienwäldern, die Ost-Hälfte (und vor allem weiter südlich) aus sanften Hügeln und Weinbergen (hier sind die Chateaux der Rothschilds z.B.). Aber was ein Westwind manchmal. Am Strand merkt man das nicht, aufm Rad schon.

Dann aber musste ich nach Nantes um nach Basel mit der EuroVelo6 zu gelangen (die 60 km der EV6 von St. Nazaire nach Nantes schenkte ich mir da sie langweilig sein sollen). Dazu musste ich erstmal mit der Bahn von Royan nach Nantes (mit Umsteigen in Saintes) fahren. Bei beiden Zügen erstmal steil hinein (also alle 4 Packtaschen abmachen). In Saintes gab es nur Treppen um den Gleis zu wechseln. Und dann kam der Hammer: Der Zug nach Nantes: Erstens: Ganz schmaler Eingang – kaum Platz für Mensch und Rad gleichzeitig. Dann um 90 Grad durch noch kleinere Schwenktüre, wieder um 90 Grad zu dem winzigen Abteil für Fahrräder (wobei die Hinterräder dann in den schmalen Gang hinausragten). Keine Sitzgelegenheit beim Rad. Wer gute Erfahrungen mit Frankreich, Rad und Züge gehabt hat, möge sich bitte melden. Ansonsten fahre ich nie wieder mit der Bahn in Frankreich. Da war ich froh als es in Nantes mit dem Rad und „Traverse de France – The Sequel“ losgehen konnte …

Tag 1, Fr. 31 Juli
Nantes – Montjean-sur-Loire 80 km, Wetter: Sonne pur
Erstmals raus aus der Großstadt, was erstaunlich einfach war. Der EV6 wird hier eher als „La Loire à Vélo“ ausgeschildert. Nach 20 km mein erster Eindruck: Die Beschilderung ist schon gewöhnungsbedürftig was die Positionierung angeht. Man nimmt sie nicht wahr oder sieht man sie erst wenn es zu spät ist. Und teilweise wird man schon in die Irre geführt. Der Belag – wenn vorhanden – auf den Wegen ist eher Schotter oder Split als Asphalt. Wenn es keinen richtigen Belag gibt, muss man mit allem rechnen. Aber mit allem. Grobe Steine, tiefe Löcher, sogar Sand. Die offizielle Route der EV6 bleibt nicht immer an der Loire (auch wenn geeignete kleine Nebenstrassen vorhanden sind). Unnötige Umwege bleiben einem nicht erspart, wenn man „stur“ nach Route fährt. Da aber die Karten von Huber 1:100 000 sind, ist die Suche nach Alternativen kein Problem.
Dafür aber ist die Loire eine Augenweide. Obwohl ich schon 5-mal an der Loire war, wurde ich sofort wieder entzückt. Die vielen Inseln, die majestätischen Brücken, die kleinen Weinberge an den Hängen…

Tag 2: Sa. 1 August
Montjean-sur-Loire – Vouvray 180 km, Wetter: Anfangs bewölkt, dann Sonne pur
Ein langer Tag im Sattel. Teils gewollt, teils nicht. Ich wollte die Familie treffen in Chateauneuf am nächsten Tag, und das war 320 km weiter entfernt. Was ich nicht wollte – und bekam – war grottenschlechte Beschilderung in der Nähe von Saumur, die mich einen Umweg von mindestens 10-15 km kostete, dicht gefolgt von einem Plattfuß.
Da ich diese Strecke der Loire und die Schlösser schon recht gut kannte, war „sight-seeing“ also nicht auf dem Plan. Ich bekam aber viele „sights“ zu sehen: Das Lenin Café auf der größten Loire-Insel, die Ile de Chalonnes. Das wunderbare Städtchen Les Ponts-de-Cé. Zwei gute Freunde aus Frankfurt, völlig unerwartet und ungeahnt – und wir alle tragen unsere „Forum-“ bzw. Radkollektiv-Trikots. Viele schöne und imposante Brücken. Und da ich heute auch oft von der offiziellen Route abweiche, um möglichst nah am Loire-Ufer zu bleiben, bekomme ich ein Kernkraftwerk direkt aus der Nähe zu sehen. Aber auch ein paar Schlösser, Ussé und Villandry vor allem. Oh – und Saumur ist echt schön. Man muss nur den Weg dorthin erstmal finden! Ich muss aber auch durch Tours. Mann, ist die Stadt hässlich. Zum Schluss wurde es ein langer Tag. Trotzdem schön. Ich bin wieder begeistert von der Loire.

