Und dabei den Col de Larche mit in die Überlegungen einbeziehen. Die Straße da hoch ist in unserem Michelin-Atlas rot und auch in google-streetview eher eine der besser ausgebauten. Daher dachte ich, da wäre ordentlich Verkehr. Umso besser, wenn es nicht so ist.
Das ist bei Michelin häufiger, bzw. typisch ländliches Frankreich - Bedeutung, Ausbau und Verkehr sind nicht dasselbe. Rote Straßen könne also auch mal weniger befahren sein als
rote gelbe - das hängt auch von Besiedlung usw. ab. Der Ausbau der Larche/Maddalena-Straße ist auch gut, deswegen auch für LKW gut machbar. Zur Westseite gibt es aber Bergabrutsche, das Tal kann also auch unpassierbar sein und eignet sich entsprechend wenig für größeren Transitverkehr. Die italienische Ostseite zieht sich halt lange hin, ist aber abwechslungsreicher als die Westseite. Es gibt lange Besiedlung (also nicht unbedingt alles Transitverkehr, auch lokaler Versorgungsverkehr), die Passhöhe wird wegen Einkaufsladen, Wanderplatz usw. frequentiert. Der NP Mercantour grenzt unmittelbar nach Süden an. Die Westseite ist man auch ganz schnell runter, während im oberen Teil der Ostseite weit geschwungene Serpentinen warten (deswegen wiederum LKW-freundlich).
@Wildcampen: Außerhalb der Nationalparkgrenzen sollte das also kein Problem sein? - z. B. in der Auffahrt zum Colle di Tende oberhalb von Casterino?
Jein. Du must es dann bis fast ganz oben schaffen, weil die meisten Teile des Val Casterino topografisch zum Campen völlig ungegeignet sind. Casterino selbst bildet ein gewisses Zwischenplateau (Berggasthaus dürfte nicht die Welt kosten), wo noch Platz ist. Oberhalb des Ortes sind auch flache Wiesen - ist halt die Frage, ob da Kühe Vorrechte genießen. Die teils aufgerissene und nicht durchgehend asphaltierte Straße nach dem Wanderparkplatz zum NP, bzw. wenig weiter nach der Brücke bzw. großen Kehre, bereits alles deutlich jenseits von Casterino, führt ja teils durch Felstunnels, d.h. ganz wildes Gestein/Schlucht.
Um den Baisse de Peyrefique sind hingegen leicht geschwungene Wiesen zu finden, auch genügend Flachstellen. Bei Gewitter allerdings dann ungemütlich frei. Evtl. geht auch bei der Brücke/Kehre etwas, ehr aber Nischenplätze frür ein kleineres Zelt. Generell kanst du auf der ganzen Strecke vom Peyrefique bis zum Col de Tende (auch dort) gute Camp-Gelegenheiten finden, weil du dich ja eher auf einem Kamm befindest. Es geht trotzdem rauf und runter, auch wenn ich diesen Teil nicht gefahren bin. Nach dem Peyrefique Richtung Tende-Pass sah ich die Straße erstmal tief abfallen, wo sich wieder weniger gut zum Zelten eignen würde.