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#1267744 - 25.02.17 10:26 An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven 2016
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2075
Dauer:5 Tage
Zeitraum:31.3.2016 bis 4.4.2016
Entfernung:360 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland

Vorweg: Ich bitte die unterschiedliche Qualität der Bilder zu entschuldigen, erstens bin ich keine begnadete Fotografin, dann habe ich mal mit einer alten Digitalkamera, mal mit dem Mobiltelefon, mal mit dem IPad fotografiert, so dass am Ende ein ziemliches Bilderkuddelmuddel herauskam, das ich selbst erst einmal auseinanderklamüsern musste. peinlich

Nun aber mein kleiner Bericht von einer kurzen Reise Anfang April, die sich trotz kurzzeitiger Befürchtungen hinsichtlich des Reisewetters als überraschend frühlingshaft, sehr entspannend und insgesamt einfach wunderschön erwies.

An der Nordseeküste

Nach Ostern bot sich mir mal wieder die Gelegenheit, frei von allerlei Verpflichtungen mein Rad zu nehmen und davonzuradeln – in diesem Falle bedeutete das: Ab ans Meer. Nachdem ich den Nordseeküstenradweg in Schleswig-Holstein nun fast komplett abgeradelt habe, war jetzt der für mich eigentlich naheliegendere Teil dran: der Nordseeküstenradweg in Niedersachsen, von Emden nach Bremerhaven. Die Strecke bot sich an wegen guter Zugverbindungen, auch schien die Distanz von etwa 360 km selbst bei Schlechtwetter gut machbar. Ich buchte die ersten drei Nächte in Jugendherbergen vor, und den Fahrradstellplatz im Zug für die Hinfahrt, der Rest konnte entspannt offen bleiben.

Tag 1: Mit der Deutschen Bahn entspannt von Göttingen nach Emden

So ging es am 31. März los mit dem IC nach Hannover, und dort weiter mit einem der neuen IC-Doppelstock-Züge nach Emden. In der Jugendherberge in Emden hatte ich ein Zimmer für mich gebucht, und mein Rad passte auch noch mit rein - die Abstellmöglichkeiten für Räder in der dortigen Jugendherberge erschienen mehr als fragwürdig, was die Sicherheit angeht. Die nahe der Kesselschleuse eigentlich schön gelegene Jugendherberge war innen nicht mehr unbedingt auf dem neuesten Stand und auch eher hellhörig, aber das Abendessen war gut und ausreichend, und die Nacht erwies sich später – aufgrund des ferienbedingten Ausbleibens nachtaktiver Schulklassen – als völlig ruhig und ungestört.



Ich machte mich aber zuerst noch auf für eine kleine Stadtrundfahrt. Emden ist Fährstadt, und dort, wo eine Fähre ablegt, muss ich hin und gucken, mag die Fähre auch noch so klein sein. Und genau das ist die Fähre nach Borkum, die vom Emder Außenhafen ablegt: klein. Nichtsdestotrotz ist eine Fähre eine Fähre und damit für mich per se anguckenswert. Zu meinem Glück legte die Fähre gerade an und ich konnte ein wenig im Fernweh schwelgen, bevor mich die nahende Dämmerung an den Rückweg erinnerte.

Auf dem Rückweg vom Außenhafen zurück in die Stadt kam ich an einem Gebäude vorbei, das ich wiedererkannte – hier hatte ich vor fast 20 Jahren (!) mal ein Seminar geleitet: in der Evangelischen Seemannsmission.





Eine kleine Stadtrundfahrt vor einem schönen Abendhimmel und mit langen meditativen Pausen am inneren Hafenbecken, dann ließ mich der wunderbare Gesang eines Chores eine ganze Weile vor der Neuen Kirche verweilen und lauschen.






Und schließlich verabschiedete mich ein wunderschönes Abendrot über der Kesselschleuse gleich neben der Jugendherberge in die Nacht.



Zufrieden mit dem Tag konnte ich schlafen gehen.


Tag 2: Emden - Greetsiel - rund um die Leybucht - Norddeich

Das Jugendherbergsfrühstück bot erwartungsgemäß keine Überraschungen, ermöglicht aber wie immer, sich ausreichend für den Tag zu stärken. Sonst auf Radreisen meist zeltend genoss ich es sehr, nur meine paar Sachen in die Taschen werfen zu müssen und trotz des ausgiebigen Frühstücks noch vor 9 Uhr vom Gelände zu rollen.

Wieder ging es zur Kesselschleuse, die sich auch im Morgenlicht sehr schön präsentierte.



In die andere Richtung blickt man auf den Ems-Jade-Kanal:



Der Nordseeküstenradweg – und noch ein paar andere Radfernwege – verlaufen in Emden auf den früheren Wallanlagen, und so brauchte ich diesen jetzt nur noch für ein paar 100 m zu folgen, dann führte mich der Radweg auch schon wieder aus der Stadt hinaus, zuerst sehr schön am Emder Stadtgraben, dann am Larrelter Tief entlang.





Eine Weile ging es dann im Zickzack durch Vororte von Emden, nicht immer ganz konsistent ausgeschildert, dann in vielen Windungen durch kleine Dörfer. Eine Weile war ich mir nicht sicher, ob das wirklich der kürzeste Weg war, den ich fuhr (im Nachhinein bin ich mir sicher: er war es nicht). Aber ich fuhr wieder einmal nur nach Wegweisern: Ein GPS-Gerät besitze ich immer noch nicht, eine Karte der Gegend hatte sich im heimischen Kartenregal nicht mehr gefunden, und für die paar Tage extra eine Karte kaufen? Ach nee. Wo immer es geht, nehme ich mir bei dieser Art von Reisen die kleinen touristischen Karten mit, die es in den Tourist-Infos überall gibt, und außerdem ist es an der Küste doch eher schwer, vom Weg abzukommen und versehentlich zu weit ins Landesinnere abzudriften. Es sollte doch auf diese Weise auch hier problemlos möglich sein, ohne weitere Hilfsmittel meinen Weg zu finden!



