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#708474 - 03.04.11 22:08 Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee
wal
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 545
Dauer:1 Monat, 18 Tage
Zeitraum:24.1.2011 bis 12.3.2011
Entfernung:1076 Kilometer
Bereiste Länder:ruRussland, Russische Förderation
Externe URL:http://www.mountainbike-expedition-team.de/baikal/baikal.html

Hallo liebes Forum,
Lange hab' ich hier nicht reingeschaut, zu viel Arbeit, die mich von den "wichtigen" Dingen abgehalten hat traurig . Und dann waren wir ja Anfang des Jahres länger auf Tour, wovon ich hier berichten möchte schmunzel . Jedenfalls ist es doch ein seltsames Gefühl, wenn man im Frühling, wenn das Wetter hierzulande wieder fahrradtauglich wird, sich bewusst wird, dass der Jahresurlaub schon verbraucht ist...

Schon länger hatte ich mir nach einigen "kalten" Touren in großer Höhe gewünscht, einmal eine richtige Winter-Radtour zu unternehmen, so mit Schnee und Eis und allem was dazu gehört. Schnell kristallisierte sich das ideale Reiseziel für eine solche Wintertour heraus: der zugefrorene Baikalsee. Der Baikalsee ist auch im Winter in den letzten Jahren zu einem zunehmend beliebten Ziel von einigen Tourenradlern geworden. Die Region bietet tolle Landschaft, ist gut zu erreichen und auch eine gewisse touristische Infrastruktur ist vorhanden. Und wo sonst kann man im Winter radeln, ohne lästigen Autoverkehr, versalzte Straßen und ähnliches.

Wir hatten uns vorgenommen, ganz bequem mit der Bahn anzureisen, die ursprüngliche Idee, bereits in Deutschland in den Zug zu steigen haben wir dann jedoch schnell zugunsten eines Air-Berlin Fluges nach Moskau verworfen. Von Moskau aus ging es dann in einer 90-stündigen Fahrt nach Sewerobaikalsk am Nordende des Baikalsee. Wir hatten dann vor, irgendwie die gesamte Länge des Sees abzuradeln und die Tour am Südende zu beenden, wo wir dann wieder in den Zug zurück nach Moskau steigen würden. Die Route war nicht exakt durchgeplant, allerdings hatten wir und einige Ziele gesetzt, die wir gerne besuchen wollten. So wollten wir unbedingt zur "heiligen Nase", und auch die Insel Olchon durfte nicht fehlen, dabei war einerseits der Schamanenfelsen ein "muß", gleichzeitig reizte uns auch die einsame Ostküste der Insel. Als Zeitrahmen hatten wir für die eigentliche Radtour fünf Wochen veranschlagt, das war im nachhinein mehr als genug, und machte die Sache recht entspannt. Die Tagseetappen und genaue Routenführung richtete sich vor Ort nach den Eisverhältnissen, den Autopisten und dem Wetter.



Ein paar Stichpunkte
Anreise per Bahn: Keine Probleme, sehr entspannt. Man braucht aber viel zu lesen unterwegs, 90 Stunden sind schon recht lang... Fahrräder für den Zugtransport auseinandergelegt in Mülltüten verpackt, und für das Gepäck zwei extra Liegeplätze gekauft, das klappte dann problemlos. (Gepäckwagen gibt es zwar, aber dafür muss man sein Gepäck irgendwo aufgeben, ob und wie genau das funktioniert und wieviel das kostet habe ich nicht rausgefunden).

Nordbaikal: Sehr schneereich, wir hatten viel schieben müssen. Man ist auf die Autospuren angewiesen, da oft zu viel Schnee liegt um "frei" zu fahren. Landschaftlich ist die Kulisse der hohen Gebirge (Baikalgebirge und Bargusingebirge) fantastisch.
heiige Nase: immer noch viel Schnee, aber gute, teilweise geschobene Pisten zwischen den Dörfern. In Ust-Bargusin kann man einkaufen, übernachten, etc; ist ein nettes Städtchen.

