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#638529 - 17.07.10 20:57 Grünes Band Deutschland 2010
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2079
Dauer:13 Tage
Zeitraum:29.6.2010 bis 11.7.2010
Entfernung:550 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland

Viele Unwägbarkeiten haben bei uns in diesem Jahr die Urlaubspläne reihenweise scheitern lassen. Daher heißt es wie im Vorjahr wieder: vor der Haustür geht es los zur diesjährigen Sommerreise. Mein Sohn darf entscheiden zwischen vielen Optionen und weiß genau, was er sehen will: der ehemalige deutsch-deutsche Grenzverlauf soll es sein.

Mit dem Bikeline „Radweg Eiserner Vorhang“, mehreren Radkarten und zahlreichen Ausdrucken aus dem Wiki versehen brechen wir auf, hoffentlich gut vorbereitet für einen noch gar nicht so bekannten Radweg. Ich mit meinem alten Rad, dessen Zustand von vorneherein größere Expeditionen ausschließt, mein Sohn mit seinem neuen MTB, das sich mit Gepäck noch als etwas zu groß erweist, starten wir an einem heißen Sommertag von Göttingen Richtung Osterode, denn die Durchfahrt über das Grüne Band durch den Harz wollen wir uns ersparen.

Tag 1: Göttingen - Osterode/Eulenburg

Mit allen notwendigen Accessoires an Bord starten wir auf die WM-Reise - es ist Fußballzeit in Deutschland. schmunzel



Auf der alten Bahntrasse kurz vor Wulften über die Brücke über die Oder.



Eine kurze Etappe zum Eingewöhnen solle es werden, 60 km haben wir dann doch am Ende auf dem Tacho, auf einer Strecke, die uns (fast) steigungsfrei von Göttingen via Gieboldehausen, Wulften und Schwiegershausen direkt an den Harzrand geführt hat.

Gute Laune trotz der (fast) unerwarteten Steigungen im Harzvorland:





Auf dem Campingplatz in Eulenburg machen wir erste Station, ein Imbiss und ein Trampolin (wichtig nach 60 hügeligen Kilometern durch die Hitze! schmunzel ) auf dem Campingplatz sorgte für einen entspannten Abend bei beiden Reisenden.


Tag 2: Eulenburg - Goslar

Am nächsten Tag geht es statt auf dem Weser-Harz-Heide-Radweg, der mitten durch den Harz führt, als Höhenmetersparmaßnahme außen rum via Seesen und dann auf dem R1 Richtung Goslar.

Doch nichts geht ohne das lästige Eincremen am frühen Morgen, bevor man aufs Rad darf...



Zuerst machen wir eine kleine Stadtbesichtigung in Osterode.

Altes Rathaus und St. Aegidien:



Und das Denkmal für die Eseltreiber, die früher im Harz mit ihren Eselskarawanen die Versorgung der hochgelegenen Bergstädte und der kleinen Siedlungen übernahmen:



Aus Osterode herauszufinden wird zur ersten Herausforderung dieser Reise, und die Strecke über Seesen, die wir nun fahren, gehört sicher nicht zu den Highlights unserer gesamten Tour... Dafür sehen wir dieses nette Rad in Seesen:



Auch den Harz-Rundweg finden wir erst bei seinem Zusammentreffen mit dem R1 bei Neuekrug. Von nun folgen wir eine Weile der kleinen radelnden Hexe.



Für einen "Europa-Radweg" bzw. eine D-Route ist die Oberfläche der alten Bundesstraße, über die wir hier radeln, doch reichlich diskussionswürdig...



Vor Langelsheim geht der R1 steil in den Wald hinauf, und nach einigen 100 Metern Schieberei befinden wir diese Strecke mit der Hitze und unserer Motivation inkompatibel.



So suchen und finden wir stattdessen eine Direktverbindung via Langelsheim nach Goslar hinein, wo wir zuerst zum Markt radeln und uns mit Eis stärken.







Der Campingplatz außerhalb der Stadt an der B241, den wir nach 59 km erreichen, ist vom Standard eher bescheiden, aber das Abendprogramm lässt eh kein langes Verweilen auf dem Platz zu, denn wir brechen bald wieder auf zu Stadtrundfahrt und Kinder-Wunsch-Menu: McTasty-Burger und Pommes.




Tag 3: Goslar - Hornburg

Der Tag beginnt mit Sonnenschein und vertreibt auch die hartnäckigsten Langschläfer irgendwann aus dem Zelt. schmunzel



Unser Route für den heutigen Tag bringt uns dann endlich bei Vienenburg zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, zum „Iron Curtain Trail“, zum „Deutsch-Deutschen-Radweg“ oder zum „Radweg Eiserner Vorhang“. Wir finden schnell heraus, dass zumeist das „Grüne Band Deutschland“ ausgeschildert ist, was wir auch als die angemessene Bezeichnung ansehen.

Der erste „Grenzübertritt“ ist aufregend und enttäuschend zugleich, zwar zeugt eines der braunen Gedenkschilder vom ehemaligen Grenzpunkt, aber vom Grenzverlauf ist überhaupt nichts mehr zu sehen.



Ungefährer Grenzverlauf, im Hintergrund der Nordharz.





Die Hitze des Tages hindert uns nicht, auf diesen ersten Kilometern jeden Winkel, jede Kurve des ehemaligen Grenzverlaufs nachzufahren, was uns mehrfach über die ehemalige Grenze führt. Doch erst als wir einen Abschnitt auf dem Kolonnenweg erreichen, dem wir einige Kilometer folgen können, wird der Grenzverlauf für das im neuen Jahrtausend geborene Kind ein wenig vorstellbar.



Ein Kunstobjekt am Wegesrand, das dreidimensional die Spaltung und die Perspektive der Betroffenen darstellt, fasziniert uns lange.







Die Strecke bleibt herausfordernd, Kolonnenwege und Schotter wechseln sich ab mit Ortsdurchfahrten mit Fahrbahndecken, die sicher auch als "historisch" zu bezeichnen sind.



Und immer wieder wird deutlich, dass sich die "Grenzöffnung" über einen längeren Zeitraum hingezogen hat, nicht überall wurden gleich die Zäune demontiert, alte Straßen reaktiviert, neue gebaut, sondern das geschah alles sukzessive, damals, 1989/90.