Tag 3: So. 2 August
Vouvray – Chateauneuf-sur-Loire 160 km, Wetter: Sonne pur
Ich weiche nochmals von der offizielle Route stark ab. Am Anfang des Tages, damit ich am Tal der Cisse entlang fahren kann bevor ich nach Amboise gelange (da ich schon 2-mal Amboise besucht habe – diese Stadt ist ein MUSS, und vor allem die Da Vinci Museum – begnüge ich mich mit einem Kaffee und Croissant an einem Straßencafé mit Blick über die Loire aufs Schloss) und dann gleich wieder, weil die EV6 die Loire komplett verlässt. Die direkte Route ist die Hauptstrasse – immer mit Loire-Blick und fast ohne Verkehr – zum Schloss in Chaumont. Bald danach ist man in Blois – mit, für meine Begriffe, der schönsten Brücke des Loire-Tals. Es gibt aber wenig Infrastruktur - sprich Cafés/Bars, wo man die Wasserflaschen auffüllen lassen kann - auf den nächsten 40 km zw. Blois und Beaugency. Ein Problem, mit dem man oft konfrontiert werden kann an der Loire. Erstaunlicherweise. Und das ist unangenehm bzw. nicht ungefährlich an heißen Sommertagen wie diese. Die Route durch Orleans ist relativ einfach bis man dann durch eine viel frequentierte Park-/See-Anlage mit Sandwegen (und BMX-Parcours-Anlage) geleitet wird. Kleinkinder rennen herum, die Wege sind schmal. Warum bringt man Reiseradler und Fußgänger so zusammen? (Und heute sind viele Reiseradler unterwegs.) Kann ich nicht verstehen. Zumal Alternativen vorhanden wären. Ab jetzt wird es dann aber richtig gemütlich am Damm entlang nach Chateauneuf. Heute schlafe ich in einem Bett zum ersten Mal seit 3 Wochen!

Tag 4: Mo. 3 August
Chateauneuf-sur-Loire – Sancerre 110 km, Wetter: Sonne pur
Nach 440 km in 3 Tagen sollte es heute gemütlicher zur Sache gehen. Und das tut es auch. Nicht zuletzt weil die Loire ab jetzt auch selber viel gemütlicher und lieblicher ist. Nur Kleinstädte, kaum Touristen, kaum Autos, kein unnatürlicher Lärm, dafür viele natürliche Geräusche (Vogelgezwitscher, die Grillen am Nachmittag).
Als erstes fahre ich durch St-Benoit, ein malerisches, verschlafenes Nestchen. Weiter nach Sully mit seinem Wasserschloss, das letzte große Schloss an der Loire. Weiter an einem Kernkraftwerk vorbei und dann mit einer Buckelpiste (bloß kein Platten da ich es bis jetzt versäumt hatte, die beiden, nun verbrauchten Ersatz-Schläuche zu reparieren) nach Gien. Sieht wunderschön aus aber für mich stehen Briare und Sancerre auf dem Sightseeing-Programm. Briare mit seiner Kanalbrücke ist für mich völlig neu. Kannte ich nur vom Hörensagen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Ein Meisterwerk. Die nächsten 10 km der Route sind wieder eine Augenweide mit Häusern und Gärten nah am Fluss, wilde Blumen überall, Kinder, die auf den Sandbänken mitten im Fluss spielen. Es ist idyllisch. Bis man zum nächsten Kernkraftwerk kommt – und plötzlich fehlt auch noch die Beschilderung komplett. Es gibt viele Wege aber man kann nicht ahnen welcher der Richtige ist. Und „Bestätigungsschilder“ sind den Franzosen eh völlig fremd. „Trial and Error“ mit 20-minütigem herumirren ist meine einzige Chance! Kurz vor dem Camping-Platz direkt an der Loire und außerhalb von Sancerre fahre ich dann am Treidelpfad der Loire-Lateral-Kanal entlang. Schön gemächlich. Wie alles hier in der Gegend. Keine Hektik.
Sancerre selber – hoch gelegen auf einem Hügel – ist unbedingt einen Besuch wert. Der Ausblick von der Terrasse des kleinen Schlosses ist einmalig an der Loire. Auch wenn man dafür vorher richtig strampeln muss (140 HM auf 2 km!). Exzellente, sogar weltberühmte Weißweine gibt es hier auch.

