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#781432 - 21.12.11 01:28 Italien einmal längs durch
asfriendsrust
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Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 291
Dauer:1 Monat
Zeitraum:18.5.2011 bis 16.6.2011
Entfernung:2000 Kilometer
Bereiste Länder:itItalien

Die erste Radreise, die länger als zwei Tage dauert sollte es werden. Das Übernachten in einem Zelt außerhalb der Bundesrepublik stellte eine weitere Premiere dar. Und dann gleich einmal komplett durch Italien - von Sizilien bis Verona. Die Standardradreise also. Deswegen will ich streckentechnisch auch nicht von jedem Fliegenschiss erzählen (auf Nachfrage kann ich Interessenten natürlich einen genaueren Einblick ermöglichen.), sondern den Fokus eher ein bisschen auf die erlebten Besonderheiten richten.
Ein Dank an dieser Stelle meinem Mitstreiter (zumindest für die Hälfte der Strecke) Tom (als tommy.cgn auch hier im Forum aktiv), ohne dessen Erfahrung ein Grünschnabel wie ich wohl schon wegen mangelnder Vorbereitung nach zwei Tagen die Segel hätte streichen müssen.

Tag 1
Los gings am Flughafen Berlin-Tegel, illegalerweise das Rad per Bus eben dahin transportiert, da dieses ohne Pedale, mit quergestelltem Lenker und in Luftpolsterfolie verpackt nicht mehr wirklich fahrtauglich war. 20€ kostet die Fahrradmitnahme bei Air-Berlin, oder auch weniger, ich weiß es nicht mehr. Am Check-In lief alles problemlos, das Rad wurde akzeptiert. Dort lernte ich auch direkt ein Mädel kennen, das ebenfalls mit dem Rad nach Catania wollte, ihre Reise allerdings auf Sizilien beschränkte. Lustigerweise fuhr sie – genau wie ich – ein Stevens Gran Turismo.
Gemeinsam versuchten wir dann ohne Kartenmaterial das Zentrum Catania’s zu finden und lernten so die Stadt per Rad kennen. Sie traf sich dann mit einer befreundeten Zugezogenen, ich suchte das Hostel, in dem ich mich mit meinem Mitfahrer treffen wollte, der schon ein paar Stunden eher angekommen war. Abends wurde die Stadt dann noch per Pedes besichtigt.


Catania, hinten ist die Ostflanke des Etna zu erahnen (Bild von Tom)

Tag 2 - Strecke
Es ging gleich am ersten Tag richtig los – der Etna sollte (zumindest halb) bezwungen werden. 95 km und 2000Hm sprechen für sich. Außerdem wurde mit 1600m ü. NN bereits am ersten Tag das Dach der Tour überquert. Beim Verlassen des Hostels fing es auch direkt an zu regnen und es sollte quasi bis zur Abfahrt nicht mehr aufhören. Was bei knapp 20°C auf Meeresniveau noch erträglich war, wurde bei irgendwas zwischen 5 und 10°C für mich zum ersten Härtetest. Bedingt durch meinen besseren Trainingsstand gewann ich wesentlich schneller an Höhe als Tom, der allerdings wegen GPS für den Streckenverlauf zuständig war. Da hieß es dann an jeder Weggabelung warten und wegen der Nässe von oben und innen ordentlich auskühlen.
Leider war vom Etna wegen des Wetters nicht allzu viel zu sehen, schön waren die Lavafelder und Eichenwälder trotzdem. Die Abfahrt war natürlich lustig, trotz kalter Finger. Und das Wetter wurde mit jedem Meter talwärts besser (wärmer sowieso) bis wir zwar nass, aber nicht frierend die Küste erreichten.

Leider (?) gab es bei der Wahl der Übernachtungsmöglichkeit wie später noch sehr oft Differenzen, weswegen Tom auf einem Campingplatz in Giardini Naxos nächtigte, ich noch über eine Stunde bis sehr kurz vor Dunkelheit unterwegs war um einen akzeptablen Platz zum Wildcampen finden. Äußerst schwierig, bei dieser verbauten und steil ins Landesinnere aufragenden Küste. Auf fast 200m Höhe fand ich dann eine kleine terrassenförmige Plantage, die nicht optimal (im Hinblick auf die mir sehr wichtige Gefahr entdeckt zu werden), aber akzeptabel schien. Und natürlich habe ich in dieser Nacht nicht gut geschlafen. Die Aufregung, das Neue, Unbekannte. Und dann die von Nacht zu Nacht nur langsam abnehmende Paranoia.. (Dieser Hund ist der Lautstärke seines Gebells zu urteilen gerade wesentlich näher gekommen!) Dazu später noch ein paar kleine Geschichten. Wenigstens gabs keinen Regen mehr.


Am Eingang (?) des Nationalparks (Bild von Tom)


typische Landschaft des Etna, Lavafelder und Eichenwälder


Die Abfahrt


Man finde hier mal einen ruhigen und ebenen Platz zum Zeltaufstellen..

Tag 3 - Strecke
Vor lauter Stress am Vorabend (hereinbrechende Dunkelheit beim Zeltaufbau) stellte ich erst am nächsten Morgen fest, dass die Bäume um mich herum Orangen tragen. Schön sauer waren die.
Nach einer Weile des Suchens – bedingt durch schlechte Absprache des Treffpunktes – fand ich dann auch Tom am Strand wieder, sodass die heutige Tagesaufgabe um etwa 10:30 Uhr fortgesetzt in Angriff genommen werden konnte. Zwischendurch gabs auch das erste Bad im Mittelmeer bei angenehm hohem Wellengang. Der weitere Weg führte konsequent an der Küste nach Messina. Ob des Verkehrs nicht wirklich spaßig, aber das ist ja hinlänglich bekannt. Die 10 km auf der gefühlt einzigen Straße Messinas bis zum Hafen verlangten deshalb ein Höchstmaß an Konzentration. Umso entspannender dann die Überfahrt mit der Fähre nach Villa San Giovanni.

Von da sind es noch 40 km bis zum heutigen Etappenziel Palmi. Die meiste Zeit parallel zur A3, die vom Lärmpegel her nicht stört, aber stets den Blick auf die Berge ein wenig verschandelt. Kurz vor Schluss gibt’s in Bagnara Calabra noch einen Anstieg auf knapp 500 m üNN, der sich wunderbar fahren lässt und mit herrlichen Ausblicken belohnt. Für mich sogar einer der schönsten Anstiege der gesamten Tour, das war so ein Ort, an dem ich am liebsten den ganzen Tag einfach nur die Seele baumeln gelassen und die Landschaft genossen hätte. Aber nein, es ging wieder runter bis fast auf Meeresniveau, zu einem Campingplatz, der eigentlich noch nicht offen hatte, uns aber trotzdem übernachten ließ (Ich bin aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund davon ausgegangen, dass alles kostenlos ist). Zudem wurde extra für uns im hauseigenen Restaurant der Herd angeworfen und lecker gekocht. Die Gastgeberfamilie saß am Tisch neben uns und hatte nebenbei den Fernseher laufen, verstanden haben wir nichts. Die Leutchen da konnten leider auch nur italienisch. Mit drei Gläsern Wein und gut gefülltem Magen war dann auch die Nacht recht geruhsam.
Ich meine mich zu erinnern, dass es nachts noch ein wenig geregnet hat, dafür aber den vorangegangenen Tag nicht.