Doch die Hitze ist an diesem Tag unerträglich, so dass wir nach 40 km am frühen Nachmittag in Hornburg unsere Etappe beenden und statt auf dem Rad den restlichen Tag im Schwimmbad verbringen. Der dritte Campingplatz auf dieser Tour erweist sich als noch leerer als die beiden davor, keine Zelte außer unserem, keine anderen Kinder zum Spielen. Ein bisschen Enttäuschung macht sich breit, wie gut, dass wir genug Lesestoff dabeihaben...



Vor dem Abendessen in einem örtlichen Restaurant machen wir eine kleine Rundfahrt durch Hornburg - und fassen den Plan, uns morgen sehr früh an die Weiterfahrt zu machen - auch wenn das Städtchen sehenswert ist, möchte "man" doch weiterkommen, denn übermorgen steht das erste Fußballspiel während dieser Reise auf dem Programm, und dafür ist morgen ein bestimmtes Ziel zu erreichen...



Tag 4: Hornburg - Wolfsburg

Der heutige Tag hat also ein vorgegebenes Ziel: nach Wolfsburg wollen wir heute kommen. Auf dem Grünen Band würden wir das nicht schaffen, das war nach Kartenstudium klar, also wechseln wir auf den Weser-Harz-Heide-Radweg - das bietet eben nur das Radreise-Wiki: Maßgeschneiderte Querverbindungen. schmunzel



Durch Wolfenbüttel sind wir schnell durch, die Sehenswürdigkeiten bekommen nur einen kurzen Fotostop - hier das Wolfenbütteler Schloss:



In Braunschweig sitzen wir die Mittagshitze bei einem sehr ausgedehntem Stopp in einem Eiscafe aus, selbstverständlich lesend...



Es folgt die obligatorische Besichtigung von Burghof und Löwen:





Mein absolutes Lieblingsfoto... verliebt



Und noch immer: Es ist so heiß! Doch Wolfsburg als Tagesziel ist fix, denn am nächsten Tag soll ein Ruhetag sein – mit festem Programm: vormittags ins Phaeno, nachmittags ist Viertelfinale. Also heißt es weiterfahren - wieder einmal auf einer maßgeschneiderten, da selbstentwickelten Querverbindung.

Landschaftlich immer wieder schöne Ecken können nicht wettmachen, dass ich an diesem Tag anscheinend keine Karten lesen kann. Mehrfach verfahren wir uns, weil ich Karte und Himmelsrichtung nicht mehr zusammen bringe. Das Orientierungschaos in Wolfsburg geht dann aber nicht zu meinen Lasten, sondern ist durch die völlig mangelhafte Ausschilderung von innerörtlichen Zielen für Radfahrer verursacht. Und manchmal muss man eine scheinbare Sackgasse bis zum Ende durchradeln, um zu erkennen, was von weitem nicht zu erkennen war: der dicke Bewuchs der Schallschutzmauer verbirgt, dass es da eine Durchfahrt gibt... Gottseidank gibt es ja einen kindlichen Entdeckergeist, wenn die mütterlichen Sinne langsam nachlassen. grins



Schließlich lotst uns ein Jogger durch ein Waldgebiet und irgendwann spät landen wir auf dem Campingplatz Allersee. Noch vor der Anmeldung wird geklärt, ob man hier auf dem Platz am nächsten Tag das Spiel sehen kann, erst dann wird das Zelt aufgebaut. Das Abendessen in einem italienischen Restaurant direkt am Mittellandkanal, mit Blick auf die Volkswagen-Arena, beendet diesen Tag. Die gefahrenen 78 km sind unsere bisherige Spitzenleistung.


Tag 5: Wolfsburg

Heute ist der 03.07. – Viertelfinaltag. Wir genießen es, nicht abbauen und packen zu müssen und machen uns in aller Ruhe auf den Weg zum Phaeno.

Brücke zwischen Phaeno und Autostadt...



... über den Mittellandkanal ....



... das Volkswagenwerk im Rücken.



Und der Tag wird sensationell! Das Phæno ist das an und für sich ja sowieso schon, noch sensationeller ist aber die Tatsache, dass sich aufgrund von Sommerhitze und Fußballspiel kaum Menschen ins Phaeno verirrt haben, und wir wirklich jedes Experiment für uns in Ruhe haben, ja die Mitarbeiter reißen sich förmlich darum, uns etwas erklären zu dürfen.





Ein wundervoller Tag, wohltemperiert, spannend und erholsam. Den Anpfiff beim Fußballspiel dann verpassen wir, weil wir uns im Phaeno nicht losreißen können, aber dann kann das Kind im Vereinshaus der Naturfreunde mit Fußball schauen und ich sitze draußen im Schatten und habe Muße für Reisetagebuch und Kartenstudium (zu jeder Wiederholung eines Tors kann ich ja schnell vor die Leinwand eilen).


Tag 6: Wolfsburg - Bergen an der Dumme

Heute geht es wieder weiter, zurück ans Grüne Band. Ein kleines Stück am Mittellandkanal, bei dem wir uns ein Rennen mit einem Frachtschiff liefern, führt uns zum ehemaligen Grenzverlauf.



Ab jetzt ist es landschaftlich nur noch begeisternd, wir radeln durch den Drömling und sehen dort das erste Storchennest.





Durch den Drömling zu radeln bedeutet aber auch: wir fahren durch Moore, deren genaueres Studium uns allerdings durch Bremsenschwärme verwehrt wird. Pfui Teufel, das ist nicht witzig – wir werden wahrlich verfolgt von diesen Scharen und immer wieder schreit einer von uns: „Es sind noch welche hinter Dir“, dann geht die wilde Hatz wieder von vorne los. Ab 16 km/h werden sie langsamer, sicher los ist man sie erst ab 20 km/h, soviel wissen wir jetzt! Macht das aber mal bei Hitze und mit Gepäck bergauf… Aber schnell waren wir dadurch an diesem Tag, keine Frage, am Ende hatten wir einen Schnitt von 14,4, das ist selten für uns.

Kurz darauf kommen wir an der Straße zwischen Kaiserwinkel und Zicherie an der Gedenkstätte für Kurt Lichtenstein vorbei, einem westlichen Journalisten (es gibt sicher wesentlich Erwähnenswerteres in seiner Biografie; wer sich interessiert, lese den verlinkten Wikipedia-Artikel), der 1961 dort für eine Reportage mit Angehörigen einer LPG-Brigade sprechen wollte. Bei dem angeblichen Grenzübertritt wurde er von Grenztruppen erschossen, er gilt als das erste Grenzopfer, zwei Monate nach dem Berliner Mauerbau. Wir stehen hier lange, lesen die Informationen und sprechen darüber.