Ich gelangte nach einigem stop and go zum Nachvollziehen der oftmals ein wenig rätselhaften Ausschilderungen ans Sielwerk Knock, wo ich meine eben formulierte Theorie gleich wieder überdenken musste, denn ich erlebte den Volkssport der ortsansässigen Jugend, die gerne mal die Wegweiser der Radwege verdreht, am eigenen Leibe mit. Nach zwei großräumigen Schlenkern rund ums Sielwerk fand ich ortskundige Fußgänger, die mir die Richtung weisen konnten, und konnte das Sielwerk endlich hinter mir lassen. Das ist nämlich das dritte Element meiner Orientierung auf Radreisen: 1. Wegweiser, 2. touristische Karten und 3. andere Menschen fragen – und bis heute habe ich mich auf diese Weise niemals in lebensgefährlichem Maße verirrt... Und nette Gesprächspartner finde ich auf diese Weise auch immerzu.



Nun war ich am Dollart angekommen.



Ich ließ die Wegweiser des Nordseeküstenradweges links liegen, denn die wollten mich ins Landesinnere führen, und das Kartenstudium offenbarte noch eine Menge weiterer solcher Schlenker in der weiteren Folge. Also erkor ich den Deich als meinen neuen Wegweiser und fuhr von nun an konsequent an dem selbigen entlang – wo immer es ging vor dem Deich (also „außendeichs“), denn ich war ja hier, um das Meer zu sehen – und nicht nur Deich und Marschen. An diesem ersten Tag klappte das auch wirklich fabelhaft, ich konnte bis zum Pilsumer Leuchtturm komplett außendeichs fahren, und das zumeist völlig ungestört.



Am Leuchtturm aber war ich plötzlich mittendrin im touristischen Trubel, Menschenmengen (nach meinem Empfinden waren es zumindest "Mengen") schoben sich auf dem Deich zum „Otto-Leuchtturm“, so dass ich Reißaus nahm und wieder meine Ruhe am Meer suchte.



Allerdings waren die ruhigen Zeiten jetzt erst einmal vorbei, und auch der Deich erwies sich vorübergehend als schlechter Ratgeber – ich geriet in eine Sackgasse und hatte anschließend neben ein paar Kilometern mehr in den Beinen und auf dem Tacho einen netten Abstecher zur Halbinsel Leyhörn in meinem Erfahrungsschatz.

Dann war ich in Greetsiel, in der Stadt der Zwillingsmühlen, von denen die eine vor ein paar Jahren im Sturm ihren Kopf verloren hatte, der erst vor kurzem wieder rekonstruiert worden war.





Ich hatte mir vorgestellt, mich irgendwo gemütlich hinzusetzen und in Ruhe etwas zu essen, aber die unerwarteten Menschenmassen, die sich durch den Ort schoben, lösten gleich wieder meinen Fluchtreflex aus. Gewiss, es waren Ferien in Niedersachsen, und die Sonne schien – aber es war erst Anfang April und außerdem ein Freitag, also ein ganz normaler Wochentag – wo kamen nur all die Menschen her? Das Gewusele war für mich nach den ruhigen Stunden am Deich kaum zu ertragen. So beließ ich es bei einem dänischen Eis, für das ich auch schon eine Viertelstunde anstehen musste, und verließ den Ort, nicht ohne noch an den für mich enttäuschenden Zwillingsmühlen vorbei gefahren zu sein, mit der Frage: Was wollten all die Menschen nur in Greetsiel?



Nach kurzer Zeit war ich wieder draußen, zurück am Deich, und ließ den Nordseeküstenradweg seinen riesigen Schlenker ins Landesinnere über Marienhafe ohne mich machen. Ich fragte mich hier nicht zum ersten Mal, warum man einen Küstenradweg unbedingt ständig Schlenker ins Landesinnere machen lassen muss. Dort wo es nicht anders geht, wie in Schweden, Norwegen an manchen Stellen, okay – aber im platten Ostfriesland? Da gibt es für mich keinen Grund, den Quatsch mitzumachen – schließlich bin ich hier, um das Meer zu sehen, und das so lange wie möglich. Also ignorierte ich wieder sämtliche Wegweiser und fuhr wieder an der Außendeichseite entlang, an einem Deich, der hier zwischenzeitlich auch am Deichfuß so schräg war, dass ich froh war, Radrennbahnerfahrung zu haben. schmunzel



Die folgenden Kilometer waren wunderschön einsam, in diesen äußersten Zipfel Niedersachsens rund um die Leybucht und dazu noch an die Außenseite des Deiches verirren sich wohl nicht so viele Menschen, so dass ich wie schon am Vormittag vor Pilsum regelrecht in Trance radeln konnte – links das Watt, rechts der Deich. Manch einer würde das eintönig nennen, mir aber hilft diese vermeintliche Eintönigkeit beim Abschalten. Und das war das Ziel dieses Kurzurlaubes: Abschalten und Kopf-frei-bekommen. Tiefenentspanntes Kurbeln bei zunehmendem Sonnenschein, dazu leichter Rückenwind, ab und an eine kleine Pause, während der ich immer ein paar Seiten aus meiner Reiselektüre las, dann wieder ungestörtes Rollen durch menschenleere Landschaft - Glücksgefühle pur. Mehr und mehr merkte ich, dass es eine gute Entscheidung gewesen war, nicht auf das alternativ angedachte Meditations-Retreat gefahren zu sein – hier hatte ich mein ganz individuelles Retreat gefunden...

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die ab Mittag vom wolkenlosen Himmel herabscheinende Sonne - kein Aprilscherz: Ich bekam den ersten Sonnenbrand des Jahres, denn an Sonnenmilch habe ich tatsächlich nicht gedacht. Ich hatte mich mit viel warmer Kleidung, zwei Paar Handschuhen fürs Zwiebelprinzip, mit Regenhose und Gamaschen auf allerlei Wetterkapriolen eingerichtet, und fahre stattdessen ab dem zweiten Tag nur noch ohne Handschuhe, die Regenhose, zuerst noch als Wärmeschicht getragen, verschwindet tief unten in der Radtasche und die Gamaschen lege ich am Ende zuhause komplett ungenutzt wieder in den Schrank zurück. Dafür bringe ich eine Tube Sunblocker fürs Gesicht mit nach Hause, den ich auch dringend brauchte.

Im Watt sah ich nun die ostfriesischen Inseln, und die kleinen Fährschiffe, die sie anlaufen. Es scheint Hochbetrieb zu sein. An der Küste taucht in der Ferne Norddeich auf, mein Ziel für diesen Tag. Ich hatte in der Jugendherberge das Abendessen gebucht, und so langsam kam auch der Hunger – das Eis in Greetsiel hatte nicht so lange vorgehalten. Und dennoch mochte ich gar nicht ankommen, die Ruhe und Ungestörtheit verlassen. Je näher ich jedoch Norddeich kam, um so mehr Spaziergänger begegneten mir, und ich ergab mich meinem Schicksal, wieder unter Menschen zu sein.

