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#743046 - 25.07.11 23:52 Mit dem Fahrrad über den Ätna
Dietmar
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6069
Dauer:23 Tage
Zeitraum:21.5.2011 bis 12.6.2011
Entfernung:1066 Kilometer
Bereiste Länder:itItalien

Nachdem wir 2010 die Strecke Firenze – Roma – Napoli gefahren sind, ist nun die Fortsetzung dran. 2010 dominierte der Vesuv unsere letzten Urlaubstage am Golf von Neapel, nun soll der Ätna unser Ziel sein. Doch zunächst nehmen wir uns den Süden Festland-Italiens vor.

Erstmals beginnen wir eine Radreise mit einem Flug. Da ich auf Nummer sicher gehen möchte, besorge ich 2 Fahrradkartons, Vorderrad raus, Lenker quer und Pedale ab. VEB Berlintaxi lässt uns trotz Zusicherung im Stich, so dass ich einen kleinen Transporter besorgen muss, aber das war’s auch schon mit den kleinen Pannen. Beim Vorabend-Check in gibt es keine Probleme. Ich darf sogar die Räder aufs Band legen und (im Hochsicherheitstrakt) wieder herunter nehmen. Habe der Dame natürlich gerne geholfen.

Kurz vor der Landung in Neapel gibt es noch einen schönen Blick auf den Vesuv. Auf das Gepäck müssen wir eine gute Stunde warten. Zu guter Letzt werden die beiden Kartons aufs Band gelegt. Glücklicherweise stehe ich in der Nähe und bewahre so die Räder vor einer Rundfahrt durch die Empfangshalle.



Auspacken und Räder flott machen, alles klar, aber was machen wir mit den Kartons? Ich packe sie auf den Wagen und fahre ein bisschen durch den Flughafen, aber niemand hat Interesse an einer deutschen Fahrradverpackung. Sonst liegt hier überall Müll herum, aber nicht am Flughafen. Irgendwann ist meine Geduld am Ende und ich stelle sie irgendwo hin. (Bitte nicht verraten, das war am Parkplatz neben der Polizeistation.)

Zurück zu den Rädern und auf ins neapolitanische Verkehrsgewühl. Irgendwie fühlen wir uns hier wohl, denn wir hatten ja im Vorjahr gute Erfahrungen gemacht.



Weil es recht eng ist, geht es auch langsamer zu als auf Berliner Straßen. Wir schauen den wuseligen Wespen zu und machen es ihnen nach. Immer zwischen den Fahrzeugen hindurch. So kommen wir oft schneller voran als die Autos. Unseretwegen wird auch nicht gehupt, bestenfalls mal ganz kurz, um einen Überholvorgang anzukündigen. Wenn zweimal gehupt wird, haben sich zwei Automobilisten wiedererkannt, winken sich zu oder halten gar ein kleines Schwätzchen, mitten auf der Straße.

Das geht so bis Torre del Greco. Ab hier habe ich mir einen Track über Nebenstraßen gebastelt. Dieser führt zunächst bergan Richtung Vesuv und hält sich im weiteren Verlauf auf etwa 200 m Höhe nahe der Nationalparkgrenze. Die Straßen sind eng und die Kurven unübersichtlich. Vor den Kurven muss gehupt werden, falls Gegenverkehr kommt. Wir können da nicht mithalten und fahren etwas defensiver.



Schließlich gibt es eine rasante Abfahrt, vorbei an zahllosen Hotelanlagen und Vorstadtgewerbe mitten ins Zentrum von Pompei. Unsere B&B-Gastgeber empfangen uns sehr herzlich. Mit einem Restauranttipp versehen, geht’s zum Domplatz und zur Via Roma, Schauplatz des samstagabendlichen Corso.

Am nächsten Morgen fahren wir erst einmal zum Domplatz. Hier hat sich eine Alte-Herren-Radlergruppe für das Gruppenfoto zum Auftakt ihres Sonntagsausflugs aufgestellt. Wir stellen uns einfach dazu – großes Gelächter. Die Fotoapparate werden ausgetauscht und kurz woher und wohin geklärt. Die Jungs fahren heute 32 km nach Napoli und wohl auch wieder so zurück.



Wir fahren zunächst zur Via Roma und werfen einen Blick auf die scavi durch den Zaun. Eigentlich wollten wir gestern Abend noch einen Kurzbesuch abstatten, aber der Flugplan machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir waren ja schon einmal hier.



Durch endlose Vorstadtstraßen mit sonntäglich mäßigem Verkehr überqueren wir die Monti Lattari. Unterwegs erfreuen wir uns an den architektonischen Schönheiten und der typisch kampanischen Baukunst.



Leider sind auch diese Müllberge typisch für Napoli und Umgebung. Offenbar wird der Müll nicht regelmäßig abgeholt. Immerhin wird er ordentlich in Plastiksäcken abgelegt.



In Nocera geraten wir in eine Prozession, die sich nach einem kleinen Feuerwerk in Bewegung setzt.



Kurz vor Salerno kommt uns wieder eine Gruppe Rennradler entgegen. Wie immer gibt’s freundliche Grüße.



Auf einer erhöhten Uferpromenade in Vietri kurz vor Salerno genießen wir den Blick zurück auf die Amalfiküste



und fahren hinunter in die Hafenstadt. Wir stellen fest, dass viele Autos die Stadt verlassen, um die Bundesstraße zu erreichen, die die Stadt umgeht. Dazu kommt eine unendliche Kette von Trucks aus dem Hafen, so dass die Gegenrichtung schön zugestaut ist. Die Zufahrt in die Stadt ist aber für Autos gesperrt, wir haben freie Fahrt.



Ein paar Ecken weiter sehen wir die Ursache: Freie Fahrt für Radfahrer! Heute ist Fahrraddemo. Wenn man mal die Räder betrachtet (und die Rennräder ausblendet), muss man den Eindruck gewinnen, dass Italien ein Fahrrad-Entwicklungsland ist. Was hier so alles knarzt und scheppert. Dazu falsche Radgrößen, fehlerhaft eingestellte Sattelhöhen und die Stützradmanie, selbst bei Kindern bis zu 6 Jahren. Das kann ja nur besser werden!



Die Demo steht unter dem Motto:



Radle mit uns für Deine Gesundheit! – Nun geht es weiter auf einer ufernahen Straße bis Paestum. Wir finden ein Hotel gleich gegenüber den Ausgrabungen an der Via Nettuno. Unser Zimmer ist eigentlich ein Reihenbungalow, der auch Platz für die Übernachtung der Räder bietet. Wir machen uns flott und besuchen die alten Tempel griechischen Ursprungs. Leider trübt sich der Himmel, die Regentropfen halten sich aber sehr zurück. Das centro storico ist nicht so ergiebig, mehr was für Bustouristen.



Heute wollen wir die Flachlandradelei aufgeben und ins Cilento aufbrechen. Zunächst nochmal an den Ausgrabungen vorbei,



verlassen wir die Ebene und gewinnen ziemlich schnell an Höhe. Bei Steigungen von bis zu 8 % merken wir, dass wir noch nicht richtig im Tritt sind.