Kurz darauf gleich die nächste "Sehenswürdigkeit", ein ehemaliger Grenzabschnitt, an dem die verschiedenen Arten des Grenzzauns über die 40 Jahre rekonstruiert wurden, neben allerlei anderem für uns Interessantem.

















Aber auch eine gewisse Kuriosität ist zu sehen: Ein von Hans-Dietrich Genscher 1998 gepflanzter "Gedenkbaum" - abgestorben...



Nur ein paar 100 m weiter liegen die Nachbardörfer Zicherie und Böckwitz - zwei der vielen eng an eng liegenden Nachbardörfer, die 40 Jahre lang durch die innerdeutsche Grenze auseinandergerissen waren. Beim Radeln durch beide Dörfer erkennt man den Grenzverlauf heute nur noch an den Ortsschildern - und erkennt zugleich, was hier wirklich "Nachbarschaft" bedeutete: Im Grunde genommen ist kein Übergang zwischen den Dörfern, die heute nur noch in verschiedenen Bundesländern liegen, zu erkennen, so dicht liegen die Nachbarhäuser, zwischen denen, heute unsichtbar, die Grenze verlief. Für mich, im Zonenrandgebiet aufgewachsen, eine früher gewohnte Normalität, für meinen Sohn bestaunenswerte Geschichte.



Und natürlich gibt es hier nicht nur die Erinnerung an die Nachkriegszeit, sondern - wie in so vielen Orten Europas - auch die Erinnerung an die beiden Weltkriege.



Das kleine Städtchen Brome mit seiner hübschen Burg (leider eingerüstet) versprach auf Schildern ein Burgcafe - das entpuppte sich "wegen Renovierung geschlossen". Noch haben wir Vorräte, so dass wir dennoch dort Rast machen, der Ort ist ansonsten wie ausgestorben.





Natürlich dürfen trotz der Hitze die obligatorischen Pausen an jedem zweiten Spielplatz nicht fehlen - ein Zeitfaktor, den ich auf Radreise mit Kind einzuplanen lernen musste. schmunzel



Später ist dann das Freilichtmuseum in Diesdorf unser Rastplatz.



Wieder einmal ist es sehr, sehr heiß. Bedauerlich ist nur, dass es insgesamt kaum touristische Infrastruktur gibt, die Restaurants haben zu, die Cafes öffnen in der Regel erst, wenn wir wieder weiter wollen, Tankstellen finden wir nicht und Supermärkte haben wegen des Sonntags nicht auf, so dass wir fast den ganzen Tag von den Vorräten zehren.



Nach 77 km haben wir endlich Bergen an der Dumme erreicht, wo wir einen wirklich perfekten Campingplatz finden, erstklassige Sanitäranlagen, preisgünstiger Imbiss und ein Naturschwimmbecken. Wie das Kind es schafft, nach dieser Etappe noch stundenlang auf dem Trampolin zu hüpfen, um sich anschließend noch im Wasser zu tummeln, kann ich nicht mehr verstehen… träller



Tag 7: Bergen an der Dumme - Gartow

Dieser Tag wird der einsamste der ganzen Tour, wir umrunden das Wendland. Gleich nach Bergen erfolgt jedoch zuerst einmal wieder der "Grenzübertritt", die Flagge der DDR ist heutzutage durch die von Sachsen-Anhalt ersetzt.



Landschaftlich ist es wieder einzigartig, und da wir so gut wie keinen Menschen sehen, kann man ohne weiteres vergessen, mitten in Deutschland zu sein.



Allerdings finden sich doch Zivilisationsspuren hier und da - allerdings stets ohne menschliche Lebenszeichen, selbst die Rundlingsdörfer, scheinen unbewohnt... zumindest von Menschen. schmunzel







Es ist heißer als je zuvor, und wir machen viele kleine Pausen im Schatten von großen Bäumen. Leider sind wir immer wieder in Begleitung von Bremsen, was uns teilweise zu heftigen Jagden über holperigste Strecken zwingt, und schließlich Florians Gepäckträger arg mitnimmt. Glücklichweise ist nur eine Schraube verloren gegangen, die ich ersetzen kann, so dass unsere Weiterfahrt nicht gefährdet ist.





Bezüglich Infrastruktur ist es schlimmer noch als am Vortag, in den Orten, durch die wir direkt kommen, gibt es keinerlei Einkaufsmöglichkeit, und sie alle wirken wie ausgestorben.



Zum ersten Mal gehen unsere Wasservorräte bedenklich zur Neige.

Aber wieder gibt es mehrere Punkte, an denen man alte Grenztürme, Infotafeln zu Ereignissen an der früheren innerdeutschen Grenze oder Gedenksteine besichtigen kann, und wir nehmen alles mit, alle Infotafeln müssen gelesen und diskutiert werden.







Und immer wieder treffen wir auf diese freundlichen Gesellen, entweder hoch auf den Dächern oder auch am Wegesrand auf Futtersuche:



Unser Weg führt uns nun zum Arendsee, und obwohl es schon späterer Nachmittag ist, wollen wir auf dem dortigen Campingplatz nicht bleiben, sondern noch hoch nach Gartow, noch etwa 20 km entfernt. Ein Imbiss am Straßenrand ermöglicht uns die erste Stärkung mit Eis am heutigen Tag - natürlich inklusive Lesepause - dann brechen wir wieder auf, etwa eineinhalb Stunden schätzen wir noch.



Dann ist ein kürzerer Radweg nach Gartow in den Wald ausgeschildert, den wir lang fahren. Am Ende dieses Weges stehen wir wieder einmal auf dem Kolonnenweg – wohin nun, nach rechts, nach links? Ein älterer Radfahrer kommt vorbei und meint, der Kolonnenweg wäre Richtung Gartow ja doch etwas huckelig zu fahren – aber nicht unmöglich. So wie hier? frage ich und bekomme eine bekräftigende Antwort. Naja, der Kolonnenweg schreckt uns nicht, und wir sparen gute 8 km. Mit einer detaillierten Streckenbeschreibung versehen machen wir uns also auf den Weg. Wunderschön ist es hier, 3- 4 km fahren wir so, doch von der von rechts kommenden Asphaltstraße, die uns nach links dann nach Gartow führen soll, ist nichts zu sehen. Nach 5 km werde ich langsam nervös, doch vorne scheint ein Schild zu stehen. Florian hat Bedenken, das sehe kaum nach einem Radwegeschild aus, sondern eher nach einer Schranke – und er behält recht.