Die Jugendherberge in Norddeich hat einen schicken Neubau, ich kam allerdings in einem älteren Gebäude unter. Wieder ist die (vorgebuchte) Unterstellmöglichkeit fürs Fahrrad ein Unterstand auf dem Hof. Da war es von Vorteil, nicht im Haupthaus zu sein, denn so sah keiner, wie ich erst mein Rad im Keller anschloß, und es abends aufs Zimmer schleppte. Das Abendessen: gut und reichhaltig. Anschließend drehte ich noch eine Runde zu den Fähranlagen, wo gerade die letzten Fähren des Tages von den Inseln ankamen, ein Doppelstock-IC bis vor zur Mole fuhr und sich die Besucherströme für eine halbe Stunde in beide Richtungen auf Parkplätzen, Bahnsteigen und den Straßen verknäulten. Eine Stunde später: absolute Ruhe, kaum noch Menschen auf Norddeichs Straßen. Jetzt nach Sonnenuntergang wurde es auch rasch kühl. Ich nutzte noch ein wenig das WLAN, das es in den Jugendherbergen wohl aus gutem Grund nur in den Eingangshallen gibt, und ging dann früh schlafen.

Tag 3: Norddeich - Neuharlingersiel - Schillig - Hooksiel - Jever

Wieder bin ich früh auf - ohne Kind zu reisen beschleunigt die Routineabläufe doch ungemein. schmunzel Das Frühstück ist Standard, aber für mich dennoch Luxus: Ich muss nichts dafür tun. Für andere Menschen mag das normal sein, aber als Mensch mit Familienpflichten und mit Hang zum Zelturlaub ist es für mich nach wie vor ungewohnt, mich beim Frühstück nur am Buffet bedienen zu brauchen. Ich genieße es in vollen Zügen.

Und wieder bin ich früh unterwegs, muss sogar noch warten, bis die Apotheke aufmacht - ich muss ja noch den Sunblocker kaufen. Im einzigen Supermarkt in Norddeich, einem Lidl, finde ich so etwas natürlich Anfang April noch nicht.

Dann bin ich wieder unterwegs am Deich. Schnell bleiben die letzten Spaziergänger hinter mir und ich habe wieder meine Ruhe. Ich bin so früh dran, dass die Sonne noch gar nicht richtig über den Deich rüberkommt.



Etwas später zweigt ein Weg ab, hinein in die Salzwiesen, dem ich folge. Das Meer kann ich jetzt nur erahnen, der Salzwiesengürtel erstreckt sich weit hinüber Richtung Watt, und dahinter sehe ich Norderney im Sonnenschein liegen. Jetzt bin ich wirklich im Niemandsland zwischen Land und Meer angekommen, trotz eindeutiger Zivilisationsspuren (Weidezäune) sehe ich keinen Menschen, und die Weidesaison hier draußen hat auch noch nicht begonnen (was insofern mehr als angenehm ist, weil ich bisher noch alle Deichanlagen frei von Schafen und frei von Schafskötteln vorgefunden habe...).



Meine kleine touristische Karte nutzt mir hier gar nichts, so verlasse ich mich auf meinen Orientierungssinn und vertraue darauf, dass dieser einsame Weg nicht irgendwo im Watt enden, sondern mich nach Neßmersiel bringen wird. Aber erst einmal halte ich an, lehne mich an mein Rad und genieße das Nichts: Augen schließen und nichts als den Wind zu hören und zu spüren. Wundervolles Nichts.



(Zwischen zwei Berichtsabschnitten stelle ich mal wieder fest, dass ich immer wieder zwischen den Zeiten wechsele, dies bitte ich zu entschuldigen. Schon meine Deutschlehrer konnten mir diese Macke nicht austreiben, ich hab lieber die schlechten Deutschnoten in Kauf genommen... peinlich )

Tatsächlich führt mich der Weg irgendwann wieder auf den Deich in der Ferne zu. Ich muss hinauf und hinüber über den Deich, warum, erschließt sich bald darauf: Nessmersiel, so klein es ist, ist ein touristisches Zentrum in der Region, und demzufolge wird der Strandzugang auch hier vermarktet. Also muss alles, was sich im frei verfügbaren Feld befindet, vorher auf die richtigen Bahnen gelenkt werden. Okay, vielleicht sind es auch wirklich Naturschutzgründe, weswegen die weiteren Wege außendeichs nun durch verschlossene Tore für mich versperrt sind. schmunzel

Folgsam schiebe ich mein Rad auf den Deich hoch und kann so gut hinüberblicken zu den Inseln, nun sind es Norderney und Baltrum, die im Morgenlicht vor mir liegen.



Und der Blick zurück zeigt, wo der eigentliche Nordseeküstenradweg meist lang führt, nämlich direkt hinter dem Deich lang. Nix als Deich und Marschen sieht man da...



Dann bin ich in Nessmersiel. Ein kleiner Hafen, ein großer Parkplatz - Nessmersiel ist Fährhafen für Baltrum.



Eine Menge Menschen in Gummistiefeln, denn hier ist auch ein Ausgangspunkt für Wattwanderungen. Und ein eingezäunter Strandbereich, kostenpflichtig - touristisches Zentrum, wie schon gesagt.



Der Wind pfeift hier ordentlich, aber ich sitze warm vermummt auf der kleinen "Promenade" oberhalb des Strandes und stärke mich erst einmal, neugierig, manchmal schon aufdringlich begutachtet von zahlreichen Urlaubern. Ich komme mir selbst wie eine touristische Attraktion vor: "Mama, was macht die Frau da?" (Sie isst...). "Mama, warum hat die Frau so viele Taschen am Rad?" (Sie ist auf Reisen...) Jetzt im Nachhinein fällt mir erst auf, dass ich tatsächlich keinen einzigen Reiseradler auf der Tour getroffen habe. So habe ich Exotenstatus, und das an der deutschen Nordseeküste...