In Trentinara sind wir aber schon auf 600 m. Es folgt eine wunderbare Höhenstraße bis Monteforte. Mittagszeit, aber keine Bar oder tavola calda zu sehen. Also zum supermercato. Der ist eher ein kleiner Dorfladen, aber für Mortadella, Käse und Panini reicht es. Der Dorfplatz mit dem Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist heute unser ristorante



mit Ausblick ins regenverhangene Cilento. Beim Weiterfahren bis auf 800 m wird es immer dunkler. Der Regen hält sich aber zurück,



sodass wir unseren geplanten Etappenort Valle della Lucania nach rasanter Abfahrt auf 400 m erreichen. Hier gibt’s sogar am Montagabend den Rundgang auf dem Corso. Wir beobachten die Menschen aus einem Café mit weichen Sofas auf der Straße.

Am nächsten Morgen fahren wir wieder zur Küste. Auf alten und schon etwas vernachlässigten, kaum befahrenen Landstraßen, die aber fast jeden Hügel mitnehmen, passieren wir kleine, oft verlassen wirkende Orte.



Um einen Umweg zu sparen, fahren wir auf die neue Superstrada. Die ist zwar für Fahrräder gesperrt, aber niemand stört sich an unserer laxen Auslegung der Verkehrsregeln.



Diese Straße ist auch recht schwach befahren, die paar Trucks machen große Bögen um uns, wir fühlen uns sicher und genießen die Aussicht auf die wolkenverhangenen Berge und das dunstige Meer. Im Küstenort Policastro Bussentino halten wir an einer Bar mit tavola calda-Angebot und füllen die Speicher mit pasta e vino auf. Inzwischen stellt sich wieder die Sonne ein. Deshalb geben wir den Etappenort Sapri auf, erfreuen uns ein wenig an der schönen Strandpromenade



und fahren weiter auf der Küstenstraße, wechseln von Kampanien in die Basilikata und erreichen Maratea. Eigentlich haben wir uns Küstenstraßen schön flach am Ufer entlang vorgestellt. Stattdessen geht es ständig auf und ab.



Am Fuße von Maratea (300 m) beginnen wir die Unterkunftsuche, verzichten auf die Höhenmeter ins centro, orientieren uns weiter abwärts und finden ein tolles Hotel (Sette Bello) in Fiumicello, direkt am Meer mit diesem Blick vom Balkon des Zimmers auf den Golfo di Policastro:



Um wieder auf die Uferstraße zu kommen, müssen ca. 80 Höhenmeter mit teilweise 13 % Steigung überwunden werden, schöner Frühsport. Eigentlich wollten wir uns heute ins gebirgige Landesinnere durchschlagen. Ab etwa 300 m Höhe ist aber alles mit Wolken zugezogen. Der TV-Wetterbericht vermeldet außerdem für mehrere Tage Dauerregen für den gesamten Mezzogiorno.

Dafür geht es nun meist gemächlich auf der wenig befahrenen Uferstraße gen Süden. Die Entscheidung erweist sich als goldrichtig. Außer ein paar kurzen Schauern dominiert die nächsten Tage sonniges Wetter. Damit verzichten wir allerdings auch auf ein bisschen mehr Basilikata und wechseln schon nach Kalabrien.

Vor Práia a Mare verlassen wir die Bundesstraße und fahren auf kleineren Landstraßen nahe der Küste. In Práia nutzen wir den Radweg an der Uferpromenade, links die typischen Betonburgen, Hotels und Ferienwohnungen, rechts der grausandige Strand.



Ende Mai ist die Saison noch lange nicht in Sicht, die Strandbuden werden gerade aufgebaut. Na, eine ist schon geöffnet und wir werden freundlich zum caffè empfangen.
Anschließend müssen wir wieder hinauf zur SS18. Mit bis zu 10 % Steigung erarbeiten wir uns schöne Ausblicke auf die Küste, hier mit der Isola di Dino:



Der Blick ins Gebirge sagt uns, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Da oben hätten wir bestimmt nicht viel gesehen.



Nun geht’s ein bisschen auf und ab. Die alte Landstraße schwankt ständig zwischen 0 und 150 m, bis wir die Bundesstraße erreichen. Mangels Alternative folgen wir dieser für einige Kilometer. Da der Transit-Lastverkehr von dieser Straße verbannt ist, fährt es sich recht entspannt. Immer wieder gibt es schöne Ausblicke aufs Meer, das Gebirge ist nach wie vor in Wolken gehüllt.

Das centro von Diamante ist ein bisschen touristisch angehaucht, in der Vorsaison aber erträglich. Das äußerlich nicht sehr attraktive Hotel Stella Maris direkt an der Uferpromenade erweist sich als kleine Perle. Als wir es erreichen, setzt der Regen ein. Passt schon.



Den nächsten Tag verbringen wir meist auf der Uferstraße, die wir nur mal zum Markteinkauf oder zum caffè verlassen. Meist scheint die Sonne, nur vorübergehend trübt sich der Himmel ein. Wir kommen trocken ins Ziel.



In Paola finden wir das wunderbar eingerichtete Hotel Blumentag. Der Ort besteht außer dem alten Zentrum mehr aus öden Bettenburgen und einer noch ungepflegten und unfertigen Strandpromenade. Naja, bis zum Saisonbeginn sind ja noch 2 Wochen. Im einzigen Restaurant essen wir einen riesigen Teller Antipasto del mare, eine große Scheibe Schwertfisch, dazu focaccia – alles zu zivilen Preisen

Am nächsten Morgen fahren wir zunächst durch das lokale Verkehrsgewühl,



verlassen die Stadt und erreichen wieder die 100 m höher gelegene Bundesstraße,



auch hier recht gut zu fahren, meist mit breitem Randstreifen und nur recht kurzen Tunneln.



Die heutige Etappe ist eine typische Überbrückungsfahrt. Jetzt wissen wir endlich, wo Lamézia Terme liegt. Ansonsten etwas ärmere Ortschaften, Gewerbegebiete und südlich vom Flughafen riesige Clubanlagen.

In Marinella, kurz vor Pizzo finden wir eine neue, gut ausgestattete Pension über einem Eiscafé, dazu noch preiswert, was will man mehr. Leider hat der Glückstreffer einen dicken Pferdefuß: Direkt vor unserem Fenster läuft die ganze Nacht das Kühlaggregat eines mobilen Eisladens, dabei hatte ich ausdrücklich nach einem camera tranquilla gefragt.

Der nächste Tag verspricht Sonnenschein auch im Gebirge. Nun gibt’s keine Ausrede mehr, auf nach Serra San Bruno, immerhin auf etwa 800 m. Die knapp 40 km dorthin führen auf wenig befahrenen Landstraßen, teils mit ordentlichen Steigungen bis zu 10 % durch einsame Wälder, an einem langgestreckten Stausee vorbei



und durch urige kalabrische Dörfer. In der Bar von San Nicola fragen wir nach etwas Essbarem. Niente, aber 100 m weiter gibt’s einen supermercato. Also schnell eingekauft, dazu Kaffee und Cola aus der Bar und schon ist das ristorante perfekt.



Weiter geht’s durch den Ort, der von Anfang bis Ende ungefähr um 100 Höhenmeter zunimmt.



Beim nächsten Stopp auf einem naturnahen Parkplatz



sehen wir diesen Weggenossen.