Morgendlicher Treffpunkt (Bild von Tom)


Küste südlich von Messina (Bild von Tom)


Doch noch einen „größeren“ Supermarkt gefunden. Hier der typische Einkauf: Wasser, Kekse, Bananen und Joghurt (Bild von Tom)


Kalabrische Küste


Wasserversorgungsstation


Der angesprochene Anstieg, der zum Verweilen einlud. Erhabenes Gefühl.

Tag 4 - Strecke
So wirklich kann ich mich an diesen Tag nicht erinnern. Scheint fahrradtechnisch nicht allzu viel passiert zu sein. Ich kann mich auch nicht mehr an den genauen Streckenverlauf erinnern, bin Tom stur hinterhergefahren und habe das Hirn ausgeschaltet. Es gab lediglich das erste Mal Pizza, die beste der gesamten Tour (und das in einem Laden, der große Pizzen stückweise verkauft..). Ach ja, es hat viel geregnet an dem Tag.
Bei einem Obsthändler an der Straße, der nebenan sein Feld bestellte, wollte ich noch ein paar Kirschen kaufen. Dazu hielt ich beide Hände auf, um ihm zu zeigen, wie viel ich den haben wollte. Er packte noch ein paar mehr drauf, Geld wollte er partout keines haben.

Und an eine Kreuzung mit drei Möglichkeiten der Weiterfahrt kann ich mich erinnern. Da die Beschilderung den nächsten Etappenort auf die untere Straße auswies, wurde diese genommen. Nach etwa einem Kilometer eine Straßensperrung, die ausgeschilderte Umleitung führte zurück zur angesprochenen Kreuzung, es handelte sich um die mittlere Straße. Von dieser Straße aus kommend war eine Umleitung auf die obere Straße erkennbar.. Bitte was hat sich derjenige dabei gedacht? Der Umweg führte drei Kilometer rund 300 Höhenmeter nach oben, zwischendrin wartete ich ewig auf Tom, der einfach nicht kam. Mir dämmerte es: Der ist wohl durch die Absperrung gefahren. Ich blieb aber meiner Linie treu, fuhr den deftigen Anstieg weiter hoch, hier wollte ich nicht umsonst hochgefahren sein. Oben im Nebel angekommen wurde ich von einem kläffenden Hund erwartet, der aber angesichts meiner wohl auch nach außen hin sichtbaren Gereiztheit ganz schnell den Schwanz einzog und auf den nächsten wartete.
Die Straße führte dann direkt wieder nach unten, Tom hatte mich tatsächlich überholt und wartete auf mich (die Straße war als Radfahrer problemlos nutzbar und verlief zudem völlig eben..).
Zielort war heute Gizzeria Lido, Tom auf einem Campingplatz, ich habe nach einer Weile einen netten Platz in einer Orangenplantage gefunden. Ziemlich nah am Flughafen von Lamezia Terme, wie sich nachts herausstellte.


(Bild von Tom)






(Bild von Tom)

Tag 5 - Strecke
Wir fragten am Vorabend bei einer geschlossenen, aber dennoch mit Inhabern gefüllten Strandbar nach, ob man sein Zelt nicht auf deren Grundstück stellen könnte. 10€ für beide wollten die haben. Wir überlegten eine Weile hin und her, fuhren erstmal zurück in den Ort, bis ich mich eben entschied, kostenlos zu zelten. Weil Tom das Angebot wahrnehmen wollte, machten wir aus, uns hier nach der Nacht wieder zu treffen.
Statt Tom traf ich tags darauf an diesem Ort allerdings ein Rudel Hunde, die einfach nicht abzuwimmeln waren. Erst als ich eins der Viecher mit dem Schuh erwischte gaben sie auf. Während ich dann auf Tom wartete (der gezwungen war, doch woanders zu nächtigen) unterhielt ich mich mit einem Anwohner. Der meinte, das Wetter war erst seit gestern so schlecht.. Das hörten wir öfter, scheinbar war Petrus uns nicht wohlgesonnen.
Das Radfahren war tagsüber wohl nicht sonderlich interessant, ich habe zumindest keine Bilder mehr im Kopf. Es ging stur an der Küste entlang.

Lediglich der Abend / die Nacht war erwähnenswert:
Wir saßen mit frischem Brot, Tomaten und Zwiebeln am Strand und überlegten, wo wir denn nächtigten. Aufgrund der totalen Leere am Strand von Cirella fiel unser Blick auf eine Art Strandbar, die Ende Mai noch nicht offen war. Die war rundherum prima überdacht, wir mussten nur den Schlafsack ausrollen und konnten schlafen. Besonderes Highlight war das nächtliche Gewitter, das uns von unserem trockenen Plätzchen keinerlei Sorgen bereitete. So ist nicht mal das Zelt nass geworden.


Der Blick ins trübe Landesinnere


Der Ort, in dem wir Brot kauften


Die Küste des Ortes, in dem wir Brot kauften, müsste Diamante gewesen sein


Ein Romantiker mag das jetzt wohl romantisch nennen


Menschenleerer Strand – hat auch Vorteile, wenn man so stinkt


Nachtlager (Bild von Tom)

Tag 6 - Strecke
Wie üblich beginnt der Tag wunderbar sonnig und da wir uns nicht erst irgendwo treffen müssen und uns dann doch nicht finden, geht’s auch recht zügig weiter, immer der Küste entlang, die hinter Praia A Mare sehr verkehrsarm und mit angenehmen Steigungen wunderbar zu fahren ist. Die wunderschöne Küste tut ihr übriges.
Wie schon den Tag zuvor machte sich heute zunehmend meine rechte Achillessehne bemerkbar. Eigentlich dachte ich, die Probleme, die ich damit in der Vergangenheit hatte (Achillessehnenreizungen bei bloßen Tagestouren, die dann eine Sportpause von zwei Wochen unabdingbar machten), wären durch den Kauf neuen Schuhwerks vor der Tour und den problemlosen Touren damit Geschichte. Mich hat das sehr betrübt, habe schon den Abbruch der Tour gesehen. Noch ging es, aber viel fehlte nicht mehr. Zur Abhilfe wurde der Sattel ein wenig nach unten korrigiert, darauf geachtet, dass der Fuß ordentlich auf dem Pedal steht und größtenteils mit dem linken Bein Kraft aufs Pedal übertragen.

Zudem stand in Sapri eine eintägige Trennung an, Tom wollte sich an einem Küstenort des Cilento mit Bekannten treffen, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, den Cilento unbedingt im Hinterland zu durchqueren. Der miesen Ausschilderung wegen wurde in Sapri eine Stunde sinnlos vergondelt, bevor ich den Anstieg Richtung Caselle In Pittari ausfindig machen konnte. Wunderschöne Straße, kein Verkehr, moderate Steigung und Eichenwald, sowie schöne Ausblicke konnten das Herz erfreuen. Zu meinem Leidwesen fuhr ich offensichtlich direkt in ein Gewitter hinein, dass sich oben auf dem Berg hielt und langsam Richtung Sapri zu ziehen schien. Auf ein Berggewitter hatte ich allerdings so gar keine Lust, was nach langem hin und her die Umkehr und 300 nutzlose Höhenmeter mehr auf der Uhr bedeutete. Nutzlos ist hier allerdings das falsche Wort, die Phrase mit Weg=Ziel passte auf diesem Weg so sehr wie selten zuvor, ich bin sehr froh, da hochgefahren zu sein. Man ist bestimmt mal wieder in der Gegend, dann wird das mal komplett gefahren.