Weiter geht es von einem Siel zum nächsten, nach Nessmersiel kommt Dornumersiel, dann Bensersiel, dann Neuharlingersiel, schließlich Harlesiel. Ich merke, dass ich beim nachträglichen Berichtschreiben durcheinanderkomme und mithilfe von Google Maps und Wikimedia Commons rekonstruieren muss, welches Foto eigentlich welchen Hafen zeigt. peinlich Naja, aufmerksame Betrachter werden bemerkt haben: Die Gegend ist irgendwie abwechslungsarm. schmunzel Da kann man mit der Zuordnung schon mal durcheinanderkommen.

Auf jeden Fall habe ich keine Fotos von Dornumersiel, dafür aber dann von Bensersiel, wo ich etwas länger Pause mache. Irgendwo habe ich mir auch mal was zu essen gekauft, das war dann wohl in Bensersiel. Von hier aus besteht eine Fährverbindung nach Langeoog, und dementsprechend ist auch einiges los, im Hafenbecken wie auf den Straßen.



Weiter ostwärts kann ich dann wieder Radrennbahnfahren üben...



Ich erwähnte ja schon, dass mir das nicht unbekannt ist, auch mit meinem Reiserad bin ich schon oft auf der Radrennbahn gefahren, allerdings noch nie mit Gepäck. Und das ist bei derartigen Schrägen schon ein eigenartiges Gefühl. schmunzel

Dornumersiel war wohl nicht so beeindruckend, denn da habe ich keine Fotos gemacht. In Neuharlingersiel fielen mir die ausgedehnten Strandanlagen ins Auge, erstaunlicherweise nicht abgezäunt, aber sicher kostenpflichtig (Kurtaxe...). Im Sommer mag das hier ein ziemliches Slalomradeln sein, wenn die Strände gut besucht sind. Wenn es denn dann überhaupt erlaubt ist, hier zu radeln...





Dann ist es soweit, ich muss tatsächlich hinter dem Deich radeln. Mag ich gar nicht gerne, füge mich aber in mein Schicksal. Der Weg führt mich nun nach Harlesiel. Hier werde ich mich entscheiden müssen: Folge ich dem Nordseeküstenradweg ins Landesinnere nach Jever, meinem heutigen Etappenziel, mit überschaubarer Kilometerzahl, oder bin ich konsequent und radele an der Küste über Schillig und Hooksiel, und von dort nach Jever hinüber? Dummerweise zieht der Himmel auch immer weiter zu, so dass ich etwas wankelmütig werde in meinem Entschluss, keinen Kilometer Küste auszulassen, um nicht irgendwann hier wieder her zu müssen, nur um noch einen fehlenden Abschnitt von 20 Kilometern zu radeln (ein derartiger Abschnitt fehlt mir nämlich noch an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein traurig ).

Ich bleibe konsequent, auch wenn Harlesiel anscheinend Radfahrer mit aller Macht von der Außenumfahrung abhalten will, und zwar mit dieser "Radfahrerfurt", die vielleicht unkompliziert aussieht - jedoch der Eindruck trügt: Es war schon schwierig, das vollbeladene Rad auf die Rampe draufzuwuchten, dann musste man aufpassen, dass man mit den Füßen nicht zwischen die Holme ... ach, kurz: So ein Mist!



Und das dachte ich dann im Verlauf des weiteren Tages noch mehrfach, denn jetzt lief es wie verhext. Es wurde immer grauer. Nicht ausgeschilderte Umleitungen. Gegenwind, Gegenwind, Gegenwind. Und irgendwie waren es dann doch mehr Kilometer als kalkuliert, und zwar ein deutliches "paar" mehr. Und plötzlich Schafe auf den Deichen. Einmal mehr: So ein Mist! Und jetzt wortwörtlich...





Himmel, war ich erleichtert, als ich endlich Schillig erreichte. Schillig, früher (vor fast 30 Jahren...) war hier der einzige Hundestrand in der Region; dies war mir noch von Campingtouren zu Schulzeiten bekannt, bei denen wir immer wegen meines Hundes eben diesen Strand aufsuchen mussten, wenn wir ans Meer wollten. Und irgendwie scheint zumindest bei der Werbung hier die Zeit seitdem stillzustehen...



Ich wollte jetzt endlich ankommen. Daher gab es nun auch keine Fotostops mehr. Erst einmal musste ich nach Hooksiel, nun nur noch mit Seitenwind. Und es war spät geworden - bis 19 Uhr musste ich in der Jugendherberge sein, wenn ich noch dort Abendessen wollte. Und jetzt wurde es richtig verhext: Ich fand den Radweg von Hooksiel nach Jever nicht. Dreimal, viermal lies ich mir den Weg erklären - und fand mich schließlich auf der Landstraße nach Wilhelmshaven wieder. Dort wollte ich eigentlich erst morgen hin. Schließlich traf ich auf einen ortskundigen Radler, der mich auf die richtige Spur brachte - mit hochrotem Kopf, völlig ausgepowert erreichte ich um viertel vor 7 die Jugendherberge in Jever. Kurz das Gesicht abgekühlt, dann saß ich im Speisesaal, neugierig beäugt von den Gästen einer Familienfreizeit, und futterte, was ging - ein kurzer Anruf von mir unterwegs hatte die Küche vorgewarnt, und man hatte mir eine riesige Portion warmgehalten. War das nett hier - die Mitarbeiterinnen waren alle sehr erleichtert, mich nun wohlbehalten in Empfang genommen zu haben schmunzel

Und überhaupt - diese Jugendherberge! Abgesehen von einer wirklich netten Eingangshalle, in der man abends gut sitzen konnte und auch ein Bier bekam (welche Marke wohl...?), war mein "Zimmer" einfach klasse: Eine Doppelhaushäfte. Kleine Bungalows über das Grundstück verteilt, davon jeweils eine Hälfte immer ein Doppel-Zimmer, ein Mini-Flur, ein Bad. Die andere Hälfte dann das entsprechende "Kinderzimmer" mit vier Betten, so dass größere Familien einen Bungalow für sich bekamen. Die JuHe war aber nicht ausgebucht, so dass ich in den Genuss meines eigenen Häuschens kam. Diesmal fragte ich gar nicht mehr nach einem Abstellplatz für mein Rad, und da ich dieses auch schon anstandslos vollbeladen in der Eingangshalle parken durfte, während ich beim Abendessen saß, nahm ich hier die ebenerdige Abstellmöglichkeit in meinem Zimmer ohne großes Zögern gerne in Anspruch.