Kurz vor Simbario beobachten wir diesen kalabrischen Pferdetransport:



Serra San Bruno versprüht den etwas spröden Charme kalabrischer Orte, auf den ersten Blick hässliche graue Fassaden, dazwischen aber üppige Barockbauten. Die Fahrt durch das centro wird uns verwehrt, da gerade ein Radrennen stattfindet, also wieder hinauf auf die höher gelegene Zentrumsumfahrung.



Im Foyer des neuen Hotels Certosa sehen wir am Abend das Champions league Endspiel Barca – Manu 3:1. Nebenan läuft eine große laute Familienfeier. Massen von Pizzas werden vertilgt. Die Kinder flitzen lärmend durch’s Haus – schön!

Die Kartause Santo Stefano am Ortsrand lassen wir rechts liegen und fahren durch den Bosco Santa Maria. Am Straßenrand warnt ein Schild vor Wölfen auf den nächsten 22 km.



Die Straße erklimmt gemächlich die 1000 m-Marke, gibt diese wieder auf, führt ansteigend um den Ort Fabrizia herum



und erreicht am Croce Ferrata wieder 1100 m. Die folgende Straße ist auf den Karten als Feldweg ausgewiesen. Der Track ist aber bei gpsies in einer größeren Tour enthalten und passt gut zu unserer Grobplanung. Bis auf ein paar Straßenschäden und einer Delle mit 100 hm runter und 100 hm wieder rauf (10 %) bietet sie aber eine herrliche landschaftliche Passage mit duftendem Ambiente.



Am Piano Limina (einem früheren Kasernengelände) stößt die Strecke wieder auf das klassifizierte Straßennetz. Am Passo del Mercante halten wir uns rechts und fahren auf einer aufgelassenen Straße (SP5) durch einen Ausläufer des Parco Nazionale dell’Aspromonte



Richtung Cinque Frondi. Eigentlich sollte es nun von 900 m auf 250 m hinab gehen. Aber auch hier kommt vor dem Spaß noch etwas Mühe, wieder geht es zwischendurch nochmal 100 Höhenmeter hoch, bevor wir die Abfahrt genießen können. Die Straße ist recht einsam. Auf 16 km begegnen wir nur einem Auto mit einem Bauern, der mal nach seinen Schafen sehen wollte. So fahren wir durch dichten finsteren Wald, der durch die aufziehende Bewölkung noch gruseliger wirkt. Ich denke an Wölfe, sage aber meiner Frau nichts davon.



Da die Straße offenbar nur noch dem Anliegerverkehr dient, wird sie nicht mehr instand gehalten und gereinigt. So wächst sie langsam zu. Auch Schäden werden nicht mehr repariert. Wir sind auf der Hut und fahren immer in Bremsbereitschaft.



Nun sind wir wieder nahe der Zivilisation. Die Straßenwächter geben die Strecke frei



und wir erreichen unseren heutigen Etappenort Polistena. Im Hotel sehen wir beim Abendbrot das italienische Pokalendspiel Inter Mailand – Palermo 3:1, was aber hier kaum jemanden interessiert.

Am nächsten Tag soll es nun richtig ins Aspromonte gehen. Zunächst fahren wir auf endlosen Alleen durch ausgedehnte Olivenhaine. Uralte riesige Bäume hinter alten verfallenen Mauern prägen für viele Kilometer das Bild. Hinter Taurianova steigt das Gelände langsam an. Wir fahren durch eine schroffe, etwas wild anmutende Landschaft, die offenbar ständig durch ein paar Gebirgsbäche neu modelliert wird. Da die Ortschaften meist auf Hügeln errichtet wurden, schlängelt sich die Straße 111 nun in ständigem Auf und Ab zwischen Orten und Flusstälern, gewinnt dabei aber insgesamt an Höhe



und erreicht auf 648 m die Straße 112, die hier ungefähr die Grenze zum Aspromonte-Nationalpark bildet. Zahlreiche Straßenschäden zeugen vom unablässigen Wirken der Natur.



Auf der Höhenstraße geht es nun etwas gemächlicher weiter, links der Nationalpark mit schroffen Felsen und rechts die weite Ebene mit dem kaum sichtbaren Meer im Hintergrund. Hinter Santa Christina dell’Aspromonte



folgen wieder schöne Abfahrten durch urige Olivenhaine mit beeindruckendem Farbspiel des himmlischen Hintergrunds.
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#743049 - 26.07.11 00:00 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Dietmar
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Wir sammeln wieder fleißig Höhenmeter, wobei die Schwankungen immer so um die 50 bis 100 m betragen. Für die letzten 4 km des Tages haben wir wieder eine Bergwertung mit knapp 200 Höhenmetern im Programm. Das einzige Hotel in Delianuova hatten wir mittags telefonisch festgemacht. Den recht üppigen Preis von 70 € hatte ich mangels Alternative geschluckt. Außerdem muss das „Grand Hotel dell’Aspromonte“ ja was Besonderes sein. Naja, der Ausblick in den Nationalpark ist ganz toll.



Ansonsten erfreuten wir uns am JH-Niveau. Immerhin ist alles recht sauber und die Räder schlafen sicher in der Tiefgarage. Abends im Hotelrestaurant unterhalten wir uns mit einem holländischen Paar, das in Palermo gestartet ist, Georg mit dem Auto und Lilly mit dem Rad.

Heute haben wir uns eine Kurzetappe mit immerhin 500 m Höhendifferenz zwischen Start und Ziel vorgenommen. Die Fahrt geht weiter auf der 112, immer entlang der Nationalparkgrenze. Hier sind wir schon ca. 100 m oberhalb der Startlinie, haben aber immer noch den letzten Etappenort im Blick:



Dieses Casa cantoniera wird als Kuhstall nachgenutzt. Die Viecher lassen sich durch uns nicht stören. Auch sonst ist es hier sehr ruhig. Auf ca. 20 km begegnen wir gerade mal 5 Autos.



Der Blick in die Karte ist hier etwas fotomotivbedingt. Wir fahren die ganze Zeit nach einem gpsies-Track, der an wenigen Stellen kleine Zweifel verdrängt und uns immer sagt, wie viele Kilometer noch vor uns liegen.



In Cippo Garibaldi machen wir Rast in einer Bar. Brot oder Panini gibt’s nicht, dafür Kaffee, Käse und Mortadella. Wir haben noch eine eiserne Ration dabei, so wird’s ein üppiges Mittagessen. Das Hotel dahinter hat einen gewaltigen Internetauftritt, sieht aber aus wie eine Baustelle. Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant im Betriebskantinenstil. Im 1. Obergeschoss sind die Hotelzimmer. Das 2. und 3. OG ist Rohbau und die Fenster sind mit Brettern zugenagelt.



Kurz darauf erreichen wir unseren höchsten Punkt des Tages mit 1324 m im Ortsteil Rumia.



Eigentlich wollten wir uns ein Hotel ein paar Kilometer weiter im Urlaubsort Gambárie suchen. Dem Tipp von Lilly folgend ändern wir unseren Plan und fahren weiter über Melia Richtung Villa San Giovanni.



Die Straße liegt landschaftlich sehr schön zwischen Wiesen und Wäldern. Mit schnellem Tempo geht es fast ohne Antrieb hinab bis auf Meereshöhe. Unterwegs gibt es schöne Ausblicke. Hier sehen wir zum ersten Mal Sizilien. So eng haben wir uns den Stretto nun doch nicht vorgestellt.