Wieder in Sapri schüttete es dann tatsächlich wie aus Kübeln, was mir Zeit ließ, die Streckenplanung neu zu überdenken. Schließlich fuhr ich dann komplett auf der SS18 weiter, eine entschärfte Version meiner ursprünglichen Route. Und irgendwie schien ich eine regenfreie Schneise erwischt zu haben, bis es in Alfano anfing zu regnen und nicht mehr aufhören wollte. Einen geeigneten Platz zum Zelten konnte ich in dem bergigen Areal nicht so recht finden, dazu der Regen und obendrein befand ich mich ja im Nationalpark, sodass in Alfano nach einer überdachten Möglichkeit Ausschau gehalten wurde. Beim Apotheker nachgefragt, da hatte ich am ehesten Hoffnung, dass der ein wenig Englisch spricht. Ich wurde dann von einem zum anderen geschickt, immer das Zauberwort „dormire“ gebrauchend, bis ich beim Inhaber eines Bed&Breakfast landete, der ein paar Jahre in Frankfurt lebte und erst am selben Tag wieder im Dorf war. Glück gehabt! 20€ waren für das dargebotene Zimmer äußerst akzeptabel. Dass das Wetter mit der Zimmerbuchung schlagartig besser wurde und plötzlich keine Wolke mehr am Himmel zu sehen war, war dann natürlich die logische Konsequenz.




Maratea


Gefiel mir fast besser als die Amalfitana, da auch lange nicht so überlaufen


Sapri, die Entscheidung, des Gewitters wegen umzudrehen reift gerade


Und plötzlich ist die Straße weg. Die Umfahrung hätte über 100 Höhenmeter Umweg bedeutet. Dafür mangelte es arg an Lust.


Stattdessen half ein Griff ins Gepäck, das Kletterseil wurde zweckentfremdet. Dass ich mir die Arbeit hätte erleichtern können, indem ich vorher die Taschen abgemacht hätte, fiel mir natürlich auch erst hinterher ein.


Alfano, ein Dorf komplett am Arsch der Welt


mit vielen dunklen und engen Gassen

Tag 7 - Strecke
Mir fehlte die bequeme Isomatte, deswegen konnte ich in meinem Zimmer nicht sonderlich gut schlafen. Da selbst um 9 Uhr keiner der Besitzer wach war, verzichtete ich auf das Frühstück und machte mich klammheimlich davon – in Tagen, an denen es morgens schön ist und abends regnet, macht es Sinn, möglichst früh loszufahren. Auch wenn meine Achillessehne am Morgen unerwarteterweise ganz friedlich war, machten mir die 500 Höhenmeter direkt zu Beginn doch Sorgen. Um es vorwegzunehmen: Es ging die gesamte restliche Tour ganz gut, den Sattel ein wenig zu verstellen scheint gut gewesen zu sein. Allerdings habe ich vorsichtshalber auch den gesamten Weg bis Verona hauptsächlich mit dem linken Bein gestemmt.

Der restliche Weg durch den Cilento war sehr warm und ebenso schön. Immer mal ein Bergdorf, eingebettet in bewaldete Berge, bzw. Hügel. Nachdem die Straße zwischenzeitlich bis ganz nach unten und in einem weniger schönen Tal entlang führte, ging es nochmal raus auf etwa 400 m.
Ist ja die gesamte Tour so ein bisschen die Flucht aus dem Alltag und dem grauen (ich rede bewusst nicht vom grauen Alltag), so war die „Flucht“ aus diesem Tal sinnbildlich dafür. Schwer beschreibbar, aber der Blick zurück in eben jenes Tal drückte genau das aus.
Trotzdem irgendwie schade, den Cilento nur so halb mitgenommen zu haben, er wird mich aber sicher wieder sehen und dann geht’s ohne wenn und aber von Rofrano nach Laurino!
Am Nachmittag galt es dann, Tom am Strand bei Paestum wiederzutreffen und ne Runde zu baden. Ich diese Nacht auf einem Campingplatz vor Salerno, Tom, der am Tag zuvor gestürzt war und Probleme mit der Schulter hatte und deswegen auf den Zeltaufbau verzichten wollte, suchte sich in Salerno eine Jugendherberge.









Tag 8 - Strecke
Die Amalfi-Küste stand auf dem Programm. Ich habe im Vorfeld einige Male gehört, das soll die schönste Küstenstraße der Welt sein, aber da glaube ich nicht dran. Dafür war viel zu viel Verkehr, ständige Konzentration nicht von einem LKW oder einem der Touri-Busse überfahren zu werden war dringend vonnöten. Auch wenn ich die Autofahrer als sehr rücksichtsvoll einschätzen würde. Nichtsdestotrotz war die Küste natürlich was fürs Auge, auch die Ortschaften waren hübsch anzusehen.

Auch grüßende Rennradler gab es in Massen, ich meine, wir waren die einzigen mit Gepäck.
Es ging bis Pompeii, auf einen Campingplatz direkt neben den Ruinen (mit 5€ der billigste der gesamten Tour), dessen Betreiber glücklicherweise mit der Bereitstellung eines Fernsehers eine Möglichkeit darbot, sich das Champions League Finale anzusehen. Nicht, dass ich dafür Himmel und Erde in Bewegung versetzt hätte, aber wenn die Möglichkeit schon mal da war.. Ich war so ziemlich der einzige, der diese Möglichkeit auch wahrnahm, da keine italienische Mannschaft dabei war, ging das den anderen Campern so ziemlich am Allerwertesten vorbei.




(Bild von Tom)


(Bild von Tom)


(Bild von Tom)


(Bild von Tom)


eine recht abenteuerliche Straßenkonstruktion


Positano (Bild von Tom)

Tag 9
Pompeii war nicht ohne Grund Ziel des gestrigen und damit Ausgangspunkt des heutigen Tages. Tom wollte sich die Ruinen ansehen, ich hätte auch marginales Interesse gehabt, war mir aber zu teuer. Stattdessen habe ich einfach nur mal wieder rumgegegammelt, bis es mittags mit dem Zug nach Minturno ging. Napoli per Rad wollten wir uns einfach nicht antun. Zudem war der „Ruhetag“ (30 km sind es bei mir trotzdem geworden) ganz angenehm für meine Achillessehne. Der prima Strand tat dazu sein Übriges. Tom schlief auf einem Campingplatz, während ich – nach drei wohlbehüteten Nächten in Folge – mal wieder das Abenteuer suchte und mich ins Gebüsch verdrückte.

Wobei die Nacht aufgrund meiner Paranoia tatsächlich recht abenteuerlich war: Die Zufahrt zu meiner Campingmöglichkeit war von 8 – 20 Uhr gesperrt, mir fiel aber beim besten Willen kein triftiger Grund ein. Ich fand dann in einer sehr kleinen nicht abgeschlossenen Plantage zwischen Weinreben einen geeignet scheinenden Schlafplatz. Nachts dann ziemlicher Lärm von irgendwelchen Maschinen. Und irgendwie konnte ich mir nun einen Reim drauf machen: Das sind irgendwelche landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die nachts durch die Weinfelder fahren und Wasser, Pestizide oder weiß der Geier was auf die Pflanzen bringen. Deswegen war dieses Grundstück offen. Und deswegen war das Befahren dieser Straße nachts verboten (denn diese landwirtschaftlichen Maschinen sind sehr groß). Zumindest ergab all das nachts um zwei in meinem Kopf einen Sinn. Kurz und gut: Weil ich nicht riskieren wollte, von so einer Maschine über den Haufen gefahren zu werden, schleppte ich mein Zelt auf das nächste Feld und ratzte da weiter.