Tag 5: Di. 4 August
Sancerre – Decize 110 km, Wetter: Sonne pur
Wieder ein gemächlicher Tag. Erstmal eine Stunde am Fluss sitzen und zusehen wie der Frühnebel sich langsam auflöst. Dann auf verlassenen Wegen nach Charité-sur-Loire. Ein Teil der Stadt ist auf einer kleinen Insel mitten im Fluss gebaut. Die Stadt hat also 2 richtig alte Steinbrücken. Und die „Altstadt“ ist genau das. Alt - mit riesigen Kopfsteinpflastern, einer Steinkirche, alten Buchhandlungen. Man fühlt sich versetzt in eine andere Zeit. Dann eine Stunde lang am Kanal entlang bevor man zur Mündung der Allier und Loire kommt. Und da ist wieder eine imposante Kanalbrücke. Nun eine traumhafte Strecke am Loire-Kanal entlang. Viele schattenspendenden Bäumen, ab und zu ein Boot langsam auf dem Wasser gleitend, hier und da ein Angler. Radlerherz, was willst du mehr? Peu a peu wird dieser Treidelpfad hier ausgebaut bzw. für den Fernradlerverkehr nutzbar gemacht. Im Moment sind nur 10 km fertig, die letzen 20 km nach Decize sollen demnächst folgen. Bis dahin macht die offizielle Route einen großen Umweg. Komisch. Die direkteren Nebenstrassen sind eh leer. Decize ist verdammt hübsch mit einem sehenswerten Altstadt. 2 Flüsse (Loire und Aron) plus ein Altarm der Loire, dazu 2 Kanäle (Loire + Nivernais) machen es zu einem Paradies für Brückenliebhaber und Wasservögel. Wieder ein Camping-Platz direkt neben der Loire. Besser geht’s nicht.

Tag 6: Mi. 5 August
Decize – Palinges 110 km, Wetter: Sonne pur
Heute weiche ich erstmals völlig von der offiziellen Route ab, die nur rauf- bzw. runtergeht – und das auf dem Land fernab des Flusses und Kanals. Stattdessen nehme ich die leere Hauptstrasse zw. Fluss und Kanal Richtung Bourbon-Lancy, wo es einen richtigen Radweg nach Diou gibt. Der erste richtige Radweg, den ich in Frankreich gesehen hab. Alle erste Sahne. Unterwegs erfuhr von anderen Fernradlern, dass der Treidelpfad von Diou nach Digoin nun fertig ist (auf der Karte nicht). Recht hatten sie – bis auf 1 km, wo die Jungs gerade noch am Teeren waren!
Digoin ist bemerkbar aus 2 Gründen. Erstens die EuroVelo6 verabschiedet sich von der Loire bzw. seinem Seitenkanal. Zweitens hier gibt es wieder eine wunderschöne Kanalbrücke. Für mich und die EV6 geht es weiter mit dem Canal du Centre zum Camping-Platz in Palinges.

Tag 7: Do. 6 August
Palinges – Seurre 140 km, Wetter: Sonne pur
Wieder lasse ich die offizielle Route links liegen da es nicht in der Nähe vom Wasser ist – im Gegenteil, sie geht in den Hügeln der Burgund. Und die kenne ich schon. Die vom EV6 vorgeschlagene alternative Route benutzt die Hauptstrasse neben dem Kanal - leider ohne Treidelpfad für die ersten 20 km. Die Landschaft ist heute anfänglich geprägt vom ehemaligen Bergbau: Verfallene Industrie-Anlagen vor allem. Bald kommt ein Treidelpfad aber, und die Landschaft wird auch schöner. Ruhig, gemächlich, lieblich. Und vor allem es geht bergab – relativ steil sogar. Was auch in der Anhäufung von Schleusen für die Boote widergespiegelt wird. Ab St-Leger fahre ich dann auf eine Strecke, die ich vor fast 4 Wochen in der entgegengesetzten Richtung gefahren bin. 30 km am Kanal entlang, alles geprägt von schönen Bäumenalleen, Anglern und Booten bis Chalon-sur-Saone. Dies hat eine beeindruckende und sehenswerte Innenstadt, aber alles drum herum ist gar nicht so schön. Und heiß ist es heute. Fast 40 Grad in der Sonne. Da ist man froh, wenn wieder kühlende Fahrtwind um die Nase weht. Die nächsten 50 km der EV6 folgen zum größten Teil dem Verlauf der Saone. Dieser Fluss-Radweg hat allerdings nicht die Charme der anderen bis jetzt befahrenen Wasserwege. Nach 20 km ist für mich in Seurre aber Feierabend.