Mitten im Wald, nach fast 6 Kilometern Kolonnenweg, endet der vorher als Radweg ausgeschilderte Weg im Nichts, an einem Wildruhegebiet. Seitlich führen nur tiefe Sandwege weiter, die könnte keiner von uns beiden mit Gepäck fahren. Es ist 19 Uhr, zurück würde es uns noch einmal mindestens 20 km einbringen.



Also geht es vorwärts, da hilft nichts. Doch nach wenigen 100 m ist der Weg fast völlig zugewachsen, wir kämpfen uns also durch einen halben Urwald durch. Irgendwann dann endlich – nachdem wir beide doch ein reichlich mulmiges Gefühl bekommen haben - hören wir Stimmen. Zwei Mountainbiker, ebenso erstaunt über den urwüchsigen Zustand des ausgeschilderten Radweges, können uns beruhigen, dass unsere gesuchte Asphaltstraße tatsächlich in wenigen 100 m kommen wird. Sie aber – ohne Gepäck – brechen trotz unserer Wegbeschreibung noch auf in das dunkle Dickicht, aus dem wir gerade aufgetaucht sind.

Wir radeln weiter, unterqueren eine Schranke und haben endlich wieder etwas freiere Fahrt - überstanden!



Selten war ich so erleichtert wie jetzt, als wir endlich wieder auf einer Asphaltstraße stehen! Die letzten Kilometer nach Gartow sausen wir nun, Zeltaufbau, Essen gehen, Schlafen. 76 km, die wir nicht so schnell vergessen werden!



Tag 8: Gartow - Dömitz

Der heutige Tag soll uns an die Elbe bringen.

Aber vorher wollen wir noch eine Schleife drehen zu den Grenzanlagen von Stresow, an denen wir gestern nahe dran waren, die wir aber zeitlich nicht mehr geschafft hatten. Nach Schnackenburg zur Fähre direkt wären es von Gartow aus vielleicht 6 km, so aber wird es eine große Extrarunde über einen Grenzlehrpfad, doch diese lohnt sich. Zuerst aber kommen wir an dem ehemaligen Grenzübergang Kapern-Bömenzien vorbei, einer Kuriosität aus diesem kuriosen Jahr 1990, der, kaum eingerichtet, schon von der Geschichte wieder zur Geschichte degradiert wurde.



Wieder einmal geht es nun auf dem Kolonnenweg weiter, durch eine schöne Landschaft, der man zu Recht die Bezeichnung "Grünes Band" zugestehen darf.





An der Stelle des Dorfes Stresow, das im Rahmen der Aktion Ungeziefer im Zuge des Ausbaus der DDR-Grenzanlagen in den 70er Jahren zwangsgeräumt und abgerissen wurde, ist ein kompletter Abschnitt der Grenzanlagen erhalten, die wir lange und intensiv erkunden.







Dann aber geht es endlich zur Elbe. Wir befinden uns nun auf dem Elbe-Radweg , von nun an laufen dieser und der Radweg Grünes Band Deutschland auf der gleichen Strecke bis Lauenburg.



Schnackenburg und sein Grenzlandmuseum lassen wir links liegen, obwohl sicher sehenswert, aber Grenzlandmuseen haben wir zuhause auch, und zwar gleich drei in der näheren Umgebung.





Wir begeben uns stattdessen direkt zum Anleger der kleinen Elbfähre, der gleich neben dem Museum liegt, und warten auf die Fähre, die sich nun von der anderen Uferseite auf den Weg macht, uns abzuholen.





Sonst sind wir ja eher größere Fähren gewohnt und einen etwas erhöhten Blick von der Reling hinunter auf die Wasseroberfläche. träller So ist es spannend, so direkt über dem Wasser über den großen Fluss geschaukelt zu werden.



Von nun an ist der Tag eher anstrengend, es ist kühl – das allein wäre ja mal angenehm – und vor allem sehr, sehr windig. Egal ob oben auf dem Deich oder daneben, der Wind hat uns immer von vorn und wir müssen uns arg abstrampeln, um vorwärts zu kommen.



Aufgrund der Deichrückverlegung kommen wir nicht an dem angekündigten Grenzturm vorbei, was dem Kind die Motivation etwas nimmt, denn er wartet noch immer auf einen Turm, in den man auch rein kann. Am Fähranleger von Lenzen dann endlich findet sich ein Turm, an den man außen eine Wendeltreppe angebaut hat, so dass man sowohl in den Beobachtungsraum als auch oben auf das Dach des Turmes kommt.



Wir bleiben auf der rechtselbischen Seite, und trotz des Windes genießen wir jeden Meter, den wir uns heute wirklich mühsam erkämpfen. Schöne Dörfer am Deichrand, Storchennester überall in den Gärten, Graureiher und Störche in den Auen – wen stört da schon ein wenig Wind.







Und doch sind wir mehr als erleichtert, als wir nach 50 km Dömitz erreichen. Am Sportboothafen finden wir einen einfachen Campingplatz, auf dem andere Kinder zum Spielen sind, und nach einem Einkauf beim Aldi brutzelt bald wieder einmal Kinder-Wunsch-Essen auf dem Trangia: gebackener Camembert. Ein idyllischer Essplatz mit Tischen und Bänken direkt über dem Wasser am Bootshafen lassen mich die Mückenstiche Nummer 30 – 40 gelassen hinnehmen.



Tag 9: Dömitz - Bullendorf

Heute ist wieder Fußballtag, Halbfinale. Da die deutsche Mannschaft erst spät spielt, machen wir nicht heute den Ruhetag, sondern morgen, zum Ausschlafen. Also heißt es, nach einem ausgedehnten Frühstück am Wasser, noch einmal in die Pedale treten. Doch erst einmal müssen die Brückenreste von Dömitz erkundet und erklärt werden.



Später setzen wir dann für eine Mittagsrast mit einer kleinen Fahrradfähre nach Hitzacker über, fahren aber zwecks Vermeidung der "Elbberge" auch danach rechtselbisch weiter.