In Villa San Giovanni wird’s etwas eng. Mit den Schildern traghetto a Messina finden wir schnell zum Fährhafen. Die Überfahrt kostet 2,50 € für Radler und Rad. Das Schiff vor uns legt gerade ab. Macht nix, das nächste fährt in 30 min.



Wir genießen die 30minütige Überfahrt mit einem Blick zurück ins Aspromonte



und einem voraus auf die Insel.



In Messina sind wir erst einmal positiv überrascht. Nach den doch etwas gräulichen Eindrücken in Kalabrien kommt uns die Stadt sehr viel bunter vor. Die zahlreichen wunderbar restaurierten Häuser aus der „guten alten Zeit“ (Belle Époque) verschaffen der Stadt ein schönes Antlitz. Trotz des Bebens von 1908 und der alliierten Bombenangriffe, die die Mehrzahl der Gebäude zerstörten, gibt es ungewöhnlich viele schöne Bauten der Vergangenheit. Unser Hotel, auch in einem attraktiven Gebäude untergebracht, darf etwas mehr kosten. Außerdem dürfen unsere Räder mal wieder im Foyer übernachten.

Ab jetzt fahren wir auf der 9. Giro-Etappe vom 15. Mai Richtung Ätna. Allerdings benötigen wir 4 Tage für eine Etappe. Zunächst verlassen wir die Stadt auf der SS 114, die im morgendlichen Berufsverkehr schön voll ist. Wir fühlen uns zum ersten Mal richtig heimisch, denn hier wird endlich mal richtig gehupt. Nein nein, nicht unseretwegen. Meist müssen die vorn stehenden Autofahrer „geweckt“ werden, die nicht bemerkt haben, dass die Ampel bereits drei Sekunden auf Grün steht. Das Telefongespräch ist doch viel wichtiger. Also erst beenden, dann weiter fahren.

Auch hier gilt das Nase-vorn-Prinzip. Einfach unerschrocken losfahren, sonst kommt man nicht in den laufenden Verkehr rein, auch mal akzeptieren, dass einer von der Seitenstraße rein muss. Leben und leben lassen. Außerdem ist die Straße ja nicht nur zum Fahren da. Der ambulante Einzelhandel benötigt natürlich Fläche



Ob Fisch oder Knoblauch, Gemüse oder sonstwas.



Auch Autowerkstätten, Waschanlagen und Tischler benötigen öffentlichen Raum, um ihrem Geschäftszweck nachzugehen. Nach ein paar Kilometern verlassen wir die SS 114 und fahren meist parallel durch kleine Vororte.



Irgendwann sind die auch zu Ende, so dass wir wieder auf der Uferstraße landen. Außerhalb der Ortschaften ist die nur wenig befahren, so dass wir die Ausblicke aufs Meer und die letzten Blicke aufs Festland mit Réggio di Calábria genießen können.



Am Nachmittag erreichen wir Taormina, den überlaufenen Touristenort, der sich bis 250 m über der Küste erhebt. Faul wie wir sind, haben wir ein Hotel unten am Meer geordert. Glücklicherweise gibt’s ja die funivia, die uns für 3,50 € die 190 Höhenmeter hinauf zur Stadt abnimmt. Noch am Abend wälzen sich Massen von Touristen durch die Stadt, aber darf man sich beklagen, ist ja selber einer. In einem ristorante etwas über der Stadt probieren wir einigermaßen preiswert lokale Gerichte. Dazu gibt’s etwas sizilianische Musik.



Aber auch nach dem Dunkelwerden ist es noch ordentlich voll, naja, einmal halten wir das aus. Planmäßig legen wir einen Badetag ein. Auch Anfang Juni hat die Saison noch nicht begonnen. Nur die Ausländer springen in das 20° kalte Wasser. Am Abend ruft nochmal die Stadt auf den Hügel. Das Wetter ist etwas weniger trüb und wir hoffen auf den berühmten Ätna-Blick vom teatro greco, das eigentlich ein römisches Theater ist.



Aber auch heute kann man den Ätna, der üblicherweise einen tollen Bühnenhintergrund abgibt, nur ahnen. Wir müssen noch eine Weile warten, bis die Abendsonne endlich die Konturen klarer werden lässt.



Am nächsten Morgen nehmen wir den ersten Teil unserer Ätna-Besteigung in Angriff. Wir wollen es bis Linguaglossa auf 550 m schaffen. Zunächst fahren wir durch Giardini Naxos, eigentlich ein schöner Ort, aber auch sehr touristisch überlaufen, bisschen ballermannmäßig. Wir kaufen Wasser und Gemüse ein



und verkrümeln uns ins Hinterland, immer noch auf der Giro-Etappe. Die schmale Straße führt durch Zitronen- und Olivenhaine im Tal des Alcántara, einem Flüsschen, dessen Bett gelegentlich durch einen Lavaausbruch verlegt wird.



Kurz vor Castiglione sehen wir den Ätna nun etwas klarer, aber immer noch ein wenig im Dunst. Die Dampfwolken sind aber schon gut auszumachen.



Hier muss ich erst einmal lachen. Preisfrage: Welches Verkehrsschild ist absolut überflüssig?



Klar, bereits nach 200 m hupt der erste Autofahrer, Scheibe runter, Daumen hoch, wir winken zurück.



Nächste Preisfrage: Wie erreicht man diesen Parkplatz? Vier Mann, vier Ecken?



Auch in diesem Ort liegen Anfang und Ende mindestens 100 Höhenmeter auseinander. Zum Schluss gibt’s nochmal 10 % und einen schönen Blick zurück.



Doch damit nicht genug, wir müssen noch den 700 m-Pass bezwingen, bevor wir die



angepeilten 550 m in Linguaglossa erreichen. Wie so oft in Italien, geraten wir mal wieder in eine Hochzeit.



Doch wie findet man die Via Paolo Borsellini? Kennt hier keiner. Die Straßen im Neubaugebiet sind noch nicht in den digitalen Karten enthalten. Also anrufen, wir sind an der Kreuzung Garibaldi/Umberto, ja wir holen Sie ab. 10 min später fahren wir hinter dem Auto der Gastgeber hinterher.

Unsere B&B-Unterkunft erweist sich als toller Tipp - mit Ätna-Blick, das Pizza-Restaurant im centro dagegen als seltener Reinfall. Macht nichts, wir freuen uns auf den nächsten Tag. Unsere kürzeste Etappe über 15 km (!) soll uns 875 m höher bringen. Mit großem Respekt gehen wir Flachlandhelden diese Herausforderung an. Auf der Strada di Mareneve schrauben wir uns in zahllosen Serpentinen hinauf. Die Steigungen sind moderat, meist 4 bis 6%, nur kurz mal 10 bis 12 %, das schaffen wir gerade so!



Gegen Mittag erreichen wir das Rifugio Ragabo auf 1425 m, ein Blockhaus mit einem großen Restaurant und etwa 8 Gästezimmern. Ich hatte von zu Hause vorgebucht, was aber nicht nötig gewesen wäre. Selbst am Wochenende sind nur 2 Zimmer belegt.