Tag 8: Fr. 7 August
Seurre – Baume-les-Dames 140 km, Wetter: Anfangs Sonne pur, am späten Nachmittag Donner, Blitzen, Regen wie aus Eimern, dann Nieselregen
Da ich nicht so begeistert war von der Landschaft an der Saone, erstmals schnurstracks übers Land und ein bisschen am Fluss entlang zum beschaulichen St-Jean-de-Losne bevor die EV6 den Verlauf des Rhone-Rhein-Kanal nach Dole folgt. Dieser Kanal ist gar nicht so bedeutend wie er sich anhört und hier sind kaum Boote unterwegs. Wieder will die EV6 einen langen Umweg (11 km) machen, statt auf dem Treidelpfad (3 km) zu bleiben. Eine Rennradfahrerin, die mich gerade überholt hatte, bleibt am Kanal. Wenn ein Rennrad hier entlang fahren kann, kann der Koga auch. Es geht oft an alten Industrie-Anlagen vorbei bevor man Dole erreicht. Ab Dole ist der Weg am Kanal (wo ich vor 4 Wochen ein kurzes Stück gefahren bin) sehr hübsch. Mit den vielen Bäumen ist es bestimmt einen Besuch wert im Herbst! Ab Rochefort-sur-Nenon merkt man, dass wir am Rande des Juras angelangt sind. Auf der einen Seite des Weges steile Klippen/Felsen, auf der anderen der Kanal und der Doubs. Der Kanal und der Fluss sind größtenteils miteinander verbunden, die Schleusen sind an der Seite des Flusses, verbunden durch kurze Abzweigungen. Bald schlängelt sich der Fluss durch die scheinbar engen Schluchten. In Thoraise gibt es sogar einen sehenswerten Kanal-Tunnel.
Am frühen Nachmittag kündigt sich schlechteres Wetter an: Blitzen und Donner, kurze Regenschauer. Meine Entscheidung durch Besancon zu fahren and dann gleich ein Hotel zu finden, war ein Fehler. Kurz hinter Besancon gibt es sintflutartigen Regen, da muss ich erstmal Zuflucht in einem Wartehäuschen nehmen. Als der Regen nachlässt und ich an der Doubs entlangfahre, wird mir klar. Hier gibt es keine Pensionen oder Hotels. Erst in Baume-les-Dames - 20 km plus später – gibt es etwas. Diese Strecke der Doubs war aber richtig beeindruckend. Natur pur (vor allem viele Reiher) und einen schönen Radweg. Bei trockenem Wetter bestimmt noch beeindruckender.