Dazu gibt es auch noch ein paar Bilder, aber diese wie die der weiteren zwei Tage müssen erst noch verkleinert und hochgeladen werden. Und das schaffe ich erst nach dem Wintertreffen. schmunzel

---

Von wegen "nach dem Wintertreffen" peinlich , es brauchte erst einen Fahrradunfall, dass ich mir die Zeit nehme, diesen Bericht mal fertigzustellen.

Daher bitte ich um Entschuldigung, dass ich nur noch Telegrammstil verwende, es sind eh viel zu viele Bilder, da muss ich nicht auch noch durch viele Worte die Geduld anderer strapaziere...

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Tag 4: Jever - Hooksiel - Wilhelmshaven - Dangast - Varel

Wo war ich stehengeblieben? In Jever... bier Bilder von der Brauerei habe ich, aber sie sind gruselig geworden, daher erspare ich sie Euch.

Was noch fehlte, war ein Bild der Häuschen in der JuHe Jever:



Sehr nett. Schrieb ich aber, so glaube ich, schon.

Von Jever aus ging es nun wieder zurück ans Meer, nach Hooksiel, und glücklicherweise fand ich von hier aus problemlos den Radweg am Hooksieler Tief entlang, der sich am frühen Morgen als weitgehend menschenleer und insgesamt sehr schön erwies.



In Hooksiel:





Meiner Neigung, möglichst kein Stückchen der Küste auszulassen, folgend, radelte ich nun am Hooksieler Tief ganz raus bis zum Außenhafen, und verließ damit schon wieder die Route des Nordseeküstenradwegs, der im Landesinneren nach Wilhelmshaven führt.

Die Schleuse am Außenhafen:



und der Seenotrettungskreuzer "Vormann Steffens" im Hafenbecken:



Ein Grund für die Routenwahl an der Innenjade entlang war auch, dass ich mir endlich mal den JadeWeserPort, Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen, anschauen wollte. Und es war (zumindest aus der Perspektive einer niedersächsischen Steuerzahlerin, die letztlich den Bau mitfinanziert hat grins ) ziemlich frustrierend, die schon häufig gelesene gähnende Leere an den langen, langen Hafenanlagen mitansehen zu müssen...

Dies allerdings ist eine Gasverladeanlage noch vor dem JadeWeserPort. Leer ist es trotzdem.



Zur anderen Seite meines momentanen Standorts sehe ich typische Deichbewohner dieser Region: Schafe und Wohnmobilisten...



Der JadeWeserPort aus der Ferne:



Schließlich führt mich der Radweg, der nicht der Nordseeküstenradweg ist, direkt am JadeWeserPort vorbei, und - ich traue meinen Augen kaum - da bin ich doch urplötzlich am Atlantik angekommen: lach



Und so geht es munter weiter, Arktis und Nordmeer, Barentsee und Indik, und am Ende komme ich auch noch an der Straße von Malakka vorbei. cool






Langweilig, lauter Straßenschilder zu zeigen? Um die geht es gar nicht..., sondern um nocheinmal zu verdeutlichen, dass kein einziges Mal ein Schiff im Hintergrund zu sehen ist...

Das ist der JadeWeserPort!

Ich bin ganz sicher schon landschaftlich schönere Strecken geradelt, aber darauf kam es hier nicht an.

Nacheinander kommen zwei Kraftwerke:



und die Maadesielschleuse:



Nun ging es im nieseligen Gegenwind geradewegs auf Wilhelmshaven zu...



... wo man gelegentlich unwillkürlich den Kopf einzog, selbst ich, die ich mich doch wahrlich nicht als großgewachsen bezeichnen würde...



Wilhelmshaven empfing mich mit einem Schilderwald,



so dass ich aus lauter Angst, mich zu verfahren, den Ort alsbald über die historische Kaiser-Wilhelm-Brücke wieder verließ:



Jetzt musste ich nur noch zur Hälfte rum um den Jadebusen, der tidenbedingt gerade leergelaufen war:



... und ärgerte mich wieder mal ein wenig, dass ich "innendeichs" fahren musste - laaaangweilig:



Schuld waren diese Herrschaften



für die man extra Schutzzonen errichten muss, zum Schutz vor den allgegenwärtigen Touristen, insbesondere den radelnden, befürchte ich. traurig



Da, wo diese Schutzzone gerade wieder aufgehoben worden war, fand ich endlich die küstentypischen Verschmutzungen wieder vor:



Ich näherte mich sowohl dem Abend als auch Dangast, und war ganz dankbar, dass ich nicht auf Wander- sondern auf Radtour war:



Der Strand von Dangast:



Nun aber genug gesehen für heute - ich wollte ankommen, in Varel, wo ich von unterwegs ein Hotelzimmer gebucht hatte. Von der Sielschleuse aus



ging es nun am Vareler Tief im letzten Abendlicht in den Ort hinein,



wo ich in diesen bescheidenen Gemäuern ein Plätzchen für die Nacht fand, und nicht nur für mich, sondern dank eines rückwärtigen Innenhofes auch für mein Rad, von welchem aus ich dieses heimlich ins Haus tragen konnte (empfohlen worden war mir, es doch an einem Laternenpfosten oder in der Tiefgarage abzustellen...).



Tag 5: Varel - rund um den Jadebusen - Eckwarderhörne - rund um Butjadingen - Burhave - Blexen - Bremerhaven

Ein etwas ausgefalleneres Frühstück als sonst in den Jugendherbergen erfreute mich am nächsten Morgen und verhinderte, dass ich so früh wie sonst loskam. Dabei hatte ich heute noch einiges an Strecke vor mir.

Am Vareler Tief ging es in der Morgensonne wieder hinaus zur Küste.



Am Sperrwerk an der Jademündung (die Reihenfolge vom Binnenland zur Nordsee geht folgendermaßen: Jade (Fluß), Jadebusen, Innenjade, Außenjade...) steht mahnend eine Hochwasserstandsmarkierung:





Diese erstickte dann sogleich jeglichen Protest in mir, dass ich wegen der aufwändigen Deicherhöhungsarbeiten am südöstlichen Jadebusen nun für eine ganze Weile auf der Landstraße statt am Deich radeln musste. Die dringend notwendigen Deicherhöhungsarbeiten hatte ich vor ein paar Jahren schon bei meiner Radtour an der schleswig-holsteinischen Küste, damals insbesondere rund um Nordstrand erlebt, Niedersachsen widmet sich nun hier gerade dem Deich- und Küstenschutz, was dann so aussieht:



Und dort, wo die Arbeiten bereits abgeschlossen sind, radelt man auf guten Wegen durch einen großen Sandkasten:



Kurz darauf ein Schicksalsschlag



und gleich daneben Kunst am Radweg, ein auf mich merkwürdig beklemmend wirkendes Nebeneinander:



Und endlich wieder Wasser! Und endlich mal Flut und nicht nur Rinnsale bei Ebbe. Und Sonnenschein! schmunzel



Da ist sie wieder, die radelinduzierte Trance...



