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#1376500 - 01.03.19 15:19 Radtour Niederlande 2018
immergegenwind
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 152
Dauer:9 Tage
Zeitraum:11.6.2018 bis 19.6.2018
Entfernung:538 Kilometer
Bereiste Länder:beBelgien
deDeutschland
nlNiederlande

Radtour Niederlande 2018

Genussradtour mit 6 Männern, +/- 60 Jahre.
Einmal im Jahr geht es zu viert bis sechst auf ein einwöchige Radtour mit Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft (Hotel, Pension, B&B).
Der Plan für dieses Jahr war kein Flussradweg, wie die Jahre zuvor, sondern längs durch die Niederlande von Nord nach Süd, dabei auch größere Städte besuchen. Also keine Küstentour z.B. auf der bekannten LF 1a/b Nordseeroute.
Einige LF Routen waren Teil des Tracks, den ich mit Naviki zuhause geplant hatte.

Tag 1, Leer - Winschoten (41 km)

Anreise mit DB aus Bereich Hamburg nach Leer, ab frühen Nachmittag durch das Rheiderland und Weener nach Nieuwe Schans über die grüne Grenze.
Dort trafen wir 2 Kanadier auf Europaradreise.

Weiter durch wenig prickelnde Ackerbaulandschaft nach Winschoten. Dies ist ein Ort, der wohl eher ab- als aufstrebend ist, viele „Te Kop“ Schilder an Geschäften und Wohnhäusern, kein “verkocht“. Haben aber sehr gut gegessen in einem mazedonischen Restaurant; über das Hotel hüllen wir uns in Schweigen.


Grüne Grenze bei Nieuwe Schans, vorne mein Rad VSF TX800.

Tag 2, Winschoten - Groningen – Assen (76 km)

Wenn man schon in Nordholland radelt, sollte auch Groningen, das Radelmekka in Friesland, radwegemäßig besucht werden. Sehr gute Wegeführung ins Zentrum der Stadt, dort Päuschen auf dem Marktplatz. Aber irgendwie herrschte dort keine „Radlerruhe“, sondern ständiges Orgelspielen aus dem Turm der Hauptkirche, auch Freiwillige dürfen mal ran, klang recht amateurhaft, dazu alle paar Sekunden Krankenwagen und Polizei mit lalülala. So haben wir uns von dannen gemacht zum zweiten Tagessziel Assen. Als Tagesziele hatten wir generell größere Städte ausgewählt, dort auch immer Unterkünfte vorgebucht.


Unterwegs schöne Villen an Kanälen.

Assen ist eine typisch holländische Stadt, keine hohen Häuser auch in der Innenstadt, breite Einfahrstraßen mit sehr guten Radwegen. Einige gute Restaurants und Bierkneipen.
Radfahrer in den Niederlanden machen Handzeichen, wenn sie abbiegen wollen; junge Leute haben genauso wie in Deutschland Stöpsel zum Musikhören im Ohr und spielen ebenso mit dem Smartphone während der Fahrt. Sie fahren auf ihren Gazellen oft in Ellenbogen-auf Oberlenker- Stützhaltung, um dem Gegenwind auszuweichen. Sie fahren mutmaßlich deutlich längere Strecken zu Arbeit, Schule, Uni…

Tag 3 , Assen – Zwolle (86 km)

Stadtauswärts kamen wir nach Durchquerung eines Parks an der bekannten Motorradrennstrecke vorbei. Das ist zwar gar nicht meine Sportart, aber einen Blick auf die Strecke werfen schadet nichts, alle Tore waren offen, keine Trainings und Tests waren angesagt.


Rennstrecke Assen ohne Lärm.

Weiterfahrt durch schöne Heide- und teilweise Waldgebiete über die Stadt Meppel (dort Mittagspause) nach Zwolle. Dort hatten wir am Rand der Innenstadt ein B&B mit 6 Betten ganz für uns allein, alles ganz eng aber schick im Design, dazu eine sehr nette Vermieterin. Am nächsten Morgen allerbestes Frühstück.
Zwolle hat einen sehr netten und hübschen belebten Stadtkern, viele Straßencafés. Die Stadt ist absolut einen Besuch wert.