Olchon: "Klassiker", im frühen Winter aber total verschlafen. Chushir, das Städtchen am Schamanenfelsen erweckte den Eindruck, als sei der Ort "geschlossen". Lebensmittel kann man natürlich trotzdem kaufen, aber das "touristische" Programm hält Winterschlaf. Entlang der wenig erschlossenen Ostküste der Insel zu radeln hat mir besonders gut gefallen. Hier sahen wir Wolfsspuren und es gab zahlreiche schöne, mit Eiszapfen bedeckte Felsen.

Westküste Baikalsee südlich der Insel Olchon: sehr abwechslungsreiche Landschaft, gut erschlossen (kleinere Ortschaften mit Lebensmittel-Läden, und bei Bedarf auch Übernachtungsmöglichkeiten). Tolle Eisbedingugen zum radeln.

Südbaikal, entlang der alten Baikalbahn: Wieder viel Schnee, also schieben... Eindrucksvolle Bauten entlang der historischen Baikalbahn. Es gibt zwar immer wieder Siedlungen, aber im Winter ist "nix los". Südende des Sees ist flach und unspektakulär.

Vom Baikal nach Irkutsk auf der Landstraße: kann man sich sparen, war jetzt nicht gerade das Highlight, zumal es Anfang März schon so warm war, dass der Schneematsch in flüssige Form überging und damit zur Sauerei wurde. Viel LKW-Verkehr bei anspruchsvoller Topographie (kurze, sehr steile Anstiege, ebenso steile Abfahrten)

Rückreise per Bahn von Irkutsk: Wieder sehr entspannt, diesmal nutzten wir die "offenen" Liegewagen. Gepäcktransport wie gehabt in Mülltüten bei zwei zusätzlich gekaufen Plätzen.

Alles in allem hat der sibirische Winter durchaus seinen Charme, und es kann gut sein, dass es uns mal wieder im Winter dort hin verschlägt. Den Baikalsee kann ich im Winter uneingeschränkt für kälteliebene Tourenradler empfehlen, wer sich gut vorbereitet hat, wird dort viel Spaß haben.

Ich werde in den nächsten Tagen nochmal einiges zu einzelnen Aspekten der Tour hier schreiben... Ist alles noch am Entstehen schmunzel
Wer sich jedoch schon mal durch unkommentierte Bilder klicken will wird hier fündig.
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#708480 - 03.04.11 22:29 Re: Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee [Re: wal]
dcjf
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2029
Unterwegs in Schweiz

Hallo Waltraud,

das sind sehr schöne Bilder und eine faszinierende Tour. Bin gespannt auf weitere Aspekte der Tour (evtl kannst Du ja auch den Radtransport noch dokumentieren schmunzel )
Scheint ja nicht viel Verkehr unterwegs zu sein, zumindest auf den Photos.
Bis wann ist der Baikal denn normaler Weise zu (wenngleich das sicher von Jahr zu Jahr schwankt).

Grüsse

Christian
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#708526 - 04.04.11 09:09 Re: Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee [Re: wal]
bike&skate
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 421

Wer sich jedoch schon mal durch unkommentierte Bilder klicken will wird hier fündig.

[/zitat]

Excellente Fotos, beeindruckende Tour, einfach Wahnsinn!
Gruß Dieter
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#708541 - 04.04.11 09:56 Re: Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee [Re: wal]
PMB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 345
Mal was anderes! Echt super Bilder!
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#708925 - 05.04.11 09:41 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
wal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 545
o.k., fang' ich mal vorne an: Hier also jetzt ein paar Infos und Eindrücke zur Transsib/BAM mit Fahrradmitnahme, ein Thema, das einen immer dann beschäftigen muss, wenn man nicht die Zeit hat, von zuhause loszuradeln:

Die erste Idee, von D aus komplett per Bahn zum Baikalsee zu fahren, haben wir schnell verworfen. Zu teuer, zu kompliziert, Fahrradmitnahme offiziell nicht möglich. Mit dem Flug Berlin-Moskau mit Air Berlin haben wir dann auch eine günstige Alternative bis Moskau gefunden.
Im Bild sieht man unser Gepäck am Flugplatz in Berlin. Unter den scharzen Planen - aufgeschnittene Müllsäcke - verbergen sich noch diverse Dinge, die helfen, die 30kg für das Sportgepäck auszunutzen: Zeltstangen, Eispickel, Rahmen der Anhänger, Laufräder der Anhänger, Werkzeug, etc. Keinerlei Probleme am Checkin, alles ist gut.