Am nächsten Tag verlassen wir die Giro-Etappe und begeben uns auf eine etwas ungewöhnliche Strecke, die ich im Kettlerbuch gefunden hatte. Die Route umrundet den Ätna nördlich und westlich. Der Höhenweg schwankt dabei zwischen 1400 und 1960 m. Das ist eigentlich eine typische MTB-Strecke, mit Reiserädern und Gepäck aber überwiegend gut zu befahren. Auf gpsies gibt’s den passenden Track, worüber ich im Nachhinein sehr froh bin, da die Kettler-Beschreibung doch sehr dünn und z.T. fehlerhaft ist. Die Strecke beginnt als recht glatter Waldweg durch hochgewachsenen Baumbestand.



Nach etwa 2,5 km beginnt das Lavafeld von 1879, hier mit schöner Schneise, leider aber mit losem Schotter,



so dass wir die 10 % Anstieg nicht im Sattel überstehen.



Hier wird es wieder etwas gemütlicher, fast wie auf einem touristischen Radweg. Allerdings fahren wir jetzt fast ständig über freies Feld, also ohne Schatten.



Nun erreichen wir die Lava von 1947, noch recht frisch also, so ungefähr muss es auf dem Mond aussehen. Nachdem wir am Abzweig zum Rifugio Timparossa 1710 m erreicht haben, geht es wieder abwärts.



Immer wieder gibt es schöne Ausblicke auf die Landschaft im Norden und im Nordwesten des Ätna.



Die Lava von 1624 stellt uns vor eine besondere Aufgabe. Hier heißt es, auf dem Niveau von 1400 m entweder 1 km schieben oder auf einem Forstweg weitere 100 Höhenmeter aufgeben und neu erklimmen. Wir entscheiden uns für die „Extremstrecke“. Die Räder müssen zunächst fast einen Meter hochgehoben werden



dann geht’s auf schmalem, holprigem Pfad



durch eine wunderbare, fast menschenleere Landschaft. Immerhin treffen wir später ein paar Wanderer und ein paar Mountainbiker, die ihre Sonntagsrunde drehen.



Mit unvergesslichen Eindrücken,



schönen Entdeckungen am Wegesrand,



ständig wechselnder Vegetation und gelegentlichem Blick auf den Gipfel geht es weiter. Ab dem Rifugio am Monte Spagnolo fahren wir wieder auf Waldwegen.



Immer wieder geht es auf und ab. Die 500 m Höhengewinn des Tages müssen wir uns mit 1200 Höhenmetern „erarbeiten“.



Dafür sind wir von der Schönheit der Landschaft nahezu überwältigt. Zur Mittagpause (wir hatten uns die Taschen mit den Kleinverpackungen vom Frühstück vollgestopft) fange ich an, die Wasservorräte nachzurechnen. Unterwegs gibt’s hier keine Möglichkeit nachzutanken. Mit jeweils 3 x 1,5 l kommen wir ganz gut hin.



Auf etwa 1700 m nimmt die Vegetation „skandinavische Züge“ an.



Die Lava von 1864 durchqueren wir auf etwa 1800 m Höhe.



Nun folgen ständig kleinere Wäldchen im Wechsel mit Lavafeldern. Am Rifugio Palestra erreichen wir den höchsten Punkt des Tages mit etwa 1960 m.



Das kleine Wäldchen leidet wohl unter Wassermangel, passt aber gut in diese bizarre Umgebung.



Zum Schluss geht es wieder auf ca. 1700 m hinab. Um diese Autosperre zu überwinden, müssen wir abrüsten.



Wir helfen den italienischen Papas beim Rüberheben des Kinderanhängers. Die beiden revanchieren sich natürlich und heben unsere Ausrüstung mit allerlei Späßen und Gelächter auf die andere Seite. Die Frage nach dem weiteren Verlauf hätten wir uns sparen können „ sempre giù“. Natürlich geht es fast nur bergauf.

Nun erreichen wir die SP92, die Straße von Catania zum Rifugio Sapienza, bzw. Etna Sud. Nun nochmal 200 m aufwärts auf Asphalt inmitten der Lavafelder von 2002



und wir erreichen Etna Sud auf etwa 1920 m. Diese Etappe war mit 40 km eine unserer kürzesten, ganz sicher die anstrengendste und wahrscheinlich auch die schönste. Dank der Topografie einschließlich Schiebestrecken kommen wir auf einen Schnitt von 8,5 km/h.
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#743052 - 26.07.11 00:09 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Dietmar
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Davide, der Inhaber des Hotel Corsaro bietet 10 % Discount für Biker. Auf meine Ankündigung, mit dem Fahrrad zu kommen, schrieb er zurück, dass sich der Discount nur auf motorisierte Zweiräder bezieht, aber … Immerhin hat er vor gut 2 Wochen einen Teil der Giro-Karawane beherbergt.



Auch hier bleiben wir für 2 Tage. Nach einem üppigen Hotelfrühstück begeben wir uns zur Funivia dell’Etna. Für 53 € darf man 1000 m höher, aber leider nicht zum Gipfel auf 3300 m, da Stromboli-Aktivitäten erwartet werden. Die lassen leider noch einen Monat auf sich warten, so dass wir das Feuerwerk nur im TV zu Hause erleben.

Wegen des starken Windes fahren wir mit dem Geländebus bis zur Bergstation auf ungefähr 2.600 m.



Hier kann sich die Stöckelschuhfraktion leihweise mit höhentauglicher Kleidung ausstatten. Wir sind besser vorbereitet und mit Fleece- und Regenjacke gut gerüstet. Weiter geht es mit dem Geländebus zum Torre del Filósofo auf 2.900 m. Hier pfeift ein starker Wind, der einen die Asche ins Auge treibt.



Mit den Bergführern wird eine Runde gedreht, in kleine Krater geschaut,



ehrfürchtig die dampfende Oberfläche registriert,



die Tragfähigkeit der Schnee- und Aschedecke begutachtet und bedauernd zum Philosophenturm hinaufgeschaut.



Mit dem Bus geht’s wieder zurück zur Bergstation. Jetzt fährt die Seilbahn wieder. Der Blick ins Tal ist atemberaubend. Vor uns liegt das Lavafeld von 2002, das die meisten Gebäude des Rifugio zerstört hatte, die Talstation und unser Hotel aber verschonte.



Leider ist das Wetter zu dunstig, so dass Nicolosi und Catania nur zu erahnen sind. Da der Wind sich nun gelegentlich zurückmeldet, stoppt die Bahn zweimal. Wir müssen minutenlang warten, bis sich die Kabinen ausgeschaukelt haben.

Die nächste Etappe ist die leichteste unserer Tour, 38 km nur bergab bis ins Zentrum von Catania.



Die Straße schlängelt sich ein paarmal durch die Lavamassen



und zeigt allerlei Interessantes am Wegesrand:



Kurz vor Nicolosi wird Basalt abgebaut, Baumaterial, das bis vor die Tore der Stadt geliefert wurde.



In Nicolosi habe ich mal wieder gegen die Einbahnstraße geplant, wir fahren etwas defensiver und keiner regt sich auf.



Auch hier wird die Straße verstärkt durch den Einzelhandel genutzt.



Wer diese Wegweisung verstehen soll …



In Catania fahren wir auf der Busspur der Via Etnea fast 3 km immer geradeaus mitten ins Zentrum. Direkt am Domplatz ergattern wir ein ungewöhnlich preisgünstiges, im Stil der Gründerzeit ausgestattetes Hotelzimmer mit Blick auf den Dom, was will man mehr.