War das ein schöner Abschnitt (sieht nicht so aus? Ihr wart nicht dabei...)!

Nun, hier sind wir uns aber wohl einig, dass dies ein schöner Anblick ist, oder? (Wenn ich nur irgendwann mal weniger gierig werde, dass ich erst ein Foto meines Essens mache, bevor ich das erste Mal reingebissen habe...).



Inzwischen befand ich mich in Eckwarderhörne, einem Ort, von dem ich - trotz guter Kenntnis in Landeskunde - vorher noch nie etwas gehört hatte...



... und von wo es nur einen Katzensprung zu ähnlich bedeutenden Zielen dieser Welt ist: lach



Es gab mal wieder Kunst am Wegesrand...



... und Radwegweisungen ins Landesinnere, denen ich mich natürlich widersetzen musste, gab es doch einen Weg außendeichs, den ich statt dessen nahm. Leider wurde dieser nach einigen 100 Metern sukzessive schlechter, aber deswegen umkehren? Ach geht schon...



Irgendwann balancierte ich dann auf diesen schmalen Streifen, da der Weg über den Deich durch Zäune versperrt war. Es gab also nur vor oder zurück, aber zurück? Ach, geht doch noch...



Ich bin mir nach dieser Episode bis heute nicht sicher, ob ich mir besser ein gefedertes Rad zulege oder lerne, meinen Starrsinn in manchen Situationen besser in den Griff zu bekommen. Egal, irgendwann war der Weg nach rechts über den Deich frei von Zäunen und ich konnte aufatmend die Offroadstrecke verlassen. Im Hintergrund sieht man übrigens wieder den JadeWeserPort, wieder gähnend leer...



Dieses Bild gibt nun ganz, ganz schwach einen winzigkleinen Eindruck davon wieder, dass ich dort an der Küste manchmal das Gefühl habe, durch ein Gemälde von Heiner Altmeppen zu radeln. Dieses "Faszinosum" oder "ästhetische Kraftfeld der Dinge" (man lese den entsprechenden Wikipedia-Artikel) erfasst mich dort immer mal wieder, und dann bin ich mir nicht sicher, ob das hier eigentlich noch "Wirklichkeit" ist.



Wenn ich mich recht entsinne, ist das hier Fedderwardersiel:



Noch einmal geht es durch Kunst am Radweg, was mich hier aber eher nervt, weil es mich ständig zum Slalomfahren zwingt:







Und damit nähere ich mich Blexen und damit dem Ende dieser Kurzreise. Hier kommt die Fähre über die Weser, und man sieht unzweifelhaft, dass das Wetter umschlägt:



Auch wenn es zwei gute Gründe gäbe, in Bremerhaven zu übernachten und noch zwei Tage weiterzuradeln (der eine ist, dass es ein Hotel gibt, in dem ich immer schon mal übernachten wollte, und der zweite die Tatsache, dass ich ansonsten den Abschnitt Bremerhaven - Cuxhaven - Hamburg für jetzt von mir unberadelt lassen muss), entscheide ich mich mit Blick auf das näherrückende Schlechtwetter über Bremerhaven, doch den Zug nach Hause zu nehmen, auch wenn mir so kurzfristig nur die Geduldstour mit Nahverkehrszügen bleibt.



Ja, Bremerhaven ist nicht schön, trotz seiner "Wahrzeichen", dem Sail City Hotel und dem Klimahaus.



Und dennoch werde ich noch mal wiederkommen, um die letzte Lücke "meines" Nordseeküstenradwegs hier oben abzuradeln.

Nachträglich habe ich noch ein Bild meines Rades ergänzt, das ich in diesem Bericht gar nicht ausreichend gewürdigt habe.



Sollte sich nach der Bilderflut jetzt jemand fragen, wieviele Wochen ich hier oben eigentlich unterwegs war, so bitte ich um Verzeihung. Mir war heute einfach nicht nach Selbstbeschränkung. träller peinlich schmunzel
Anhang:
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Geändert von Tine (13.06.17 13:59)
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#1267746 - 25.02.17 12:17 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
iassu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17366
In Antwort auf: Tine
Fortsetzung folgt bei Gelegenheit.

dafür Leider gibt es hier keinen "warten" Smiley. schmunzel
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Gruß Andreas Farben
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#1267764 - 25.02.17 14:34 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
memy
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 402
Unterwegs in Australien

Vielen Dank Tine!
Auch wenn ich schon einige Jahre nicht mehr in der Heimat war, kommt mir vieles doch nur allzu bekannt vor. schmunzel

In Antwort auf: Tine
...die vom Emdener Außenhafen ablegt...
Nur am Rande: Es heißt Emder zwinker

Gruß
Horst
In velo veritas
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#1267768 - 25.02.17 15:10 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Mooney
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Ja, genauso haben wir Greetsiel auch erlebt: völlig unerwartetes Massentouristentreffen nach einsamer Fahrt von Norden. Und es war November.

Danke für deinen unterhaltsamen Bericht!

Wolfgang
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#1267769 - 25.02.17 15:11 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Juergen
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In Antwort auf: Tine
Was wollten all die Menschen nur in Greetsiel?
Wahrscheinlich den nettesten Ort zwischen Holland und Hamburg besuchen. Denn bis zur Hansestadt kommt ja nix mehr außer nix. grins
Beweisphoto-1
Beweisphoto-2
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen +
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#1267793 - 25.02.17 20:06 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Juergen]
errwe
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Darf ein Moderator so etwas schreiben? (Wo bisssu denn vonn wech?) ;-)
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#1267813 - 26.02.17 00:08 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Langhals
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Zitat:
Nach kurzer Zeit war ich wieder draußen, zurück am Deich, und ließ den Nordseeküstenradweg seinen riesigen Schlenker ins Landesinnere über Marienhafe ohne mich machen. Ich fragte mich hier nicht zum ersten Mal, warum man einen Küstenradweg unbedingt ständig Schlenker ins Landesinnere machen lassen muss.