In Moskau landen wir verspätet und verpassen damit knapp die Bombe, die im Ankunftsbereich explodierte. Dementsprechend chaotisch war dann der restliche Abend, zum Glück mussten wir nur noch irgendwie in unsere Unterkunft gelangen, denn die Zugreise begann erst am nächsten Mittag. Das vorbestellte Taxi kam nicht (möglicherweise weil wegen diverser Einsätze von Rettungskräften, Polizei, Militär, FSB, etc. sowieso keine Taxis mehr zum Flughafen fahren durften). Nach ewiger Warterei ergab sich dann mit zwei Privat-PKWs eine (überteuerte) Möglichkeit, vom Flughafen weg zu kommen. Unterkunft in Bahnhofsnähe war natürlich im 4. Stock... Immerhin gab es einen altertümlichen Aufzug, der jedoch so klein war, dass wir 4-mal fahren mussten... Das Zimmer war von der Größe "Besenkammer mit Bett", aber sauber und es gab eine Selbstversorgerküche. Die Rezeptionistin erschrak mächtig über unser vieles Gepäck, das wir im Zimmer dann ganz unkompliziert auf der Fensterbank stapelten, weil woanders kein Platz war. Die Fahrräder durften in eine extra Abstellkammer.

Den morgen des nächsten Tages verbrachten wir damit, die Fahrräder in einen Zustand zu versetzen, dass man damit die ca. 3 km zum Bahnhof radeln konnte.
Die Fahrkarten für die Transsib-Züge lassen sich bequem von zuhause online buchen (ab 45 Tage vor dem gewünschten Reisedatum). Man bekommt dann ein Online-Ticket, das man am Schalter oder am Automaten gegen die eigentlichen Fahrkarten eintauschen muss. Man kann sogar das Abteil/die Plätze genau aussuchen, die man haben möchte. Der Umtausch des Online Tickets gestaltete sich dann auch als relativ problemlos. Allerdings war ich am Automat auf die Hilfe netter Mitmenschen angewiesen, da es (noch?) keine Englische Version gibt...

Ein kleines logistisches Problem ergab sich dann für uns dadurch, dass der Bahnsteig erst bekannt gegeben wird, wenn der Zug einfährt. Das war für uns 40 Minuten vor Abfahrt der Fall und bedeutete, dass wir erst in dem Moment, in dem wir wussten an welchem Bahnsteig wir abfahren würden, mit dem Verpacken der Fahrräder beginnen konnten. Es ging dann auch alles recht schnell: Während ich im Sichtschutz eines Schuppens auf dem Bahnsteig die Räder auseinander legte und in diverse aus D mitgebrachte 240L-Müllbeutel verstaute, brachte Andy ein Päckchen nach dem anderen schon einmal in unser Abteil.
Die zwei zusätzlich gekauften Liegeplätze erwiesen sich dann als sehr praktisch für die Fahrradrahmen, Laufräder, etc und ausserdem hatten wir so das ganze Abteil für uns alleine. Und natürlich erzielte auch die mitgebrachte Schachtel mit deutschen Pralinen bei der Schaffnerin die gewünschte Wirkung: Wir galten von da an als deutsche Alpinisten, und damit war auch der eventuellen Diskussion um zu viel Gepäck die Grundlage genommen.