Tag 9: Sa. 8 August
Baume-les-Dames – Basel 180 km, Wetter: Anfangs leicht bewölkt, später Sonne pur
Viel näher an meinem „Ziel“ als erwartet, fuhr ich los etwas unschlüssig was mein Tagesziel betraf. Erstmal kann ich aber das Tal der Doubs genießen, das nach etwa 50 gewundenen Kilometern sich von der EuroVelo6 verabschiedet. Schade. Der Fluss und das Tal sind wunderschön. Hier fahre ich bestimmt noch mal hin. Bei Montbéliard ist die Beschilderung wieder sehr bescheiden. Ich komme aber gut zurecht und fahre dann am Rhone-Rhein-Kanal entlang bis Froidefontaine und meine Mittagspause. Nun muss ich eine Entscheidung treffen: Weiter am (leeren und etwas langweiligen) Kanal entlang über Mulhouse nach Basel oder über den (schönen und leicht hügeligen) Sundgau nach Basel. Die zweite Option wäre kürzer, dafür wäre ich dann nicht mit dem EV6 bis zum „bitteren Ende“ gefahren. Also über Mulhouse. Diese Entscheidung wurde ich bald bereuen. 40 km lang kein Café oder Bar. In den Dörfern neben der Strecke auch nichts. Schon öde. Dann kommt Mulhouse. Die Stadt ist hässlich, die Beschilderung verwirrend bzw. nicht vorhanden. Bald hab ich mich hoffnungslos verfahren. Kein Mensch, den man nach dem Weg fragen könnte. Endlich finde ich ein paar Leute: Von dem Radweg haben sie nicht gehört. Wo der Kanal liegt wissen sie auch nicht. Eine Irrfahrt bis ich den Kanal gefunden habe. Statt die angegebenen 10 km für die Durchquerung von Mulhouse, fahre ich mehr als 1 Stunde mehr oder weniger im Kreis. Wer den Film „Falling Down“ mit Michael Douglas kennt, kann sich ein Bild von meiner Gemütslage machen. Wieder am Kanal Richtung Basel fasse ich den Entschluss einen Camping-Platz oder Hotel zu finden. Daraus wird auch nichts. Camping-Plätze gibt es hier nicht. Hotels und Pensionen auch kaum. Und wenn überhaupt sind sie schon voll. Mir bleibt nichts anderes übrig als nach Basel zu fahren. So bin ich am letzten Tag meiner Tour doch 180 km gefahren. Und das obwohl ich am liebsten langsam den Pensum „runtergefahren“ hätte. Schnell ein Hotel finden, dann ein Bier oder drei. Eins um den Frust über Mulhouse runterzuspülen, noch zwei um den zweiten „Traverse de France“ zu feiern.
Hessenbummler
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#552207 - 10.09.09 22:41 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: B-Probe]
Uki53
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Bin im August auch den EV6 gefahren, vorher noch entlang der bretonischen Küste - war insgesamt sehr zufrieden, habe mich aber auch nicht an die offizielle Streckenführung gehalten...in Mulhouse war ich auch- trotz vieler Nachfragen-sehr hilflos, bis ich auf ein Tandem-Paar traf, die gerade von einer Normandietour zurückkamen - die haben mich freundichst über verwinkelte Strassen zum Radweg zurückgebracht, ähnlich ging es mir auch int Montbeliard, wo mich ein Rennradler über 7 km und tausend Kreisel zur Route begleitet hat - also, wie schon gesagt, eine sehr schöne Erfahrung!
Ulrike
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#552250 - 11.09.09 09:04 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: B-Probe]
gustavson
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In Antwort auf: B-Probe


Traverse 2: Die EuroVelo6 brauche ich wohl keinem hier zu erklären. Als Karten-Material hatte ich lediglich den Kartensatz vom Huber-Verlag. Dies ist zwar nicht aktuell was der Stand der Ausbau und Qualität des Weges angeht (das liegt aber nicht am Verlag), ist aber absolut „top“. Mehr braucht man nicht für die EV6 in Frankreich.


Guten Morgen,

leider hat uns ein Unfall im Familienkreis von der geplanten Loiretour ab der Haustüre und zurück vom Start abgehalten, dein netter, englisch geschriebener Bericht zeigt mir aber das diese Tour nur aufgeschoben wird.... werde dies auf alle Fälle nachholen.

Meine Fragen zum Zitat: sind da Campingplätze eingezeichnet? Hättest du die Möglichkeit einen Kartenausschnitt online zu stellen?

mfg gustavson
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#552256 - 11.09.09 09:24 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: gustavson]
B-Probe
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Themenersteller
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Beiträge: 126
In Antwort auf: gustavson
In Antwort auf: B-Probe


Traverse 2: Die EuroVelo6 brauche ich wohl keinem hier zu erklären. Als Karten-Material hatte ich lediglich den Kartensatz vom Huber-Verlag. Dies ist zwar nicht aktuell was der Stand der Ausbau und Qualität des Weges angeht (das liegt aber nicht am Verlag), ist aber absolut „top“. Mehr braucht man nicht für die EV6 in Frankreich.


Guten Morgen,

Meine Fragen zum Zitat: sind da Campingplätze eingezeichnet? Hättest du die Möglichkeit einen Kartenausschnitt online zu stellen?

mfg gustavson


Moin Gustavson

ja - campingplätze sind eingezeichnet. 1-2 hatten gefehlt bzw waren nicht eingezeichnet. aber alles im normalen rahmen angesichts der masse von campingplätzen in frankreich

nein - ich kann keinen kartenausschnitt online stellen.
ABER: Gerade gefunden beim googeln (bilder)
http://static.stanfords.co.uk/images/originals/sample-175610_eurovelo6_carto.jpg
bei meiner bildschirmauflösung (1280x1024) entspricht dieses bild ungefähr original grösse


Die karten sind 1:100 000 (viel detail also), beidseitig gedrückt, länglich (1000 mm x 320 mm!!!) und lassen sich gut falten. jede karte hat eine legende. die € 12 sind es wert.

die tour lohnt sicht. ich wünsche dir viel spass dabei

LG

Kevin
Hessenbummler
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#552260 - 11.09.09 09:30 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: B-Probe]
gustavson
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 201
Danke, perfekt....

hab die Karten gerade bestellt, will nämlich auch nicht stur nach Beschilderung fahren!