Wir besichtigen die Stadt mit zahlreichen wunderbaren Bauten des sizilianischen Barock und aus der Belle Époque, mit dem Teatro Bellini, dem Teatro Romano und gehen abends ins ristorante. Bis 20 Uhr dürfen die Autos noch zwischendurch fahren, dann wird abgesperrt.



Im Süden geht man ja ohnehin erst um 21 Uhr Abendessen. Nur wir Touris belästigen das Personal schon vor 20 Uhr.

Am nächsten Morgen versuchen wir, die Stadt auf Nebenwegen zu verlassen, was nicht ganz einfach ist, da immer wieder die Gefahr besteht, auf einer Superstrada oder der Autobahn zu landen. Hinter diesem Stadttor lässt der Verkehr rapide nach



und wir fahren mit sicherer Begleitung



hinaus aus der Stadt. Nachdem wir die peripheren Bauten des sozialen Wohnungsbaus und das ausgedehnte Gewerbegebiet hinter uns lassen, fahren wir durch ruhigere und dünn besiedelte Landschaften. In Lentini müssen wir nochmal 250 m hoch bis Carlentini.



Danach kommen wieder leicht wellige, wenig besiedelte Landschaften mit zum Teil verwaisten Bauernhöfen



bis wir Siracusa erreichen:



Wir schwimmen mit dem Verkehr mit,



der uns bis in die Altstadt Ortigia auf einer Halbinsel trägt. Von der Zufahrtsbrücke



beobachten wir eine Partie Kanupolo – was es nicht alles gibt!



Nun geht’s zum „offiziellen“ Schlusspunkt unserer Radreise, dem südlichsten Punkt, den wir je auf Radreisen erreicht haben, immerhin registrieren wir den 37. Breitengrad.



Die Südspitze wird umrundet, die Sonneninsel der Siracusani



bestaunt und ein Quartier gesucht. Wir landen im B&B Akropoli in historischem Gemäuer, schätzungsweise 17. Jahrhundert. Die Zimmer sind jedenfalls bestes 21. Jahrhundert und dazu noch recht preiswert. Nur die Räder sollen wir draußen im öffentlich zugänglichen Hof lassen. Nee, das geht nicht. Freundlicher Disput mit der Rezeptionistin, il boss wird gerufen: Räder übernachten im Frühstücksraum, na geht doch!

Beim abendlichen Rundgang beobachten wir das Treiben auf dem Domplatz,



spachteln ordentlich Pasta mit Meeresfrüchten und machen noch eine nächtliche Runde durch den mittelalterlichen Ort.

Inoffiziell ist die Reise natürlich noch nicht beendet, denn wir müssen irgendwie in die Nähe des Flughafens kommen. Air Berlin hat den Abflug vorverlegt und am Pfingstsonntag fährt kein Regionale.



Zurück nach Catania fahren wir nun entlang der Küste, die bis Augusta ein gruseliges Bild abgibt. Hier wechselt Ölhafen mit Tanklager, Raffinerie und Chemiewerk. Na wenigstens grüßt uns mal wieder der Ätna mit weißem Dampf.



Zu allem Übel brennt eine der Chemieanlagen:



Leute am Straßenrand warnen uns, weiterzufahren: Tossico, tossico … Wir basteln uns einen Mundschutz und fahren weiter.



Später sehen wir, dass sich die Belegschaft noch näher dran am Werktor aufhält. Wird schon nicht so schlimm sein …



Augusta sehen wir nur von weitem, ist auch besser so. Da scheinen nur Öltanker im Hafen zu liegen. Danach wird’s wieder ländlich. Wir sehen hier wie auch anderswo in Sizilien und Kalabrien viele aufgegebene Bauernhöfe, andererseits aber auch sehr viele Neubauten.



Jetzt geht es weiter an der Küste entlang, die wir von einer Anhöhe sehen.



Kurz vor Catania haben wir im Villagio Europeo einen kleinen Bungalow am Strand gebucht und lassen für drei Tage die Beine baumeln.



Den Ätna immer im Blick warten wir auf ein bisschen Illumination, aber für uns hat er nur etwas Dampf übrig.



Wir genießen den letzten Tag der Vorsaison (11. Juni) und erleben in der letzten Nacht, was hier Saison bedeutete: Freiluft-Disko am Nachbarstrand von Mitternacht bis 5 Uhr.



Heute klingelt der Wecker um 4:15 Uhr. Um 5 starten wir zum Flughafen. Es ist tiefschwarze Nacht. in Fontanarossa, kurz vorm Flughafen hat die Bar schon geöffnet, also schnell noch ein italienisches Frühstück: un caffè e un brioche



Nun sind es noch 2 Kilometer bis zum neuen Flughafen:



Wir haben genügend Zeit, die Räder vorzubereiten. Die Pappe haben wir unterwegs aufgelesen, Bindfaden und Klebeband hatten wir uns vorher besorgt. Beim Einchecken wurden wir noch mit der Forderung konfrontiert, das Vorderrad auszubauen. Na gut, auch das noch. Nun passen die Räder aufs breite Band und schon sind sie durch.



Beim Einstieg noch kurz ein Blick auf den Ätna, Nachfrage bei der Flugbegleiterin, ja die Räder sind verladen. Gut, dann können wir starten.



Wir umrunden den großen Berg nochmal



und biegen nach Norden ab, lassen Sizilien hinter uns, überfliegen die Liparischen Inseln mit der Isola Vulcano,



erreichen Capri



im Golf von Neapel, überfliegen den Ausgangspunkt unserer Reise mit dem Vesuv



und landen pünktlich in Berlin. Nach einer Stunde sitzen wir auf den Rädern und radeln gen Heimat.



Obwohl die Tour eigentlich „nur“ die Fortsetzung vom Vorjahr war, sind wir doch voller neuer Eindrücke heimgekehrt.

Der Mezzogiorno ist schon ein etwas anderes Italien. Irgendwie einsamer, rauer, urwüchsiger. Auch die Sprache ist hier etwas gewöhnungsbedürftig. Ich muss öfter mal nachfragen, um die Menschen zu verstehen. Dafür schlägt uns aber eine große Freundlichkeit entgegen.

Viele Leute sprechen uns an, nachdem Sie unsere Herkunft erahnen. Viele waren zum Arbeiten in Deutschland und haben sich positive Erinnerungen bewahrt. In Kalabrien schwärmte ein älterer Herr in schönstem Schwäbisch von seiner Zeit am Bodensee, wo er schaffe war.

Sizilien ist eine positive Überraschung für uns. Leider fährt man immer mit irgendwelchen dummen Vorurteilen los und stellt dann fest, dass alles ganz anders ist. Natürlich sieht man auch die schlimmen Seiten wie die zum Teil verschandelte Natur, daneben aber eine bunte Insel mit lebensfrohen, angenehmen Menschen, die uns jederzeit freundlich zugetan waren, Autofahrer, die uns Beifall bekundeten, Gemüsehändler, die noch ein Stück oben drauf legten. Das hält man ja nur 3 Wochen aus!

Unser Weltbild kam erst wieder in Ordnung, nachdem uns ein Berliner Autofahrer nach den ersten drei Kilometern auf deutschem Boden anhupte und der Straße verwies „Faaarraaadweeeg!!“

Sofort war sie wieder da, die Sehnsucht nach dem Land, wo die Zitronen blüh‘n.