Irgendwo zwischen Bleckede und Lauenburg hoffen wir auf einen Campingplatz mit „Public Viewing“-Möglichkeit. Doch erst einmal geht es wieder durch eine unglaublich schöne, unglaublich heiße Gegend. Wenn man so vor sich hinpedaliert, die schneeweißen Wolkengebilde vor dem tiefblauen Himmel betrachtend, hat das oftmals eine hypnotisierende Wirkung. Glücklichweise gibt es ja Gegenverkehr – und manchmal ganze Schulklassen, die mit ihren Rädern den kompletten Radweg + Deichränder links und rechts davon bevölkern, so dass kaum ein Durchkommen ist. In Mecklenburg-Vorpommern ist noch Schulzeit, und an den letzten Schultagen treibt alles an die frische Luft, mit Vorliebe halt an die Elbe. Doch diese Störfaktoren sind gering, zumeist sind wir allein und ungestört, sehen noch einmal einen ehemaligen Grenzturm und spielen ununterbrochen unser „Abschlag-Spiel“, das wir schon vor einigen Tagen erfunden haben: „Du bist!“, begleitet von einem kräftigen Klatschen auf die Packrolle des Anderen.

Doch langsam wird es Zeit für einen Campingplatz, und da die Platzdichte auf der niedersächsischen Seite dichter zu sein scheint, wechseln wir mit der Fähre bei Bleckede die Seite. Der erste Campingplatz ist uns noch zu früh, der zweite zeitlich gerade richtig, aber beim Durchfahren schauert es uns beide – so schäbig, rostige Wohnwagen, gelegentlich bierflaschenumkränzte Menschen-Grüppchen, überall Müll und Schrott – nein, hier wollen wir nicht bleiben.

Nun heißt es Gasgeben, aber auch der Campingplatz in Bullendorf, den wir schließlich erreichen, ist ziemlich einsam und verlassen – nach Public Viewing sieht es weder hier noch im Ort irgendwo aus. Doch sauber ist es hier, ein gutes Gefühl haben wir beide, und der Verwalter sagt sofort zu, uns in einer Garage einen Fernseher anzuschließen. So sitzen wir dann ab 20 Uhr in unserem ganz privaten Open-Air-Kino vor einem Fernseher, ich koche auf dem Trangia und wir verfolgen die Niederlage – da hilft kein Fahnenschwingen.



80 km sind wir heute gefahren, aber unser heldenhafter Einsatz, um der deutschen Mannschaft am Fernseher beizustehen, hat sich leider nicht gelohnt. Etwas bedrückt ist die Stimmung beim Schlafengehen – die Luft ist raus. Ein Alternativplan für die letzten Urlaubstage muss her – und wird auch noch gefunden. Auf der Karte sieht man vom nahe liegenden Lauenburg eine Bahnlinie nach Norden gehen – die müsste doch nach Lübeck führen? Ich telefoniere noch mit Chris und sie recherchiert für uns einen Campingplatz bei Travemünde. Genug geradelt.



Tag 10: Bullendorf - (mit der Bahn via Lauenburg und Lübeck) - Travemünde

Der heutige Tag nun bringt für uns also einen Abschied – den von unserer diesjährigen Radreise. Wir mögen nicht mehr. Etwa 530 km sind wir in 8 Fahrtagen gefahren, haben Hitze und Wind widerstanden, haben viel, sehr viel gesehen und erlebt, manchmal war es mehr, als man glaubte, verarbeiten zu können. Ein bisschen wehmütig und dennoch erleichtert bauen wir unser Zelt ab.



Nach unserem Plan sollte es jetzt – es ist Donnerstag und wir haben noch bis Sonntag Zeit – den restlichen Grenzverlauf bis nach Travemünde hochgehen. Doch auch dieses Wochenende soll wieder sehr, sehr heiß werden. So beenden wir die Radreise und läuten den Badeurlaub ein.

Mit der Bahn geht es von Lauenburg nach Lübeck, wo wir Gummikrokodil und Shorts erwerben, dann weiter nach Travemünde. Dort setzen wir über auf den Priwall und finden dort für drei Tage ein schattiges Plätzchen auf dem Campingplatz mit Blick auf die Passat. 550 km mit Gepäck sind es zum Schluss noch geworden.



Noch am Nachmittag stürzen wir uns in die Fluten der Ostsee – und abends sitzen wir wehmütig auf der Mole und schauen der Nils Holgersson nach…



Tag 11: Travemünde

Auch heute kann ich meine Radreisementalität nicht ganz ablegen, und außerdem waren wir ja wegen des Grenzverlaufes unterwegs. So fahren wir – ohne Gepäck, welch Genuss! - vom Priwall über die ehemalige Grenze noch ein Stück nach Mecklenburg-Vorpommern, jetzt haben wir auch noch ein kleines Stück vom Ostseeküstenradweg beradelt. Dort ist der Strand viel ruhiger, aber es zieht uns doch zurück auf den Priwall, wo es Eisverkäufer und andere Kinder am Strand gibt. Die vorbeiziehenden Fähren jedoch sind eine harte Prüfung für mein Fernweh, und wieder sitzen wir abends auf der Mole und schauen der Nils Holgersson nach…



Tag 12: Travemünde

Heute segne ich meine Einsicht, vor zwei Tagen die Radreise beendet zu haben, denn es scheint immer nur noch heißer zu werden. Wir haben inzwischen auch noch eine Strandmuschel erworben, denn ohne diese ist es am Strand nicht mehr auszuhalten. Zweieinhalb Tage Strand jedoch, das weiß ich an diesem Abend mit Sicherheit, ist auch schon das Maximum, was ich an derartigem Zeitvertreib aushalte. Und noch einmal sitzen wir abends auf der Mole und schauen der Nils Holgersson nach…



Tag 13: Travemünde - mit der Bahn via Lübeck und Hamburg) - Göttingen

Der Tag 13 unserer Reise ist für uns kein besonderer Glücks-, aber auch kein Unglückstag, zufrieden machen wir uns auf die Bahn-Heimreise, nun noch zusätzlich mit Strandmuschel und überdimensionalem Gummikrokodil im Gepäck. Wir kämpfen uns durch das Chaos am Hamburger Hauptbahnhof, bis wir endlich im reservierten IC sitzen, jeder mit einem Buch vor der Nase. Die Klimaanlage bringt immerhin halbe Leistung. Alles ist gut.