Vielen Dank nochmals...

gustavson

Geändert von gustavson (11.09.09 09:33)
Änderungsgrund: Rechtschreibung, was sonst :-)
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#556350 - 29.09.09 17:24 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: B-Probe]
StefanS
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3041
Danke für den schönen und ausführlichen Reisebericht. Ich bin vor kurzem nach Frankreich gezogen, daher interessiert mich so etwas ganz besonders.

In Antwort auf: B-Probe
Der Zug nach Nantes: Erstens: Ganz schmaler Eingang – kaum Platz für Mensch und Rad gleichzeitig. Dann um 90 Grad durch noch kleinere Schwenktüre, wieder um 90 Grad zu dem winzigen Abteil für Fahrräder (wobei die Hinterräder dann in den schmalen Gang hinausragten). Keine Sitzgelegenheit beim Rad. Wer gute Erfahrungen mit Frankreich, Rad und Züge gehabt hat, möge sich bitte melden. Ansonsten fahre ich nie wieder mit der Bahn in Frankreich.

Dann melde ich mich mal: Ja, es gibt in Frankreich auch Züge, in denen der Fahrradtransport bequemer geht. Im TGV Paris-Straßburg besteht das "Fahrradabteil" aus vier Klappsitzen, Zugang vergleichbar mit dem in deutschen Regionalzügen. In den meisten TERs ist der Zugang flach, und dann hängt man die Fahrräder an einen Haken an der Decke. Alles kein Problem.

Die von Dir beschriebenen schwer zugänglichen Abteile sind wohl in den Corail-Zügen, vorgefunden habe ich ein solches Abteil im TER von Bar-le-Duc nach Paris Est. Diese Abteile sind tatsächlich umständlich zu erreichen, weil man das Gepäck abrüsten muss, bevor man das Fahrrad ins Abteil schieben kann. Beim Aussteigen heißt das zweimal laufen. Solange man an der Endhaltestelle aussteigt, kein Problem, aber zwischendurch...

Stefan
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#556475 - 29.09.09 22:59 Re: Frankreich - Ost-West u. zurück [Re: B-Probe]
RADional
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 233
Danke für den schönen Bericht. Man kriegt gleich Lust aufs Nachmachen...

In Antwort auf: B-Probe
Mir fällt schon jetzt auf wie zuvorkommend die Autofahrer in Frankreich in Bezug auf Radfahrer sind. Hier wird immer mit großem Abstand überholt, keine fährt einen dicht hinten auf.

Und deswegen liebe ich Frankreich als Radelland so. Man fühlt sich -anders als oftmals auf deutschen Straßen- als Mensch.

In Antwort auf: B-Probe
Der Zug nach Nantes: Erstens: Ganz schmaler Eingang – kaum Platz für Mensch und Rad gleichzeitig. Dann um 90 Grad durch noch kleinere Schwenktüre, wieder um 90 Grad zu dem winzigen Abteil für Fahrräder (wobei die Hinterräder dann in den schmalen Gang hinausragten). Keine Sitzgelegenheit beim Rad. Wer gute Erfahrungen mit Frankreich, Rad und Züge gehabt hat, möge sich bitte melden. Ansonsten fahre ich nie wieder mit der Bahn in Frankreich.

Da melde ich mich auch mal.
Letztes Jahr: Stuttgart-Paris im TGV mit vorgebuchten Stellplätzen. Bequemer Einstieg, Platz für 2 Räder, alles nett und gemütlich. Paris-Boulogne: ein Zug mit Radabteil in der von Dir beschriebenen Art. Der Einstieg war zwar lästig, aber dann warn die Räder doch untergebracht und wir saßen. Die Fahrkartenbestellung über SNCF Deutschland war übrigens sehr komfortabel.

Wenn man demgegenüber schonmal am WE (mangels IC-Verbindungen) in hoffnungslos überfüllten DB-Nahverkehrszügen durch halb Deutschland fahren mußte, stehender- und radfesthaltenderweise und ohne Chance, sein Rad und den eigenen Hintern irgendwo im Zug halbwegs ordentlich plazieren zu können und dazu noch bei jedem Umstieg befürchten muß, womöglich GAR NICHT mehr in den nächsten Zug reinzukommen - dann erscheint mir das Bahnfahren mit Rad in Frankreich geradezu paradiesisch.
Gruß,
Kathrin
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