Schöne Altstadt Zwolle.

Tag 4, Zwolle – Arnhem (75 km)

Mein Naviki-Track (gewählter Streckentyp „Alltag“) führte uns nach Süden über Heerde nach Apeldoorn, dort Mittagessen in der Innenstadt, und auf kurzem Weg zurück auf den Track. Nun sollte gemäß Wetter-App ein Regenband durchziehen, wir fuhren aber weiter, da es auf sich warten ließ. In der Nähe von Honderloo im „National Park Hooge Veluwe“, einem Wald- und Heidegebiet, erreichten wir ein Café, in dem wir den durchziehenden einstündigen Regenstreifen abwarten konnten (der einzige Regen während der gesamten 8 Tage).

Weiter ging es durch viel Wald und Wiese nach Arnhem, dessen Innenstadt mit dem gebuchten Bahnhofshotel wir sicher erreichten. Dort gab es keinen Fahrradstellplatz, aber nur 100 m weiter war der Bahnhof mit dem Fahrradparkhaus (Fietsenstalling). Solch ein Objekt in dieser Größe hatte ich noch nie gesehen: 4500 Plätze, Einfahrt und Ausfahrt auf Rampen, 2-3 geschossig mit Etagenständern, Aufzug hoch bis zu den Bahngleisen, ein Traum für jeden Radpendler!!
Die Innenstadt von Arnhem mit der Fußgängerzone ist nicht sehr reizvoll, doch fanden wir einen guten Italiener an der Nordseite des „Niederrijn“.


Riesiges Fahrradparkhaus.



Tag 5, Arnhem - Vught (82 km)


Abfahrt aus Arnhem, hier waren morgens viele Radler unterwegs, wir haben gleich die Strecke nach Nijmegen gut gefunden.
Der Naviki-Track auf meinen GPS’r, dem GPSmap64 ST ist absolut perfekt. Und es kam eine absolute Neuheit für mich: wir fuhren auf der „F325“, das ist eine FietsAutobahn, der Name angelehnt an die parallel laufende A325 und später N325, also die Autobahn und Bundesstraße.
Vom Niederrijn in Arnhem bis zum Waal nördlich Nijmegen sind es 18 km Radautobahn, absolut autofrei, immer in der Nähe der Autobahn.
An der Waalbrücke von Nijmegen waren Tafeln über Aktivitäten der alliierten Truppen aus dem Jahr 1944 angebracht, hier und in Arnhem scheiterte die „Operation Market Garden“ der Engländer.


Blick auf Nijmegen.

Durch Nijmegen hindurch ging es weiter nach Wijchen, immer recht nahe an der Bahnlinie, aber alles autofrei. Unser Track führte uns nach Oss, eine Stadt mit immerhin 90.000 Einwohnern, ich hatte den Namen nie zuvor gehört. Hier kamen wir mit einigen Einheimischen ins Gespräch, Thema war die kommende Fußball-WM (ohne Holland…).
Unsere Unterkunft war in Vught, südlich von den Bosch (S‘Hertogenbosch). Ein Landhotel im Park, schöner Platz.

Tag 6, Vught - Weert (73 km)

Der vorgeschlagene Naviki Track lief durch Eindhoven, die Stadt wollten wir jedoch auslassen. Die neue Streckenführung ging östlich um Eindhoven herum, verlief auf dem sogenannten „Randweg Eindhoven“, eine ruhige Radstrecke, viel befahren von „Vorort-Radlern“. Kaffeestopp am Kanal beim Ort „Sons en Breugel“, dann weiter Richtung Weert, zwischendurch Mittagspause in einem schönen Landgasthof südwestlich von Heeze, knapp 2 km abseits der Route, nach Empfehlung einer Fußgängerin, die uns ratlos beratschlagen sah.