Die Fahrt an sich: Mit einer Reisegeschwindigkeit von etwa 80 km/h fährt der Zug durch das riesige Land. Nach dem Ural durchquert man das weite westsibirische Sumpfland, dann kommen die endlosen sibirischen Wälder. Zwischendurch sind kleine Dörfer zu sehen, und es gibt diverse Stops an großen und kleinen Bahnhöfen: Kasan, Jekaterinburg (Sverdlovsk), Tjumen, Omsk, Novosibirsk, Krasnojarsk... Ab Taischet geht es dann auf der Baikal-Amur-Magistrale über Bratsk nach Sewerobaikalsk. Auf den Bahnsteigen der kleineren Bahnhöfen verkaufen ältere Menschen aus den entsprechenden Ortschaften einige Lebensmittel: getrockneter Fisch, Piroschki, Pfannkuchen, etc. Somit bringt jeder längere Halt etwas Abwechslung.



In Sewerobaikalsk luden wir erst einmal alle Gepäckstücke aus dem Zug aus und verbrachten dann etwa 40 Minuten damit, Fahrräder, Laufräder, Anhänger und Taschen aus den Müllsäcken zu befreien und zu zwei sinnvollen Tourenrad-mit-Anhänger-und-Packtaschen-Kombinationen zusammenzusetzen. Die Außentemperaturen von -22°C machten das nicht leichter, aber daran mussen wir uns ja sowieso gewöhnen.

Grundsätzlich hat mir die Anreise mit dem Zug definitiv besser gefallen, als z.B. ein Direktflug nach Irkutsk. Es hatte irgend wie was "klassisches".

Fortsetzung folgt...
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#709165 - 06.04.11 11:59 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
haneburger
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 151
Sehr beeindruckend, habe mir auch die anderen Bilder angeschaut.
Schöne Grüße aus Tirol

Geändert von haneburger (06.04.11 11:59)
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#709219 - 06.04.11 14:33 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
JaH
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 14697
In Antwort auf: wal
In Moskau landen wir verspätet und verpassen damit knapp die Bombe, die im Ankunftsbereich explodierte.

Spannend .... schockiert entsetzt

Hallo Waltraud!

Das, jetzt alles insgesamt, nicht allein die Sache mit der Bombe, liest sich ja wirklich interessant und spannend.

Irkutsk, jau, da gehen ja auch Direktflüge hin. Ich hatte mal Kontakt zu einem Schweize, der mehrmals im Jahr dort hinfliegt, da seine Frau von dort ist.

Äh, der Baikalsee war auch hier mal kurz nen Thema - klick - und ich sehe erst jetzt, wo ich den Artikel nochmal aufrufe, dass dort die Rede von einem Radler und Krankenhaus war. Entsprechend könnt Ihr das ja nicht gewesen sein. Passt aber dennoch recht gut, denn die Meinungen gingen, wie hätte es anders sein können, da mal wieder deutlich auseinander, was "sowas" und die Machbarkeit angeht.

Insofern freue ich mich auf die Fortsetzung(en). zwinker
Dif-tor heh smusma! \\//_ - Lebe lang und in Frieden. Und für Radfahrer: Radel weit und ohne Platten.
In dem Sinne meint Jochen: Das Leben ist hart. Mit und ohne Oberlippenbart.

Geändert von JaH (06.04.11 14:33)
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#709237 - 06.04.11 15:22 Re: Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee [Re: wal]
tolyas83
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Beiträge: 23
So fuhren russische bikers (Fotos):