A l’anno prossimo!


Für die Statistik sind 1066 km mit ca. 12.000 Höhenmetern zu vermelden.
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#743053 - 26.07.11 00:27 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
DebrisFlow
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Hallo Dietmar, toller Bericht und ne Menge schöner Bilder. bravo
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#743108 - 26.07.11 09:03 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
RADGER77
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Ja, ein echt schöner Bericht. Süditalien ist eine Reise wert, da muß ich auch mal hin.
Das Wetter hat ja auch gehalten was es dort meistens verspricht und bei regelmäßig erscheinenden Müllhaufen bleibt man auch gut im Tritt. bäh
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#743119 - 26.07.11 09:51 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
gerold
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Sehr schöner Bericht mit netten Fotos - so manche Straße bin ich auch schon gefahren. Süditalien ist wirklich eine nette Ecke und immer eine Reise wert.
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#743127 - 26.07.11 10:11 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
SuseAnne
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Ach, wie schön, danke!

sagt Suse
Bitte die bestellten Buffs rasch bezahlen. Treffpunkte für die über mich laufenden Raum Stuttgart-Sammelbesteller werden demnächst bekanntgegeben!
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#743173 - 26.07.11 12:00 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Landradler
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Sonnige Urlaubsstimmung bei dem miesen Wetter hier. Einfach klasse. schmunzel
Gruß, Michael

- Buckelst du noch oder liegst du schon? -
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#743382 - 26.07.11 20:37 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: DebrisFlow]
Dietmar
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Danke allen für das freundliche Echo!

An Radger: Das mit dem Müll konzentriert sich vor allem auf Neapel und ein paar andere Orte. Das prägt sich natürlich ein. Die Mehrzahl der Orte und Straßenränder im Süden sind aber auch nicht dreckiger als in Deutschland.

An Gerold: Hast Du noch Tracks von Deinen Touren? Ich hatte für meine Streckenplanung viele Tracks aus gpsies entnommen, u.a. auch von einem Forumsmitglied. Wetterbedingt haben wir ja nicht alles umsetzen können, bleibt also noch was für Folgetouren. Vor allem von Sizilien und Basilikata muss ich noch mehr sehen.

Gruß Dietmar
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#743439 - 26.07.11 21:05 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
thomas56
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Das Lesen hat Spass gemacht.
Klasse Bericht!
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#743462 - 26.07.11 21:35 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
natash
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Hallo Dietmar,

na, da bekommt man ja direkt Lust auf Italiens Süden + Sizilien - aber nicht mehr Ende Februar... zwinker
Merci

Gruß nat
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#743474 - 26.07.11 21:50 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: natash]
Dietmar
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Hallo Natalie,

aus ein paar Bemerkungen im Bericht hat man sicher herausgelesen, dass ich die Vorsaison kurz vor der eigentlichen Saison (Ende Mai bis Mitte Juni) als beste Reisezeit für Italien sehe. Man hat keine Probleme mit der Unterkunft und das Wetter ist meist ok zum Radfahren. Die Hauptsaison ist meist laut und teuer, nix für mich.

Also Februar ist schon Extremtourismus. schmunzel

Gruß Dietmar
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#743477 - 26.07.11 21:57 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Pedalpetter
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Hallo Dietmar,

hast Du gut gemacht. zwinker
Schönen Gruss auch an Sigi,
Volker
Gruß
Volker
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#743486 - 26.07.11 22:15 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Pedalpetter]
m.indurain
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Hallo Dietmar,

tolle Tour und gut geschrieben.

Mutig die "Querfeldein-Tour" am Ätna.

Die genaue Fahrstrecke hätte mich noch interessiert. Größere Teile der Strecke bin ich auch schon gefahren.

Gruß
Peter

Geändert von m.indurain (26.07.11 22:17)
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#743512 - 26.07.11 22:41 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: m.indurain]
Dietmar
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Hallo Peter,

klar, dass Dir die Strecke bekannt vorkommt, habe ja ein paar Anregungen von Deiner Seite. Die Ätna-Runde war eigentlich nicht schwierig, man sollte eben nur ein bisschen mehr Zeit einplanen. Die Strecke könnte natürlich bei Regen sehr schwierig werden.

Die italienischen MTBer haben uns jedenfalls wie Aliens angeschaut. Die kamen mit leichten Rädern, sind mal 10 km ins Gelände gefahren und dann zurück zum Auto.

Gruß Dietmar
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#743522 - 26.07.11 23:14 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
m.indurain
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Seid Ihr nicht zufällig Forenmitglied Dieter Zickert begegnet, der etwa um die gleiche Zeit in Kalabrien unterwegs war und zumindest einen kurzen Teil Eurer Strecke auch gefahren ist. Er hat sogar im gleichen Hotel in Delianuova übernachtet ...

http://www.calabria2011.dzickert.de/html/gambarie_-_delianuova.html

Gruß
Peter

Geändert von m.indurain (26.07.11 23:15)
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#743564 - 27.07.11 08:15 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: m.indurain]
Dietmar
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Hallo Peter,

Dieter ist ca. 4 Wochen nach uns gefahren. Ich hatte aber auch seine Seite vorher nach Tipps durchsucht. Er treibt sich aber mehr in der Basilikata rum. Die hatten wir ja weitestgehend wegen des Wetters links liegen lassen. Kommt nun auf den Plan für die nächsten Jahre. schmunzel

Die Strecke Santo Stefano - Villa San Giovanni hatte ich auch im Plan, aber in Gegenrichtung. Da kam aber der Tipp von Lilly im Grand Hotel in Delianuova, dass wir besser über Melia fahren sollten, da die andere Strecke wegen der vielen Serpentinen gern durch die Möchtegern-Schumis genutzt wird. Wahrscheinlich war das übertrieben. Außerhalb der Ortschaften haben wir eigentlich kaum nennenswerten Kfz-Verkehr erlebt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und noch viele schöne Touren im Zitronenland!

Gruß Dietmar
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#743576 - 27.07.11 09:15 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Juergen
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In Antwort auf: Dietmar

Kurz vor Catania haben wir im Villagio Europeo einen kleinen Bungalow am Strand gebucht und lassen für drei Tage die Beine baumeln.




bravo bravo bravo
tolle Tour und Danke für den schönen Bericht.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen +
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#743578 - 27.07.11 09:30 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
ziegenpeter52
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Hallo Dietmar,
müßt ihr immer alles 1 Jahr vor uns erradeln, was wir im Folgejahr vorhaben? Erst F, R + N und jetzt N bis zum Ätna, was bei uns für 2012 geplant ist! Was die Planung betrifft sind wir ja Greenhörner, sodass ich erst durchs Lesen auf gpsies gestoßen bin, haben wir doch sonst die Landschaft, Kirchtürme, Eisenbahnstrecken beobachtet und uns erst dann danach zur Richtung entschlossen(was meist auch nicht verkehrt war).
Auf den (Ab)Rat von MTB´lern(z.B. Cres-Valun) hören wir schon überhaupt nicht, sodass die Geländestrecke uns auch interessieren würde. Toll die gesamte HM-Bilanz!
...und vor allem, jetzt sah man auch mal die Mitfahrerin von vorne!
Peter
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#743587 - 27.07.11 09:46 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: ziegenpeter52]
Dietmar
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Hallo Peter,

dann freue Dich auf schöne Tage 2012, Vorfreude ist doch das Schönste! schmunzel

Wenn Du willst, kann ich Dir noch meine Originalplanung schicken, und zwar die Strecke ab Maratea durchs das Landesinnere. Ansonsten mal bei Peter (indurain) und Dieter (in Peters Beitrag verlinkt) reinschauen. Da bekommst Du viele Tipps.