Der Strand bei Minturno

Tag 10 - Strecke
Dass all das natürlich herber Unfug war, stellte sich am nächsten Morgen heraus. Der Lärm kam von einem nahegelegenen Steinbruch (oder sowas in der Art), die nachts wohl ihre Erzeugnisse mit LKWs in die Weltgeschichte kutschierten. Auch das offene Tor zu der Plantage meiner Wahl war wohl nicht zum Zweck der Bewässerung offen, sondern war dem Bewuchs nach zu urteilen seit Monaten nicht mehr geschlossen.
Treffpunkt war wieder der Strand. Während Tom nach dem Ruhetag schnell weiter fahren wollte, stand mir der Sinn eher danach, mich gebührend vom Mittelmeer zu verabschieden, auf das wir wohl nicht mehr treffen werden. Zudem war noch immer die Achillessehne im Hinterkopf. Wir einigten uns deshalb darauf, uns am nächsten Tag in Pescasseroli zu treffen.

Gegen Nachmittag ging es dann aber auch bei mir weiter, die Strecke bis zum Treffpunkt wäre für einen Tag ein bisschen deftig gewesen. Damit ging es also das erste Mal so richtig ins italienische Hinterland, ein Umstand, der sich bei mir irgendwie sofort bemerkbar machte: Alles irgendwie ruhiger, weniger hektisch, weniger touristisch, kurz: wunderschön! Da kam noch der Bauer mit dem Traktor vorbei und grüßte einen freudestrahlend (ebenso auch die anderen Autofahrer). Und dazu bestes abendliches Sommerwetter (es ist übrigens bereits der dritte Tag ohne Regen) mit dem Geruch von Stroh in der Luft. Auch hier hätte ich es ohne Probleme noch eine ganze Weile länger ausgehalten.

Nachdem der Proviant im in Pontecorvo ansässigen Lidl gefüllt werden konnten, landete das Zelt diese Nacht am Rand eines kleinen Waldstückes in einer hohen Wiese – narrensicher gegen Paranoia. Wie ich nach dem Zeltaufbau feststellte, befand sich dieses Plätzchen 20 m neben einer Eisenbahnstrecke mit schnellen und noch wesentlich lauteren Zügen. Auch wenn ich Italien bezüglich Wildzeltens keine Bestnoten gebe – die Trenitalia hat ein Herz für Camper: Zwischen 10 und 7 fahren keine Züge.







... geht gleich weiter...

Geändert von asfriendsrust (21.12.11 01:30)
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#781436 - 21.12.11 02:38 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
asfriendsrust
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Beiträge: 291
Tag 11 - Strecke
Wohlgeruht sollte es heute in die Abruzzen gehen. Auf dem Weg dahin wurde ein grandioses Tal zwischen Roccasecca und Casalvieri leicht bergan dem Verlauf eines Flusses folgend durchquert. Am Eingang dieses Tales wurde ausgiebig gefrühstückt (neben den bereits angesprochenen Grundnahrungsmitteln hatten sich inzwischen Getrocknete Tomaten, Ricotta und Brot einen Stammplatz auf dem Speiseplan erkämpft). Nicht ein Auto gab es auf diesen 15 Kilometern zu sehen, dafür einige morgendliche Spaziergänger, mit denen man zumindest versucht hat sich zu unterhalten. Meistens reichte schon das Wörtchen „tedesco“, um beim „Gesprächspartner“ einen Redeschwall auszulösen. Dass ich davon nichts verstand wurde zwar so hingenommen, aber irgendwie auch komplett ignoriert.

Auf dem weiteren Weg lag das Dörfchen Alvito, dessen Partnerstadt das gleichnamige portugiesische Alvito war. Offenbar hatten deren Bürgermeister jeweils einen Clown gefrühstückt und befanden das für unheimlich lustig. Ist es ja auch irgendwie.
In San Donato Val Di Comino wurde auf einer Parkbank mit Blick auf die zurückliegende Landschaft diniert, während auf der Bank nebenan der halbe Ort damit beschäftigt schien, sich mit einer älteren Frau zu unterhalten. Ständig kamen und gingen Leute. Möglicherweise ist ihr Mann verstorben, die Frau sah ziemlich traurig aus. Vielleicht war es aber auch nur der Kanarienvogel.

Der weitere Anstieg ließ sich sehr angenehm fahren, immer wieder schöne Ausblicke und kein Verkehr, bis man nach weiteren 800 Höhenmetern die Passhöhe erreichte, um dann wieder ein wenig an Höhe zu verlieren, Opi zu beglotzen und sich dann mit Tom in Pescasseroli zu treffen. Auf dem Marktplatz das typisch italienische Gewimmel, es war üblich, gegen Abend zum Dorfmittelpunkt zu pilgern und sich mit Hinz und Kunz über derlei Gewäsch zu unterhalten. Aber innerhalb einer halben Stunde war es auch wieder wie ausgestorben.

Tom nächtigte mal wieder in einer von Menschenhand geschaffenen künstlichen Überdachung (ein Albergo), während ich der Gefahr, von einem Bären verschlungen zu werden mutig ins Auge blickte und mein Zelt in die Pampa stellte. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nachts zeitweise genau deswegen tatsächlich mit Pfefferspray in der Hand im Schlafsack lag. Zum Glück fing es aber irgendwann an zu regnen, sodass dieser die anderen nächtlichen Geräusche – die ständig irgendwelchen Bären in die Schuhe geschoben wurden – überlagerte.


Irgendwas Religiöses. Warum man deshalb die abgebrannten Dosenkerzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Graben entsorgen muss, bleibt mir schleierhaft.


Die angesprochenen 15 km Talweg




Der mittägliche Rastplatz in San Donato Val Di Comino


letzterer Ort von oben


Opi, auf der anderen Seite des Passes (Bild von Tom)


Irgendwo in dieser Gegend stand später mein Zelt

Tag 12 - Strecke
Frohen Mutes und leider ohne Bärenkontakt fuhren wie heute Richtung L’Aquila. Nachdem es auf einem Umweg nochmal etwa 200 m nach oben ging (die eigentlich geplante Strecke war gesperrt), führte die Straße stetig leicht nach unten. Eine sehr angenehme Art zu fahren, zumal die Umgebung einen alpinen Charakter aufwies und dieser somit viel Beachtung geschenkt werden konnte. Nach Durchquerung einer recht ruhigen Ebene sollte auch heute nochmal eine Passhöhe von 1400 m überwunden werden.

Da ich mal wieder schneller an Höhe gewann, wartete ich in Ovindoli auf Tom und aß zu Mittag, mal wieder getrocknete Tomaten, an denen ich mich inzwischen allerdings ein wenig überfressen hatte. Und so verließen diese nach kurzem Gastspiel auch wieder den Speiseplan. Allerdings wollte Tom einfach nicht kommen, sodass ich langsam auf den Gedanken kam, dass dieser die Umfahrung Ovindolis wahrgenommen hatte und inzwischen dem Tagesziel näher war als ich. Also weiter. Wegen einsetzendem Regen machte ich auch keine Pause mehr, sondern fuhr straff bis kurz vor L’Aquila durch. Immerhin war es bei Regen und der angesprochenen Höhe von 1400 m ziemlich kalt. Das wurde durch die Abfahrt auch nicht wirklich besser. Da ich Tom wider Erwarten nicht einholte, kam der Gedanke, ich sei doch noch vorn, was angesichts eines von der Sonne aufgewärmten Steines (die im Tal offenbar erst wieder verschwand als ich kam) eine prima Pause bedeutet hätte.