Eine spannende Reise war das, und wir haben noch etliches mehr rund um das Grüne Band erlebt und gesehen.

Update 02.05.2017
Ich bitte die geneigten Leser der folgenden Kommentare zu bedenken, dass es Jahre gedauert hat, bis ich es mal geschafft habe, in den obenstehenden Bericht Fotos einzufügen. peinlich Dabei wurden auch kleinere Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen, weitgehend jedoch nur insofern, dass Kommentare zu den eingefügten Bildern ergänzt wurden.

Geändert von Tine (14.06.17 18:38)
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#638954 - 19.07.10 16:10 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
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Beiträge: 2079
Ein Foto hab ich aber doch: So sieht das aus, wenn ein kleiner Reiseradler während einer Fußball-Weltmeisterschaft unterwegs ist. schmunzel



Mit besonderen Grüßen an eine Reiseradlerin, die sich heute auf den Weg weit in den Süden macht. schmunzel

Tine
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#639023 - 19.07.10 20:08 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Tarrega62
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 560
Hallo Tine,
schönes Foto und ich ziehe meinen Hut vor deinem Sprößling. Er ist ja mächtig bepackt.
LG
Frank
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#639028 - 19.07.10 20:27 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tarrega62]
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2079
Hallo Frank,

in der Packrolle stecken nur sein Schlafsack und Isomatte + unsere Regensachen. Viel Volumen also, weniger Gewicht. In den kleinen Ortliebs sind auch nur seine Sachen, alles ziemlich leicht. Bei dem Tempo aber, mit dem er mich am Berg abhängt, war ich aber geneigt, ihm von Tag zu Tag mehr Gewicht aufzupacken. peinlich

Grüße,
Tine
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#639037 - 19.07.10 21:23 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Tobi aus Franken
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 391
Unterwegs in Belgien

Super, eines Tages so einen Sohn zu haben wäre mein absoluter Traum!!!
Gruß,
Tobi
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#639059 - 19.07.10 23:00 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tobi aus Franken]
Tine
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 2079
Wegen des Reiseradelns? Ganz einfach. grins

Mit zwei Jahren steckt man das Kind in den Kinderanhänger und schleppt es nach Norwegen. Man sieht ein, dass das zu heftig (für einen selbst) ist, kehrt nach 10 Tagen um und radelt in der Lüneburger Heide.

Mit drei Jahren wird Kind im Anhänger rund ums kindertaugliche Bornholm gezogen (man ist ja klüger geworden was die Überforderung durch anspruchsvolles Terrain angeht).

Mit vier bekommt Kind ein Trets und lässt sich darauf, vormittags schlafend, nachmittags singend, ums halbe Jütland rumziehen.

Mit fünf darf Kind eine Autoreise mitmachen und mit sechs eine Flugreise, damit es dem Erziehungsberechtigten später nicht vorwirft, man hätte es immer zum Radreisen gezwungen. zwinker

Mit sieben dann geht es als Eltern-Kind-Kur-Maßnahme nochmals nach Bornholm, wieder mit dem Trets.

Mit acht kommt dann die Abschiedstour des Trets, und Kind wird ans eigene Dauertreten gewöhnt, in dem es jederzeit angemault wird, wenn es mit dem Treten aufhört (das merkt man bei dem Alter schon ganz schnell).

Mit neun (das Anmaulen hat anscheinend nicht abschreckend gewirkt) tastet man sich dann mit kürzeren Radreisen an deutschen Flüssen langsam ans eigenverantwortliche Reiseradeln und wundert sich schon hier über die Etappenlänge.

Mit (fast) 10 kann und will Kind plötzlich schon richtige Etappen radeln und lässt seine (wachsenden) Kräfte langsam aufblitzen.

Jedes weitere gemeinsame Radreise kann jetzt nur noch als Bonus betrachtet werden - und als Gnade, wenn man noch lange mithalten kann. träller

Tine
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#639512 - 21.07.10 08:45 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
roul1
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 821
Hallo Tine,

tolle Reise die Du mit Deinem Sohn gemacht hast und prima geschriebener Bericht.

Gruß
Roul
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#639551 - 21.07.10 11:00 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Zwicki
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 68
Toller Bericht und es macht Spass ihn zu lesen schmunzel

Würde mich freuen, wenn du es irgendwann einmal schaffst den genauen Routenverlauf nachzureichen.... evtl. sogar als GPS-File oder dergleichen zwinker

Gruss Jamal
Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt eh niemand!
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#639744 - 21.07.10 19:56 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Dietmar
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6137
Unterwegs in Deutschland

In Antwort auf: Tine
V... irgendwann mal einen Artikel über das Grüne Band im Wiki - da werden dann auch ein paar Bilder reinkommen.

Da bestehe ich drauf! schmunzel

Schöne Schreibe haste, Tine. Habe mehrfach geschmunzelt. In Schland zur WM rumradeln und dann noch Geschichtsunterricht, tolle Mischung! Soviel lebendiges Anschauungsmaterial wird Deinem Sohn in der Schule garantiert nicht geboten.

Besten Dank

sagt Dietmar
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#639769 - 21.07.10 21:16 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Dietmar]
Tine
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Hallo Dietmar, roul und Jamal,

freut mich, dass Euch der Bericht gefällt.

@ Dietmar, das war schon spannend, auch weil wir ja Freunde haben, die "aus dem Osten" stammen, und plötzlich wurde meinem Sohn klar, dass wir sie ohne die Grenzöffnung ja gar nicht kennen würden. Das gilt für uns hier ja auch. schmunzel

Und für mich, die ich ja 1989 direkt auf der anderen Seite wohnte und stand, kamen natürlich viele Erinnerungen an die damalige Zeit hoch, aber vor allem immer wieder ein verwundertes Staunen, wieviel in 20 Jahren zumindest räumlich einfach zugewachsen und miteinander verwachsen ist. Gut so. schmunzel

Jaja, das mit dem Wiki. zwinker Erstmal Track zeichnen, dafür brauche ich auch Hilfe von einem Grenzsteintrophyradler, der im verdienten Sommerurlaub ist. Und dann irgendwann - gibts hier einen Link, wenn der Artikel dort fertig ist.