Na, die Höhenmeter-Bilanz ist für uns Flachlandhelden toll, zumal wir uns erst seit Kurzem an die Berge herantrauen. Im Forumsmaßstab sind das aber eher "kleine Fische". schmunzel

Die Geländestrecke auf keinen Fall auslassen! Ich setze mal ein wenig fahrerisches Erfahrung voraus. Man muss eben ständig aufpassen, denn die Oberfläche ist dort ja nicht statisch, sondern verändert sich mit den Aktivitäten des Mongibello.

Falls Du die Strecke mit GPS fahren kannst, wäre optimal. Dann kannst Du "blind" fahren, musst unterwegs weniger herumrätseln und kannst Dich gut auf den Weg konzentrieren.

Gruß Dietmar
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#743603 - 27.07.11 10:37 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
ziegenpeter52
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Hallo Dietmar,
danke für Angebot über Streckenführung, die ich mir bereits über gpsies betrachtet habe. Außerdem habe ich gleich die genannten Ortnamen notiert.
Das es leistungsstärkere Reiseradler gibt, ist klar, aber mir persönlich mit 6 Taschen reichen 700HM am Tag, bei 1200 brauch ich 2 Tage Rast.
Mit Navi wollen wir vorert nicht fahren, würde doch hierbei die Spontanität fehlen oder das oft 30-minütige Streiten an Weggabelungen, wobei ich dabei fast mit den femininen Argumentationseinsätzen in Ohnmacht falle.
Peter
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#743738 - 27.07.11 19:34 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: ziegenpeter52]
lytze
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Danke für den informativen und schönen Reisebericht, für die Tipps und die Bilder.
Jetzt weiß ich schon ein paar Details mehr, was nächstes Jahr im mai auf mich zukommt - ich will von Catania nach München radeln, allerdings (überwiegend) mit Übernachtung auf Campingplätzen.
Könnt Ihr meine Erwartung bestätigen, dass (von Euch aus den Augenwinkeln betrachtet) die CP schon geöffnet, aber meist so gut wie leer sind?

Na ja, ich habe ja noch ein dreiviertel Jahr Zeit zum Planen ....

Gruß
lytze
Wer schnell fährt, kann auch schnell schreiben...
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#743752 - 27.07.11 20:16 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Stefan aus B
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Hallo Dietmar,

wunderschöner Bericht, hat sich gut gelesen und die Vorfreude auf unseren Radurlaub Ende August - wenn auch nicht Italien sondern diesmal in Deutschland - verstärkt.

Gruß

Viola+Stefan
Alle reden vom Wetter, wir radeln los.

(frei nach einem DB-Werbespruch der siebziger Jahre)
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#743774 - 27.07.11 21:47 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: lytze]
Dietmar
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In Antwort auf: lytze
... was nächstes Jahr im mai auf mich zukommt - ich will von Catania nach München radeln, ...

Mit CP könnte es Anfang Mai eng werden. Ab Mitte Mai sollten die Chancen steigen. Bin aber nicht so der Camping-Experte.

Allgemein dauert die Saison in Italien von Mitte Juni bis Mitte September, im Kern eigentlich nur Juli/August. Dann ist alles am Meer und z.T. in den Gebirgsregionen.

Davor sind in den Urlaubsorten meist nur wenige Hotels geöffnet, manchmal nur eins von 10. Bessere Chancen hat man in den "normalen" Stadthotels, die meist ganzjährig geöffnet sind. Im Süden würde ich durchaus Chancen sehen, einen wilden Platz zu finden. Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass man mal beim Bauern oder in Wohnsiedlungen mit Gärtchen nachfragt.

Habe im Mezzogiorno jetzt verstärkt B&B gesehen. Die Schilder dorthin sind oft mit Telefon-Nr. versehen, so dass man unnötige Wege vermeiden kann. Die Inhaber wohnen auch oft nicht dort.

Viel Spaß bei der Planung. Den Ätna würde ich Dir wärmstens empfehlen, allerdings ist die Auffahrt ab Catania über Nicolosi nicht ganz ohne. Die HP vom Hotel Corsaro hat aktuelle Fotos von den Vulkan-Aktivitäten.

Gruß Dietmar
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#743817 - 28.07.11 00:24 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
pottkind
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Hallo Ihr Zwei.
Toller Bericht. Die Lava Tour war ja wohl einsame Klasse. Gespenstisch!
Danke dafür, Gruß Peter
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#743839 - 28.07.11 07:32 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
lytze
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Danke Dir erstmal!
Die eine oder andere Übernachtung außerhalb von CP's ist auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen (getreu dem Motto, das man Gunther Sachs nachsagt: "Auf alles könnte ich verzichten, nur auf meinen Luxus nicht...").

Vielleicht komme ich gelegentlich noch mit Ergänzungsfragen, z.B. dieser:
Ihr hattet hoffentlich häufiger/ständig etwas Gegenwind - weil ich den dann als Rückenwind haben werde...

Aber im Ernst: Gibt es da unten eine (im Mai vorherrschende) Windrichtung? Wäre gut zu wissen, damit ich ggf. mein Erscheinungsbild etwas windschnittiger gestalten kann.
In Deinem Bericht erwähnst Du (glaube ich) nichts darüber. Dafür aber der Hinweis, dass Küstenstraßen nicht unbedingt immer eben verlaufen, sondern ein ständiges Auf und Ab bedeuten können. Aber das war mir schon vorher klar!
Gruß lytze
Wer schnell fährt, kann auch schnell schreiben...
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#743909 - 28.07.11 11:38 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: pottkind]
cyclestar
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In Antwort auf: pottkind
Hallo Ihr Zwei.
Toller Bericht. Die Lava Tour war ja wohl einsame Klasse. Gespenstisch!
Danke dafür, Gruß Peter


Kann mich nur anschließen! Echt toll...
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#744102 - 28.07.11 20:32 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: lytze]
m.indurain
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In Antwort auf: lytze
Aber im Ernst: Gibt es da unten eine (im Mai vorherrschende) Windrichtung?


Ende Juni hatten wir an der Westküste zwischen Praia a Mare und Pizzo bei Hochdruckwetterlage relativ starken Rückenwind.

Auf www.meteo.it wird die Windrichtung anschaulich dargestellt (mari e venti).

Gruß
Peter
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#744105 - 28.07.11 20:38 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
m.indurain
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In Antwort auf: Dietmar
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und noch viele schöne Touren im Zitronenland!


Danke. Nach der Abruzzen/Latium-Tour dieses Jahr geht es wahrscheinlich erst mal wieder nach Frankreich und Alpenraum.

Gruß
Peter
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#744153 - 28.07.11 22:24 Re: Mit dem Fahrrad über den Ätna [Re: Dietmar]
Weg=Ziel
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Wunderbar, Dietmar! bravo bravo bravo

Viele Grüße an euch beide Italophilen von
Wendel
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