Aber nix wars, der wartete schon mit Speichenbruch im Zentrum L’Aquila’s auf mich, scheint gefahren zu sein wie ein Berserker. Was Tom schon am Telefon andeutete, ich aber nicht so recht glauben wollte, bewahrheitete sich beim Versuch, ins Zentrum zu kommen. In Folge des Erdbebens von 2009 war noch immer jede zweite Straße gesperrt, von den restlichen 50% waren gefühlte 90% Einbahnstraßen, die vom Zentrum wegführten, weswegen das Ganze eher einem Labyrinth mit nur einem möglichen Weg glich. Das Zentrum machte den Eindruck einer Geisterstadt (abgesehen vom Militär, das wohl Plünderungen verhindern sollte), viel ist hier nach 2009 nicht passiert, sehr viele Gebäude sind nur sehr notdürftig gegen den Einsturz gesichert. Tom war allerdings nicht allzu schwer zu finden.
Die wenigen Leute waren sehr hilfsbereit, sodass wir wenigstens eine Ahnung davon bekamen, wo wir hier einen Radladen finden konnten. Zu allem Überfluss gab der Schlauch in meinem Hinterrad den Geist auf (der erste Platten). Da es bereits ca. 18:00 Uhr war und, fehlte die Zeit, den Schlauch jetzt zu wechseln und dann einen Radladen für Toms gebrochene Speiche zu suchen. Also hieß die Devise: Aufpumpen – nach Radladen durchfragen – Aufpumpen - …

Klappte dann doch ganz gut, im Radladen das bekannte Bild: Einer arbeitete, zehn standen rum und quatschten blöde. Allerdings half mir einer davon ehrenamtlich beim Flicken des Reifens, sodass wir eine halbe Stunde später wieder startklar waren. Campingplätze und abgelegene Campingmöglichkeiten waren allerdings Mangelware, die Übernachtung in einem überdachten Etwas war unausweichlich. Eine entsprechende billige Möglichkeit war aber auch nicht allzu leicht zu finden. Ein Albergo wurde gerade renoviert, eine Bekannte der Inhaberin hatte allerdings noch ein Doppelzimmer frei. Da sie des Englischen nicht allzu mächtig war, stieg sie kurzerhand ins Auto und fuhr hin – und wir mit dem Rad hinterher. Lustig. Das Zimmer kostete für beide zusammen 50€ und wir waren froh, noch etwas gefunden zu haben. Es gab dann noch ne Pizza, für italienische Verhältnisse war die ganz akzeptabel, d. h. sie war ziemlich gut.


Die Abfahrt aus den Abruzzen


(Bild von Tom)


Eigentlich das einzige Mohnfeld, das wir unterwegs zu Gesicht bekamen


(Bild von Tom)


L’Aquila. Wer genau hinsieht, erkennt die äußerst notdürftigen Reparaturen (Bild von Tom)

Tag 13 - Strecke
Zwar hatte ich nachts gut geschlafen, aber irgendwie war ich am nächsten Morgen trotzdem von allem irgendwie genervt. Wie das eben manchmal so ist. Nachdem wir ein paar Kilometer in die falsche Richtung gefahren sind (Tom hatte aus Versehen die falsche Route auf seinem GPS-Gerät. Für diesen Tag hatten wir zwei Alternativen zur Auswahl), entschied ich, den heutigen Tag allein zu fahren. Nicht primär deswegen, ich brauchte einfach mal wieder meine Ruhe.

Dennoch unterhielt ich mich eine Weile mit dem an der nächsten Straßenecke stehenden Obsthändler, der – genau wie der Typ im Cilento – ein paar Jahre in Frankfurt verbrachte.
Die Stärkung in Form von Pfirsichen war aber auch nötig, es sollte 700 m nach oben zum Lago di Campotosto gehen. An sich nett anzuschauen, wenn da nicht der Regen, ein weiterer Platten und eine gesperrte Straße nach Campotosto – die ich in der Hoffnung, mit dem Rad durchzukommen trotzdem fuhr und deshalb 10 km hin und 10 km zurück wieder mal eher im Sinne „Der Weg ist das Ziel“ zu verbuchen waren – gewesen wären. Zudem war wohl mal wieder Wochenende, zumindest waren die Grillplätze, die großzügig um den See verteilt waren, zum Bersten gefüllt. Offenbar wirkte ich aber nicht wehleidig genug, keiner bot mir was an.

Die ausgeschilderte Umleitung begann direkt mit einem weiteren Platten, wieder hinten, offenbar war ich zu blöd, den Reifen ordentlich zu flicken. In Mascioni (mir fällt gerade auf, dass die hier verlinkte Strecke in dieser Hinsicht geringfügig falsch ist) hielt man allerdings mal wieder nichts von Straßenschildern. Hieß also, jede Straße einzeln zu versuchen (machbar, da es nur eine Straße gab, die wirklich aus dem Ort hinausführte). Blöderweise führte genau eine der anderen Sackgassen einen äußerst steilen Weg bergab, an dessen Rand ein ziemlich großer und aggressiver freilaufender Hund ein Grundstück bewachte. Bergab kein Problem, aber als ich unten die Straße im See enden sah, war mir nicht so recht wohl, diesen Hund auch bergauf zu passieren. Nur so viel: Die Oberschenkel haben gewaltig gebrannt, als ich den Hund nach wilder Flucherei und Pfefferspray im Anschlag endlich abgehängt hatte.

Dann wieder bergab, Pause mit heißer Schokolade in Amatrice, es regnete mir inzwischen zu stark, was durch die Abfahrt natürlich zur Auskühlung führte. Zudem machte der örtliche Supermarkt erst wieder in 1,5 Stunden auf, die wohl letzte Möglichkeit, heute noch etwas die Vorräte aufzufüllen, sonst war den ganzen Tag nichts in der Richtung zu sehen. Das hieß zwar, nicht wie geplant im Piano Grande übernachten zu können, aber das war mir an der Stelle egal. Saß ich also am Straßenrand, plötzlich kam Tom vorbeigesaust. War ich mir gestern ziemlich sicher, ihn hinter mir zu haben, hätte ich heute wetten können, er hätte mich wegen der 20 km Umweg und den zwei Platten überholt. Aber der hatte sich wohl auch verfahren, meinte, es wird eh nicht aufhören zu regnen und Supermarkt kommt bestimmt auch noch einer. Stimmte beides nicht, war trotzdem angenehm, wieder zu zweit zu fahren und das Piano Grande rückte dadurch auch näher. Da es dafür nochmal einen Pass von über 1500 m üNN zu überwinden galt, mussten nochmal etwa 800 Höhenmeter vernichtet werden. Darauf hatte Tom (den ich an dieser Stelle das letzte mal überhaupt sah – da ich hier von meiner Radtour berichte heißt das für den Leser nun, er muss sich nun komplett mit meinen scheußlichen Bildern arrangieren) keine Lust, sodass ich den Anstieg wie gehabt alleine in Angriff nahm.

Da inzwischen auch mein letzter Proviant vertilgt war, keimte in mir die Angst und das Gefühl, ich würde unter Salzmangel leiden, sodass ich konsequenterweise meinen Schweiß konsumierte. Auch die Anstrengungen des zurückliegenden Tages waren deutlich zu spüren, häufige Pausen waren trotz der Kälte unabdingbar. Der phänomenale Anstieg und die inzwischen scheinende Sonne konnten dies allerdings mehr als kompensieren. Auch das Piano Grande (eine etwa 3x7 km große Hochebene) entschädigten für so einiges, die Bilder sprechen für sich. Und auch wenn ich mir hier eine Erkältung zuzog (nachts waren die Temperaturen nicht allzu weit vom Gefrierpunkt entfernt, der starke Wind tat sein Übriges. Zumindest kam hier mal das Schlafsackinlet zur Verwendung), die mich später drei Tage schachmatt setzte, ich würd‘s wieder so machen.