Vor drei Jahren bin ich den Nordseeküstenradweg genau andersherum gefahren und war über diesen Schlenker ins Landesinnere über Marienhafe ganz froh.
Nicht so voll von Menschen wie in den Kutterhäfen und mal was anderes als Fischbrötchenbuden schmunzel
Aber ich wohn auch direkt am Nordseeküstenradweg, weshalb mir Deich und Watt im Urlaub nicht ganz sooo wichtig sind.
Ist jedenfalls interessant, die Strecke mal aus Sicht eines Binnenländers geschildert zu bekommen.
Gute Reise
Gruß Langhals
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#1268466 - 01.03.17 21:33 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: iassu]
Tine
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In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: Tine
Fortsetzung folgt bei Gelegenheit.

dafür Leider gibt es hier keinen "warten" Smiley. schmunzel

Ein bisschen weiter bin ich in Mini-Schritten gekommen. Für den Rest muss ich erst noch die Fotos forumskompatibel machen. Wenn ich mir aber vorstelle, alle Bilder dazu noch so zu bearbeiten, wie Du das immer so schön machst, dann würde niemals ein Bericht von mir fertig. schmunzel Also müsst Ihr mit der "Rohware" leben.

Letztlich wäre auf all meinen Speichermedien ja noch Material für ungefähr 15 weitere Radreiseberichte...
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#1268468 - 01.03.17 21:37 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: memy]
Tine
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In Antwort auf: memy
Nur am Rande: Es heißt Emder zwinker

Danke für den Hinweis, ist geändert! schmunzel

By the way: Was ist eigentlich aus Deinem historischen Reisebericht geworden?

Grüße,
Tine

Geändert von Tine (01.03.17 21:38)
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#1268470 - 01.03.17 21:39 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Mooney]
Tine
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Im November??? Naja, wenn man dort stationär länger Urlaub macht, bleibt einem vielleicht nichts anderes übrig, als nach Greetsiel zu fahren. schmunzel

Freut mich, dass Dir der Bericht gefällt.
Tine
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#1268471 - 01.03.17 21:44 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Keine Ahnung
Moderator
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Da das ja von meinem Wohnort nicht so weit entfernt ist, habe ich mir auch schon Teile des Radwegs gegönnt. Leider hatte ich keine Glück, was den Wind angeht. Ich bin fluchend gegen den Wind gefahren und das damals sogar mit Kinderanhänger. Ich hatte mir damals vorgestellt, wie schön es wäre, jetzt einen Alpenpass hochzufahren zwinker . Du scheinst mehr Glück gehabt zu haben. Danke für den Bericht.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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Off-topic #1268583 - 02.03.17 13:33 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
memy
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Unterwegs in Australien

In Antwort auf: Tine
By the way: Was ist eigentlich aus Deinem historischen Reisebericht geworden?
Ich hatte mir die Variante über Wiki zu veröffentlichen angesehen, aber so ganz ohne eigene Arbeit/Zeit ist das leider auch nicht möglich. Und ich habe auch versucht (obwohl die Ursprungsdaten als gemeinfrei veröffentlicht werden) eventuelle Rechtenachfolger ausfindig zu machen. Leider ohne großen Erfolg.
Und im Moment fesseln mich schon wieder andere Dinge... aber so wie ich mich kenne gehe ich das in einer ruhigen Phase nochmal an. ^^
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#1268612 - 02.03.17 16:26 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Mooney
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Längerer Urlaub? Wohl kaum - zweieinhalb-Tage-Besuch bei Freunden in Norden. Und die Radtour, die wir am Tag nach der stürmisch-regnerischen Anfahrt von Emden (durchs Landesinnere) machten, führte uns rein zufällig zu dem inkriminierten Ort. schmunzel

Dornumersiel mag zwar langweilig und im großen und ganzen unnütz sein (keine Fähre irgendwohin), immerhin gibt es dort aber einen großen Campingplatz direkt am Meer mit durchaus günstigen Tarifen für Radfahrer (das war allerdings im Juli).

Wolfgang
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#1268767 - 03.03.17 10:44 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Mooney]
Uli
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Zitat:
keine Fähre irgendwohin

Nur der Richtigkeit halber: Von Dornumersiel fährt regelmäßig eine Fähre nach Langeoog. Zu meinen Kindheitstagen war da mehr los, es gab auch Ausflugsfahrten und wenn die Tide zeitlich passte auch Fahrten zu anderen Inseln.
Gruß
Uli
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#1268848 - 03.03.17 15:12 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Uli]
Mooney
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Dann sind die aber sehr unaufdringlich im Vermarkten einer derartigen Fährverbindung. Wenn man sich anstrengt, findet man aber Hinweise, daß es die Möglichkeit gibt, dort ein Boot zu besteigen, welches unter Umständen auch Inseln anfährt. bravo

Wolfgang
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#1277592 - 16.04.17 18:42 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
Tine
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So, endlich mal abgeschlossen...
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#1277621 - 16.04.17 23:02 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
iassu
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Schöner Bericht - danke!
------------------------------------------
Gruß Andreas Farben
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#1277640 - 17.04.17 10:03 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
winoross
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Beiträge: 564
... und schon gelesen.

Danke für Deinen Bericht und die Inspiration für meine Sommertour im August: Emsradweg und Nordseeküste.
Grüße, Peter

Die Schildkröte sieht mehr vom Weg als der Hase.
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Off-topic #1277644 - 17.04.17 10:41 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
olafs-traveltip
Mitglied
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Beiträge: 2423
Zitat:
Ja, Bremerhaven ist nicht schön, trotz seiner "Wahrzeichen", dem Sail City Hotel und dem Klimahaus.


Ich finde, die Stadt hat sich positiv entwickelt und ich fahr ab und zu gern hin, um etwas maritimes Flair zu schnuppern.

Auswandererhaus, Klimahaus, Schifffahrtsmuseum, Zoo am Meer alles durchaus sehenswert.
Neben der Aussichtsplattform auf dem SailCityHotel gibt es auch die Möglichkeit auf den Radarturm zu fahren.

Durch den Hafen kann man mit dem Rad fahren - manchmal etwas nervig, aber man sieht wie Autos in die riesigen (häßlichen) Schiffe verladen werden, kann das Kreuzfahrterminal besuchen und den Containerhafen. Der Ausblick vom Containerturm ist ganz nett.