http://imgsrc.ru/morrison/17212202.html
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#709266 - 06.04.11 18:06 Re: Schwarzes Eis: Wintertour auf/am Baikalsee [Re: tolyas83]
wal
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Themenersteller
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Beiträge: 545
Hey danke für den Link, ich sag's ja: ist ein beliebtes Tourenradler-Ziel...
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#709269 - 06.04.11 18:22 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: JaH]
wal
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Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 545
Hallo,
Von diese Radler hatten wir unterwegs gehört (kennen ihn jedoch nicht weiter persönlich, hatten aber email-Kontakt mit ihm vor seiner Abreise; kenne daher auch keine Details zum Geschehen aus 1. Hand). Der Zeitungartikel scheint jedoch etwas "übertrieben" gewesen zu sein, was ich aus einem persönlichen Kontakt mit einer Person am Baikalsee entnehme, die ihn nach dem "Unfall" gesprochen hat. Lebensgefahr bestand wohl nie und inwieweit "Dummheit und "Unerfahrenheit" eine Rolle spielten möchte ich nicht beurteilen müssen, ich denke eher nicht.
Unachtsamkeit und manchmal auch einfach Pech sind die häufigsten Unfallursachen. Die Tour-Vorbereitung (eben auch mental und was das eigene Verhalten auf Tour anbelangt) und das Identifizieren offensichtlicher Probleme, die einen unterwegs erwarten könnten erhält bei extremen Klimaten/Regionen einen wichtigen Stellenwert.

Dass die Meinungen auseinandergehen, ob so eine Tour machbar ist, oder ob man das haben muss ist klar. Ich meine aber auch: Aufgrund der durchaus gegebenen Siedlungsinfrastruktur am Baikalsee würde ich diese Region quasi für ideal halten, um eine Wintertour zu machen und einige Orte dort (z.B. Olchon) evetl. sogar auch, um erstmalige Erfahrungen diesbezüglich zu sammeln.

Für mich ist diese Ruhe in der Natur und das "auf sich alleine"-Gestellt sein halt das was ich suche als Ausgleich zur Hektik im Alltag.

(mehr Info und Aspekte in den nächsten Tagen...)
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#710404 - 10.04.11 12:26 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
Falk
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So, wie das klingt, seid Ihr von Moskau bis Severobaikalsk in einem Viererabteil gefahren und ihr habt jeder zwei Plätze genutzt. Musstet Ihr dazu auch zwei Fahrkarten kaufen, und wäre es in einem (großen) Zweibettabteil (das hieß früher wohl «mjachkij«, weiche Klasse) günstiger gewesen? Die Halbabteile am Wagenende, die eigentlich für das Personal gedacht sind und gelegentlich auch vergeben werden, meine ich damit nicht.
Wie glatt ist eigentlich das völlig schneefreie Eis bei -20°C?

Falk, SchwLAbt
Falk, SchwLAbt
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#710682 - 11.04.11 12:02 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: Falk]
wal
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Beiträge: 545
Hallo Falk,
Zu deiner Frage bezüglich Zugfahrt: In dem Zug, den wir von Moskau nach Sewerobaikalsk nahmen, gab es keine zweier-Abteile, ich hatte mich bei der Buchung extra noch erkundigt. Im zweier-Abteil sind wir vor fast 15 Jahren ebenfalls mit Fahrrädern in die Mongolei gefahren, aber die Preise kann man ja nicht mehr vergleichen.
Da es diesmal die zweier-Abteile nicht gab, kann ich auch nicht sagen, ob das günster gewesen wäre. Wir hatten für jeden der vier Plätze eine Fahrkarte gekauft (jeder hat also zwei Plätze bezahlt). Da ich kaum Russisch spreche, erschien mir der Kauf von vier Fahrkarten die einfachste und sicherste Möglichkeit, für das viele Gepäck auch genügend Platz zu haben. Während der Fahrt stellte sich heraus, dass der Zug sowieso nicht voll war, man eventuell auch eine andere Lösung hätte finden können (... die dann aber mit Sicherheit mehr Sprachkenntnisse erfordert hätte).

Zum Eis: Die Eisoberfläche war sehr heterogen. Es gab plane, komplett glatte Flächen, Bereiche mit Packeis, dann wieder Eis das mehrfach auftaute und wieder gefroren war und sich beim drüberfahren wie Kopfsteinpflaster anfühlte. Immer wieder gab es "gefrorene Wellen", also plattig übereinander geschobene Eisschollen. Die Beschaffenheit der Obefläche wechselste jeden Tag mehrfach, wir wussten eigentlich nie, was in der nächsten Stunde kommen würde. Egal ob die Oberfläche plan oder wellig war, gab es immer Risse und Spalten. Einige Spalten konnte man leicht fahrend überqueren, bei anderen wölbten sich die Eisplatten so sehr auf, das man erst einen geeigneten Durchschlupf finden musste. Das machte es interessant, aber auch manchmal sehr mühsam. Im allgemeinen war das Eis sehr klar, man konnte manchmal in Ufernähe die Steine am Seeboden sehen oder unterschiedliche Farben je nach Sonnenstand.