Lago Di Campotosto. Ich hatte mehr erwartet.


Am Fuß des Aufstieges zum Piano Grande




Piano Grande


Rechts unten ist mein Zeltplatz zu erkennen


Die Königskerze, auch als Alpenklopapier bekannt. Und ich muss sagen: Sie trägt diesen Beinamen zu Recht!




Katastrophentourismus am eigenen Leib

Tag 14 - Strecke
Die letzten Tage waren nicht nur physisch, sondern auch psychisch ziemlich aufreibend. Deswegen sollte es heute ein wenig ruhiger werden, zumindest wollte ich mich nicht hetzen. Wieder einmal hatten wir unterschiedliche Ziele, Tom wollte Assisi und Co. begutachten, ich lieber den Lago Di Bolsena und den Monte Amiata noch mitnehmen. Man hätte sich grob wieder in der Gegend um Montalcino treffen können. Leider war Tom für mein mobiles Kommunikationsgerät nicht mehr erreichbar, auf SMS kam keine Antwort und Anrufe gar nicht erst durch. Da macht man sich natürlich ziemliche Gedanken. Da frühere SMS schon manchmal nicht das gewünschte Ziel erreichten, hab ich mir das Ganze damit erklärt. Stimmte letztendlich ja auch.

Bevor die Beine wieder ihren Dienst aufnehmen konnten, musste in Norcia ordentlich Süßkram und anderes verzehrt werden. Der weitere Weg führte durch ein ansehnliches, wenn auch verkehrsreiches Tal gen Spoleto, bis man auf etwa 300 m üNN vor einem Anstieg stand, der aber einer vorherigen Pause bedurfte (ich bin den Weg von Norcia ziemlich gerast, da zogen hinter mir schon wieder Wolken auf, denen ich entgehen wollte. So langsam war die Lust auf Regen vergangen). Die Pause wurde etwas länger, ich war doch noch ziemlich kaputt, das Stündchen Schlaf tat gut, machte mich aber nicht wirklich wacher. Irgendwie fühlte ich mich eher ein bisschen wie auf Drogen, der Joghurtbecher, der dem Griff meiner Hand entkam und sich übers Vorderrad ergoss, verlängerte die Pause um eine halbe Stunde. Nicht weil das Rad wieder sauber gemacht werden musste (das würde eh der Regen in bälde für mich erledigen), sondern weil ich aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Die Szenerie war mir irgendwie zu absurd um ernst genommen zu werden.

Der weitere Weg ist bis auf die zwei ziemlich ansehnlichen Pässe nicht sonderlich erwähnenswert, bis ich hinter Todi ein schönes Plätzchen am Feldrand in einer Toskana-ähnlichen Landschaft zum campieren fand. Obwohl die heute befahrenen Straßen teils ziemlich überflutet waren, hatte ich wohl einen Sinn für Regen entwickelt, den habe ich heute dank hervorragendem Zeitmanagement ziemlich gut umkurvt.








Todi

Tag 15 - Strecke
Empfehlen möchte ich die SS79bis zwischen Todi und Orvieto. Hügelig, nette Landschaft, kein Verkehr und gute Straße. Irgendwie sind die Attribute für jeden Anstieg gleich, der hier ist schön, der andere ist schön und ein wieder anderer auch. Aber so richtig fällt mir da nix ein, wie ich das besser beschreiben könnte, auch wenn sie alle recht einzigartig schön sind.

Eigentlich wollte ich nur an Orvieto vorbeifahren, aber als mir die Stadt dann von der Gegenseite herunterkommend ins Auge fiel, entschied man sich dafür – wenn man schon mal hier ist – doch noch hoch zu quälen. Trotz viel Tourismus eine wirklich schöne Stadt mit unheimlich vielen Sehenswürdigkeiten, lohnt sich auf jeden Fall. Auch wenn man nicht an so historischem Zeugs interessiert ist, einfach nur durch die engen Gassen zu fahren hatte definitiv viel Schönes. Am früheren Nachmittag erreichte ich dann den Lago di Bolsena. Baden, abends zelten und den Tag darauf weiter fahren, so der Plan. Allerdings fing ich trotz hoher Temperaturen an zu frösteln, mir wurde klar: Das gibt ne Erkältung. Die erste Nacht wurde dann aber doch noch im Gebüsch verbracht. Da regnete es auch mal wieder.




Lago Di Corbara


eine der engen Straßen von Orvieto


Orvieto

Tag 16 – 18
Den nächsten Tag verbrachte ich bis mittags an der Promenade von Bolsena (die haben dort hervorragendes Eis!), bis sich der Himmel so langsam verfinsterte. Der billigste Campingplatz kostete 13€ (denen war es egal, ob man nur ein kleines Zelt aufbaut oder im Wohnwagen anrückt..), hatte aber wenigstens überdachte Sitzmöglichkeiten. Ich kam auch keine Sekunde zu früh, ein regelrechtes Unwetter ereignete sich. Da war ich dann doch ziemlich froh, dieses mit meiner Erkältung nicht in freier Natur verbringen zu müssen.

Die nächsten drei Nächte verbrachte ich hier, konnte eigentlich nur sitzen und liegen, jeder Schritt war eine Überwindung. Erhöhte Temperatur hatte ich auch. Insgesamt wohl nur ne leichte Erkältung, die eine Weiterfahrt trotzdem unmöglich machte. Allerdings schien der gesamte Campingplatz um mein Wohlergehen besorgt zu sein, neben einer Tee-Flatrate zweier Holländer wurde ich am zweiten Abend von zwei Deutschen zu Spaghetti Bolognese eingeladen (eher ein Fertiggericht), den dritten Abend kredenzte mir ein holländisches Paar das gleiche (dieses mal alles selbstgemacht, mit Salat hinterher. Ein wahrer Gaumenschmauß nach all dem Mist, den ich mir die vergangenen Wochen in die Figur geschüttet hatte).

Tag 19 - Strecke
Trotz gemäßigter Geschwindigkeit, so richtig wollte es nicht laufen. Klar war ich von den letzten Tagen noch ein wenig geschwächt, aber die Anstiege waren in aller Regel schlicht und einfach steiler. Dazu ein ständiges auf und ab hinter dem See, das mir ziemlich schnell auf die Nerven ging.

Vor Castell’Azzara wartete ich in einer Hütte, die wohl irgendeinen religiösen Zweck erfüllte, noch einen Regenguss ab, der aber nicht kam. Scheinbar war die als nutzlos erscheinende Warterei doch recht sinnvoll, die weitere Strecke schien ziemlich was abbekommen zu haben. Der weitere Weg lief aber ziemlich gut, war hübsch anzusehen und verlief größtenteils durch Wälder am Rande des Monte Amiata.

