In Antwort auf: robert-77654

Wenn die eine Kettenhälfte schneller verschleißt als die andere, werden dadurch auch die Ritzel/Zahnräder entsprechend verschleißen, weil sie sich sozusagen der verschlissenen Kettenhälfte anpassen. Dann läuft wiederum der andere Teil der Kette, der normalerweise beim separaten Betrieb länger halten würde, über ausgefressene/verschlissene Zahnräder und wird dadurch schneller gelängt.
Mit anderen Worten: Die schnell verschlissene Kettenhälfte beeinflusst über den Umweg Zahnräder den Verschleiss der "besseren" Kette. D.h. der Test führt zu falschen/verfälschten Ergebnissen.
Liege ich da richtig oder falsch? (von Technik habe ich wenig Ahnung, vielleicht ist das alles Quatsch...).


Meines Erachtens liegst du hier falsch.
Dass eine verschlissene Kette ein neues Ritzel stärker beansprucht ist relativ klar, der umgekehrte Fall, verschlissenes Ritzel verschleißt neues Ritzel schneller, halte ich für überbewertet. Das Kettenglied längt doch im Zugtrumim Wesentlichen beim einschwenken auf das Kettenblatt bzw. beim ausschwenken aus dem Ritzel, nämlich dann, wenn neben der höchsten Zugkraft zwischen Lagerkragen und Bolzen Relativbewegung in Form von Gleitreibung auftritt. Ist die Kette auf dem Ritzel eingeschwenkt ist dieses Gelenk quasi statisch, außerdem nimmt die Höhe der Krafteinleitung über die nachfolgenden Zähne rasch ab. Der Kettenverschleiß ist um so größer je kleiner Kettenblatt und Ritzel sind, da der Ein- bzw. Ausschwenkwinkel größer ist. Beim kleinen Kettenblatt kommt noch die höhere Zugkraft hinzu und ist daher neben den äußeren Einflüssen für einen vorzeitigen Kettenverschleiß verantwortlich.
Ich halte daher den Test mit 2 halben Ketten unterschiedlichen Fabrikats für ausgesprochen praxisnah. Leider habe ich bei meinen 3 Rädern im Frühjahr bereits die Ketten gewechselt. Da meine C9 im Durchschnitt 6000 km hält, werde ich mich erst im kommenden Frühjahr am Test beteiligen können.
Grüße Olaf