Danach waren wir auf den ganzen 538 km genau einmal unzufrieden mit dem Trackvorschlag von Naviki, aber nur 1-2 km auf nicht so glatten Waldwegen waren zu verkraften. Dafür rollten wir sehr verkehrsruhig nach Weert, unserem heutigen Tagesziel. Auch Weert, mit 50.000 Einwohnern eine nicht ganz kleine Stadt, mitten in Limburg gelegen, ist eine ruhige, ziemlich gesichtslose Stadt (außer die Klappbrücke am Kanal). De Stadt wie gesagt unspektakulär, das Hotel war nett, gutes Frühstück am nächsten Morgen.

Tag 7, Weert - Maastricht (62 km)

Heute führt der Track ca. 40 km durch Belgien, wo wir in den kleinen Orten nach „Belgischen Fritten“ Ausschau hielten, doch es war ein Sonntag und die Imbissbuden geschlossen. Unser Weg führte kilometerweit an dem Kanal „Zuid Willemsvaart“ entlang, viele Rennradler waren auf ihrer Sonntagsrunde unterwegs. Der Kanal verbindet die Maas ab Maastricht bis zum Waal bei Nijmegen und hat auf seinem 123 km Länge 40 m Höhendifferenz mit 21 Schleusen.

In Maastricht hatten wir ein Design Hotel gebucht, ganz nahe am Marktplatz, direkt dort gab es wieder keinen Fahrradabstellplatz. Dafür kostenfrei 100 m weiter eine öffentliche Fahrradgarage mit Serviceleuten bei Abgabe und Ausgabe, ein positiver Wahnsinn, unvorstellbar in Deutschland, hier würden sie in solch einem Gebäude bestimmt 10 PKW reinzwängen.

Das Design Hotel war früher ein Kino, im ehemaligen Kinosaal wurde gefrühstückt, im einem kleinen TV Raum mit Kinobestuhlung lief auf Großbild das 1. Spiel und zugleich Anfang und Ende der deutschen Fußballmannschaft bei der WM in Russland gegen Mexiko (0:1). Der Frust wurde dann mit ein paar niederländischen Bieren in einem Außenrestaurant an der Maas hinunter gespült.

Tag 8, Maastricht - Aachen (50 km)

Nach einer Woche quasi ohne Höhenmeter nun die ersten kleinen Anstiege Richtung Osten nach Deutschland. Hier wichen wir vom Track ab und besuchten bei dem Ort Margraten den „Netherlands American Cemetery and Memorial“, das ist der einzige Soldatenfriedhof der US Army in den Niederlanden. Hier stehen knapp 9000 Kreuze von gefallenen Soldaten auf einem riesigen Areal, dazu sehr anschauliche Darstellungen der Militäroperationen um 1944.
Wir fuhren weiter nach Gulpen und aßen dort belgische Waffeln. In Vaals konnten wir es uns nicht nehmen lassen, die 140 hm zum „Drilandenpunt“ oder besser „Vaalser Berg“ hoch zu kurbeln. Oben sind die Sektoren der drei angrenzenden Länder markiert. Auf dem kleinen belgischen Sektor stand eine Imbissbude mit belgischen Fritten, da bekamen wir sie doch noch.


Echte belg'sche Frites.

Direkt hinter Vaals beginnt Deutschland und wir erlebten um und in Aachen wieder die typische Radverkehrsinfrastruktur, denn im Gegensatz zu den Niederlanden sind wir in Deutschland ein Autoland, ein Autoland, ein Autoland. Radwege halbherzig angelegt, sie hören ohne Ankündigung einfach auf usw. Nach einer Woche Radfahrparadies Niederlande war dies ein mittlerer „Kulturschock“.

Wir hatten Zeit, uns Aachen nachmittags und Abend ausführlich anzuschauen, ehe es am nächsten Vormittag mit dem Regionalverkehr der Bahn nach Köln und von dort mit vorgebuchten Fahrradplätzen im IC nach Hamburg zurückging.

Geändert von immergegenwind (01.03.19 15:28)
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