Hinter Seggiano wurde das Zelt in einer Olivenplantage am Hang aufgestellt, die Gefahr entdeckt zu werden war mir mittlerweile relativ wurscht, allerdings leistete ich mir in dieser Nacht mal wieder anderweitig eine Dummheit:
Nachts begann ein Gewitter. Irgendwie kam mir in den Sinn, dass es nicht sonderlich günstig ist, sich währenddessen in einem Zelt mit Aluminiumstangen aufzuhalten. Ein recht naher Blitz trieb mich deshalb aus dem Zelt und ließ mich eine Weile auf einem freien Fleckchen zwischen den Bäumen ausharren, um dann pünktlich bei Ende des Regens völlig durchnässt (trotz Regenjacke) wieder ins Zelt zu kriechen. Wenn da mal nicht die nächste Erkältung im Anmarsch ist..








Seggiano

Tag 20 - Strecke
Dieser Tag verlief schon wesentlich besser, mitten durch die Toskana. Schön anzusehen, kein Regen und durchweg halbwegs moderate Steigungen. Lediglich das Weiterfahren nach der mittäglichen Pause inklusive Schläfchen hätte ich mir am liebsten erspart, die Kopfschmerzen waren schon recht nervig.

Kurz vor Siena endete die Straße plötzlich abrupt in einer Autobahnauffahrt, der Umweg wäre mal wieder recht unerfreulich gewesen. Wagemutig entschied ich mich dafür, auch mal die Autobahn zu nutzen. So richtig lief das allerdings nicht, die Überholspur war andauernd von irgendwelchen Sonntagsfahrern verstopft, sodass ich durch das ständige Abbremsen nicht wirklich schnell vorankam. Aber waren ja zum Glück nur 3 km.
Eigentlich wollte ich mir auch Siena noch ansehen, aber die Lust dazu war in dem Moment recht gering (war auch schon recht spät) und so landete das Zelt mal wieder an einem zu diesem Zweck hervorragend geeigneten Wiesenrand.


Montalcino











Tag 21 - Strecke
Heute wurde dann die nördliche Toskana durchfahren. Auch wenn natürlich auch hier das ganze drumherum was für’s Auge ist; so ganz kommen die erfahrenen Eindrücke nicht an die erste Hälfte der Tour heran. Auch die Begeisterung, Fotos zu machen ließ gewaltig nach. Natürlich ist auch diese Region durchaus sehenswert.

Eigentlich wollte ich auf einen Campingplatz in der Nähe Florenz‘, aber mehr als 10€ wollte ich dafür nicht zahlen. Schien nicht möglich zu sein, der Geiz setzte sich durch, sodass Florenz am selben Tag noch durchquert wurde (es war wohl Wochenende, der Verkehr hielt sich in Grenzen). Mal davon abgesehen sollte der nächste Tag wieder anstrengend sein, weshalb es durchaus nicht schaden kann, diesen nächsten Tag um ein paar Höhenmeter zu verringern. Und wieder mal konnte ein prima Zeltplatz gefunden werden, inzwischen störten mich auch die röhrenden Hirsche, die mich wohl als Eindringling sahen und mein Zelt die halbe Nacht umkreisten nicht mehr sonderlich.






Firenze

Tag 22 - Strecke
Der Tag, der mir den letzten verbliebenen Nerv raubte. So richtig kam ich nicht in meinen Rhythmus, ich schaffte vielleicht ein Drittel der Strecke, bis ich mich ausgelaugt an den Straßenrand legte und dort fast zwei Stunden fristete. Die ständig vorbeifahrenden Motorräder waren bei der Reduzierung meiner Kopfschmerzen keine allzu große Hilfe.
Mehr schlecht als recht quälte ich mich über zwei Pässe mit etwa 900 m üNN, wobei ich die zweite Passhöhe und damit das auf diesem Pass liegende Refugio genau mit Eintreffen eines deftigen Gewitters erreichte, das meinen ohnehin schon aus den Fugen geratenen Zeitplan nochmals mächtig bedrängte.

Auf der folgenden Abfahrt regnete es zwar immer mal wieder, aber das war auszuhalten. Lediglich ein weiterer Platten erhitzte das inzwischen recht gleichgültige Gemüt. Ein paar Kilometer später spürte ich im Hinterrad eine seltsame Unwucht. Beim Bremsen – ich wollte natürlich nachsehen, was das denn sein könnte – gab’s einen Knall. Offenbar war ich zu blöd, die Bremsschuhe richtig einzustellen, diese waren zu weit oben fixiert, sodass die bei deren Abnutzung entstehende Kante beim Bremsen den Mantel und auch den Schlauch durchlöcherte.
Der Mantel wurde notdürftig geflickt, dem Schlauch widerfuhr das gleiche, dummerweise verlor ich die Dichtung des Dunlop-Ventils. Wenn ich hier nicht noch einen Ersatzschlauch im Gepäck gehabt hätte…

Bis kurz vor Dunkelheit fuhr ich aber noch so weit ich konnte, immerhin ging es Richtung Bologna, raus aus den Bergen und damit raus aus dem Regen. Zwischen Haselnussbäumen direkt neben einem Dorf wurde das Zelt errichtet, kein sonderlich guter Platz, aber das hätte hier wohl eh keinen interessiert.



Tag 23 - Strecke
Bologna war ebenfalls recht angenehm zu durchfahren, nicht mit dem süditalienischen Chaos zu vergleichen. In San Giovanni in Persiceto dann nochmal ein Platten. Da hierfür der letzte Flicken seine Bestimmung fand, der nächste Radladen geschlossen war, ich dem Mantel einfach nicht mehr vertraute und keine Lust hatte, ohne Luft im Reifen in der Pampa zu enden, fuhr ich von hier mit dem Zug nach Verona und von dort zum Gardasee. Wie der Blick aus dem Zug verriet, hatte ich hier ohnehin nicht allzu viel verpasst.
Drei Nächte hatte ich bis zur Abfahrt des Zuges in Verona noch zu überbrücken, die Campingplätze waren bei den Preisen keine ernsthafte Alternative zum Busen der Natur (ich fand sogar ein nettes Plätzchen in der Nähe von Pacengo).

Lago Di Garda

Tag 24 - 27
Am nächsten Morgen war ich gerade dabei, mich aus dem Zelt zu quälen, als es anfing zu regnen. Also entschloss ich mich kurzerhand, einfach den kompletten Tag und die nächste Nacht liegen zu bleiben. Ziemlich öde, wenn man außer der Straßenkarte keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit hat (dafür kenne ich die Straßen Italiens nun alle auswendig). Eigentlich hätte ich noch ein wenig am Gardasee langfahren wollen, allein die Vernunft verhinderte dieses Vorhaben, weshalb ich generell keine Strecken mehr zurücklegen wollte, die ich nicht in kurzer Zeit auch zu Fuß hätte zurücklegen können.

Die letzten beiden Tage verbrachte ich dann aber doch noch auf einem Campingplatz (8,60€, der einzige, bei dem man als einfacher Zeltbauer weniger zu zahlen hatte). Naja, irgendwie war die Zeit da nicht sonderlich beeindruckend (was nicht heißt, dass es nicht trotzdem schön war) Und so ging es gegen Abend wieder per Zug nach Verona, da nochmal durchs Zentrum geschaut und eine Pizza vertilgt, dem Treiben zugesehen und wieder zum Bahnhof geradelt (der Zug fuhr nachts um 1). Aus irgendeinem Grund machte der Bahnhofsangestellte die Wartehalle mit Wartenden drin dicht, auch die Zugänge zu den Gleisen waren versperrt. Zwar konnte das Rad drüber gehoben werden, was das Ganze sollte erschloss sich mir aber nicht so ganz. Der Rest war dann Zugfahren bis Leipzig. Genauere Erläuterungen dazu erspare ich mir, wie Zugfahren funktioniert wird wohl jeder selber wissen.