Eine Zusammenstellung von Eisbildern (unter anderem) gibt es hier: Eis-Bilder

Viele Grüße,
Waltraud
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#712538 - 14.04.11 16:36 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
tommy007
Mitglied
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Beiträge: 6
ist ja echt cool... wenn ich die bilder so sehe bekomm ich immer mehr lust auf radreisen, auch auf lange radreisen... echt nett
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#744440 - 29.07.11 19:35 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
JuergenS
Mitglied
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Beiträge: 1138
Hallo Waltraud,

habe mir heute die am 24.07. eingestellten Filme angeschaut... wirklich Klasse, Respekt und vielen Dank !!!

Viele Grüße
Jürgen

PS: Der Link ist auf der Webseite...
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#744451 - 29.07.11 21:11 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: JuergenS]
wal
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Themenersteller
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Beiträge: 545
Hallo Jürgen,
da warst du mal wieder schneller, als ich hier selber posten konnte...
bei dem andauernden Regenwetter habe ich mir gedacht, dass ich mal mit schöneren Dingen beschäftige, und habe daher angefangen, die zwei Kurzfilmchen zusammenzustellen.

Für alle, die's auch noch interessiert, die Direkten Links sind:
Teil 1: Sewerobaikalsk bis Olchon
Teil 2: Olchon bis Kultuk

Viel Spass,
Waltraud
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#751562 - 24.08.11 14:58 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
Jojo64
Mitglied
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Beiträge: 3325
Sehr beeindruckende Bilder!!! bravo

Aber zum Nachmachen ist es mir doch irgendwie 40 Grad zu kalt. Bin halt diesbezüglich ein Weichei. Ich stelle mir gerade mal vor, wie man bei der Kälte einen Reifen flickt verwirrt
Gruß
Jürgen
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#751567 - 24.08.11 15:24 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: Jojo64]
wal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 545
Hi,
Bei Kälte einen Schlauch flicken ist in der Tat nicht einfach, schon alleine weil man erst den Vulkanisierkleber auftauen müsste.
Schlauch wechseln funktioniert aber:


Grüße,
Waltraud

Geändert von wal (24.08.11 15:25)
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#751696 - 25.08.11 07:06 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
nöffö
Mitglied
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Beiträge: 1360
Hallo Waltraud,
herrliche Bilder aus Sibirien!! Hat mir sehr gut gefallen. Besonders beeindruckend fand ich die großen Eisflächen mit dem Seeboden, den man durch´s Eis durch erkennen konnte. Sehr viel Niederschlag scheint es dort im Winter nicht zu geben. Zumindest hier in Nordeuropa ist das Eis meist mit ordentlich Schnee bedeckt und solche Radtouren wären nicht möglich, außer man folgt den wenigen, geräumten Eisstraßen.

Viele Grüße und Danke für Deinen / Euren tollen Bericht!
Thomas
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#754262 - 03.09.11 23:50 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: nöffö]
bike&skate
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 421
Beeindruckende Aufnahmen die ihr da gefilmt habt. 27 Taqe Eisradeln, das sind bestimmt tolle Erinnerungen die da bleiben. Macht weiter so...
Gruß Dieter
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#755278 - 08.09.11 14:57 Re: Wintertour auf/am Baikalsee: Anreise per Bahn [Re: wal]
faips
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 141
Hallo Waltraud. Wer ist denn der Interpret des Liedes in dem ersten Film?

Das hab ich irgendwo schon mal gehört...

mfg philipp
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