Grüße,
Tine
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#639786 - 21.07.10 21:52 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Fluri
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Hallo Tine,
dein Bericht hat mir auch sehr gut gefallen. Die "Qualen" sind schnell vergessen und es bleiben dann die schönen Erinnerungen, so soll es doch sein.
Gruß Doris
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#640059 - 22.07.10 20:30 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Hansflo
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Hallo Tine,

alle Achtung! Schöne Zusammenfassung einer Radreise und beeindruckender Bericht über schönes Radreisen mit Kind.

Aber Blder wären wirklich toll und ich freu mich, wenn sie einmal zu sehen sind.

Hans
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#640131 - 23.07.10 08:17 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
adolar
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In Antwort auf: Tine
...der im verdienten Sommerurlaub ist. ...


Hallo Tine,

bin wieder im Lande! Es kann also losgehen mit dem Wiki. Ich warten nur auf eine Pn von dir.


Zum Thema: Sehr gelungener Bericht von eurer Reise. An den im nichts endenden Weg kurz vor Gartow kann ich mich auch noch sehr gut errinnern. Da ging dann ein Sandweg nach links, so als Tip für das nächste Mal. schmunzel Tja, und das Wasserproblem kam mir auch bekannt vor.
Das dein Sohn zu so einer Reise zu begeistern ist finde ich echt cool!

Leider habe ich, als ich den Grenzstreifen abgeradelt bin, warscheinlich nicht mal halb soviel mitbekommen von den Menschen und der Umgebung wie ihr. Das finde ich im Nachhinein doch etwas schade. Warscheinlich muss ich das nochmal, dann etwas langsamer, wiederholen. Nur an die Bremsen kann ich mich errinnern, vorallem dann wenn man in Dornenbüschen fest stark. entsetzt
Grüße

Stephan

Geändert von ADOLAR (23.07.10 08:18)
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#640182 - 23.07.10 11:51 Re: Grünes Band Deutschland [Re: adolar]
Tine
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Hallo Stephan,

gut erholt? schmunzel

Den Sandweg hatte ich gesehen, und vor allem auch, wie tief bzw. weich der war - das schafft mein Sohn mit seinem Rad nicht, und ich wäre mit meinen Gepäckmengen da vermutlich auch überfordert gewesen. Dagegen hatte man auf dem Kolonnenweg festen Untergrund - wenn auch ziemlich löcherigen... Manchmal hatte ich ziemlich Angst um die Reifen, ein Platten um die Tageszeit in dem Dickicht hätte dann vermutlich doch Zeltaufbau bedeutet. So haben wir nur etliche Kratzer von den Kiefernzweigen und Quaddeln von den Brennesseln mitbekommen. Alles nicht so schlimm.

Aber Du müsstest doch auch viel mitbekommen haben, lag ja alles direkt am Grenzstreifen. Wahrscheinlich nimmt man sich bei der Trophy jedoch nicht die Muße, die Umgebung allzu intensiv zu studieren, gibt ja genug Herausforderungen zu bewältigen. schmunzel

Zum Track etc. mehr per PN.

Grüße,
Tine


Geändert von Tine (23.07.10 12:00)
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#640183 - 23.07.10 11:55 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Hansflo]
Tine
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Hallo Hans,

irgendwann solls mal eine eigene Homepage geben, da kommen dann natürlich die Bilder hin. Muss nur irgendwann mal Zeit dafür finden.

Von Euch gibts hier aber bisher auch noch keinen Bericht, oder? Es ist Zeit, die Familien-Rad-Reise-Fraktion ein bisschen aktiver darzustellen. schmunzel

Grüße,
Tine
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#640193 - 23.07.10 12:23 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
adolar
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In Antwort auf: Tine
Hallo Stephan,

gut erholt? schmunzel


Ja kann man so sagen! schmunzel

In Antwort auf: Tine

Den Sandweg hatte ich gesehen, und vor allem auch, wie tief bzw. weich der war - das schafft mein Sohn mit seinem Rad nicht, und ich wäre mit meinen Gepäckmengen da vermutlich auch überfordert gewesen. Dagegen hatte man auf dem Kolonnenweg festen Untergrund - wenn auch ziemlich löcherigen... Manchmal hatte ich ziemlich Angst um die Reifen, ein Platten um die Tageszeit in dem Dickicht hätte dann vermutlich doch Zeltaufbau bedeutet. So haben wir nur etliche Kratzer von den Kiefernzweigen und Quaddeln von den Brennesseln mitbekommen. Alles nicht so schlimm.


Ok, mit Gepäck auch nicht ideal. Da kommen gleich wieder die Bilder vom versinkenden Tandem mit Gepäck auf Sandwegen da oben hoch. Hab ich da was geflucht... krank

In Antwort auf: Tine

Aber Du müsstest doch auch viel mitbekommen haben, lag ja alles direkt am Grenzstreifen. Wahrscheinlich nimmt man sich bei der Trophy jedoch nicht die Muße, die Umgebung allzu intensiv zu studieren, gibt ja genug Herausforderungen zu bewältigen. schmunzel


Das ist fast alles irgendwie an mir vorbeigezogen. Zum Glück hab ich ein paar Fotos geknipst. Es waren eher diese Momente als man auf dem Brocken stand und das "Ziel" oder besser das Ende quasi sehen konnte, bei Sonnenuntergang durch einsame Landstriche gefahren ist oder auch einfach mal stehen geblieben ist im Nirgendwo und da war einfach nichts und doch sehr viel um einen herum, die einem bewegt haben. Das wirklich interessante war jedoch sich selbst mal an der eigenen Grenze zu erleben und das eine Woche lang.
Grüße

Stephan

Geändert von ADOLAR (23.07.10 12:24)
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#640200 - 23.07.10 12:35 Re: Grünes Band Deutschland [Re: adolar]
Tine
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Ein detaillierter Bericht von Deiner Tour ist dringend erwünscht. schmunzel
Von der Grenzsteintrophy hat hier glaube ich noch keiner berichtet. (Seid Ihr etwa mit dem Tandem unterwegs gewesen???)

Tine
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#640204 - 23.07.10 12:46 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
adolar
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Ok, ich schau mal was ich machen kann.

Nee, mit dem Tandem sind wir 2009 an die Ostsee gefahren und bei Lauenburg(?) auf so einen Sandweg geraten, mit vollem Gepäck versteht sich. Seit dem weiß ich, dass ein Tandem auf weichem Untergrund nur wenig Spaß macht und sich von jetzt auf gleich vom "Feiheitsding" zum "Klotz am Bein" wandeln kann, ohne Ankündigung.
Grüße

Stephan
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#640208 - 23.07.10 13:24 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
wal
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Zitat:
Von der Grenzsteintrophy hat hier glaube ich noch keiner berichtet.