Fazit
Im Großen und Ganzen hat eigentlich alles ganz gut gepasst. Man hätte vielleicht im Vorfeld besser kommunizieren können, wie man sich die Übernachtungen vorstellt. Ich habe außerdem festgestellt, dass ich insgesamt wesentlich weniger kompromissbereit bin, als ich das von mir selbst erwartet hätte (komischerweise klappt das Zusammenleben in der inzwischen sechsten großen WG immer ziemlich gut). Weiterhin wird es das nächste Mal keine so durchorganisierte Tour geben (wenngleich immer mal ein Ruhetag drin gewesen wäre, Puffer war ja vorhanden), durch die vorherige Buchung der Rückfahrt mit festem Abreisedatum schwirrte dieses Datum ständig so ein bisschen im Kopf herum, weshalb ich mich nie voll und ganz auf den Augenblick konzentrieren konnte, sondern gedanklich immer schon ein Stück weiter war.

Italien selbst ist für Radfahrer natürlich ein unheimlich schönes Land, auch wenn ich mir manchmal ein wenig mehr Wildnis gewünscht hätte (selbst in Nationalparks waren große Teile der Landschaft eingezäunt). Besonders der südliche Teil glänzt durch große Abwechslung und großartige Landschaften. Für Flachlandradler aber wohl nur bedingt einsehbar. Die Infrastruktur (Zugverbindungen, Angebot und Öffnungszeiten von Supermärkten) ist natürlich nicht so gut organisiert wie in Deutschland, aber darauf kann man sich weiß Gott prima einstellen. Noch ein paar Worte zum Wildcampen: Auch wenn ich Deutschland insgesamt für tauglicher halte (zumindest der mir in dieser Hinsicht bekannte östliche Teil), wer wirklich wildzelten will, findet auch fast überall ein passendes Plätzchen. Es kann teilweise etwas schwierig sein, aber ich glaube, kein einziger Mensch hat mich die gesamte Zeit beim Campen gesehen.
Was die Menschen angeht, so hätte ich insgesamt ein wenig mehr Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit erwartet, wobei schon eher im südlichen Teil mehr von den Leuten kam. Wird aber wohl auch daran liegen, dass Reiseradler in Italien ganz und gar nichts Exotisches sind.

Für Fragen, Anregungen und Kritik (das schließt auch wüste Beschimpfungen mit ein) bin ich jederzeit offen.
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#781519 - 21.12.11 12:17 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
Manuel5
Mitglied
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Beiträge: 1350
Also ich hätt die Taschen vorher abgehängt grins

Sehr sehr netter, guter Bericht.

Ich glaub das sich viele, also ich mich auf alle Fälle, in einigen Gefühlsregungen wiedererkennen!
Auf Fahrtwind und Freiheit.
Sehnsucht und Liebe. An Tschik und a Bier.
Und den Vollmond als Wegweiser
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#781769 - 21.12.11 22:40 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 13257
In Antwort auf: asfriendsrust
Im Großen und Ganzen hat eigentlich alles ganz gut gepasst.

Ein interessantes Resümee, nachdem ich das Ganze gelsen habe. Hört sich doch auch ein wenig nach Katastrophentour an. Jedenfalls danke, dass du mal eine solche Tour eingestellt hast, wo so einige Kumpel-Konflikte aufgetreten sind und die wettertechnischen Umstände ja schon gruselig machen. Dass Italien eigentlich kein Eldorado zum Wildcampen ist, wenn man den Alpenraum verlässt - das ist natürlich kein Geheimnis hier. Ich habe zwar in letzter Zeit auch häufig in manchmal unmöglichen Nischen mein Zelt aufgeschlagen - in Italien hätte ich aber doch noch etwas mehr Respekt (Hunde, Bevölkerung).
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#781792 - 22.12.11 00:29 Re: Italien einmal längs durch [Re: veloträumer]
asfriendsrust
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Beiträge: 291
Konflikte ist an der Stelle sicher zu hoch gegriffen. Wenn beide eine Vorstellung davon haben, was denn jetzt wie zu machen ist und obendrein beide ungern Kompromisse eingehen, dann macht in dem Moment eben jeder sein Ding. Es ist ja nicht so, dass wir uns da gezankt hätten.

Ansonsten bin ich jemand, der sich beim rekapitulieren eher auf die negativen Seiten konzentriert und immer ein Haar in der Suppe findet. Das überdeckt dann in so einem Bericht ein wenig die vielen positiven Momente und spiegelt vielleicht nicht ganz die Realität wieder (vielleicht bin ich auch einfach nur ein Opfer der sensationsgeilen Medien).

Hier noch die vor der Tour geplante Gesamtstrecke. Ich wollte diese eigentlich noch im Startpost einfügen, aber das geht nicht mehr. Wider besseren Wissens ist dieser nicht unbregrenzt editierbar.
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#781809 - 22.12.11 08:42 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
mgabri
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Beiträge: 8975
In Antwort auf: asfriendsrust
Hier noch die vor der Tour geplante Gesamtstrecke. Ich wollte diese eigentlich noch im Startpost einfügen, aber das geht nicht mehr. Wider besseren Wissens ist dieser nicht unbregrenzt editierbar.

Wo genau im Text möchtest du den Link haben?
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#781863 - 22.12.11 12:13 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
Hansflo
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Beiträge: 2720
Hallo,

beeindruckende Radreise, die ihr da gemacht habt, alle Achtung!! Vielen Dank für den detaillierten Bericht.

Hans
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#781869 - 22.12.11 12:28 Re: Italien einmal längs durch [Re: Hansflo]
radius
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Beiträge: 155
Danke für diesen interessanten Reisebericht. Gelernt habe ich daraus, dass ich in Italien ganz bestimmt nicht zelten werde. ( grins Mach ich aber auch sonst nicht. )
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#781930 - 22.12.11 14:50 Re: Italien einmal längs durch [Re: radius]
Hansflo
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Beiträge: 2720
... und dass ich mit einem Reisepartner erst eine 300-km Tour mache, bevor ich mit ihm eine 2.000-er Tour starte.

Hans
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#794507 - 26.01.12 20:20 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
Tourer011
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Beiträge: 55
Danke für den informativen Bericht und für die tollen Bilder.
Habe demnächst vielleicht auch vor durch Italien zu fahren.

Weiterhin spannende Touren.
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#794529 - 26.01.12 21:12 Re: Italien einmal längs durch [Re: Tourer011]
m.indurain
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Beiträge: 1038
Schöner Bericht, gut geschrieben.

Man sieht, dass überwiegend sonniges Wetter in Italien erst aber Mitte Juni so gut wie sicher ist. Dann ist es vielen aber auch schon wieder zu warm ...



Geändert von m.indurain (26.01.12 21:13)
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#796514 - 01.02.12 15:20 Re: Italien einmal längs durch [Re: asfriendsrust]
Schwaelbchen
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 24
Toller Bericht. Schöne Bilder. Habe einen Vorgeschmack auf meine diesjährige Tour bekommen. Starte am 13.05. in Palermo. Ich hoffe auf besseres Wetter!

Gruß
Schwaelbchen
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#805461 - 03.03.12 15:15 Re: Italien einmal längs durch [Re: Schwaelbchen]
MichiV
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 398
Schick schick schick! Teile der Strecke bin ich auch gefahren.
Mein Reisebericht: Giro d'Italia(Reloaded)09

Reisebericht: Giro d'Italia 06[/u][/url]
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