Geändert von olafs-traveltip (17.04.17 10:42)
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#1277665 - 17.04.17 14:00 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: Tine]
bikekiller39
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Hallo Tine!

Danke für den Bericht, der aus meiner bescheidenen Sicht mal wieder deutlich macht, wie schön eigentlich die eigene Heimat ist.
Vielen Dank auch für die, trotz Deiner geäußerter Bedenken, meiner Meinung nach, schönen Fotos.

In Antwort auf: Tine
In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: Tine
Fortsetzung folgt bei Gelegenheit.

dafür Leider gibt es hier keinen "warten" Smiley. schmunzel

Für den Rest muss ich erst noch die Fotos forumskompatibel machen. Wenn ich mir aber vorstelle, alle Bilder dazu noch so zu bearbeiten, wie Du das immer so schön machst, dann würde niemals ein Bericht von mir fertig. schmunzel Also müsst Ihr mit der "Rohware" leben.

Letztlich wäre auf all meinen Speichermedien ja noch Material für ungefähr 15 weitere Radreiseberichte...


Hier hast Du mir aus dem Herzen gesprochen. Bei den vielen Reiseberichten, die ich hier im Forum bereits gelesen habe, und den dazu eingestellten Fotos zweifele ich auch so manches Mal an meinen eigenen Fähigkeiten der Fotografie und entscheide mich deshalb leider, keinen Bericht zu meinen Reisen zu schreiben. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich immer noch einen unvollendeten Bericht vor mir herschiebe....

Eigentlich schade, dass Du nicht noch bis Bremerhaven weitergefahren bist.

In Antwort auf: olafs-traveltip
Zitat:
Ja, Bremerhaven ist nicht schön, trotz seiner "Wahrzeichen", dem Sail City Hotel und dem Klimahaus.


Ich finde, die Stadt hat sich positiv entwickelt und ich fahr ab und zu gern hin, um etwas maritimes Flair zu schnuppern.

Auswandererhaus, Klimahaus, Schifffahrtsmuseum, Zoo am Meer alles durchaus sehenswert.
Neben der Aussichtsplattform auf dem SailCityHotel gibt es auch die Möglichkeit auf den Radarturm zu fahren.

Durch den Hafen kann man mit dem Rad fahren - manchmal etwas nervig, aber man sieht wie Autos in die riesigen (häßlichen) Schiffe verladen werden, kann das Kreuzfahrterminal besuchen und den Containerhafen. Der Ausblick vom Containerturm ist ganz nett.


Diesem Beitrag kann ich mich voll und ganz anschließen und möchte ihn auch noch ergänzen.
Im Juni 2010 war ich das allererste Mal auf Radreise! Ich fuhr auf dem Weserradweg von Cuxhaven nach Hannoversch Münden und kam dabei auch durch Bremerhaven. Von einem früheren Besuch in den 70er Jahren hatte ich die Stadt als sehr „hässlich“ in Erinnerung. Bei meinem jetzigen Besuch gar nicht wiederzuerkennen. Die „Havenwelten Bremerhaven“, zu denen auch die von Olaf genannten Sehenswürdigkeiten gehören, sind aus meiner Sicht sehr sehens- und erlebenswert, auch in kulinarischer Hinsicht. Die kleinen Fischgeschäfte, -restaurant und -imbisse sowie der Markt mit den Holzbuden mit den unterschiedlichen, essenstechnischen Angeboten sind sehr empfehlenswert. Hierzu gehört auch die Halle, in der das „Forum Fischbahnhof“ untergebracht ist, nicht zu vergessen die "Fischräucherei Franke", wohl seit Jahren Unterstützer von Werder Bremen.
Wirkliches mediterranes Flair verbreitet auch das „Mediterraneo“, wie der Name erwarten lässt, mit seiner großen Glaskuppel, unter der sich im Innern des Gebäudes ein Restaurant befindet, sowie die vielen kleinen Läden mit den architektonisch gelungenen Fassaden.
PS: Eigentlich hätte ich jetzt gern ein paar Fotos von den von mir beschriebenen Örtlichkeiten eingestellt! Dann kamen aber meine Bedenken, ob ich Deinen Bericht mit meinen Fotos, die vielleicht auch die qualitativen Erwartungen nicht erfüllen, ergänzen soll und darf. So habe ich erstmal Abstand davon genommen, lasse es bei diesem Beitrag und wünsche noch einen schönen zweiten Osterfeiertag.

Liebe Grüße von

Theo
Ab 50 ist man zu alt, um es immer Allen recht machen zu wollen!
Gudereit LCR, RR Cannondale, Stevens Cyclocrosser
2016: 5675 Kilometer 2017: 3802 Kilometer
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#1277698 - 17.04.17 19:05 Re: An der Nordseeküste: Emden – Bremerhaven [Re: bikekiller39]
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Ich danke allen Kommentatoren!

@Andreas: Bitte, gern geschehen. schmunzel

@Peter: Ebenso gern geschehen, ich warte dann auf Deinen Bericht vom Menschenfüllungsstand der hochsommerlichen Deiche und auf Bilder von einem völlig überlaufenen Greetsiel. zwinker Nein, im Ernst, Du wirst es genießen, es ist einfach schön dort. Und so wenig Berge. schmunzel

@Olaf: Ich hab nicht gesagt, dass ich Bremerhaven langweilig finde, aber eben nicht schön. grins Wir waren genau ein Jahr vorher für ein paar Tage vor Ort gewesen und hatten alles besichtigt, was besichtigungswert war, eben das, was Du aufzähltest, zudem konnten wir von außen bei der Einrichtung und dem Einzug des Bordpersonals eines niegelnagelneuen Kreuzfahrtschiffs zuschauen. Mein Fazit für Bremerhaven: Interessant: Ja. Schön: Nein. Trotzdem fahr ich wieder hin.

@Theo: Schön, mal wieder was von Dir zu lesen. schmunzel Und ja, Reiseberichte von Dir sind überfällig. grins Du kannst ja die Höflichkeitsschleifen, die ich vorweg zur Bildqualität gemacht habe, einfach von mir abschreiben, und dann legst Du los. schmunzel Was Bremerhaven angeht, schrieb ich ja eben schon: Wir waren da schon. Das Mediterraneo fand ich allerdings wenig schön. Aber das ist Geschmackssache. Bei der Gelegenheit: Was ist mit Erfurt?

Grüße,
Tine
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