Ok, wenn daran Interesse besteht, jetzt halt nur einmal ein Link für's erste:
GST2010

Deinen "Grünes-Band-Bericht" fand ich übrigens auch sehr schön. Und einiges auf eurer Tour hat mich durchaus auch an das eine oder andere Erlebnis auf der GST erinnert...
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#640321 - 23.07.10 21:49 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Hansflo
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In Antwort auf: Tine
Von Euch gibts hier aber bisher auch noch keinen Bericht, oder? Es ist Zeit, die Familien-Rad-Reise-Fraktion ein bisschen aktiver darzustellen. schmunzel


Hallo Tine,

Radreise-Berichte gibt es nur deren drei:
- Alpe Adria - von Villach nach Venedig
- Etsch und Valsugana - von Nauders nach Vicenza
- Frühlingstour Bozen - Bologna

Bilder von unseren Radreisen mit den Kindern hingegen mehr als genug in meinem Web-Album. Du hast recht, die Familienradreisenden dürfte man hier tatsächlich etwas intensiver wahrnehmen.

Schöne Grüße

Hans
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#640333 - 23.07.10 22:06 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Hansflo]
Tine
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Hallo Hans,

peinlich Da mich die Region für Radreisen bisher eher weniger interessierte habe ich die Berichte wohl nicht gelesen und den "mit Kind"-Aspekt daher übersehen. Wird nachgeholt - und dann im Wiki irgendwann auch unter Reiseziele mit Kindern verlinkt. schmunzel

Vielleicht sollten wir dazu übergehen, derartige Berichte durch "mit Familie" zu kennzeichnen.

Grüße,
Tine
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#640337 - 23.07.10 22:11 Re: Grünes Band Deutschland [Re: wal]
Tine
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Hi Waltraud,

klasse Bericht von Dir über die Grenzsteintrophy, danke. Macht Appetit auf mehr vom Grünen Band.

Beeindruckt hat mich ja das Rad, das Du gefahren bist - cool ! Sowas hätte ich auf manchen Abschnitten auch gern gehabt - auch wenn der Radfernweg ja den wirklich schlechten Strecken in der Regel ausweicht (wenn man sich denn an die Beschilderungen halten würde...).

Grüße,
Tine
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#640346 - 23.07.10 22:33 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Flying Dutchman
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Moin Tine,

es hat mir großen Spaß gemacht, euren Bericht zu lesen. Da werden auch bei mir Erinnerungen wach. Ich bin 2007 mit dem damals 6jährigen Jan Lukas den Elberadweg von HH bis Wittenberge gefahren, wir waren also von Lauenburg bis Schnackenburg in etwa auf der selben Strecke unterwegs.

Dieses Jahr will ich mit dem 6jährigen Felix auf eigenem Rad und dem 3jährigen Lennart im Anhänger von HH zu meinen Eltern ins Ammerland fahren. Ich muss mich mal "zusammenreißen" und Reisetagebuch schreiben und dann hier veröffentlichen, damit die "Family on Tour Fraktion" etwas mehr wahrgenommen wird. lach

Gruß Robert
LG Robert
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#640418 - 24.07.10 11:24 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Flying Dutchman]
Kamikaze
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Klasse Berichte Tine und Wal!!!

Werde mich übernächste Woche auf den Grenzstreifen wagen. Werden aber nur einen Teil schaffen. Wollen in Hof starten und dann Ri Norden fahren.
Gibt es einen Zuverlässigen GPS Track für die Strecke???

Viele Grüße
Sven
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#640430 - 24.07.10 13:07 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Kamikaze]
Achim H.
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In Antwort auf: Kamikaze
Gibt es einen Zuverlässigen GPS Track für die Strecke???


Yes, gibt es.

Aufgearbeitete Gesamtstrecke des deutsch-deutschen Radweges (Iron Courtain Trail / Grünes Band) in 9 Einzelstrecken mit max. 500 Trackpunkten,

ob zuverlässig weiß ich nicht, dabei sogar Campingplätze und einige feste Unterkünfte.

Und hier kann man sich das anschauen und nach Bedarf herunterladen.

Gruß Achim
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#640432 - 24.07.10 13:10 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Achim H.]
Kamikaze
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Vielen Dank Achim!!!
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#640433 - 24.07.10 13:12 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Kamikaze]
Achim H.
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Bitte gern schmunzel

Eine schöne Reise.
Gruß Achim
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#640441 - 24.07.10 14:27 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Achim H.]
Zwicki
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Beiträge: 68
In Antwort auf: Achim H.
In Antwort auf: Kamikaze
Gibt es einen Zuverlässigen GPS Track für die Strecke???


Yes, gibt es.

Aufgearbeitete Gesamtstrecke des deutsch-deutschen Radweges (Iron Courtain Trail / Grünes Band) in 9 Einzelstrecken mit max. 500 Trackpunkten,

ob zuverlässig weiß ich nicht, dabei sogar Campingplätze und einige feste Unterkünfte.

Und hier kann man sich das anschauen und nach Bedarf herunterladen.

Gruß Achim


Danke auch von mir! schmunzel

Werde die Strecke wohl nächstes Jahr einmal abfahren.
Sieht jedenfalls sehr interessant aus .........
Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt eh niemand!
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#640446 - 24.07.10 14:41 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Achim H.]
Achim H.
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Noch eine kleine Ergänzung.

Die von mir verlinkte Datei ist ja leicht modifiziert (Campingplätze ..... ).

Die Original Quelle mit den Original GPS Tracks und auch den KML Dateien (Google Earth) findet man unter:

http://iron-curtain-trail.org/

Download: GPS

Viel Spaß beim Planen.

Gruß Achim
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#640447 - 24.07.10 14:45 Re: Grünes Band Deutschland [Re: Tine]
Achim H.
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Hallo Tine,

sorry, dass ich Dir hier einfach so reingeschrieben habe,
noch dazu nicht als OT gekennzeichnet.

Deinen Bericht habe ich mit Interesse gelesen und kann mich
den Vorschreibern nur anschließen, erfrischend und interessant geschrieben,
tolle Leistung von Deinem Jungen.

Viele Grüße Achim
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